«donnementS-
Preis:
Jährlich S Work Halbj. 4 W. 50 P.
Vierteljährlich 1 Mark 26 Pig. Für auswärtige
Abonnenten Mit dem Betreffen. Len P-ftausschlag. Lie einzelne Nummer 10 Pfg.
Hlnniiicr Äiiteta
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertag mit bM-ÄistWer Beilage, und SamMgs mit der Berliner ProvmzialUorre^
Ansertions-
Preis:
Die ispaltige Garmondzeile od. deren Raum
10 Psg.
Die Lspalb Zeile 20 $fg.
DieSsPaltigcZcile 30 Pfg
Nr. 258.
Donnerstag den 6. November
1879.
Amtliches.
Amortisations-Erklärung.
Der dem Handelsmann Jotz. Jak. Will aus Rsdenbach, Groß- herzoglich hessisches Kreisamt Büdingen. unterm 15. Januar er. zur Nr. 3370 ertheilte Gewerbeschein pro 1879 ist angeblich verloren gegangen. Indem wir den fraglichen Schein hierdurch für ungültig erklären, bemerken wir zugleich, daß wir dem rc. Will unterm heutigen Tage ein Duplicat des bezeichneten Scheins ausgestellt haben.
Cassel, den 1. November 1879.
Königliche Regierung,
Abtheilung für direkte Steuern, Domainen und Forsten.
Ko ch.
Die Brodpreise in hiesiger Stadt sind von den hiesigen Bäckern resp. Brodfabrikanten verändert wie folgt:
2
1
4
2
1
4
4
a) der Bäcker:
Pfd. gemischtes Brod, erste Sorte (f. g. Pfaffenbrod Vs feines Roggen- und V» Weckmehy.....40 Ps.
„ dito.........20 „
„ gemischtes Brod, zweite Sorte (Vs Roggen- und ^/s-Waizenmehl) 55 „
„ dito.........28 „ „ dito.........14 „
„ reines Roggenbrot»......50 „
„ bito altgebackenes, vorgewogen, 2 Pf. höher,
b) der Brenner'schen Fabrik:
1 Laib 4 Pfd. gemischtes Brod 55 Pf.
1 „ 4 „ Roggenbrot) 1. Sorte . . 50 „ 1 „ 4 „ „ 2„ . . 45 „ 1 „ 6 „ „ 3. „ . 60 „
Vorgewogen pr. Laib 4 Pfd. 2 Pfennig mehr.
c) der Bechtel'schen Fabrik:
1 Laib 4 Pfd. gemischtes Brod 53 Pf.
1 „ 4 „ Roggenbrod 1. Sorte . . 48 „
1 „ 4 „ w 2. „ . 43 „
Vorgewogen per Laib 4 Pfd. 2 Pfennig mehr. Hanau am 4. November 1879.
Der Landrath.
Landwirthschastlicher Srcts-Dtretu Hanau.
Nächste Versammlunß Samstag den 8. November, Nachmittags 2 Vs Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen zu Hanau.
Tagesordnung:
1) Verschiedene Mittheilungen.
2) Vortrag ins Herrn Dr. Hesse aus Marburg über die Grund- züge des Molkereiwesens.
Der Borstand.
Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vorstehenden ersucht.
Hanau am 4. November 1879.
Der Landrath.
Bekanntmachung.
Postverbindung mit Australien.
Turch die Tempfer der „Orient Line“ wird zwischen Plymouth und den Australischen Hafevorten Adelaide, Melbourne und Cydmy eine in der Regel monetlich einmalige Verbindung nnterhalten. Mit diesen Schiffen, deren Abgan.gszcitlN indeß nicht im Voraus festgesetzt sind, können ar ch Briessentungen, mit Ausschluß von Einschreibsendungen, nach gi filetier lesördeit werden, wer n dieselben die Bezeichrung „via Plymouth, by private ship“ liegen. Das Porto für die dem Fran- lirungs^warge unterliegenden Sendungen beträgt für Briefe 60 Pjennig
für je 15 Gramm, für Drucksachen und Waarenproben 10 Pfennig für je 50 Gramm, für Waarenproben jedoch mindestens 15 Pfennig.
Berlin W., 3. November 1879.
Kaiserliches General-Postamt. ___________________ Wiebe.________________________
TagsSscha««
Z um deutsch-östreichischen Wündniß.
(A. d. Schw. Merk.)
Ueber das deutsch-östreichische Bündniß und dessen Zwck liegen wieder mehrere Neuerungen vor, die mit dem Anspruch auftreten, den Schleier, in welchen diese diplomatische Aktion gehüllt ist, noch etwas weiter zu lüften. Einmal tritt die Köln. Zig. der falschen Deutung entgegen, als ob das Sündniß wesentlich im Hinblick auf die orientalischen Dinge, auf die Zukunft Ksus antinopels, mit einem Bort zum Schutze der Türkei abgeschlossen sei. Das Einverständniß Deutschlands und Oestreichs, versichert sie, „hat keine fernliegenden orientalischen Zwecke, sondern nur den einheimischen Zweck des direkten Schutzes der eigenen Sicherheit und Unabhängigkeit." Das ist sehr erfreulich und klingt aus dem Monde der Köln. Ztg. um so beruhigender, als früher gerade in diesem Blatt unermüdlich eine Parteinahme der deutschen Po- lrtik für die oLmanischen Interessen verlangt worden war. Zum Glück hatte Fürst DiSmarck selbst sich unzweideutig dahin ausgesprochen, daß Teutschland an dem Gang der Dinge jmsens heb Balkans nur ein sehr mäßiges Interesse habe, und noch unlängst versicherte die Nordd. N. Z. zu allgemeiner Befriedigung, daß Deutschland auch gegen das Bulgarien des Friedens von San Siefano nichts hätte einzuwenden gehabt, daß vielmehr der Widerspruch hregegen von anderer Seite gekommen sei. Immerhin ist die Bestätigung, daß Deutschland nicht für die Aufrecht- Haltung unhaltbarer Zustände in fernen Ländern sich verpflichtet habe, in hohem Grade erwünscht. Minder beruhigend freilich ist das, was die Köln. Z. abermals über die Nähe der Gefahr berichtet, die uns unmittelbar von Seiten Rußlands drohte und zu deren Abwendung die beiden mitteleuropäischen Reiche sich zufammenschloffen. „Die Aufstellung ru sischer Truppen längs der galiz sch n und deutschen Grenze war an und für sich beunruhigend, die Kobilmachung der Regierungspresse, die Bearbeitung der öff. Meinung des russ. Volkes im Sinne der Zerhetzung gegen Deutschland und Oestreich, die Art, wie das russ. Volk aus die Nothwendigkeit eines Bruches mit den friedliebenden westlichen Nachbarn vorbereitet ward, alle diese Anzeichen mußten beunruhigend für die Sicherheit der Nachbarn Rußlands erscheinen. Nimmt man dazu die unbestrittene Thatsache, daß Frankreich von russischer Seite während der Manöver dieses Jahres durch hohe russische £>;fixere sondirt wurde, ob es zu einer Verbündung gegen Deutschland geneigt sei, so müßten die Leiter ber deutschen und der östreichisch-um ar. Politik gewissenlose und leichtfertige Staatsmänner fein, wenn sie sich nicht gegenseitig besprechen und bitftänbigsn wollten über die Gefahren, mit denen bald der Eine, bald der And-re unter ihnen von Rußland bedroht wird. Wir glauben außerdem zu wissen, daß von Seiten des russischen Kabinets im Saufe dieses Sommers direkte und förmliche Drohungen an das deutsche Ka- binet gelangt sind, welche zu Thaten werden sollten, wenn die deutschen Vertreter in den noch schwebenden orient. Fragen nicht den russischen Wünschen entsprechend infiruirt würden. Die Thatsachen sind eben viel einfacher als die griffe sie an nimmt: die Zukunft Konstantinopels an sich ist für die Entschließungen der deutschen Politik noch nicht maßgebend gewesen." Zur Ergänzung kann folgende Mittheilmg der Times aus Paris dienen: „Der Begegnung in Alixandrowo war ein eigenhändiges Schreiben vvrausgegangin, in welchem Kaiser Alexander sich in sauer-süßem Tone über die Haltung Deutschlands gegen Rußland beklagte und folgenden Ausdruck gebrauchte: „Ew. Majestät Kanzler hat die Versprechungen von 1870 vergessen." So lakonisch der Satz auch sein mag, so enthalt er, in einem eigenhändigen Schreiben des Kaisers von Rußland an den Kaiser von D-utchland, doch manche Enthüllung. Er beweist klar, daß feit langer Zeit die Beznhungen der beiden Reiche nicht mehr so freundlich waren und die Kaiser sich hierüber keinen Täuschungen Hingaben, als sie sich zu der Begegnung ausmachten. Eine