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Nr. 204.

Hanauer WW

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hauau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, Und Samstags mit der Berliner Provinziah Eorrespoudenz.

Mittwoch den 3. September

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1879

Amtliches.

Gefunden: Ein Regenschirm. Ein Zwicker. Zwei weiße Taschentücher.

Zugelaufen: Ein junger schwarzer Hund mit weißer Brust.

Verloren: Eine goldene Ubr. Ein schwarzer Regenschirm. Ein Freiburger Loos, Serie 41 Nr. 1647.

Hanau am 2. September 1879.

Aus Königlichem Landrathsamt.

Bekanntmachung.

Bei dem Postamte in Malsfeld wird am 1. September d. J. eine Telegraphen« Anstalt in Wirksamkeit treten.

Cassel, den 29. August 1879.

zur Linde.

Bekanntmachung.

Am 3. Juli d. Js. wurden auf dem Königlichen Landrathsamt hier ein Herrenhemd (ohne Zeichen), ein Frauenhemd, E. G. gezeichnet, abgeliefert.

Der Eigenthümer derselben wird ersucht, sich dahier zu meldeu.

Hanau, 21. August 1879.

Der Staatsanwalt

Schumann.

vt. Lucas

Berlin, 2. Sept. Se. Majestät der Kaiser haben dem zum außerordentliche« Gesandten und bevollmächtigten Minister Sr. Majestät des Kaisers von China ernannten Herrn Li-Fong-Pao gestern Nachmil« tag 41/» Uhr in Allerhöchstihrem hiesigen Palais eine Privataudienz zu ertheilen und aus dessen Händen das Schreiben seines Souveräns ent- gegenzunehmen geruht, wodurch er in der gedachten Eigenschaft bei Allerhöchstdemselben beglaubigt wird.

Als Vertreter des Auswärtigen AmteS wohnte der Audienz der

lenbS spürt man eine

Unmittelbar nach derselben hatte der gedachte Herr Gesandte die Ehre, von Ihrer Majestät der Kaiserin empfange» zu werde».

Berlin, 3. Sept. (Die Sedanfeier.) Wie vor neun Jahren, als sich die Kunde von dem Glorreichsten Siege der deutschen Waffen, durch dir Residenz verbreitete, wölbt sich auch heute ein wolkenloser Himmel über dem Meer der Häuser, von deren Dächern tausend und. aber tausend von Fahnen und Bannern, geschwellt von einer frischen Septemberbrise, herabwehen. Von den ersten Morgenstunden bewegte sich eine fröhlich gestimmte Volksmenge durch die festlich geschmückten Straßen, in denen sich durch die nach dem Paradefelde marschirenden Truppen ein ungemein reges Leben entfaltete. Nirgends spürt man eine Abnahme der allgemeinen Festesfreude, nirgends eine ablehnende Hal­tung, sondern überall sieht man die Menge von jenem freudigen Ge- fühl der Zusammengehörigkeit beseelt, welches an unseren nationalen Festen stärker hervorbricht, als sonst, und sich besonders in den gemein­samen EhrfurchtsbezeuguMen vsr dem erhabenen Haupt und den Mit­gliedern ünfe-"

Kurz n

füllte. Die

Fahnen aus

vor dem Kaiserliche» Palms eine t Patrioten mit hoher Freude er« s 1. Garde-Regiments, welche die Sem Kaiserlichen Palais abholt, wurde heute von Sr. Kgl. ......- Prinzen Wilhelm commandirt. Als der Prinz an der che der Compagnie vor dem Palais seines erhabenen Großvaters

erschien, trat der hohe Herr an das Fenster und erwiederte huldreich )ie Honneurs seines Enkels. Ein brausendes Hurrah der zahlreich um >as Friedrichs-Denkmal versammelten Menge grüßte den greisen Hetr- ch^r, der die Ovationen dankend entgegennahm. Dieselben wiederholten lch, als der Kaiser sich in offener vierspänniger Equipage gegen 10 M durch die Markgräfenstraße und die Belle-Alliancestraße nach dem Tempelhofer Felde begab, woselbst große Parade stattfand.

. S. M. KanonenbootCyclop", 4 Geschütze, Kommandant Kapitän-Lieutenant von Schuckmann I., ist am 15. Juli cr. von Foo- chow kommend, in Shanghai eingetroffen.

17-, Breslau, 2. Sept. Die Feier des Sedantages wurde durch

Festgottesdienste in den Kirchen und durch Festakte in den Schulen be« gangen. Von 121 Uhr Mittags und von 89 Uhr Abends werden auf dem Rathhausthmme Musikstücke gespielt. Abends findet eine all­gemeine Illumination statt, die Stadt prangt im reichsten Flaggenschmuck. Die öffentlichen Bureaux bleiben zur Feier des Tages geschlossen.

Halle, 2. Sept. Die Stadt ist anläßlich des Sedenfestes mit Fahnen reich geschmückt. In den Schulen und Kirchen fanden Festfeiern statt. Nachmittags wird ein Volksfest veranstaltet werden, bei welchem eine Festrede gehalten wird und patriotische Gesänge vor- getragen werden.

- nch en, 2. Sept. (K. Z.) Die deutsche Kronprinzessin ist heute Morgen um 8 Uhr hier eingetroffen und wird, nachdem sie die Kunstausstellung besichtigt, morgen Weiterreisen. Der König von Bayern genehmigte den Antrag des Justizministeriums auf Einführung der Robe für das Gerichtspersonal vom Januar 1880 an.

Nürnberg, 1. Sept. Die Feier des Sedantages wurde schon gestern durch eine Musikaufführung auf der Burg und durch Re- Veille eingeleitet. Heute Vormittag fand eine Schulteier im großen Rathhaussaale statt. Mittags wurden alle Geschäfte geschlossen, am Nachmittag bewegte sich unter Begleitung von Musikkapellen ein groß­artiger Festzug durch die Stadt an, welchem die Schulen, Vereine und Gewerke der Stadt, ingleichen viele Landgemeinden mit ihr^n Fahnen Emblemen und mit allegorischen Darstellungen theilnahmen. Morgen Vormittag soll eine Kirchenparade der Garnison, am Nachmittag sollen Frei Concerte und Volksspiele stattfinden. Die Stadt ist überall mit Flaggen g^schm id ^ Sept. (R.- u. St.-N.) Der Handelsdampfer Bar" ist mit den Amnestirten heute früh in dem Hafen von VendreS eingetroffen. Die Bevölkerung enthielt sich jeder Demonstration.

Petersburg, 1. Sept., Abends. (K. Z) Nach hier em- gegangenen Nachrichten ist der (bereits über London gemeldete) Tod des Commandirenden der Truppen des transkaspischen Militärküsteustrichs Und Führers der Expedition gegen die Tekke-Turkmenen, Generals La- jarev, an der Tyssenterie erfolgt.

Wie aus Buenos Aires unter dem 27. Juli gemeldet wird, hat, nachdem mehrfach peruanische Kriegsschiffe Streifzüge bis auf die Höhe von Valparaiso unternommen haben, die chilenische Regierung die Ausiöschung sämmtlicher an der chilenischen Küste eingerichteten Leu-ijw angeordnet.

xntL 1. Septembe. Der LloyddampferPolluce" ist mit der ostindischen Aeberlandpost heute Nachmittag aus Alexandrien hier eingetroffen.

Lokales.

Hanau, 3. September 1879. Zur Sedanfeier.

Wenn man auch hier und da die Bemerkung hören mußte, die Feier des 2. September erfreue sich bei weitem nicht mehr der Sympathie, die . ihr die Bürgerschaft in früheren Jahren entgegen gebracht habe, so dürfte diese Bemerkung nie weniger zutreffend sein, als für den Verlauf unse­rer gestrigen Feier, der günstiger nicht gedacht werden kann. So reichen Fahnenschmuck an den Häusern und so zahlreiche Betheiligung an dem Zuge Nach dem Friedhofe wie auch beim Volksfeste am Wilhelmsbade zeigten die Vorjahre nicht. Zu vollem Gelingen unserer National- feier gehört vor Allem, neben einem verständigen Programm, gutes Wetter; Ersteres ließ gewiß nichts zu wünschen übrig und Letzteres war lange nicht so freundlich als gerade gestern. Wie gesagt, von einer Ab­nahme der Sympathie war nichts zu merken und daß dies auch für die Folge nicht geschieht, dafür wird unsere jüngere Generation, bei welcher die Feier Herzensbedürfnitz geworden, ganz gewiß sorgen. In dieser Ansicht werden Alle mit uns übereinstimmen, welche die gehobene Stim­mung bcwerktkn, in der unsere Schüler auch gestern wieder nach Been­digung der Festakte, zu welcher warm patriotischen Feier sich Eltern und Freunde sehr zahlreich eingefunden, die Schulräume verließen.

Die Feier wurde genau nach dem aufgestellten, allgemein bekannten Programm angeführt. Führte schon das Concert aus dem Marktplätze am Vorabende der Feier eine außergewöhnlich zahlreiche Menschenmenge dahin, so konnte man die gestern auf dem Marktplatz Versammelten,