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finnmict Amtigcr.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertare, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Nr. 239

Dienstag den 14, Oktober

187v.

Amtliches.

LanrmrthschilMcher Kreis-Verein Hanau.

Nächste Versammlung am 18. Oktober 1879, Nachmittags 2^2 Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen zu Hanau.

Tagesordnung:

1) Wahl der Comi^'s sür die im Jahre 1880 dahier stattfindende General-Versammlung des landwirthschastlichen Central-Vereins für den Regierungs-Bezirk Cassel;

2) Errichtung von Landeskultur-Reutenbanken, Referent: Herr von Baumbach.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Bor- Pchenden ersucht.

Hanau am 10. Oktober 1879.

' _______Der Landrath. ________________

, Bekanntmachung.

Nachdem höheren Orts angeordret worden, daß vrm 1. Oktober d. I. ab die bei Kömglichtm Amtsgericht dahier entstthknden Gerichts­kosten von dem Königlichen Hauptsteueramt dahier erhoben werden sollen, werden die ZahlungS Pflichtigen da-auf aufmerisam gemacht, daß die er­forderten noch rückständigen Gerichts kosten, welche bis zum 26. Septem­ber d. J. einschließlich noch nicht eingezohlt worden sind, nach dem 30. September an die obenbezeichnete Erhebungsstelle entrichtet werden sollen.

Hanau, den 10. Oktober 1879.

Königliches Amtsgericht.

________________Merz._________________ Bekanntmachung.

Vcm 15. Oktober d. J. ab erhalten die Posten zwischen Wäch­tersbach und Ord, sowie zwischen Wächtersbach und Birstein folgenden Gang:'

I. Richtung Wächtersbach-Birstein.

Aus Wächtersbach: 7 Uhr 50 M. früh (Botenpost); 8 Uhr 30 M.

' Abends (Perssnenpost).

In Birstein: 10 Uhr 50 M. früh; 10 Uhr 35 M. Abends.

Aus Birstein: 5 Uhr 25 M. früh (Personenpost); 1 Uhr 50 M. Nachm. (Botenpost).

In Wächtersbach: 7 Uhr früh; 4 Uhr 20^ M. Nachmittags.

II. Wächtersbach-Orb (Soolbad).

Aus Wächtersbach: 9 Uhr 15 M. Abends; in Orb: 10 Uhr Abends.

Aus Orb: 6 Uhr 15 M. früh; in Wächtersbach: 7 Uhr früh.

Außerdem besteht noch ein Privat-Personenfuhrunternehmen zwischen Wächtersbach und Orb mit folgendem Gang:

Aus Wächtersbach: 8 Uhr früh; in Orb: 8 Uhr 45 M. früh.

Aus Ord : 7 Uhr 5 M. Abds.; in Wächtersbach: 7 Uhr 50 M. Abds.

Wächtersbach, den 12. Oktober 1879.

Kaiserliches Postamt.

_________~______ Waltber.______________________

K u n d s ch a N.

R. F. Die Abreise des Kaisers von Baden-Waden nach Berlin ist nach den bisherigen Dispositionen auf den 19. Oktober anberaumt und ist es somit wahrscheinlich, daß der Monarch die für den 28. Ok­tober festgesetzte Eröffnung des preußischen Landtages in Person vollzieht, zumal für den Landtag eine neue Legislaturperiode beginnt und.mancher- lei Anlässe vorhanden sind, die Aufklärungen und Beruhigungen aus höchstem Munde wünschenswerth erscheinen lasten. Bei diesen Erwä­gungen ist freich nicht zu vergessen, daß Rücksichten auf die Gesundheit des hochbetagten Monarchen denselben von der Eröffnung ^beS Landtages in Person sehr leicht abhalten können.

In letzter Woche wurde die Nachricht verbreitet, daß der Reichs­kanzler Fürst Bismarck fünf Monate auf Urlaub gehe. Wir faßten diese Nachricht von vornherein als ungenau auf und diese Auffassung hat sich bestätigt. Der Reichskanzler hat sich nach Barzin begeben, um daselbst

bis zu Beginn des neuen Jahres zu verbleiben, wenn ihn nicht beson­ders wichtige Angelegenheiten nach Berlin rufen. Was die dem preußi­schen Landtage zu machenden Borlagen anbetrifft, so find zwischen dem Fürsten Bismarck und den einzelnen Ressortministern in den letzten Wochen die entsprechenden Verständigungen erzielt worden. Die laufen­den Geschäfte des auswärtigen Amtes irrten die bewährten Diplomaten Herr v. Radowitz und Lothar Wucher, und die oberste Stellvertretung des auswärtigen Amtes hat der Vicepräsident Graf Stolberg an Stelle des erkrankten Staatssekretärs Herrn v. Bülow übernommen.

Die Ausschüsse des Bundes? aths sind seit längerer Zeit mit der Berathung der Ausführung der noch in Kraft zu tretenden Zoll- und Steuergesetze und mit verschiedenen auf die neuen Justizgesetze bezüglichen Vorlagen beschäftigt. Die Resultate dieser Berathungen sind indessen augenscheinlich noch nicht so weit gediehen, um dem Plenum des Bun- desrathes vorgelegt zu werden.

Die Parteitage im neuen preußischen Abgeordnetenhaus« gibt gegen­wärtig den wichtigsten Gegenstand für unsere innere Politik ab, zumal sich nach der Niederlage der Liberalen, die mehr als ein Drittel ihrer Stimmen an die Consertzativen verloren, der Umschwung der Verhält­nisse sich doch nicht so einfach vollziehen wird, wie man es sich vielfach vorstellte. Die nach den großen RubrikenConfervativ" oderLiberal" gewählten Abgeordneten werden sich näml^ nicht ohne Weiteres zu ein« heitiichrn Fraktionen zusammenfinden, sondern es wird höchst wahrschein­lich sich sowohl unter den Conservativcn, als auch unter den Liberalen eine Reorganisation vollziehen, welche von großem Einflüsse auf die parlamentarische Konstellation sein kann. Zunächst sei hervorgehoben, daß die wiedergewählten Liberalen vo-nehmüch dem rechten Flügel an­gehören und diese Liberalen haben niemals ein Hehl daraus gemacht, daß sie bereit sind, dem Fürsten Gismarck bei Durchführung seiner Pläne Unterstützung zu gewähren. Was die Conservativen anbetrifft, so haben die Neu- und Freiconjervativen den stärksten Zuwachs erfahren und es entsteht die Frage, ob sich die Neucovservativen mit den Mtconservativm zu einer deutsch consertatwen Partei, wie im Reichstage, verbinden oder aus Mißtrauen gegen die Clerikalen die Neu- und Freiconservativen eine Annäherung an den noch stark vertretenen rechten Flügel der Li­beralen suchen werden.

Mit der Herbeiführung eines neuen deutsch-österreichischen Handels­vertrages, der die Wahrung der gegenseitigen Interessen z m Principe hat, ist es vollständiger Ernst. Fürst Bismarck hat darüber in Wien die bündigsten Versicherungen abgegeben und die entsprechenden Verstand- lungen dürften demnächst in Berlin beginnen. Der schriftliche Gedan­kenaustausch zwischen Deutschland und Oesterreich, betreffend den Ab­schluß eines Rechtshülfe-Vertrags, ist auch soweit gediehen, daß die An­gelegenheit in nächster Zeit von Commissarien betrieben werden dürfte.

Von den inneren Angelegenheiten Oesterreichs interessiren uns vor­wiegend zwei Umstände, die Eröffnung des Rerchsraths und der nun vollzogene Ministerwechsel im österreichischen auswärtigen Amte. Der Kaiser Franz Josef verkündete eine große ' nzahl Resormbestrebungen in feiner Thronrede und die Parteien des Reichsraths erscheinen uns in ihrer Mehrheit ernstvoll und klug genug, um diese Reformen auf dem Gebiete des Heerwesens, des Eisenbahnwesens, der Finanzfrage und Rechtspflege verwirklichen zu können. Bedeutsam bleibt auch in der österreichischen Thronrede, daß der Kaiser Franz Josef von der aus­wärtigen Lage wie ein Monarch fprach, der an den Frieden glaubt. Der Ministe! Wechsel im auswärtigen Amte Oesterreichs hat sich in denk­bar bester Weise vollzogen. Der Kaiser hat den Grafen Andrassy ent­lassen wie einen guten, treuen Freund, und der Baron Haymerle ist bei der Uebernahme des auswärtigen Amtes in die Fußtapfen des Grafen Andrassy getreten.

In den inneren Angelegenheiten Frankreichs scheinen Wandlungen von ziemlicher Tragweite im Entstehen begriffen zu sein. Gambetta, der Präsident der Deputirtenkammer, sucht seinen gewichtigen Einfluß auf alle Angelegenheiten Frankreichs mch zu mehren, indem er den Ra­dikalen insofern Concessionen macht, als er in seinem Organ, der Repudl. frans-, entschieden für völlige Amnestie der verbannten Communards