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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertag mit belletristische c Beilage, und Samstags mit der Berliner Proainzial- Lorceipond nz-
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Nr. 241
Donnerstag den 16. Oktober
1878.
Amtliches.
Die Herrn Orikvorfände werden hierdurch veranlaßt die Quartier- bescheivigunge» und Fourape.Omttuvxen, sowie etwaige V-rsponns- ginttunge» vor den im kaufe d. I. einquartierte» vaterländischen Truppen bis pm 20. d. M. hierher einzuseuden.
Hanau am 15 Oktober 1879.
Der Landrath.
— W erlin, 15. Okt. Die Fre^e, ob Se. Majestät der Kaiser und König den Landtag in Person eröffnen wird, dürfte sich nach der am 20. d. M be vrfteherden Rückkehr des Monorcken entsebeide». Wie offfciös gtaelbet wird, nimmt man an, daß der Kaiser, so fern eS ihm sein im Nebligen vortrefflicher Ees»dheilizustand erlaubt, auch diesmal die neu xewählten $rt tretet persönlich begriffen wird
— Berlin, 15. Okt. ?m weiteren Bei lause der gestrigen Sitzung der General-Svnode wurde Seitens der FinanzkommissilN über die vorn Evangelischen Ober-Kirchemath wrwalltün Fonds für des Rechnungsjahr 1878/79 Bericht eifertet und Dechorge ertheilt. — Der nächste Gegenstand der Tagesordnung betraf die H ountaesruhe und Svm tat S- Heikrgung. Der Referent, Holprediger Dr Baur, motidirte folgt üben Antrag: „Die Eeneral-s yr ode erklärt: sie ist von der Nothwendij seit einer strenge« Eonntagsheiligung aus religiösen und sittlichen Gründe» überzeugt und ersucht den Evangelischen O>er-Kirchenrath bei den Ctaatsbehörden dahin zn wirken, daß derselben für eine strenge Sonnte gLheilignup Sorge tragen, indem sie die bezüglich der Sonntagsruhe besteh' rden Vorschriften in strenger Weise handhaben und wo diese Vorschriften Lücken geigen sollten, dieselben ergänzen."
Der Konsistorial-Rath Leuschner stette den Äntrag: „Die General Synode ersucht den Evongelischen Ober-Kirchenrath, bei den StaatS- und städtischen Behörden dahin zu wirken, daß der Unterricht in den Fortbildungsschulen am Sonntag nicht mehr ertheilt werde, und wo dies nicht tbvnlich, den Unterricht auf die Nachmittagtstunden von 3 Uhr Nachmittags ab zu rerlegen.11 Der Superintendent Pfeiffer beantragte: „Der Evangelische Ober-Kirchenrath wolle bei den Militäibklörde» dahin wirken, daß an Sonn- und Festtagen Konirvlversammlungen nicht abgehalten und Märsche der Eoldote« räch Möglichkeit beschränkt werden." Der Haupimann a. D. Hermann (Bonn) beantragte, für die möglichste Befmränlung der Dienstzeit der Eisenbahnbeamten an Sonn- und Festtage» wirken zu wollen. — Sämmtliche Anträge gelangten schließlich einstimmig zur Annahme.
Die heutige Sitzung wurde gegen 12 V» Uhr Mittag von dem Präsidenten Grafen von Arnim - Boitzenburg eröffnet. Der General-Superintendent Dr. Rieden (Coblenz) sprach das Gebet. Der General- Superintendent Dr. Schulze (Eibei bei Magdeburg) beantragte: „Die Konsistorien und Prvvinzialsynoden zu ersuchen: an mindestens einem Sonntag im Jahre einen Gottesdienst zu Gunsten der Heidenmission zu veranlassen und mit diesen Evitesdiensten eine Kollekte für die Heiden- Mission zu verbinden." Der Missionsdirektor Dr. Wangemann stellte dazu den Unterantrag, „die bei der Kollekte hervorgehenden Gelder au die verschiedenen Missionsgesellschaften, nach Maßgabe der unter denselben stehenden Mifsionsorte, oder der von denselben verwendeten M issionare zu vertheilen." Nach längerer Debatte wurden beide Anträge angenommen. — Der Hosprediger Dr. Kögel (Berlin) u. Gen. beantragten: „Die Generalsynvde wolle an den erang-lischen Ober-Kirchenrath das Ersuchen richten, mit dem Herrn Minister der geistlichen Angelegen- Heilen darüber in Verhandlung zu treten, daß die Staatsprüfung für die evangelische« Theologen, wie es §. 27 des Gesetzes über die Vorbildung der Geistliche» gestattet, überall mit der ersten theologischen Prüfung verbunden und durch Mitglieder der theologischen Prüfungskommission abgehalten werden." — Der Konfistorial Rath und Professor Dr. Sirafft (Bonn) beantragte: „Die Generalsynvde beschließt: das sogenannte Kul- tusexamen für Geistliche ist abzuschaffen." (R. u. St.-A.)
— Berlin, 14. Okt. Fürst Bismarck hat in der letzten Zeit, namentlich während seines hiesigen Aufenthaltes, der Wagdeb. Ztg. zufolge, sehr stark von Neuralgie zu leiden gehabt; jede Bewegung, ins
besondere das Auf- und Absteige» der Treppen, kostete ihm viele An- strenWurg, und noch am letzten Tage vor seiner Abreise nach Barzi» äußerte er sich bekennte» Herren gegenüber dahin, daß er die Schmerzen i» alle» Gliedern führe. In Folge besten geht der Wunsch des Reichskanzlers dahin, auf feinen ländliche» Besitzungen der Ruhe so lakge als nur irgend möglich zu pflegen. Die weitere Berathung der Landtags - vorlazen im StaatSMinisterium wird unter der Leitung deS Bicepräfi- deuten Grafen zu Stolberg Statt finden, welcher Dienstag Abend wieder hier zurückerwartet wird.
— Berlin, 14. Okt. Die Nordd. Allg. Ztg. schreibt officiöS: Die Aktionäre der Berlin-PotSdam-Magdeburger Eiseubshnßesellschaft waren heute Vormittag zu der General-Versammlung zusammengetreten, welche über die Offerte der Regierung, die Lahn gegen eine feste Rmte von 4 pCt. unb 1 pCt. ConvertirungSprämie käuflich zu übernehmen, Beschluß z« fassen hatte. Die Zahl der i« der General. Versammlung abgegebenen Stimmen betrug 5804; die Dreiviertel-Mehrheit, welche für die Perfektion des Vertrags erforderlich gewesen, wäre daher 4453 Stimmen. Mit Ja, also für die Annahme der RegierungS- Offerte, wurden 4140 Stimmen, mit Nein 1664 Stimmen abgegeben. Da demnach die eriorderliL e Mehrheit für den Verkauf nicht erzielt wurde, muß die Offerte der Regierung als abgelehnt gelten.
— In der „Prov. Evrr." lesen wir folgendes: Seitdem bekannt geworden, daß bei dem Besuch des Reichskanzlers in Wien verabredet worden ist, nochmals einen Weg zu suchen, der zu Gandelserleichterungen zwischen dem Deutsche» Reich und der österreich.ungarischen Monarchie führen kann, tritt eine Art von Kritik auf, welche in solche» Versuchen ein Verlassen der eben eingeführten Schutzzokpslitik eeblicken lassen möchte. Die Tarifreform war indeß von vorn herein auch auf den Zweck berechnet, das Deutsche Reich bei den Unterhandlungen über Handelsverträge mit fremden Staate« in eine günstigere Lage zu bringen. An Stelle vieler Aeußeruugeu braucht nur die eine aus dem Schreiben angeführt zu werden, welches der Reichskanzler unter dem 15. Dezember 1878 an den Bundesrath richtete. Daselbst heißt es:
„Bei der bevorsteheuden Revisw» des Zolltarifs kann nur unser eigener Jntereffe maßgebend sein. Dieses Intel! ssü wird vielleicht demnächst zu neuen Berhandiunge» über Tarisverträge mit dem Ausland führen. Süllen aber solche Verhandlungen mit der Aussicht auf einen für Deutschland glücklichen Erfolg begonnen werden, so ist eS »öthig, vorher aus dem autonomen Wege ein Zollsystem zu schaffen, welches die gesammte inländische Produktion der ausländischen gegenüber in die möglichst günstige Lage bringt."
— S. M. Panzer-Korvette „Hansa", 8 Geschütze, Kommandant Korv.-Kap. Heusner, ist am 8. September er. in Callao ein getroffen. — S. M. gedeckte Korvette „Bineta", 19 Geschütze, Kommandant Kapt. zur See Zirzvw, ist am 14. d. Mts. von Kiel auf der Reise nach Ostasien in See gegangen.
— Kiel, 13. Okt. Während er draußen im Hafen still und immer stiller geworden — auch der Kauffahrteihafen läßt den Druck der Zeit nur gar zu sehr sichtbar werden und weist eine Leere auf, wie man sie hier feit Jahren nicht gekannt —, herrscht in dem ellerbecker Marine-Etablissement noch immer dasselbe rege Leben. Von den nach Hause gekommenen Schiffen trägt zwar nur die „Leipzig", die, nebenher bemerkt, in jeder Beziehung viel Lob geärntet hat, noch den Wimpel und zeigt damit an, daß ihre Abrüstung noch nicht voll beendet ist; aber auch die übrigen, bereits völlig außer Dienst gestellten Schiffe mit den so mannigsach an denselben nöthigen Reparaturen, der nimmer ruhende Neubau am weiteren Zuwachs unserer Flotte und nicht minder die Weiterführung der Bauten d«s Etabüssenenis selbst bieten doch noch so mancher fleißigen Hand Beschäsligung, daß man sehr wohl begreift, von woher die Waffe der kräftigen, tüchtigen Arbeitergestalten kommt, die man Mittags und Abends, wenn die grose Werftglocke ertönt, in dichtgedrängter Reihe dem einzigen Ein- und Ausgangsthor entströmen sieht, um so rasch wie nur irgend möglich mit Dampf- oder Segelboot die meistens am jenseitigen Ufer gelegene Heimstätte zu erreichen. Die „Vineta" ist seeklar; zwar liegen am User noch zahlreiche Kisten und