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M wm betreff«. Na KostssWia«. MkeinzemrNuM- »B 10 Pfg.
Hanau er Anzeiger.
Zugleich Amtliches Orgsu für Kreis und Stadt Hanau.
Mschsint tägüch mit AusmchW« der GMN- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, «Ä Samstags mit der Kerüner Provmzial-CnrrrspvKdenz.
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Nr. 208.
Montag den 8. September
1879.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Inbetriebnahme des Deutsch-Norwegischen Kabels.
Zwischen Deutschland unb Norwegen ist eine unmittelbare unterseeische Telegraphenverbindung hergestellt worden, welche am 5. September in Betrieb genommen werden wird. Von diesem Zeitpunkte ab kommt für Telegramme nach Norwegen eine Grundtaxe von 40 Pfennig für das Telegramm und eine Wortgebühr vou 20 Pfennig für jedes Wort zur Erhebung.
Berlin W., 2. September 1879.
Der General-Postmeister.
_____________________Stephan._____________________
Die städtische Baugewerkschule zu Jdstein im Taunus eröffnet ihr Wintersemester am 8. November, ihren Vorkursus zur 3. Klasse am 6. Oktober. Heranbildung künftiger Baugewerksmeister in 3 resp. 4 Semestern. Reifeprüfung unter Mitwirkung der Prüfungskommission des Baugewerkvereins zu Frankfurt a. M. Programme kostenlos durch den
Direktor: E. H o f f m a n n, Baumeister.
TagesschkN.
— Königsberg, 5. Sept., Abends. (K. Z.) Die heutige Parade des 1. Armeecorps vor dem Kaiser ist glänzend von Stätten gegangen. Se. Majestät, begleitet von dem Kronprinzen, dem Groß- Herzog von Mecklenburg»Schwerin, den Prinzen Wilhelm, Karl und Friedrich Karl von Preußen so wie von dem Erbgroßherzog von Mecklenburg-Schwerin erschien Punkt 11 Uhr auf dem großen Exercierplatze, wo die Truppen zur Parade ausgestellt waren. Die Kaiserin folgte in offenem vierspännigen Wagen. Die Truppen waren in zwei Treffen aufgestellt. 3m ersten Treffen die gesummte Infanterie, im zweiten Treffen die Cavallerie, die Artillerie und der Train. Die Parade wurde von dem commandirenden General des 1. Armeecorps, General der Infanterie v. Barnekow, commandirt. Nachdem Se. Majestät die Front beider Treffen entlang geritten war, erfolgte ein zweimaliger Vorbeimarsch sämmtlicher Truppentheile. Der Kronprinz in der Uniform des Grenadier» Regiments Kronprinz (1. ostpreußisches) Nr. 1 führte dieses sein Regiment zweimal vor Sr. Majestät vorüber. Sowohl auf dem Hinwege zu dem Paradefelde wie auf dem Rückwege von demselben wurden die Majestäten von den Kopf an Kopf gedrängten Menschen- massen mit stürmischen Zurufen begrüßt. Gleich enthusiastische Kund- gebungen erfolgten bei der Rückfahrt in die Stadt, wo die verschiedenen Gewerke mit ihren Fahnen und Abzeichen auf der ganzen Strecke vom Kömgsthor bis zum königlichen Schlosse Aufstellung genommen hatte«. Um 4 Uhr fand im Moskowiter Saale des königlichen Schlosses das Paradediner Statt, zu welchem an 300 Einladungen ergangen waren und an welchem sämmtliche Fürstlichkeiten mit ihrem Gefolge und alle fremdherrlichen Officiere Theil nahmen. Bei der Tafel saß der Kriegs- mrmster v. Kameke dem Kaiser gegenüber; neben sich hatte letzterer den commandirenden General v. Barnekow und den russischen General v. Skobelew. Während des ganzen Ta^es war das herrlichste Sommer- o „er. Nach Beendigung des Paradediners besuchte der Kaiser gegen ~ Abends das Stadttheater. Beim Erscheinen im Theater wurden der Kaiser und die Kaiserin vom Publikum mit enthusiastischen Kund- gebungen empfangen. Mit den Majestäten wohnten die königlichen A^en und die Gäste der Majestäten der Vorstellung bei. Nach dem »heater fand auf dem innern Schloßhofe großer Zapfenstreich sämmtlicher Musikcorps des 1. Armeecorps Statt. Der Kaiser und die Kai« ferm hörten die Vorträge der einzelnen Musikstücke von den Fenstern des Salons der Kaiserin an.
— Metz, 5. Sept. Für die Anwesenheit deS Kaisers ist vorläufig angeordnet, daß die große Parade am 24. September Statt findet. Für Den 25. ist ein Ausflug nach den Schlachtfeldern von Gravelotte und St. Privat vorgesehen, am 26, soll die neue Garnisonkirche eingeweiht werden und sind die bezüglichen Anordnungen behufs beschleunig
ter Fertigstellung des noch fehlenden inneren Ausbaues vom Kriegs« ergangen. Der Statthalter Frhr. v. Mauteuffel wird sich nicht im Gefolg befinden.
— Der „R. u. St.-A." Nr. 2C9 enthältdas Reglement über die Ausführung der Wahlen zum Hause der Abgeordneten für den Umfang der Monarchie mit Ausnahme der Hohenzollern'schen Lande.
— Die neueste Nummer des „Justiz-Ministeralblatts" veröffentlicht die Geschäftsanweisung für die Amtsanwälte, vom 28. August 1879.
— In den deutschen Münzstätten sind in der Woche vom 24. bis 30. August 1879 an Goldmünzen geprägt worden: 1,216,500 Mark Kronen, und zwar aus Privatrechnung. Vorher waren geprägt: 1,267,644,340 Mk. Doppelkronen, 416,039,760 Mk. Kronen, 27,969,925 Mark Halbe Kronen, hiervon auf Privatrechnung 391,905,620 Mark Summa 1,712,574,965 Mark (nach Abzug der wi^er eingezogenen 165,680 Mark Doppelkronen, 129,100 Mark Kronen und 780 Mark Halbe Kronen).
— S. M. Kbt. „Nautilus", 4 Geschütze, ist am 5. September er. in Singapore eingetrvffen.
— Berlin, 5. Sept. Die R. Pr. Ztg. schreibt heute: „Ueber das Dörsentreiben hörten wir einmal die Aeußerung: „Die Leichtfertigkeit, mit welcher auf der Börse und zum Zwecke der Börsenspekulationen Nachrichten erfunden und auSgestreut werden, wird nur noch über« boten von der Leichtgläubigkeit, mit welcher die Börse und daS mit ihr verkehrende Publikum solche Tendenzgerüchte aufnehmen." Dieses Urtheil hat in den letzten Tagen wieder eine rechte Bestätigung gefunden durch das Fangeballspiel, welches man mit dem angebliche» EntlaffungSgesuche des Fürsten Bismarck getrieben. Unser Börsenbericht vom 4. d. meldete darüber: „Gestern nach!, Schluß deS hiesigen osficiellen Verkehrs ward gerüchtweise verbreitet, der Fürst Bismarck gedenke um seine Entlassung nachzusuchen; daraufhin verliefen die Abendbörsen in Frankfurt, Hamburg und Wien matt. Die wiener Vorbörse sandte zwar etwas bessere Rotirungen; aber dieselben vermochten nicht die hier herrschende Verstimmung wieder zu heben. Fast ausnahmslos setzten daher hier die Spielpapiere niedriger ein und erlitten da, wo sich etwas Geschäft zeigte, rasch weitere Rückgänge." Hierzu kam noch eine „höchst (!) ungünstige (!) Auffassung der Reise des Kaisers nach Blexandrowo"; die Haltung wurde in Folge dessen „fortgesetzt matter" und schließlich „die Verstimmung immer allgemeiner". Also am 3. d., Nachmittags, wird hier in Berlin das Gerücht von dem Entlastungsgesuch deS Reichskanzlers — erfunden und in Umlauf gesetzt; es geht sofort telegraphisch nach cmS* wärts, verstimmt dort die „Abendbörsen" und kehrt nach gethaner Arbeit nach Berlin zurück, um hier Tags darauf sein Werk fortzusetzen. Zu guter Letzt bringen es feine Köpfe bis zu einer „höchst ungünstigen" Auffassung der Kaiser-Zusammenkunft in Alexandrowo, und die Geschichte endet mit einer allgemeinen Verwirrung, welche ein Fischen im Trüben begünstigt und den Mistenden gestattet, den nach Widerlegung deS Gerüchts zu erwartenden Rückschlag im voraus zu „eScomptiren". Weiter ein Wort über solche „Börsenmache" noch zu verlieren, ist nicht nöthig; sie spricht sich selber ihr Urtheil."
— Am 1. d. Mts. ist die zu den bayerischen Staatsbahnen gehörige, 63,15 km lange Bahnstrecke Neumarkt a./Rott — Pocking dem öffentlichen Verkehre übergeben worden.
— Basel, 4. Septbr. (Die Evangelische Allianz.) Die Theilnahme an der 7. Allianz-Versammlung steigert sich, nach der „Kost", von Tag zu Tag in einer alle Erwartung weit übersteigenden Weise; die Zahl der eingeschriebenen Theilnehmer hat sich auf 1600 und mehr vergrößert; die Zuhörerschaft aus Stadt und Umgegend wächst mit jeder Versammlung. Besonders aus Baden und Elsaß dauert der Zuzug fort, während aus Indien, China und Japan Sendboten eintreffen. Die Verhandlungen über die Schule im heutigen Staat zeigten, daß fast nur noch in Deutschland und Skandinavien die Confessionsschule erhalten ist, während sie in anderen Ländern nie anders denn als freie Privatschule existirt hat, oder sich nun als solche umgestaltet. Aber daß gerade