Einzelbild herunterladen
 

rlbonnementS-

PrriS:

Aährkch 9 Mark Halbj 4 W- »0 B- Li-ri-ljährlich

, Wart'25 Psg. Für ausw-rtize Abonnesten mi, vew betreffe«, den Postaufschlsg. Die einzelne Num­mer 10 Pfg.

hmiaiicr Anzeiger

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertag, mit beLckrist-scher Beilage, und SamkagA mit der Berliner Provinzial-Correspond-uz.

Jnsertlons- Preis:

Die ispaltige Garmondzeile ob. deren Raum 10 Psg.

Die 2»alt. Zeile 20 Pfg.

Die3spaltigeZcile 30 Pfg

Nr. 253.

Donnerstag den 30. Oktober

1878«

Amtliches.

Nachdem die Desinfektion der Stallung des Fuhrmanns Johannes Kurz hier vollendet ist, werden die Schutzmaßregeln in Betreff der feiner Zeit unter den Pferden desselben auSgebrochenen Rotzkraukheit hierdurch ausgehoben.

Hanau am 29. Oktober 1879.

Der Landrath.

Tagssscharr-

Berlin, 29. Oktbr. DieProv.Corresp." schreibt: Unser Kaiser, welcher bei der gestrigen Landtagset öffnung alle Anwesende durch die Frische seiner Erscheinung und die Kraft seiner Sprache überraschte, hat sich heute zur Theilnahme an den HosjaKden nach Mecklenburg be- geben, von wo die Rückkehr auf Sonnabend festgesetzt ist.

2. Plenarsitzung der Hauses der Abgeordneten am Donnerstag, den 30 Oktober 1879, Nachmittags 2 Uhr. Tagesordnung: Mitthei­lung über die in den Abtheilungen bewirkten Wahlprüfungen. Wahl des Präsidenten, der beiden Bier-Präsidenten und der Schriftführer.

Berlin, 29. Okt. In der heutigen (2.) Sitzung der Herren­hauses, welche der Präsident, Herzog von Ratidor, um VI* Uhr mit geschäftlichen Mittheilungen eröffnete, verlas derselbe ein Schreiben des Ministers des Innern, in welchem Mittheilung gemacht wurde von den seit der letzten Session eingetretenen Personal-Veränderungen im Staats- Ministerium. Ein zweites Schreiben desselben Ministers betrifft die während derselben Zeit vorzekommenen Veränderungen im Personalbe­stände des Herrenhauses. Dieses Schreiben geht an die Matrikeltom­mission. Der zweite Gegenstand der Tagesordnung war die Verei­digung der Mitglieder, welche neu eingetreten und noch nicht den Eid auf die Verfassung geleistet haben. Es wurden die Herren von Brandt» Lauchstädt, Graf Matuschka und Fürst Ferdinand Radziwill durch den Schriftführer Grafen Zielen - Schwerin vereidigt. Der Präsident er­nannte die Herren Schuhmann und Sulzer zu Quästoren der Hauses und machte Mittheilung von der Konstituirung der Abtheilungen. Der dritte Gegenstand der Tagesordnung war die Berathung über die geschäftliche Behandlung der Borlagen der Staatsregierung. Der Ge­setzentwurf, betreffend die Ergänzung der Vorschriften über die Dienst- botenverhältnisie, wurde der Justizkommission überwiesen; der Gesetzent­wurf, betreffend die Aufhebung deS Verhältnisses der vagirenden und Gastgemeinden in der evangelischen Kirche der Provinz Schlesien soll durch Schlußberathung im Hause erledigt werden. Der Gesetzentwurf, betreffend die Verwerthung der Forstnutzungen aus den Staats wa ldungen der ehemals Kurfürstlich hessischen Landestheile, wurde der Agrarkommifsion, der Gesetzentwurf über die Kosten für die Bedürfnisse der Kirchengemeinden am linken Rhein­ufer der Kommission für die Kommunal-Angelegenheiten überwiesen.

Demnächst folgten noch einige Wahlen, welche sämmtlich durch Akklamation vollzogen wurden. Die Herren Graf Rittberg und von Winterfeld wurden zu Mitgliedern der Matrikelkommission, die Herren von Raabe, Dr. Baumstark und Echvhmann zu Mitgliedern der statisti­schen Central-Kommission und Herr Dr. Weder an Stelle des verstor­benen Dr. Fleck zum Mitglied der Staatsschulden-Kcmmisfion gewählt, und dann die Sitzung um l8/* Uhr geschlossen. Zur nächsten Sitzung wird der Präsident besonders einladen. (R. u. St.-A.)

Berlin, 29. Okt. Die Nationallib. u. Freiconserv. beharren auf dem Ausschlüsse deS Centrums von dem Präsidium deS Abgeord­netenhauses und befürworten die Wahl v. BennigsenS zum Präsidenten, v. KölleiS zum ersten und der Grafen Bethufy-Huc zum zweiten Vice- prästdenten. Die konservative Fraction beschloß, v. Köller als Präsi- denten, v. Benda als ersten und v. Heeremann als zweiten Vicepräst- deuten vorzufchlageu. (N. Fr. Pr.)

Berlin, 29. Okt., 9 Uhr Abends. (Telegramm der Franks. Ztg.) Nachdem das Centrum und die Polen dem Vorschlag der Kon­servativen für v. Köller Ms ersten Präsidenten zustimmten und alSdann ernen Nationalliberalen, Benda, als ersten, einen Centrumsmann, v. Heeremann, als zweiten Vicepräsidenten zu wählen acceprirt, dürste v. Köllrr's Wahl gegen Bennigsen, wenn auch mit nur kleiner Mehrheit erfolgen. Ob die Natioualliberalen nach der eventuellen Niederlage

Bennigsen's die Offerte, Benda zum ersten Vicepräsidenten zu wählen, aceeptnen werden, ist noch fraglich. Die Nationalliberalen drängen die Fortschrittspartei für Kennigsen zu stimmen, fassen Wahl vielleicht mit Unterstützung der Fsrtschrittler nach Ansicht der Nationalliberalen mit 510 Stimmen Mehrheit dmchzubrim en sein dürfte. Die Fortschritt- ler wollen sich heute Abend schlüssig machen. Tiedemann setzt bei einigen unschlüssigen Konservativen seine Bewerbung zu Gunsten Bennigsen's fort, bis jetzt ohne Erfolg.

Berlin, 29. Oktbr. Im Abgeordmtenhause haben sich, nach derS. 3 ". heute die Abtheilungen constituirt. Zu Vorsitzenden sind gewählt: in der 1. 'Abtheilung Nbg. Wiqml als Vorsitzender, v. Wedell- Piesdorf als Stellvertreter; in der 2. Abtheilung Frhr. v. Heeremann und vr. Schellwitz; in der 3. Abtheilung Abg. Wachler und MadzinSki; in der 4. Abtheilung Abg. Wagner (Stralsund) und Vr. Röckernth; in der 5. Abtheilung Abg. v. Wedell-Malchow und Dr. LargerhanS; in der 6. Abtheilung Abg. Frhr. ton der Recke und Dr. Straß wann; in der 7. Abtheilung Abg. Dr. Windthorst und Stengel.

Berlin, 29. Okt. Dir Großfürsten AlexiS (nicht Sergei, wie verschiedene Blätter gemeldet haben) und Paul von Rußland sind vorgestern Abend 7 Uhr 45 Minuten auf dem Lehrter Bahnhof mit Expreßzug von Paris hier eingetroffen und im russischen Botschastthotel abgestiegen. Da die Großfürsten nicht incegnito reisen, sondern von ihrer Ankunft das Hofmarschallamt in Kenntniß gesetzt hatten, so war außer dem Botschafter v. Oubril und dem gesammten Botschaftspersonal auch noch der Commandant von Berlin, Generalmajor Graf v. Wa - tensleben in Parade-Uniform auf dem Hahnhofe zum Empfange anwe­send. Die Großfürsten fuhren in einer zwerspännigen Königlichen Stadt- Vala-Cquipage in das russische BotHaftspa-ais, vor welchem ein Ehren- Doppelposten tom Kaiser- Allxander- Gaide- Grenadier-Regiment Nr. 1 aufgestellt war. Die Großfürsten sind gestern Mittag vom Kaiser km- Pfangen worden, und haben darauf den hier anwesenden Prinzen ihre Aufwartung gemacht. Die Weiterreise nach Petersburg erfolgte gestern Abend 11 Uhr mit dem Courierzuge der Ostbahn. (Trib.)

S. M. gedeckte KorvetteVineta", 19 Geschütze, Komman­dant Kapitän zur See Zirzow, ist am 24. d. M. in Plymouth einge­troffen.

Die von der internationalen Telegraphen conferenz zu London in den Monaten Juni und Juli dieses Jahres berathenen Bestimmungen für den internationalen Telegraphenverkehr werden außer in Europa in Brasilien, in Austalien mit Neuseeland, den englischen und niederländi­schen Colonieen in Ostindien, den russischen und türkischen außereuro­päischen Besitzungen, in Aegypten, PersikN, China und Japan in Gültig­keit treten. Neben einer ansehnlichen Reihe technischer Fragen waren für die Conferenz von verschiedenen Staaten mehrere den Charakter der Telegraphie als einer öffentlichen Berkehrsanstalt und deren Verhältniß zum Publikum betreffende Borschläge abgegeben worden. Die wichtigsten derselben verfolgten im Wesentlichen ein dreifaches Ziel: 1) Ausdehnung des in Deutschland 1876 eingeführten Systems des Worttarifs auf den gesammten internationalen Verkehr; 2) Vereinfachung und Ermäßigung der meist noch hohen internationalen Telegrophentaxen; 3) wenn mög­lich Herstellung eines einheitlichen Tarifsatzes für den internationalen Verkehr innerhalb ganz Europo. Punkt 1 und 2 sind nach vielen Schwankungen und nicht ohne Ueberwindung einer erheblichen Opposition angenommen worden. Bei Punkt 3 fehlte er zwar an der Unterstützung gewichtiger Stimmen nicht, doch war der Geist der Mehrheit für eine so durchgreifende Aenderung der bisherigen Verhältnisse vorläufig nicht umzustimmen. Dagegen wurde eine Bestimmung beseitigt, durch welche bisher die VertragSfreiheit der einzelnen Telegraphenverwaltungen be­züglich der Wahl der Taxen im Verkehr mit nicht unmittelbar angren­zenden Ländern beschränkt war. Wenn daher auch die angestrebte Ein­führung einer einheitlichen Taxe für den telegraphischen Verkehr von ganz Europa einstweilen noch nicht hat erreicht werden können, so sind doch mit den betheiligten Verwaltungen der Deutschland benachbarten Staaten Verhandlungen eingeleitet worden, welche für den Hauptfäch. lichsten internationalen Verkehr Deutfchlands die Befchränkung der Zahl der Toxsätze für das Wort auf zwei bezwecken, und zwar für Telegramme nach Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich, Schweiz und Oesterreich-