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Vorstand: ArMgerichtsrath Merz
Terminstage: Montag, Mittwoch und Freitag, und insbesondere für Zrblegitimationen Mittwoch.
Abtheilung II. Civilproceffe, Coneurs- und Subhastationssach en.
Vorstand: Amtsgerichtsrath Rübsam.
Terminstage: Dienstag Donnerstag und Freitag.
Abtheilung III. Grundbuchsachen und freiwillige Gerichtsbarkeit.
Vorstands Amisgerichtsra h Hahn.
Sitzungstage: a. Dienstag für - ruchköbel, Mittelbuchen, Wachen-- buchen, Niederissigheim, Oberissigheim, Rüdigheim. b. Mittwoch für die Stodt Hanau. c. Samstag für Kesfelstadt, Dörnigheim, Hochstadt, Niederrodenbach, Oberrodenbach, Großauheim, Großkrotzenburg. d. Donnerstag: Borgängige Jnstruirung der Geschäfte für sämmtliche Gemeinden des Amtsgerichts, e. Freitag: Jnstruirung derselben für die Stadt Hanau.
Abtheilung IV. Sämmtliche Geschäfte der Strafrechtspflege, namentlich auch FeststeZung der Jahreslifte der Schöffen und der Vorschlagslisten der Geschworenen, sowie die Ausloosung der Schöffen.
Vorstand: Amtsgerichtsrath Sann er.
Sitzungstage: Mittwoch. Für außerordentliche Sitzungen werden die Tage in jedem einzelnen Falle besonders bestimmt.
Die die allgemeine Dienftaufsicht betreffende Geschäfte besorgt der unterzeichnete Genchtsvorstand.
Hanau am 3. Oktober 1879.
Königliches Amtsgericht.
_____________________________Merz.__vt, Schmelz.
Die in der hiesigen Gemarkung, am Kainkanal, belegen« domai- nenfiscalische Besizung, als Kurte Lit. A, Nr. 22 Wohnhaus mit Holzstall und Waschküche, Bcandoerstcherungs-Nc. 16, „das sog. Wirttzschaftsgebäude" am vormaligen M-inzvllhause, sowie Karte Lit. A. Nr. 22a Hauszarten dabei, von zulammen 1 a 40 qm Grundfläche, soll öffentlich meistbietend verkauft werden
Termin hierzu ist auf
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Vormittags 11 Uhr, an Ort und Stelle anberaumt wordm.
Der Termin wirb eine Mund; off n gehalten und auf angemessene Kaufgeld geböte erfolgt der Zuschlag alsbald. Die Bieter haben dem unterzeichneten Beamten, auf Verlangen, ihre Zahlungsfähigkeit nachzu- weisen, was durch Hinterlegung d.'s zehnten Theiles des gebotenen Kaufpreises in baar oder inländischen Werthpapiecen nach dem Tagescours geschehen kann.
Hanau am 31. Oktober 1879. 8330
Der Königliche Domainen-Rentmeister
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Rundschau.
R. F. Unser Kaiser wohnte in den Tagen v m 29. Oktober bis zum 1. November in voller Rü iigkeit den Hofjagden in Ludwigslust in Mecklenburg bei und kehrte am Sonnabend W eber na h Berlin zurück. Tief ergriff n wurde der erlauchte Herr von der schmerzlichen Nachricht, daß ihm der Tod einen semer treuesten Diener entrissen hatte. Wie der Telegraph schon überall hin gemeldet hat, starb am Freitag Nachmittag an den Folgen eines Herzschiages urplötzlich der General der Cavallerie v. Podbielski, nachdem er noch am Morgen desselben Tages seinen ge- wöhnlichm Spazierritt unternommen hatte. Das Begräbniß des Generals v. Podbielski fand am Montag mit den seinem Range gebührenden Ehren und unter Theilnahme des Kaisers und der in Berlin anwesenden Prinzen und Generale statt. Der dahingeschiedene General hat unserem Kaiser und dessen großen Werke der Heeresorganisation sehr nahe gestanden. Bei all n wichtigen Entscheidungen rm Heereswesen galt der Rath des Generals v. Podbielski viel und unvergeßlich sind die Dienste b Preußen und Deutschland, welche der General v. Podbielski als Jener llquartiermeister der Armee ist den Feldzügen der Jahre 1886 und 1870/71 geleistet hat. Diese Thaten besitzen zwar nicht den Glanz des Sch'achtenruh nes, sie waren aber für die Herbeiführung der Siege von höchster Bedeutung. Weltberühmt sind auch die lakonischen, stets Wahrheit-getreuen Berichte geworden, welche der General v. Podbielski vom Kriegsschauplätze, zumt!. Während der Belagerung von Paris, durch den Telegraph verbreitete Geboren war der verstorbene General v. Pod- biel'kr am 17. Oktober 1814.
Daß Hauptinteresse in der inneren Politik Deutschlands concentrirte sich in den letzten Tagen auf die Berathungen des preußischen Landtags. Wenig in Betracht kommt dabei das Herrenhaus, welches nur am Dim- stag und Mittwoch zum Zwecke seiner Eonstitution zwei kurze S tzungen abhielt, woraus es sich auf unbestimmte Z it vertagte. Im Aozeord- netenhause fand indessen bereits eine Anzahl bedeutsamer parlamentarischer Ereign sie statt. Am Donnerstage wurden in demselben unter dem Borste des Alterspräsidenten v. Zockum Dilfs die Präsidentenwahlen vorgenommen. Bei denselben kamen hauptsächlich zwei Coalitionen in Frage, diejenige der Alt« und Neuconservativen mit dem Centrum gegen
diejenige der Freiconservativen und Nationalliberalen. Da die Toalitio« der Conservativen und Clerikalen die stärkere ist, so drang auch deren Tandidatenttste durch und wurde zum Präsidenten gewählt der conserv. Abg. v. Köller mit 218 gegen 164 Stimmen gegen den nationall Abg. v. Bennigsen; zum ersten Vic:präsidenten wählte die conservativ-klerikale Mehrheit den nationall. Abg. v. Benda mit 220 Stimmen gen-en den freiconservativen Grafen Gethuly-Huc, der nur 155 Stimmen erhielt; gewählt und bei der Wahl des zweiten Vicepräsidenten erhielt der cleti« kale Frhr. v. Heeremann die Mehrheit gegen den abermals von den Freiconservativen und NationaKiberalen aufgestellten Grafen Beihusy- Huc mit 215 gegen 107 Stimmen. Ueber das Resultat dieser Präsidentenwahlen mag in manchen Kreisen Unzufriedenheit herrschen, doch ist es ohne Zweifel ein natürliches und auch nach parlamentarischem Gebrauche gerechtes, denn die Conservativen als die stärkste Partei des Abgeordnetenhauses erhielten die erste Präsidentenstelle, die Liberalen als die zweitstärkste Partei erhieltm die zweite Präsidentenstelle und die Klerikalen empfingen als die drittftärküe Partei die dritte Präsidenten- stelle. Der Präsident v. Köller, Abgeordneter des 6. Wahlkreises Grei- fenbergt Sammln, ist auch bereits mit den Präsidialgeschäften vertraut, denn er fungirte in der Session von 1870/73 als erster Vic-prästdent. — Die Freitagssitzung des Abgeordnetenhauses wurde hochinteressant durch die Ausführung-n des Finanzministers Bitter, der ein ungeschminktes Bild von der preußischen Finanzlage gab. Das eigentliche Deficit für das neue Finanzjahr betagt nur 5^2 Millionen, doch wegen noch zu deckender außerordentlichen Ausgaben beläuft sich das Deficit auf 47 Millionen, welches wie früher im Wege einer Anleihe gedeckt werden soll An eine Ermäsigung der direkten Steuern kann daher trotz des Zufluss:s an Rnchsfteue n nicht gedacht werden. Das Abgeorduetenhaas vertagte sich nach Empfangnahme der fEtatsvorlagen bis Dienstag, wo die Ntatsberathungen beginnen werden.
Der schon längst angekündigte WechsA im Justizministerium ist nunKchr vollzogen. Der verdiente, aber in seiner Gesundhsit stasi angegriffene JnAzmmister Leoihacdl, welcher nahezu zwölf Jahre sein Amt begleitete, ist durch den Präsidenten des Reichsjustizamtes Staatssekretär Friedberg ersetzt worden.
Mehrfach in den Zeitungen ausgesuchte Mittheilungen über eine demnächst bevorstehende Erhöhung des MilitäretatS erweisen sich als irrthümlich. Die Militärverwaltung wird mit g ringen Abweichungen an den bis zum Jahre 1881 festgesetzten Etat festhalten, nach welcher Bit dann allerdings eine Verm-h-ung der Feldartillerie und eine vollständige Organisation des 15. Armeekorps in Aussicht genommen ist.
Die evangelische Teneralsyuode des Königreichs Preußen, welche seit drei Wochen in Gerlin getagt hat, ist am Montage wieder geschlossen worden. Die Beschlüsse der Gemralsyuode lauten fast sämmtlich auf eine Verstärkung des kirchlichen Einflusses in Bezug auf die von dem Cisilstands- und Schulaufsichtsgeschen geregelten Angelegenheiten. ES entsteht nun die Frage, in wie fern der preußische Culmsminister den Beschlüssen der Gsneralsynode sie erforderliche Zustimmung gewähren wird.
Aus der Provinz Schlesien liegen über die Ernt^ausfälle nachträglich recht betrübend; Nach sichten vor, so daß man z. B. in dem Kreise RybM eine Hungersnoth befürchtet. Man hat daher eine baldige Staatshülfe in Aussicht genommen.
Ueber die Adreßdebatten im österreichischen Abgeordnetenhaus« liegen folgende Nachrichten vor. Am Freitage wurde der Ndreßmtwurs der Minorität in der Generaldebatte bei namentlicher Abstimmung mit 176 gegen 155 Stimmen abgelehnt, dagegen der Adreßentwurf der Majorität mit 176 gegen 162 Stimmen angenommen. D:r Minister« Präsident Graf Taaffe gab die Erklärung ab, daß sich das Ministerium, weil über den Parteien stehend, au der Specialdebatte nicht betheiligea werde. Der Adreßent ourf wurde heraus in zweiter und dritter Lesuaz angenommen.
Die Leiter des v'.elverzweigten englischen StaatZwesenS haben große Mühe, um die an so vielen Stellen des zummmenhauzlosm Staatskörpers ausbrechenden Schäden wenigstens so weit zu heilen, daß nicht durch ein Wsiterumsichjreifen größere Gefahren entstehen. Am Nächstliegenden sind die bedrohlichen Bewegungen unter der irländische» Landbevölksruug. Einige erbitterte Agitatoren haben sich durch ihr rücksichtsloses Auftreten solchen Anhang zu verschaffen gewußt, daß sie auch den besser gesinnteren Pächtern, unter Bedrohung ihres Lebens, vorschrei- bru, welchen Prchtbttrag sie den Landlords zahlen sollen. Eine große Menge Gewehre ist unter das irisch: Landvolk ve-theilt worden; dir Erbitterung des letzteren gegen die Landsssitzer geht so weit, daß es bereits zu Mordfcmen gekommen ist und die R-gierung entseelten mußte, um einen allgemeinen Aufstand zu verhüten. -- Dazu kommm wieder beunruhigendere Nachrichten aus den Colonien. Der Widerstand der kriegerischen Hebirgsstämme in Afghanistan ist noch keineswegs gebrochen. Die Engländer haben es daher für zweckmäßig gehalten, ihre Position am Sgutargirbat aufz rgeben, was die Aufständischen, mög' licherweise als eine Schwäche ansehen werden und wodurch sie sich $ weiterem Widerstände ermüthigt fü sien könnm. Dir Untersuchungen in