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worden, welche in getheilten Posten theils den Bezirksregierungen, theils den Consistorien in den Provinzen, wo diese noch mit der Schulver- waltuna bi traut sind, Aberwiesen wurden. Zu dieser Summe tritt noch hinzu ein Betrag von 48,000 M. zu außerordentlichen Unterstützungen für Klemantarlehrer.

~ Betreffs der Arbeiten zur Hebung des Großen Kurfürsten wird officiös bestätigt, daß das Leck völlig gsschl'-ssm sei, eine Borbe- dingung jedes Hebungsversuches. Nach den letzten Berichten beabsichtigt die Gesellschaft um die Mitte Novembers bei günstiger Witterung mit den eigentlichen Hebungsversuchen zu beginnen. Der bisherige Contract, welcher nur bis Ende Oktober lief, ist bis Ende des Jahres verlängert worden.

— Die Nordd. Mg. Ztg schreibt officiös: Die Mittheilung, daß eine Personal-Union zwischen dem Reichrjustizamt und btm preußischen Justizministerium beschlossen sei uud daß sogar der Bundesrath schon mit einer dahin abzielenden Vorlage befaßt werde solle, ist durchaus ungenau und verfrüht. Es finden zur Z-it an den betherligten Stellen erst vorbereitende Besprechungen Statt. — Der Minister Leonhardt hat bei seinem Abschied? mit der amtlichen Cabinetsordre noch ein huldvolles eigenhändiges Schreiben des Kaisers und zugleich den Stern der Com- thure H Hohenzollern-O-dens erhalte». Der Minister, der noch vor Kurzem einen unmittelbaren Rücktritt nicht in AnSstht genommen hatte, ist zu seinem Abschiedsgesuche durch die neuerliche unerwartete und schnelle Steigerung der Krankheit, an welcher er daniederliegt, bewogen morsen. Bei dem leidenden Zustande des Ministers konnte die Annahme des Gesuchs keine Verzögerung erfahren.

— Jn«sbruck, 2. Nov. Die erste protestantische Kirche Tyrols ist vnt r Theilnahme der Behörden und ungeheurem Andrang von Men­schen heute feierlichst eingeweiht Word u. (Fr. Pr.)

— Paris, 1- Nov. Heute als am Tage Allerheiligen und am Todtenseste wogte eine unabsehbare Menschenmenge zu allen Kirchhöfen. Frau Thiers und Fräulein Dosne besuchten diesen Morgen das Grab von Thiers, wo sich viele Leitragende eingefunden hatten, welche die Wittwe des Verstorbenen begrüßten — Am Montag wird da? Hotel des Präsidenten der Republik in Versailles amtlich dem Departement zurückgegcben. Bom Montag an ist Paris wieder officie! Frankreichs Hauptstadt. — Der Kriegsminister hat ungeordnet, daß in der Infanterie bi ; bisherige nationale Fußbekleidung durch den Schnürstiefel ersetzt werden soll. — Das Ministerium beschloß: erstens die Versetzung aller Oberstlieutenants der Territorialarmee, deren Untauglichkeit erwiesen ist, zur Disponibilckat auf ein Jahr; zweitens die Vorlage eines Gesetzes, welches dahin geht, daß die Ofiiciere der Territorialarmee nicht Corps- chefs oder Depots-Commandanten werden können. (K. Z)

— New-Aork, 29. Okt. Der Hamburger Postdampfer „Her­der" ist hier eingetroffen. ---------- Spezialtelegramme des „Deutschen MontagS-Blatt."

— Genua, 2. Novbr., 9 Uhr 16 Min. Morgens. Sobald die Königin Margherita, die augenblicklich einen leichten Fieberanfall zu überwinden hat, wieder völlig hergestellt ist, stattet das italienische Kö- nigspaar dem deutschen Kronprinzenpaare in Pegli einen kurzen Besuch ab und geht dann nach Rom. Unser Kronprinz war gestern Vormittag in Genua und machte Nachmittags mit Frau und Kindern und dem Grasen Seckendorf eine Ausfahrt. Er kaufte in dem eben eröffneten Genueser Salon das Bild Drgrossi's: „Berg'aliere".

Lokales.

Hanau, 3. November 1879.

— Anknüpfend an den Ausspruch — Hanau ist die bestregierte Stadt der Provinz — sagte Herr W. Heräus in einer Rede gele­gentlich des zu Ehren unseres Vicebürgermeisters Nickel abgehaltenen Festbanketts folgendes:

„Wir Hanauer können aber auch stolz sein auf unsere Bürgermeister. Gehen wir bis zum Beginn unserer jetzigen Gemeindeverfassung zurück, io sehen wir einen Eberhard, der diese Verfassung mit hat schaf­fen helfen; der sie als Kleinnod hat hoch gehalten und ausgebsut in unserer Stadt bis zum Jahre 48. Ich bin nicht so vermessen, daß ich diesen Mann loben will, nur eins will ich sagen, daß er durch einstimmiges Vertrauen von Krone und Volk berufen wurde, auch den Staat auf neuen Principien aufbauen zu helfen. Auf E b erhar d folgte Rü hl. Dieser, der gleichzeitig in das Parlament nach Frankfurt gewählt war, konnte indeß hier nicht viel wirken. Umsomehr aber Herold, der unsere Stadt in der trübsten Zeit mit ausgezeichnetem Geschick vertrat. Ich bin in der letzten Zeit öfter gefraot worden, warum hat man sich gegen Herold nicht dankbar erwiesen? Meine Herren! auf den übersprudelnden Volksgeist im Jahre 48 folgte der Jammer, und für uns Hanauer nicht nur Jam­mer; wir waren niedergeworfen von der bayerischen Execution und lagen zu Füßen des b ginnenden Bruderkrieges; unter solchen Um­ständen ist man in der Regel nicht dankbar. Nach einem kurzen Interregnum des Herrn ObergerichtZauwalt Michel folgte Herr Oberbürgermeister C a s s i a n.

Wenn es eine Tugend ist guter Familienvater zu sein, der alle Kinder mit gleicher Liebe umfaßt, dann ist es auch eine Tugend für

den Vater der Stadt und er (Cassian) hörte Alle vom ersten Bürger bis zum letzten mit gleicher Liebenswürdigkeit an. Wenn es weitet eine Tugend ist sich mit den besten Beamten zu umgeben und neidlos mit ihnen das Beste der Stadt zu berathen und auszuführen, dann hat er diese im Höchsten Maaß besessen.

Das Jahr 66 hat mit seinem Uebergang in neue Verhältnisse auch eine Masse «euer Gesetze, unter diesen die Selbstverwaltung der Gemeinden, gebracht. Zine prächtige Außenseite, aber ein außer­ordentlich bitterer Kern.

Wenn ein sorgsamer Gemeindevorstand, der in den 60er Jahren steht, täglich neue Verpflichtungen und Lasten für die Gemeinde herannahen sieht, dann kann er matt werden und körperlich erkranken in der Sorge um das Wohl der Stadt.

Der in solcher BeranlassunZ hervorgerufene Ruhestand ist ein wohlverdienter. Möchte Herr Oserbürgermeister Cassian in seinem Ruhestand wieder gesunden und nsch lange Gelegenheit haben das Weiterblühen unseres Gemeindewesens mit anzusehen.

Die Beamten aber, die ihm während seiner Amtszeit in so aus- gezeichneter und pflichttreuer Weise zur Seite standen unb Herr» Bicebürgermeister Nickel während seiner Amtsprrisd? unterstützte», sie leben hoch!" ------------

— Zu dem vorigen Freitag im Kronensaalr abgehaltenen Bankett war Herr Oberbürgermeister Cassian als Ehrengast einzeladen, leibet aber durch seine Krankheit am Erscheinen verhindert.

— Mehrfach wurde uns der Wunsch unterbreitet dahin zu wirken, daß das Herrn Ticebürzermeister Nickel überreichte Album für einige Tage öffentlich ausgestellt werde, damit auch Diejenigen, welche dem Bankett nicht anwohnten, dasselbe in Augenschein nchmm könnten. Wir geben diesem Wunsch hiermit gerne Ausdruck.

*?* Unsere RuderZefellschaft hat ihre Thätigkeit noch nicht einge­stellt. Die jungen Leute rudern noch mit großem Eifer. Gestern hatte» wir wieder Gelegenheit die Gesellschaft auf dem Maine zu s-hen. Wir bemerkten mit Verzügen, daß die Mannschaft viel gelernt hat und sehr gut eingefahren ist und zweifeln nicht, daß dieselbe nächstes Jahr im Stande sein wird, als Sieger bei einer Rezatte hervorzugehen. Viele der Zuschauer wird gleich uns eine Gänsehaut beim Anblick der leichten Kleidung der Ruderer überlaufen haben; wir waren froh, in unserem Winterüberzieher geborgen zu sein. Fahren die Herren noch einige Zeit so fort, dann können sie sich bald den Namen eines „Eisbärklub" bei» legen. — Wir wünschen, daß der Eifer der Gesellschaft nicht nachläßt und dieselbe auch nächstes Jnhr freundliches Entgegenkommen bei unse­rer Einwohnerschaft finden möge.

Versteigerungs- und Berpachtungs- rc. Kalender für Dienstag den 4. November.

Vormittags 9 Uhr werden auf dem Forsthaus Wolfgang zwei fis­kalischen Wiesen und 1 Stück Ackerland auf 6 resp. 5 Jahre verpachtet (f. Nr. 246 „Hau. Anz"). — Vormittags 10 Uhr kommt an derselben Stelle die fiskalische Fischerei im Mühlbache, Bruch und Scheidegraben sowie in den Dorflöchern der Großkrotzenburg r und Großauheimer Terminei zur Verpachtung (s. Nr. 246 „Han. Anz.").

— Für heute. Brandwache und Rettungs-Corps bei Beck; Spritze Nr. 4 in den „3 Schwanen"; Nr. 5 im „goldenen Herz".

— Dr. med. L. W. C. Rehn aus Allendorf a. d. Werra hat sich als practischer Arzt in Bockenheim niedergelassen.

— Der dem Abgeordnetentzanse vorgelegte Gesetzentwurf betr. den Erwerb von Privat-Eise«bahnen und die Erweiterung des bestehenden Eisenbahnnetzes bringt auch die Linie von Walburg nach Großal merode mit 673,000 Mark in Anschlag.

— Dem Herrn Akademie-Direktor L. Kolitz zu Cassel ist der Pro- fessor-Tite! verliehen worden.

— Treysa, 29. Okt. Das vor einigen Jahren neuerbaut? Dia- konissenhaus ist durch den stets mehr um sich greifenden Hausschwamm dermaßen baufällig geworden, daß man die Versuche, es zu restauriren, aufgeben muß. Es ist in dem Hause ein solcher Modergeruch, wie er in den Katakomben in Paris nicht intensiver sein kann. Daß dadurch Kranke und Gesunde sehr zu leiden haben, bedarf keiner besonderen Er­wähnung. Jeder praktische Baumann mußte sich aber s. Z. auch voll­ständig über die jetzt eingetretene« Folgen eines Baues, welcher mit un- nöthiger Eile und mit frischem, noch tropfendem, Tannenholz?, daS im Winter mit einer nassen Lehmschicht umgeben wurde, klar sein.

(N. Fr. Hess. Ztg)

— Fulda, 31. Okt. Zur Ausübung der Fuchsjagd befindet sich Se. Königl. Hoheit der Landgraf Friedrich von Hessen mit großem Ge­folge seit vorgestern auf Schloß Adolphseck.

Aus der Umgegend.

— Frankfurt a. M., 1. November. Heute Morgen brach in einem Bau ein Gerüst zusammen, auf welchem sich folgende in voller Beschäftigung gestandene Handwerker befanden: Schreiner, Spengler, Weißbinder, Maurer, Zimmermann. Mit dem Unglück war gleichzeitig Glück verbunden, denn alle kamen mit dem Leben davon uns nur ein Schreinerjunge erlitt eine unbedeutende Quetschung. Die Ursache der Sturzes war eine Ueberladung des Gerästes. (G.-A--