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Nr. 209

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1879.

Amtliches.

^w^^ tE li ^^i ^tt ftüf Grund des Reichsgesetzes vor« 21, Oktober 1878.

Das durch meine Bekanntmachung vom 17te« Januar d. I. (Amtsblatt Rr. 6) erlassene Verbot der vom kommunistischen Arbeiter- bildungSverein in London herausgegebenen periodischen Druckschrif: Freiheit* erstreckt sich auch auf diejenigen Nummern dieses Blattes, welche unter der AufschriftDie innere Mission* zur Ausgabe gelangen.

Berlin den 1. September 1879.

Der Reichskanzler. Im Nuftr.: v. Moeller.

ten sollen^ auch wird sich der Bundesrath mit denjenigen Entwürfen beschäftigen, welche in voriger Session Mirledigt geblieben sind... Dem BundeSrath ist auch eine. Reihe von Vorlagen zugegangen, welche sich auf die Uebertragung von Rechtssachen einzelner Bundesstaaten aus das Reichsgericht beziehen.

^ Die deutsche Kriegsmarine ist seit letzter Woche wieder um ein stattliches Schiff vermehrt worden. Zu Danzig wurde in Gegenwart des Marinemiuisters v. Stosch eine neue Panzercorvette vom Stapel gelaffen, die vom Marineminister im Namen des KaisersGneisenau" zum Andenken an den gleichnamigen General der Freiheitskriege getauft wurde.

Rundschau.

B. F. Die deutsche Politik und auch zum großen Theile diejenige des Auslandes stand in letzter Woche unter dem Eindrücke der Begeg­nung der Kaiser von Deutschland und Rußland, welche urplötzlich in der russischen Grenzstadt Alexandrowo stattgefunden hat. Es heißt, daß der Kaiser Alexander dem ihn in Warschau begrüßenden Generalfeld- marschall v. Wanteuffel gegenüber den Wunsch ausgesprochen habe, mit seinem kaiserlichen Oheim eine Zusammenkunft zu haben und es war selbstverständlich, daß der Kaiser Wilhelm diesen Wunsch erfüllte, zumal derselbe ohnedies eine Reise nach den Ostgrenzen zu den Manövern nach Königsberg beabsichtigte. Die Begegnung der beiden Kaiser in Alexan­drowo war eine sehr herzliche, es fand ein Galadiner statt, an welchem einige auserwählte Generäle aus dem beiderseitigen Gefolge theilnahmen

und außerdem hatten beide Kaiser eine längere Besprechung miteinander. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Begegnung beider Kaiser neben dem freundschaftlichen Charakter wohl den Zweck hatte, die zwi­schen Rußland und Deutschland zu Tage getretene und in ihren Ursachen noch unvollkommen aufgeklärte politische Verstimmung zu verscheuchen, auch wollten die beiden Kaiser der Welt wohl zeigen, daß die in erster Linie maßgebenden Personen in Deutschland und Rußland noch fest au der Freundschaft beider Staaten halten. Beide Kaiser schieden auch in herzlichster Weise von einander und der gewünschte Erfolg der Kaiser- begcgnung ist zweifellos erreicht, wie denn auch die deutschhetzerischen Artikel in den russischen Zeitungen verschwunden sind.

Bon Alexandrowo beßab sich der Kaiser Wilhelm direkt nach der altpreußischen Königsstadt Königsberg, um den dortigen Corpsmanövern beizuwvhnen. Der Kaiser und auch die Kaiserin, die letztere von Berlin kommend, waren bereits aW Abend fdes 4. September in Königsberg eingetroffen. Die Stadt, in welcher Kaiser Wilhelm zum ersten Male als Kaiser anwesend ist, war auf das Beste geschmückt und am Freitag Vormittag überbrachten 27 FestjungfraNen der Stadt Königsberg dem

Kaiserpaore einen poetischen Willkommengruß. Der Kaiser, welcher mit ^ neunzehn Genera großer Liebe an der Preußischen KrönungSstadt hängt, nahm die Huldi- Uüteirichisgesetze

gung freundlichst entgegen, gedachte aber auch der großen und ernsten - Ereignisse der letzten zehn Jahre, sowie der Heimsuchungen, die er be- retts als Knabe i ' "" ' ' "

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Die preußische Wahlbewegung ist nun so ziemlich auf ihrem Höhe­punkte angekommen. Die Nationalliberalen sind noch mit einem ver­besserten Wahlaufrufe hervorgetreten, nachdem sie das Unglück gehabt hatten, daß daS Concept ihres ersten Wahlaufrufes vorzeitig durch in* discrete Hände an die Oeffentlichkeit gelangt war. Auch hat es den Anschein, als wenn jetzt im liberalen Lager mehr Einigkeit herrschte. Merkwürdig bleibt in der gegenwärtigen Wahlkampagne, daß nicht nur viele Liberale, sondern auch verschiedene conservativr und clericale Ab­geordnete eine Wiederwahl ablehnen. Die früheren preußischen Minister Falk und Hobrecht find indessen gesonnen, wieder ein Mandat anzuneh« men und ist Dr. Falk von den Freicouservativen in Duisburg, angeb­lich auf den ausdrücklichen Wunsch des Reichskanzlers, und Hobrecht in dem Wahlkreise Berendt--Stargard zur Wahl aufgestellt worden.

Oesterreich befindet sich zur Zeit bei der Ausführung der Occu- pation des die Südgrenze von KoSuien bildenden Sandschaks Novibazar und hat es den Anschein, daß sich diese Besetzung ohne viel Blutver­gießen vollziehen läßt, denn die Bevölkerung mehrerer Städte im Sand- schak Novibazar hat sich bereit erklärt, die öfter eichischen Truppen gast­freundlich aufzunehmen. Der verstärkte Einfluß Oesterreichs im Orient hat sich auch durch den Besuch manisestirt, den der Fürst Nikita von Montenegro in Wien in letzter Woche machte, denn der Besuch ließ offenbar erkennen, daß der Fürst von Montenegro die Oberhoheit Oester­reichs im nordwesiüchen Theile der Balkanhalbinsel anerkennt. Der Fürst besuchte auch das Krucker Lager und wurde dort vom Kaiser Franz Joses sehr herzlich empfangen. Vom Grafen Andrassy erfährt man, daß derselbe nach der Niederlegung seiner Amtsthätigkeit als Kanz­ler Oesterreich. Ungarns als Mitglied des ungarischen Oberhauses weiter an der politischen Entwickelung seines Vaterlandes arbeiten wird.

In Frankreich ist es noch immer die Agitation für und wider die Ferry'schen Unterrichtsgesetze, welche alle polMsche Kreise beschäftigt. Von den Generalräthen haben sich dreißig im Sinne dieser Unterrichts­gesetze ausgesprochen, zweiunddreißig Generalräthe waren dagegen und mnzehn Generalrathsversawmlungen fanden es für besser sich über die > gar nicht auszusprechen. Aus diesem Grunde und wem

im französischen Senate eine gesetze sich zu bilden scheint, gerathen finden, seine Stellm

ch.W französische Ministerium

^snä^ feine Stellung zu dieser Gesetzvorlage etwas zu

durch Gottes Segen sich Alles zum Besten gewandt mäßigen. Einige hundert der beguadlgten Communlsten stnd nuu - ' - - - - " - - - Hne stde. besondere DemLnstratronlangekom-

hob hervor, daß durch Lo

habe. Am genannten Tage fand dann auch die große Parade über das I- Preußische Rrmeeeorps bei Königsberg statt und am Sonnabend wohnte der Kaiser dem CörpLmanöver in der Gegend von Trenk bei. Am Sonntag war großjtr Kirchgang und die folgenden Tage bis Mitt­woch widmete sich der Kaiser^ noch den Truppenübungen.

. 3n den RegieruNgSgeschäften unserer inneren Politik zeigt sich wieder Leben, denn die Förier.pause neigt sich ihrem Ende zu. Durch kaiserliche Verordnung ist der Bundesrath angewiesen, am 15. September

auch in Paris und zwar o! wen. Die Mgierung hatte

Eisinbahnzug mit den Co Umstand die Demonstrativ

en merklich abkühlte.

^deutender Personenwechsel

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kaiserliche Verordnung ist der Bundesrath angewiesen, u»» x«. wiFu»v»

ftmen Berathungen wieder zusammenzutreten. Der Präsident des merchskanzleramtes, Staat^Wnsster Hosmann, trifft erst zwei Tage vor Berufung des Bundesrathchr imDerlin ein. Es wird daraus geschlossen, " '" ' 'sMigen Arbeiten, mit

die Anordnungen für-diejenigen Arbeiten, mit welchen sich der Bundesrath zunächst zu beschAWen haben wird, schon vor der Abreise des Herrn Hosmann ergangen sind. Diese Arbeiten werden zunächst dem Vernehmen nach der Erledigung jener VerwaltungSangelegenheiten sich zuzuwenden haben, welche mit dem 1. Januar k. I. ins Leben tre-

In der russischen Diplomatie ist ein 6u.......... r , -

eingetreten. Der bisherige russische Botschafter in Konstäntinopel Fürst Lobanoff wurde in gleicher Eigenschaft nach London berstet Damit ist Mchzeitig därgethan, daß der helvorrügende russische

London endgültig.'zürücktreten ^ .........^..... Der Mörder

deS ehemaligen Gouverneurs von ChärkM, Fürsten KrapotkiN, ist im Wuvernemeut Tschernegoff verhaftet worden.

ich Die Berathungen der griechisch-türkischenGrenzregulirungscommis- sion sind richtig an einem kritischen Punkte ^gelangt. Die griechischen Commissare verlangen mit Nachdruck VM der tAtlischen Regierung die Erklärung, ob sie als Grundlage der Verhandlungen den §. 13 des

itig dargethan, daß von seinem Botsch

wahrscheinlich einen Minis