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Amtliches.
DeklMtttMKHKKgm rmf Grund des Reichsgefetzes tzs« 21. Oktober 1878.
Das durch meine Bekanntmachung vom 17ten Januar d. I. (Amtsblatt Nr. 6) erlassene Verbot der vom kommunistischen Arbeiter- bildungsverein in London herausgegebenen periodischen Druckschrift: „Freiheit" erstreckt sich auch auf diejenigen Nummern des Blattes, welche unter der Aufschrift „Die Gerechtigkeit" erscheinen.
Berlin den 16. Oktober 1879.
Der Reichskanzler. I. Vertr.: Eck.
Auf Grund des §. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozial demokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die vom 12. Oktober d. I. datirte Nr. 2 der im Verlage von N. Herter zu Riesbach Zürich erschienenen und in der Schweizerischen Vereins Tuchdruckerei zu Hottingen-Zürich gedruckten periodischen Druckschrift „Der SocialdemElrat", internationaler Organ der Socialdemokatie deutscher Zunge, auf Grund des § 11 des gedachten Gesetzes durch die unterzeichnete Landespolizeibehörde verboten ist.
Berlin den 15. Oktober 1879.
Königliches Polizei Präsidium. von Madai.
TageSscha«.
— Berlin, 24. Okt. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute Morgen um 9 Uhr den Polizeipräsidenten von Madai und nahmen alLdorn die Vorträge £ ei Hofmarschalls Grafen von P-rponcher und des Geheimen Kebmet!-Raths von Wilmvwski entgegen. Um 1 F/a Uhr wurde der dilsseitige Gesandte in Brüssel, Graf, von Brandenburg, empfangen. — Um 12 Uhr rahmen Se. Majestät in Gegenwart des Siadtkoumondanten Glneral-Majors Grasen von WartenSleben militärische Meldungen entgegen, darunter dir des General-Lieutenants z. D. von Wittich, des zur Botschaft in St. Petersburg kvmmandnten Majorz von Liegnitz vom Generalsiabe, und ferner die Meldungen des Oberst i n und Flügelvdjmonten Heinrich XIII. Prinzen Reuß und dessen Sohnes, der im Thüringischen Husaren-Regiment Nr. 12 als Seconte Lieutenant angestellt ist. — Nachmittag um 2 Uhr wohnten Se. Majestät der Leichenfeier deS verstorbenen Staats-Ministers von Bülow in der Mattzmikirche bei und empfingen dann um 4 Uhr die zur Schießschule in Spandau kommandirten Stabsoffiziere.
(R.- u. St.-A.)
— Berlin, 23. Okt. (K. Z.) Der EundeSrath hielt heute Nachmittag 2V2 Uhr eine Plenarsitzung unter Vorsitz des Präsidenten des Reichskanzlerawts, Staatsministers Hofmsnn. Nach Feststellung des Protok obs der letzten Sitzung wurde eine Vorlage betreffend die Zulassung zu den pharmaceutischen Prüfungen den Ausschüssen überwiesen. Mündliche Berichte wurden erstattet über die Veräußerung von Festungs- gruudstückln in Glogau, über die erleichterte Abfertigung des in Fiößen eingehenden zur Weiterversendung bestimmten Bau- und Nutzholzes, über den Entwurf eines Regulativs der Privattransitlager für Holz. Ferner berichtete der Ausschuß für Zölle und Steuern mündlich über die Aus- f uhrbefcheinixung für nach der bayerischen Pfalz ausgehendes Brer, über die Zollbehandlung der gegen Steuervergütung euSgesührten Reteur- waaun, über den Ein^angSzoll für braunes Packpapier, über die Zollbehandlung von Fleifchgnano. Nach den AuSschuß-Anträgen wurden erledigt: die Vorlage betnffend die Umprägnng von Zwanzigpfennig. stücken in Ein- und Zweimal«stücke; ein Eefuch betreffend die ncchträg- liche Einlösung von außer Curs gesetzten Münzen; endlich die Vorlage betreffend die Akärderung rc. der Verordnung über Tagegelder, Fuhr- kosten rc. der Reichsbeamten.
— ® ti lin, 23. Olt. Der Geh. Olerfirianzrath a. D. Friedrich Wilckevs, Mitglied des Herrenhauses, ist gestern hierselbst an einem Echlaganfall plötzlich verstorben, nachdem er bereits vor Jahresfrist einmal von einem Schlagansalle betreffen und seitdem leidend geblieben war. Geboren am 5. Januar 1814 zu Cassel, war er nach dem Aus
scheiden auS dem Staatsdienst unbesoldeter Madtrath in Berlin und als solcher auf Präsentation der Stadt durch allerhöchsten Erlaß vom 22. Januar 1868 ins Herrenhaus berufen. Als er im Jahre 1872 sein städtsches Amt niederlegte, ward er auS allerhöchstem Vertrauen vrn neuem ins Herrenhaus berufen, an dessen Arbeiten er sich namentlich als Referent in fin ane teilen Angelegenheiten eifrig betheiligte.
— Berlin, 24. Okt. Heute Nachmittag 1 Uhr fand in der Matthäi Kirche die Trauerfeier für den verstorbenen Minister tz. NSlow statt. Die Kirche war überMt von Leidtragenden. In der Nähe des Trauerkatafalls standen die Minister Graf Stolberg, Graf Eulenburg, v. Kaweke, Bitter, Lucius und Hosmann, die früheren Minister Falk und H Brecht, der englische, russische, französische, türkische und österreichische Botschsfter, der bayerische, sächsische, amerikanische, griechische und chinesische Gesandte, die Becmten des auswärtisen Amtes, gelb* marschall Graf Motke und viele Geueräle. Gegen 2 Uhr erschien der Kaiser mit dem Prinzen Karl und militärischem Gefolge. Der Kaiser richtete an die Wittwe des Verstorbenen, derselben die Hand küssend, sodann an jeden der Hinterbliebenen sechs Söhne, Beileidsworte und nrhm dann rechts vom Altar, vor welchem die Leiche aufgebahrt war, Platz, während die Hinterbliebenen links Platz nahmen. Nach dem Chorgesang hielt Generalsuperintendent Büchsel die Leichenrede und ertheilte den Segensspruch. Nach dem Gesang des Liedes: Wmn ich einmal soll scheiden, wurde der Sarg nach dem Leichenwagen getragen und unter dem Gefolge von zahlreichen Hof- und Privatwagen nach dem Friedhof der Apostelgemeinde übergeführt. ' (Fr. I.)
— Berlin, 24. Okt., 9 Uhr Abends. Heute Abend sind t eine SchunZ des Staatsministeriums statt, in welcher Anordnung über die LandtagLsejsivn getroste» werden. — Der Kaiser wird den Landtag in Person eröffnen. Tiefem wird nun auch das utngtarbeitete Kommunal- Steuerßksetz und das Schankgesetz zugehen. (Franks. Ztg.)
— Im 5. Liegnitzer Wahlbezirk (Kreis Loewenberg) ist der Kultusminister v. Pattkammer mit 3856 gegen 1646 Stimmen, welche der Kaplan Dr. Herbig in Siebenmal erhalten hat, zum Mitgliede des Reichstages wiedergewählt worden.
— Am 21. Oktober wer ein Jahr verflossen, daß das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen drr Socialdemokratie erlassen worden ist. In dieser Zeit sind 244 Vereine, 307 nichtperiodische Druckschriften und 184 Zeitungen und Zeitschriften verboten. (Trib.)
— Am Montag tritt die neue Commission zur Lösung der Krab- Tabia-Frage zusammen. Man hält es fast für ausgemacht, daß diese beinahe aus lauter Militärs bestehende Commission den Beschluß der früheren Commission bestätigen werde, daß nämlich Arab-Tabia bei Rumänien zu verbleiben hat, wodurch Silistria seinen Charakter als befestigter Platz einbüßen würde. Sollte die Commission nicht einig werden, so dürfte diese Frage zwischen den Cabineten mit Stimmenmehrheit geregelt werden.
— Straß bürg, 23. Okt. (K. Z.) Aus Anlaß des AniragS der Gemeinde Wasserhosen, die Ausnahme einer Anleihe für den Bau einer Bahn von Buchsweiler nach Schweichhsufin zu genehmigen, hat sich der Statthalter Eeneralfeldmarschall v. Mantenffel in Begleitung des Obersten v. Strantz, des MinisterialrathS Jordan und des Grafen Wilhelm Sigmare! nach Buchsweiler begeben, um von den Verhältnissen der Bahnanlage Kenntniß zu nehmen. Im «ahnhose daselbst waren die Gemeindevertreter von Buchsweiler und Pfaffenhofen versammelt. Nach erfolgt« Vorstellung und Begrüßung derse.ben fand die gemeinsame Besichtigung und Besprechung der Bahnanlagen Statt. Der Statthalter besuchte hierauf, begleitet von dem Gemeindevertreter und Bezirksmit- glied Petri, das Rathhaus, die höhere Töchterschule, das Gymnasium, die Kirche vnd die Synagoge so wie das Braunkohlenbergwerk. Später fand im Kasthofe Zur Sonne ein Diner Statt, an welchem 45 Personen Theil nahmen. Der Gemeindevertreler Petri gab in einem Trinkpruch dem freudigen Dank der Gemeinde für die Anwesenheit des Statthalters alS Vertreters des Kaisers AuLdrnck. Das Erscheinen des Statthalters beweise, daß derselbe keine Gelegenheit versäume, um zu der Bevölkerung des Landes in persönliche Beziehung zu treten, deren Wünsche entgegen*