Einzelbild herunterladen
 

«ieetdMNU*

l «»<>tt M W

6t autroMet ttimaetite« WU bem be««^. ben TefMutSfcW- Wt ttn^clnt ®um«

tot 1» W

Hlinauer WWH

Zugleich Amtliches Organ für Kreis nüd Stadt Hanau.

'Irfcheiut täglich mit A«»«»hme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstag mit der Berliner Provinzisl Torresponbenz.

VteU:

Wie ifpatttge «tmonbjrlk ob. beten Rauitl

10 Mg.

Dir 2!v°,u Zk«I« 20 W

»tesWfiigeSrtk

Nr. 201.

Freitag den 29. August

1879.

Amtlicher.

In Folge Erlasses des Herrn Ministers für Landwirlhschast, Domänen und Forsten vom 30. v. M. mache ich auf das am 1. Ok­tober d. I. in Kraft trrter.be Gesetz vom 1. April d. 3-, betreffend die Bildung von Wcsiergenvsienschasten (Kef. Somml. Seite 297) hierdurch noch besonders ausmerkkam. Durch dasselbe sind die Zwecke, zu deren Verfolgung eine KenvffenschaftsbMung eintreten kann, erheblich erwei- tert, auch nicht nur die Bildung öffentlicher, sondern auch die Begrün­dung freier Genossenschaften zugelassen worden. Auch hat die staatliche Aussicht nähere Begrenzung gefunden. Eine dritte Instanz besteht nicht mehr, sondern vorbehaltlich des in einzelnen Fällen zugelassenen Ver waltungS- EtreitverfahrenS haben nur die Königliche« Regierungen und der Ober-Präsident die staatliche Aussicht zu führen.

Entwürfe eines Statuts für Ent- und Bewässerung» Genossen­schaften habe ich den Königlichen Landräthe« mitgetheilt.

Cassel den 30. Juli 1879.

__Der Ober-Präsident Frhr. von Ende._____________ Daniel Ponfick'sches Vermächtnist.

Durch letztwillige Verfügung des verstorbenen Rentiers, Herrn Daniel Ponfick, wurde der hiesigen Blinden-Anstalt ein Legat von Mk. 10,000 unter der Auflage zugewendet,

«daß aus den Zinsen dieses Kapitals stets die Pflege und Ausbil­dung eine» in die Anstalt besonders aufzunehmenden Kindes (kna­cken oder Mädchen, evang.-lutherifcher Tonfession), welches, abge- «sehen von seiner Blindheit, mit keinen körperlichen oder geistigen Gebrechen behaftet ist, bestritten werden; daß bei der Aumahme deS Pfleglintzs, welches der Direktion zubehen toll, Blinde aus Frankfurt a. M und seiner nächsten Umgebung und unter diesen wiederum der ärmste den Vorzug genießen sollen.

Die unterzeichnete Direktion ersucht diejmigen Eltern oder Vertre­ter von Kindern, welche die Aufnahme auf Grund obiger Bestimmung beantragen, unter Vorlage der Qualificationszeugnisse sich in der Blin- den-Anstalt Adlerflychtstr. 8, bei Herrn Inspektor Schild bis zum 1. Oktober 1879 anzumelden.

Frankfurt a. M., 17. Juni 1879.

Die Direktion der Blinden-Anstalt u. i. d. St.

Dr. Carl Dsiehl.

Wird auf Antrag der Direktion der Blinden-Anstalt veröffentlicht. Etwaige Meldungen Kreiseingessener mögen baldigst geschehen. Nach vorliegenden Nachrichten befinden sich in Frankfurt a. M. dermalen keine aufnahmefähigen Blinden.

Hanau am 27. August 1879.

Der Landrath Baabe, k. «.

Gefunden: Ein karrirteS Taschentuch. Ein rotheS Täschchen, enth. ein Pvtemonnaie mit Geld. Ein Handtuch. Eine wollene Pferde­decke. Ein Quantum Wolle. Mehrere Meter mueS grauer Leinen. Ein Rrchnenbuch. Drei Sonnenschirme.

Verloren: Ein Sack mit Hafer. Ein blauer Ueberzieher.

Hanau am 29. August 1879.

_________ Aus Königlichem LandrathSamt. ____________

Bekanntmachung. ~

Packetverkehr mit Großbritannien und Irland.

Vom 1. September ab treten für Packeis nach Großbritannien und Irland bei der Beförderung über Belgien (Ostende) ermäßigte Pvrtofätze eiu, über welche die Postanstalten auf Befragen Auskunft ertheilen.

Berlin W., 21. August 1879.

Kaiserliches General-Postamt.

In Vertretung:

Kramm. _____________

Rundschau.

E. F. In der an und für sich stillen Zeit sind es zwei Mis­

sionen, welche auf dem politischen Gebiete des In- und Auslande» in den letzten Tagen lebhafte» Interesse erweckten. Auf Anordnung des Kaisers Wilhelm begab sich am 27. August der General'Feldmarschall Frhr. v. Manteuffel in Begleitung einer ausgezeichneten militärischen Suffe Nach Warschau, um den dort am Donnerstag und die folgenden Tage wegen Truppeniuspizirungen anwesende« Kaiser Alexander von Rußland im Namen des deutschen Kaffer» begrüßt«. Es kann ftp mm Zweifel unterliegen, daß dieser Mission eine außergewöhnliche Be­deutung beizumessen ist, denn der Krieg zwischen den russischen ob deutschen officiöfett Zeitungen hat doch dargethan, daß die Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland gelockert sind und der bekannten diplomatischen Geschicklichkeit deS beim russischen Hose sehr gut an ge­schriebenen General-FeldmarschallS Frhr. v. Manteuffel dürfte es gelin« g'N, etwaige Mißverständnisse, die zu geeenseitigkn Entfremdungen An­laß gegeben haben, zu zerstreuen. Die andere wichtige Mission ist, wie man wohl sagen darf, die Begegnung des bisherigen österreichischen Kanzlers Grafen Ändrassy mit dem Fürsten Äismarck in Gastein. Graf Andraffy hat der Einladung unseres Reichskanzlers Folge geleistet und ist, wie Wiener Blätter melden, am lltztm Kittwrch noch Gastein ab- gereist Wenn bei dieser Bezegnung der beiden Diplomaten die persön­liche Freundschaft auch eine sehr große Rolle spielen mag, so werden beide hervorragende Diplomaten jedenfalls auch politische Erwägungen pflegen, die vielleicht gerade aus den beabsichtigten Rücktritt des Grafen Ändrassy nicht ohne Einfluß sein dürften. Jedenfalls spielt in der Begegnung deS Fürsten Äismarck mit dem Grafen Andraffy die Be­tonung guter Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich, deren Förderung man auch von dem Nachfolger Andraffy'S erwartet, eks Hauptrolle. Wir erwähne« hirr auch, daß für den Grase« Ändrassy noch immer kein Nachfolger gefunden ist und nennt man sitzt dm Baron Heymerle als denjenigen Diplomaten, mit welchem Verhandlungen we­gen Uebernahme des SauzlerpostenS augeknüpft seien.

Kaiser Wilhelm hat nach dem früheren Aufenthalte in Wildbad Gastein und dem jetzigen in Schloß Babelsberg zum The l die alte Rüstigkeit und Frische wiedererlangt, so daß der eclauchle Greis außer den Regierungsgeschästen, welchen er so gewissenhaft wie früher nsch vorsteht, auch größere Spazier gange zu Fuß machen kaun. Buch Reit- Versuche, welche er seit dem Fußübel nicht machen konnte, hat er jetzt wieder vorgenommen.

Ein beachtenswertster Erfolg ist unter Deutschlands Urheberschaft auf dem Gebiete des internationalen Verkehrswesens zu verzeichnen. Am 23. Aruust wurde in Westerland auf Sylt (Nsrdsee) mit Musik und Böllerschüssen unter dem Wehen der Flaggen von Deutschland, England und Norwegen die Vollendung der Nagelverbindung zwischen Deutsch­land und Norwegen über Sylt gefeiert. Das Kabel wurde gelegt im Auftrag der deutschen Regierung von einer englischen Gesellschaft. Deutschlands Verbindung mit Norwegen und Schweden ist durch das­selbe unabhängig gemacht von Dänemark.

Der Wahlkampf in Preußen verdichtet sich immer mehr, obwohl verhältnißmäßig noch eine geraume Zeit bis zu den entscheidenden Wah­len, welche am 30. September und 7. Oktober stattfinden sollen, vor­handen ist. In der Laze der Parteien hat sich wenig geändert.

Wie aus Berlin gemeldet wird, wird nebst dem Kaiser Wilhelm wahrscheinlich auch der König von Sachsen den Herbstmanövern und der Parade des 15. Armeecorps in Elsaß. Lothringen beiwohnen.

Während die Deutschenhetze in den russischen Zeitungen noch im­mer nicht ihr Ende erreicht hat, bemüht sich die russische Presse in auf­fälliger Art gelegentlich des Besuches des Großfürsten- Thronfolgers in Stockholm die vorzüglichen Beziehungen zwischen Rußland und Schweden hervorzuheben. Ueber die Ankunft des russischen Thronfolgers in Stock­holm erfährt man, daß demselben das königl. schwedische Dampfboot Sköldmön" bis Waxholm entgegenfuhr und ihn am 24. August Nach­mittags nach Stockholm brächte, um der Großfürst an den Stufen des Schlosses vom Könige Oskar freundschaftlichst empfangen wurde. Bon Stockholm wird sich der russische Thronfolger nach Copenhagen, zum Besuche seines Schwiegervaters des Königs von Dänemark, begeben.

Von den Berathungen der französischen Generalräthe ist in den letzten Tagen nichts von Wichtigkeit bekannt geworden und ist die Rede,