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Nr. 207

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ZAgleich Amtliches OrZs» für Kreis und Stadt Hamm.

Urscheim tMich mit TusnahMs bet Gönn- und Feiertage, mit beTetristischer Beilage «Ä Samstags mit der Berliner Provinzral-Torrestrondeuz.

Samstag den 6. September

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1879.

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— Se. Majestät der Kaiser Habm im Na

Preußen hatte ein Volk nach Sedan und Metz geführt, das sich lange ^ations-Rath Wilhelm Otto Florian von Thielau^zum General-Konsul Zeit durch Disciplin und Mühsale zu jenem Gottesurtheile vorbereitet ...... ' ' " ..... hatte. Es hat seiner Einigkeit willig manche Freiheit zum Opfer ge­bracht. Allein selbst heute ist der Preis noch nicht voll ausbezahlt. Noch heute muß Deutschland auf Behaglichkeit und Wohlstand verzich-

gations-Raty Wilhelm ^rro ^losten von Lyretau zum Generat-Kontut sür das Fürstenthum Bulgarien mit dem Sitz in Sofia zu ernennen ge­ruht. —- Dem Herrn Edward P. Mac Lean ist das Exequatur als Vice- und Deputy-General-Konsul der Vereinigten EtaatenPon Amerika

in Berlin Namens des Reichs ertheilt worden.

— Das Reichskanzleramt erläßt im „R. u. St.-N." unterm 3. Septbr. eine Bekanntmachung, betr. die Einlösung der Banknoten der Sächsischen Bank zu Dresden, wonach dieselben in Berlin vom 1. Sept. d. J. ab bei dem Bankhause S. Bleichröder eingelöst werden.

— Berlin, 5. September. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz und Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzen Wilhelm, Carl und Friedrich Carl sind, laut Meldung des „R. u. St.-N.", gestern Abend kurz vor 83Ai Uhr in Königsberg i. Pr. eingetroffen und von den Spitzen der Königlichen nnd städtischen Behörden am Bahnhöfe daselbst empfangen worden. Se. Majestät der Kaiser richteten fast an jeden der Herren, die sich auf dem Bahnhofsperron zur Begrüßung aufgestellt hatten, huldvolle Worte, ebenso Ihre Majestät die Kaiserin, sowie Sr. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz und Se. Königliche Hoheit der Prinz Wilhelm. Der Bahn­hof war durch elektrisches Licht tageshell erleuchtet, die Stadt überaus reich mit Laub- und Tannengewindrn und Floggen geschmückt und glän­zend illuminirt. Auf dem Wege vom Bahnhöfe nach dem Schlosse wur­den Ihre Majestäten, Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz und die anderen Mitglieder des Königlichen Hauses von der Kopf an Kopf ge­drängten Bevölkerung mit unaufhörlichen Hurrahrufen begrüßt.

— Berlin, 5. September. Fürst Gismarck wird nach uns zu- gehenden Nachrichten noch circa acht Tage in Gastein verbleiben und sich sodann, wie jetzt bestimmt feststeht, nach Wien begeben, wo er min­destens zwei Tage sich aufzuhalten gedenkt. Es ist bekannt, daß diese Reise einem Gegenbesuch des Grafen An^raffy gilt. Der Fürst wird bei der Rückreise einen ganz kurzen Aufenthalt in Berlin nehmen und sich dann zunächst nach Varzin begeben. Wie in den letzten Jahren, dürfte seine Rückkehr zu den Geschäften kaum vor dem Beginn der Reichstagssession zu erwarten sein. (Trib.)

— Der Wests. Ztg. wird von Berlin geschrieben: „Der frühere Finanzminister Hobrecht nahm das ihm angebotene Mandat für das Abgeordnetenhaus im Wahlkreise Berendt-Stargardt an und erklärte dem Wahlcomit^, „daß er wahrscheinlich der national-liberalen Partei beitreten werde"."

— Eignet sich Jemand fremde, in seinem Gewahrsam befindliche Gelder rechtswidrig zu, in dem Bewußtsein, aus seinem Vermögen resp, durch Anspannung seines Kredits jederzeit Ersatz leisten zu können, so schließt dies, nach einem Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 11. Juli 1879, seine Bestrafung wegen Unterschlagung nicht aus.

— S. M. Kanonenboot „Comet", 4 Geschütze, Kommandant Ka­pitän-Lieutenant Freiherr von Seuden-Bibra, ging am 4. September cr. von Buyukdär^ nach Athen in See.

— Ban zig, 4. Sept. Heute Vormittag fand der Stapellauf der auf d-r hiesigen Werft erbauten eisernen Korvette statt. Der Chef der Admiralität, General v. Stosch, welcher gestern die Werft infpizirt hatte, taufte das Schiff auf den Namen „Gneisenau".

— München, 4. Sept. Durch Dekret Sr. Majestät des Königs ist der Landtag auf den 29. d. M. einberufen worden.

— Wien, 5. Sept. Wie das „Fremdenblatt" und die „Presse" melden, lauten die bisher von der Rekognoszirungskommission eingegan- genen Nachrichten sehr günstig. Die Bevölkerung von Priboj ließ den Führer der Kommission ersuchen, die Besetzung durch österreichische Trup­pen noch in diesem Jahre zu vollziehen, und erklärte sich gleichzeitig be­reit, die für die Unterbringung der Soldaten erforderlichen Häuser zur Verfügung zu stellen. Auch die Bevölkerung von Taschlidscha (Plewlje) ist bereit, alle für die Truppen nothwendigen Materialien zu liefern.

— London, 2. Sept. Bemerkenswerth ist, daß auch die eng- lyche Presse den Jahrestag der Schlacht von Sedan nicht unbeachtet vorübergehen läßt. So schreibt die „Times":

„Der heutige Tag ist ei» hoher Jahrestag der Geschichte Europas. Bor 9 Jahren ergab sich Napoleon III, in Sedan; die Katastrophe,

welche ein Kaiserreich zerstörte, begründete ein anderes. Der König von

ten, um das zu sichern, was es vor neun Jahren so heldenmüthig er­kämpft hatte. Wenn der Kaiser seine Siege überblickt und auf die ihn begleitenden berühmten Generäle schaut, mit deren Hülse er sie gewon­nen, so ist er nicht der Mann, welcher vergäße, daß Alles in Allem genommen die Arbeit durch und für das deutsche Volk gethan wurde. Das ist sein wirklicher Siuhm. Wenn die deutschen Fürsten ihn als Kaiser begrüßten, so war dies nichts mehr als die formelle Publikation des nationalen Beschlusses. Deutschland hat in den seitdem verflossenen 9 Jahren keinen Beweis geliefert, daß es mit jener Entscheidung unzu­frieden oder bezweifle, ob das Werk auch der Kosten werth sei. Ultra- montane Fanatiker und hannoversche Separatisten konspiriren ab und zu gegen die neue Konstitution, allein auch sie haben auf die Hoffnung verzichtet, sie stürzen zu können. Eine Rückkehr zu dem alten System ist unmöglich; lieber trüge das deutsche Volk die erdrückendsten Lasten. Als der Kanzler andeutete, daß die National Oekonomie sich nicht mtt den finanziellen Bedürfnissen der nationalen Einheit vertrage, brächte ihm das deutsche Volk im letzten Sommer auch dieses Opfer. Die Nation ist wie vor 9 Jahre» entschlossen, alle Privatdifferenzen und Ziele der deutschen Einheit zu opfern. Wenn der Kaiser seine Legionen mustert und seine Schlachtfelder überleitet, so kann er sich mit Recht sagen, daß die ganze Nation mit ihm ist und keinen Tropfen von jenem Blute beklagt, das stromweise für die Befestigung des Reiches geflossen ist.“ . ,

— Petersburg, 3. Sept. „Der Friede zwischen Rußland Deutschland", lesen wir in der St. Petersburger Molwa, „ist Gott endlich geschlossen".

„Der Krieg war nicht andauernd", fährt sie fort, „aber es floß

und

Lob

viel — Tinte. Unser zeitungspatristisches Lager hat zwei Wochen lang die Deutschen erbittert beschossen. Der Anlaß des russisch-deutschen Preß- krieges ist unaufgeklärt geblieben. Er hat übrigens schwerlich überhaupt existirt. Das Wort „Haut den Deutschen" schwebte einfach in der Luft und man machte sich daran, den Deutschen zu hauen. Das ist bei uns keine Neuigkeit. Anfangs gerathen Alle in Zorn und fangen eine große Prügelei an, und darauf folgt erst das Nachdenken, warum es sich eigentlich handele. Es schreit Jemand: Hilfe, Jungens, es ist kein Schreibestoff da! und sofort beginnt eine eigenthümliche allgemeine Bal­gerei- Die polemische Artillerie nimmt eifrig Aufstellung, ein dichter Rauch umhüllt den ganzen Horizont und das Schießen dauert so lange, bis--In diesem Falle dauerte es so lange, bis ein Regierungs- kommuniquä erscheint, welches diesem Gegenstände gewidmet war. — Unsere Zeitungen bedurften einer eindringlichen Lektion im Anstand, damit sie einfach zur Besinnung kamen und in Erwägung zogen, warum denn eigentlich das kriegerische Chaos hereingebrochen war, was den» Ungewöhnliches, Erstaunliches, Empörendes geschehen sei, wo die Ursache der erhitzten Entrüstung und der finsteren Drohungen läge? — Man kommt zur Besinnung, kratzt sich hinter den Ohren und beruhigt sich, als ob nichts gewesen wäre. „Nun, wenn nicht geschimpft werden soll — dann wollen wir auch nicht schimpfen."

— Petersburg, 5. Sept. (K. Z.) Die Agence Russe schreibt, die Zusammenkunft in Alexandrowo sei die beste Antwort auf die jüngsten Versuche, die guten Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland zu stören, und ein Beweis, daß in den Geist der beiden Monarchen die Traditionen tief eingeprägt seien, durch welche dieselben »eben den Banden der Verwandtschaft auch durch die ihnen von ihren Vorfahren vererbten Erinnerungen und Beispiele miteinander verbunden würden.

— St. Petersburg, 5. Sept. Der Mörder des ehemaligen Gouverneurs von Charkow, Fürsten Krapetkin, ist im Gouvernement Tschernigoff verhaftet worden. Derselbe soll zu der Mordthat durch Bestechung Seitens des bereits Hingerichteten Lisogud veranlaßt worden sein. Die Aburtheilung des Mörders erfolgt in Charkow, wohin der­selbe tranSportirt werden wird.