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ausgehen muß, und vielleicht könnte man sagen, daß eS mehr Mühe wachm werde, ZiS- und Trankleithanien unter einen Hut zu bringen, M mit Deutschland ein Einvernehmen zu erzielen. Er ist übrigens wahrscheinlich, daß eben auf diese Frage die Konferenzen deS Fürsten Bismarck mit Herrn Koloman Tisza sich bezogen haben.
— Straß bürg, 28. Sept. Der Oberpräsident v. Möller brinat Las folgende Handschreiben S. M. des Kaisers zur öffentlichen Kennt- mß.
Die EindrückeMeiner diesmaligen Anwesenheit in Elsaß-Lothringen haben Mir zu Meiner lebhaften Genugthuung und Freude bestätigt, daß der innere Wiederanschluß dieses Landes an das deutsche Bater- land im erfreulichen Fortschritt begriffen ist. Es ist Mir und der Kaiserin und Kömgm, Werner Gemahlin, überall ein Empfang be- bereitct worden, welcher Unsere Erwartungen weit übertroffen hat und welcher durch die sichtbare weitere Betheiligung in sehr wohlthuender Weise Zeugniß von der freudigen Bewegung der Bevölkerung ablegte. Zch ermche Sie, Meinen Tank zur allgemeinen Kenntniß zu bringen, dem Ich gern auch den Ausdruck Meiner Befriedigung für die allge« mem entgegenkommende und gute Aufnahme der Truppen während der Uebungen hmzufüge. Ich verlasse Elsaß-Lothringen heute mit dem Wunsche für das fernere Gedeihen dieses schönen Landes und mit der erhöhten Zuversicht, daß einsichtsvolles Streben der Regierung und wachsendes Vertrauen der Bevölkerung beide bald mit einem festen Bande vereinigen werden.
Metz, 25. September 1879. Wilhelm.
®er "R h. St.-A/ Nr. 228 enthält: Instruktion zur Aus« lÄ”9 Gesetzes über die Konsulargerichtsbarkeit vom 10. Juli 1879«
,°^^«?bkau"tmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktbr. 1878 Nach dem „N. u St.-A." Nr. 228 wurde unterm 28. Septbr. öerboten: die am äÄontag. den 22. d. M. ausgegebene Nummer 22 der Verlag von Ä. Reichenbach und im Druck von S. Zimmer u. Comp. L rÄ“. erscheinende periodische Druckschrift: „Freie Deutsche Warte , sowie das fernere Erscheinen dieser Druckschrift.'
^ ?^schn Münzstätten sind in der Woche vom 14. bis 20. September 1879 an Goldmünzen geprägt worden: 835,130 Mark ausPrivatrechnung. Vorher waren geprägt: 1,267'6^4 340 Mk. Doppelkronen, 418,712,510 Mk. Kronen, 27,969,925 Halbe Kronen, hiervon auf Privatrechnung 394,578,370 Mark w14/8^'345™ Mark (nach Abzug der wieder eingezogenen 165 680 Mark Doppelkronen, 129,100 Mark Kronen und 780 Mark Halbe Kronen).
n v ^ Einnahmen der Post- und Telegraphenverwaltung haben für die Zeit vom Beginn des Etatsjahres bis zum Schlüsse des Monats August 1879 (verglichen m t der Einnahme in demselben Zeitraum des vorigen EtatsjahreS) betragen: 51,175,462 Mk. (+ 721,063 Mk die der ReicheisenbahnverwMung 15,305,000 Mk. (4. 199,097 Mk.)
, — Enthält ein schriftlicher Kaufkontrakt verschiedene Gruppen von Berkaufsobiekten mit besonderen Kaufpreisen — Immobilien, Mobilien, Waarenvorräthe ic, — so ist, nach einem Erkenntniß des ReichS- Ober. Handelsgerichts, I. Senats, vom 9. September 1879, für die Berechnung der Stempelsteuer der Kaufkontrakt in die einzelnen Käufe, welche seine Bestandtheile bilden, zu zerlegen, und nach der Beschaffenheit der« feloen sind die einzelnen Steuersätze in Anwendung zu dringen.
~ S. Kanonenboot „Comet", 4 Geschütze, Kommandant Kapt. Lt. Frhr. von Senden-Bibran, ist am 27. d. MtS. in Gibraltar eingetroffen.
— Die „Norddeutsche" schreibt: Ein am 6. Sept. vom Präsiden- ten der französischen Republik in Paris erlassenes Dekret ist für unsere Handelsverhältuisse von Belang; durch dieses Dekret können die mit Baumwolle oder anderen Stoffen gemischten Seidengewebe von jedem Miichungsverhältniß, welche behufs der Bedrückung, Färbung und Ap« pretlrung eingehen, um in ihrer Identität wieder ausgeführt zu werden, zeitweilig zollfrei eingelassen werden. In den beim Eingänge einzu« liefernden Deklarationen müssen die Zahl der Stücke der Produkte und das Maß eines jeden derselben sowie die Art der Veredlung, zu deren Zwecke sie emgeführt worden, angegeben sein. Diese Einfuhr kann jedoch nur über die Zollämter von Paris und Lyon stattfinden.
“ Leipzig, 27. Sept. (R. u. St.-A.) Am Schlüsse der Heuti- gen Plenarsitzung des Reichs-Oöer°Handelsgerichts hielt der Präsident desselben in Gegenwart des Staatsanwalts an sämmtliche Beamten und RechiLanwalte des Gerichtshofes ein: Ansprache, in welcher er einen Ruckolick aus die Entstehungsgeschichte des ReiHs-Ober-HandelSgerichts warf. Der Prästoent hob sooann hervor, daß alle Mitglieder und alle Beamte des Gerichtshofes mit nur wenigen verschwindenden Ausnahmen in einer, der früheren entsprechenden Stellung in das Reichsgericht übergehen, und daß Leipzig, welches sich als Sitz des Reichs-Ober-HaudelS« gerichts so günstig erwiesen habe, zuverlässig auch für das Reichsgericht
eben so günstig zu werden verspreche. Die Ansprache schloß mit einem dreimaligen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, in welches die Versammlung mit lebhafter Begeisterung einstimmte.
7" Karlsruhe 28 Sept. Für das zu Ehren des 14. Armee- corpa in Frelburg errichtete Siegesdenkmal war ursprünglich auch das von dem hiesigen Bildhauer Prof. Möst modellirte, von Prof. Linz in Nürnberg gegoffene Reliefbild des Generals v. Werder, des um Baden hochverdienten Siegers bei Belfort, bestimmt; eS hatte aber damals der General in seiner Bescheidenheit sich diese Ehre verbeten. Jetzt, nachdem Graf Werder M den Ruhestand getreten, hat der Stadtrath von Freiburg die frühere Absicht ausführen lassen, und so wurde dieser Tage die am Piedestal angebrachte Krone herausgenommen und das Brustbild des gefeierten Heerführers eingesetzt.
. „ ™ ®eru, 29. Sept. (K. Z.) Die internationale Besichtigung des Gotthardtunnels und der übrigen Gotthardbahnbauten ist sehr be- friedigend ausgefallen.
, ~ d?r is 28. Sept. Das politische Gastspiel der Louis Blanc und Marqul im südlichen Frankreich bezeichnet die tiefere Strömung, während die Rundreise Ferrh'S mehr die regierenden Kreise beschäftigt. Das Journal des Debats prophezeit der Popularitätsjagd Blanc's dasselbe klägliche Ende, dem Blanqui bereits verfallen sei; aber dieser habe wenigstens den Vorzug, daß er bloß die Amnestie verfechte, während Blanc als flotter Redekünstler von Frage zu Frage flatterte und mit seinem oberflächlichen Geschwätze den Leuten in der Provinz den Kopf verdrehe. Blanc misse doch wissen, daß es in der Politik viele Fragen gebe, die sich nur annäherungsweise lösen lassen; politisches Phantasiren sei zwar eine angenehme Sache, aber der Mensch sei doch nach Allem zum praktischen Wirken berufen und müsse, um mit Sandide zu reden, vor Allem seinen Karren bebauen. q )
— Paris, 29. Sept. (K. Z.) Heute morgen hat in St. Ger- mam des Pr6s der Gottesdienst zur Geburtstagsfeier des Grafen Cham-- bord Statt gefunden. Gegen 300 Personen wohnten derselben bei. Die Samen trugen zum ersten Male die royalistischen Abzeichen. Viele Senatoren und Abgeordnete wurden unter den Anwesenden bemerkt. Don Carlos und dessen Gemahlin wohnten der Feier bei. Die Diplomatie war nur durch den Gesandten von Portugal vertreten. Kein Mitglied der orleanistischsn Partei war anwesend.
— London, 28 Septbr. Das Reuter'sche Bureau meldet aus Simla von heute: Jakub Khan ist gestern Abend in Begleitung eines Sohnes mit einem Gefolge von 45 Personen und unter Escorte von 200 Mann beim General Baker in Kuschi eingetroffen. Der Emir hatte zuvor um Aufnahme brieflich gebeten. In Kabul herrscht vollständige Anarchie; die Thore der Stadt sind geschlossen. General Roberts ist mit drei Regimentern nach Kuschi abgebrochen.
— London, 29. Sept. Die „Daily News" melden aus Allaha- bad, von gestern: Die englischen Truppen rücken in aller Eile vor Der Einmarsch in Kabul wird gegen den 5. Oktober erwartet. Ob Wider- stand Seitens der Afghanen erfolgen werde, gilt als zweifelhaft; die Nusständischen entbehren der Führer und einer festen Organisation.
— London, 29. Sept. Meldung des Reuter'schen Bureau's aus Simla, 29. Sept.: General Roberts erließ eine Proclamation, welche den britischen Vormarsch zum Zweck der Besetzung von Kabul ankündigt und die friedlichen Einwohner, welche an dem Angriff auf das Gesandtschaftsgebäude nicht theilnahmen, auffordert, auf ihre Sicherheit Bedacht zu nehmen; Diejenigen, welche nach Veröffentlichung der Proclamation mit dm Waffen in der Hand betroffen werden sollten, werden als Feinde behandelt werden. (N. Fr. P.)
— England. An Stelle der warmen und freundlichen Witterung in voriger Woche ist seit etlichen Tagen wieder anhaltender starker Regen, begleitet von heftigen Winden, Hagelschlag und niedrigerer Temperatur getreten. Theile des Süden und Südwestens von London stehen unter Wasser und auch a’ 3 den Provinzen kommen Berichte von Ueberschwemmungen. Im nördlichen Schottland ist bereits Schnee ae- fallen. An der schottischen Küste sowie an der Nordostftst; von England haben Stürme verschiedene Schiffs Unfälle, verknüpft mit Lebensverlust, verursacht.
— Madrid, 28. Sept. Auf Befehl der Militärbehörden ist die Jnhaftnahme eines Obersten und zweier anderen Offiziere erfolgt, deren Theilnahme an Versuchen, die öffentliche Ordnung zu stören, aus bei ihnen beschlagnahmten Schriftstücken hervorging.
— New-York, 27. Septbr. In Deadwood wurden durch eine große Feuersbrunst 175 Häuser zerstört; gegen 2000 Personen sind ohne Obdach.
Lokales.
Hau an, 30. September 1878.
— (Control-Versammlung) 4. Bezirks Compagnie: Vormittags 10 Uhr in Mittelbuchen; 5. Bezirks-Compagnie: Vormittags 9 Uhr in Bockenheim.
— Sie Betheiligung an der heutigen Wahlmännerwahl war eine äußerst geringe; die von der nationalliberalen Partei in Borschlag ge-