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Nr. 237,
Samstag den 11. Oktober
1879.
Amtliches.
WekmmtWKchrmge« auf Grund des Reichsgesetzes vom 81. Oktober 1878.
Auf Grund des § 12 des «eichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die im Selbstverläge von W. Grüwel zu Berlin erschienene nicht periodische Druckschrift: „W. Grüwels Deutscher Arbeiterkalender auf das Gemeinjahr 1874, erste und zweite Auflage, Druck von C. Jhrings Wwe. (A. Colbatzky) zu Berlin", nach §. 11 des gedachten Gesetzes durch die unterzeichnete Landespolizeibehörde verboten ist.
Berlin den 3. Oktober 1879.
Königliches Polizei Präsidium, von Madai.
Auf Grund des §. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nicht periodische Druckschrift: „Sachsens Erhebung und das Zuchthaus zu Wald heim" von August Röckel, Druck und Verlag von C. Adelmann in Frankfurt a/M. (2. Auflage, 1865), nach §. 11 des gedachten Gesetzes durch die unterzeichnete Landespolizeibehörde verboten worden ist.
Wiesbaden den 4. Oktober 1879.
Königliche Regierung, Abth. desIInnern. Mollier.
Auf Grund der §§. 11 u. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Soüaidemokratie vom 21. Oktober 1878 werden de nachbezeichneten Druckschriften verboten:
1) Rßpublique et Revolution. Par G. Lefran^ais, erschienen zu Genf, gedruckt in der Buchdrucker« der Wittwe Btänchard zu Genf, cours de Rive 3.
2) Qu’est-ce que le travailleur? Rien. Que doit-il etre ? — Tout. Par une victime du Capital. Gedruckt in der ad 1 bezeichneten Buchdrucker«.
3) Manifeste adressd a toutes les associations ouvrieres et ä tous les travailleurs, par le congräs gäneral de l’association internationale des travailleurs tenu ä Bruxelles du 7. au 13. Septembre 1874. Gedruckt in der Buchdruckerei von E. Counard & Cie-, place des R6- collets in Verviers.
4) Le suffrage universel et le probleme de la souverainete du peuple. Par P. Brousse, membre de l’internationale. Gedruckt zu Genf in der „imprimerie coopdrative“ 1874.
5) Compte Rendu officiel du VIII— congrds Gdnäral de l’association internationale des travailleurs tenu ä Berne du 26. au 30. Octobre 1876. Erschienen zu Bern im Jahre 1876 ohne Angabe des Druckers.
6) La commune. Almanachs[socialiste pour 1877. Im Jahre 1876 zu Genf erschienen, gedruckt in der Buchdruckerei von Rabotnik daselbst, Chemin Montchoisy 26.
7) Die Vorrede Nr. 1 und Nr. 2 des am 1. resp. 15. Januar 1878 erschieneren „Socialisme progressif, revue des idöes sociales et des faits öconomiques.“ Gedruckt zu Lugano. Buchdruckerei von F. Weladini & Comp. und
8) Die im Mai, resp. Juni, Juli, August, September, Oktober und November 1877 erschienenen Nr. 1—7 des „Travailleur, revue socialiste revolutionäre“. Gedruckt zu Genf in der ad 6 bezeichneten Druckerei.
Colmar den 1. Oktober 1879.
Der Bezirks-Präsident des Ober Elsaß.
I. B: von Strenge.
Für Johannes Simon Fuchs aus Bockenheim ist um Entlastung aus dem Preußischen Unterthanen-Verbände, behufs Auswanderung nach Amerika, nachgesucht worden.
Hanau am 7. Oktober 1879.
Der Landrath.
Gesunden: Ein rothes Korallenkettchen mit goldenem Kreuz. Ein Manichettenknopf mit Emaille. Eine Knabenhose. Eine silberne Vorstecknadel mit Goldplättchen. Ein Meffer.
Hanau am 11 Oktober 1879.
Königlichem ZaNdrsiNamt.
LaVdrvirthschasMcher Irth-Ondn Hanau.
Nächste Versammlung am 18. Oktober 1879, Nachmittag- 21/* Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen zu Hanau.
Tagesordnung:
1) Wahl der Comils's für die im Jahre 1880 dahier stattfindende General- Versammlung des landwirthschaftlichen Central-Vereins für den Regierungs-Bezirk Cassel;
2) Errichtung von Landeskultur-Reutenbanken, Referent: Herr von Baumbach.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister werde» um Veröffentlichung des Bor- -ehenden ersucht.
Hanau am 10. Oktober 1879.
Der Landrath.
TageHschKR»
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktbr. 1878. Nach dem „R. u. M.-8." Nr. 238 wurden unterm 10. Oktober verboten: die vom 5. Oktober d. J. datirte Nr. 1 der im Verlage von A. Herter zu Riesbach-Zürich erschienene und in der Schweizerischen Vereins-Buchdrucker« zu Hottingen-Zürich gedruckte periodische Druckschrift : „Der Soz'aldemokrat", Internationales Organ der Sozialdemokratie Deutscher Zunge.
— Berlin, 10. Okt. Sitzungen der Generalsynode. Der Präsident Graf Arnim-Boytzenburg verlas folgendes Erwiderungstelegramm des Kaisers auf die gestrige telegraphische Adresse des Synodalvorstandes: Die Gesinnungen und Grundsätze, welche Sie wir Namens der Generalsynode aussprechen, haben meinem Herzen wohlgethan, da es dieselben sind, zu welchen ich mich stets bekannt habe, usb hoffe ich daher, daß die Schlußworte Ihres Telegramms, daß die Berathungen der Synode auf dem Grunde des Wortes Gottes, wie es uns durch seinen Eingeborenen Sohn Unsern Heiland Übermacht und gelehrt wird, beruhen werden, in Erfüllung gehen mögen zum Segen seiner Bekenner. — Die Synode beschloß sodann für die provisorische Geschäftsordnung und für jede der nachbenannten Vorlagen: Trauungsvorlage, Vorlage betreffend die Verletzung kirchlicher Pflichten, Novelle zur Pfarrwahlordnung und Emeritenordnung, je eine besondere Kommission zu wählen, die übrigen Vorlagen aber im Plenum zu berathen. Außerdem soll eine Geschäfts-, eine Petitions, und eine Finanzkommission gebildet werden. Sämmtliche KommissionSmitglieder wurden, nachdem während einer halbstündigen Pause eine deSfallsige Verständigung erfolgt war, durch Akklamation gewählt. ß (Fr. Z)
— Berlin, 10. Oktbr. (K. Z.) Die Verzögerung, welche die Fertigstellung des Entwurfes über die Erwerbung von Eisenbahnen erfahren hat, erklärt sich einfach daraus, daß der Minister für öffentliche Arbeiten zunächst die Verhandlungen mit den betrefft nben Bahnen in möglichst weitem Umfange abgeschlossen zu sehen wünscht, bevor er mit seinen Anträgen an das StaatSministerium Herantritt. Diese Verhandlungen also bilden den Schwerpunkt für die ganze Angelegenheit. Der formale Theil der Vorlage sowohl in Bezug auf den Wortlaut deS Ge- setzentwursts als auf die Motive soll vollständig abgeschlossen sein, so daß noch dieser Richtung kein weiterer Aufenthalt zu besorgen wäre; jedenfalls gehen die Dispositionen dahin, die Etatsberathungen nicht eher abzuschließen, als bis eine Entscheidung des Landtages über die Eisenbahnvorlage getroffen ist.
— Das Befinden des Justizministers Dr. Leonhardt gibt noch immer zu ernsten Besorgnissen Anlaß. Jedenfalls nimmt man an, daß der Minister längere Zeit zu seiner völligen Kräftigung bedürfen wird,