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Nr. 269.

Mittwoch de« 19. November

18^.

Amtliches.

Die Herr» Bürgermeister werden erinnert, den Termin auf den 24. November, Morgens 10 Uhr, nicht zu vergessen.

Gefunden: Ein goldener Riechen mit dunklem Stein. Ein Haarzopf. Ein evaugel. Gesangbuch.

Zugelaufen: Ein grauer kleiner Spitz. Ein weißgelbeS ge­locktes Hündchen.

Verloren: Ein Hypothekenbrief über 1400 Mark; dem Wieder- bringer eine Velohnunz. Ein Regenschirm.

Entlaufen: Ein weißer Bologneser, weibl. Geschlechts. Ein kleines weißlich" gelbes Hündchen, W. Geschl.

Hanau am 19. November 1879.

_________________A«s Königlichem Landrathsamt

TageSscha«-

Berlin, 18. Nov. Der Großfürst-Thronfolger von Ruß­land und Gemahlin wohnten gestern Abend der Balletvorstellung im Opernhause bei und traten nach herzlichster Verabschiedung von dem Kaiser usb den übrigm Mitgliedern des königlichen Hauses um IP/a Uhr Nachts die Rückreise nach Petersburg an.

Berlin, 18. Novbr. (AbZeordnetenhaus.) 2« der heutigen (11.) Sitzung bildete den Hauptzezenstand der Tagesordnung die erste Lesung des Schanksteuer-Gesttzes. Abg. Zelle eröffnete die Debatte mit einer Philippika Gegen die Vorlage, die er als unzweckmäßig und un« wirthschaftlich bekämpfte. Zudem hätte man keinen unpassenderen Mo­ment für bie Einführung dieser neuen Steuer wählen können, als den gegenwärtigen. Schon lägen die meisten Gewerbe darniedrr und klag­ten über zu hohe Besteuerung, nun gehe man noch daran, dem Sast- Wirthsstasde zu den vielen bisherigen eine neue Steuer aufzulegeu. Da­mit werde man auch viele andere Gewerbetreibende, welche mit dem Schankgewerbe in Verbindung steh/n, und ebenso die Grundbesitzer hart treffen. Abg. Dr. Kropatscheck erklärt sich im Gegensatz dazu mit Ent­schiedenheit für die Vorlage. Wer dem Volke es erschwere, Branntwein zu trinken, erweise ihm die größte Wohlthat. Wenn auch nicht die großen Hoffnungen der Regierung sich erfüllen würden, so wäre mit der Vorlage doch ein guter Schritt auch auf sittlichem Wege vorwärts ge­macht. Abg. Grumbrecht glaubte, daß die Vorlage ihren Zweck gänz­lich verfehlen dürste, da Branntwein nur sehr niedrig, viel höher aber Bier und Wein besteuert würden. Der Branntwein-Konsum würde nicht ab-, sondern zunehmen und den Kommunen keine Einnahmen erwachsen. Abg. Dr. Bitter trat für die Vorlage ein, von welcher er eine Ab­nahme der Gchankstätten erhoffte und wies darauf hin, daß Abg. LaSker im Reichstage ausdrücklich Namens der Liberalen eine hohe Schank- steuer gefordert habe. Abg. Petri empfahl Ablehnung der Vorlage und wünschte, daß statt ihrer Normativbestimmungen vorgelegt würden, uach denen eS den Kommunen überlassen wurde, selbst die Echanksteuer zu erheben. Herr Finanzminister Bitter wies sodann darauf hin, daß von den verschieseusten Seiten seit längerer Zeit die Forderung einer Echank- | P«tr erhoben worden sei. Dieser Wunsch werde nun erfüllt, neu fei an der Borlage nur, daß der Ertrag der Steuer den Kommunen über- wiesen werde. Daß eine bedeutende und bedenkliche Zunahme der Schenkstätten stattgefunden habe, sei unbestreitbar; auf die schlechten Lei- denschaften sei dabei spekulirt worden, und es sei nöthig, den Gefahren, die das Volk bedrohen, mit Energie entgegenzutreten. 3m Uebrigen er« Härte sich der Herr Minister mit kommissarischer Terathun-z der Bor­lage einverstanden. Für die Borlage sprach darauf Lbg. Strosser, ge­gen dieselbe Abg. August ReichrnLperger. Die Borlage wurde schließ- Uch an eine Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Die nächste Sitzung findet Dienstag 11 Uhr zur Berathung verschiedener Theile des Etats statt, (Post.)

, Ber lin, 16. Nov. Von 86,489 preußischen Mannschaften, bte in dem Ersatzjahre 187879 bei dem Landheere und der Flotte eingestellt worden, waren 78,611 mit Schulbildung in der deutschen Sprache, 5613 mit Schulbildung nur in der nichtdeutschen Muttersprache und 2265 ohne Schulbildung, cbtr 2,62 pCt. aller Eingestellten. Das ungünstige Verhältniß bot Hinsichts der ganz ohne Schulbildung Einge­

stellten die Provinz Posen, wo 11,18 pCt. vorhanden waren; es folgten: Westpreußen mit 10,20, Ostpreußen mit 7,54, Schlesien mit 2,10. Be­deutend günstiger sind natürlich die Verhältnisse in den anderen Landes­theile». In Hohenzollen hatten sämmtliche 193 Eingestellte Schulbil­dung. Ohne Schulbildung waren in Schleswig Holstein 0,25, Hessen- Nassau 0,30, Rheinprovinz 0,35 (und hier stand der Regierungsbezirk Eoblenz am besten, es folgten: Düsseldorf, Köln, Trier, Aachen), Sach­sen 0,40, Brandenburg 0,44, Hannover 0,53, Westfalen 0,58, Pommern 0,85 pCt. Nach der im Ministerium der Medicinal-Angelegenheiten festgesetzten Statistik betrug im laufenden Jahre die Zahl der Aerzte innerhalb deS preußischen Staates mit Walde ck 8397, der Kreisphytker 476, der Zahnärzte 251, der Wundärzte 143, welche, auf den Aussterbe- Etat gesetzt, auf diese Zahl hinuntergegangen sind, der Apotheken 2440. Etwas über der neunte Theil aller Aerzte, nämlich 917, befanden sich allein in Berlin, wo deren Zahl gegen 1878 jedoch nur um 10 zuge­nommen hatte. 17. Nrv. Die heutige Sitzung der Commission für die Eisenbahnvorlagen war wesentlich constituieender Art. Zum General- Referenten wurde, wie bekanntlich beabsichtigt war, Herr Miguel ernannt, zum Referenten für die einzelnen zum Ankauf bestmmten Bahnen, und zwar für Berlin-Stettin Herr v. Zedlitz, für Köln-Minden Herr Dr. Grimm, für Magdeburg-Halberstadt Herr Dr. Hammacher, füc Hannovw- Altenbeten Herr v. Huene. Die nächste Sitzung der Commission findet am Mittwoch Morgen Statt; die Tagesordnung für die Sitzung ist: Referat für Berlin-Stettin und Köln-Minden. Die österreichischen Bevollmächtigten zu den Conferenzen über die künftigen Handelsbezie­hungen zwischen Deutsch a«d und Oesterreich die Mimsterialräthe Dr. Bazant vorn österreichischen Handelsministerium, Dr, v. Matlekovitz vom ungarischen Handelsministerium und Sectionsrach v. Berctvas vom ungarischen Finanzministerium sind hier eingetroffen und gestern schon mit den diesseitigen Bevollmächtigten zu einer ersten Conferenz zusam­mengetreten. Es heißt, die Besprechungen würdm den Zeitraum von 14 Tagen nicht über steigen. Man will unter allen Umständ en vor dem Ablauf des jetzigen Vertcogsrerhältnisses, also vor dem 1. Januar k. I, zu einem Resultat gelangen. Die vielsach verbreitete Nachricht, es solle zunächst eine weitere Verlängerung des Vertrages auf sechs Monate vereinbart werden, wird v n denen, welche d n Dingen näher stehm, als falsch bezeichnet. Wie die Nordd. Allg Zeitung mittheilt, ist von österreichisch-ungarischer Seite der Botschaftsrath Graf Wolkenstein mit der Leitung der Besprechung betraut. Die diesseitige Leitung derselben hat der Präsident des Reichskanzleramts, Staatsminister Hofmann, übernommen und es werden daran der Direktor im Reichsschatzamt, Burchard, und der Wirkt. Eeh.-Legationrrath Jordan Theil nehmen.

(Köln. Ztg.)

Bekanntmachung auf Grund des ReichSgefetzeS vom 21. Oktdr. 1878. Nach demR. u. St.-A." Nr. 268 wurde unterm 12. November verboten r die im Oktober d. J. erschienene Nr. 1 des I. Jahrganges der in der Imprimerie Russe et Polonaise zu Genf, Chemin Neuf 13, gedruckten und daselbst, Chemin Neuf (Plainpalais) 17, in polnischer Sprache herauSgegeben periodischen Druckschrist:Rownosc (Egalitä) Czasopismo socyjalistyczne, sowie die von der Administration dieser Zeitschrist im Oktober d. J. in französischer Sprache heraus gegebene Nr. 1 des I. Jahrganges der periodische« Druckschrift:Bulletin de la Revue socialiste polonaise Rownose (Egalit^)"; sowie die ohne An­gabe LeS Druckers oder Herausgebers im September d. I. in franzö­sischer Sprache (vermuthlich in Genf) erschienene nicht periodische Druck­schrist:Programme des Socialistes Polonais ". ^j

DaS durch Bekanntmachung vom 17. Januar b. I. (Reichs-An- zeiger Nr. 15) erlassene Verbot der vom kommunistischen Arbeiter­bildungsverein in London herausgegebenen periodischen Druckschrift: Freiheit" erstreckt sich auch auf diejenigen Nummern dieses Blattes, welche unter der Aufschriftmene tekel zur Ausgabe gelangen. ü S. M. ArttllenestziffMarL" ist am 15. d. M., Mittags 2V2 Uhr, von der Kaiserlichen Werst in Wilhelmshaven glücklich vom Stapel gelaufen. S. M. gedeckte KorvetteVincta", 19 Geschütze, Kommandant Kapitän zur See Zirzow, ist am 7. d. M. auf der Rhede von Funchal (Madeira) zu Anker gegangen und beabsichtigte am 11. b. M. die Reise nach Montevideo fortzusetzm. ES sind Nachrichten eingegangen von: E. M. gedeckter KorvettePrinz Adalbert", 12 Ge-