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Nr. 200.

Hanauer inniger

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

'krscheiut täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstag» mit der ©editier Provinzial Torrespsndenz.

Donnerstag den 28. August

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1879^

Amtliches.

Wegen der am 2. September e. stattfindenden Sedanfeier wird der auf btefeu Tag fallende Wochenmarkt auf Mittwoch den 3. Sep­tember e. verlegt.

Hasan am 24. August 1879.

Der Landrath.

TageSscha«.

Bekanntmachung auf Grund des ReichSgefetze» vom 21. Oktbr. 1878. Nach demR u. Gt.-A." Nr. 198 wurden unterm 21. August verboten: die DruckschriftJahrbuch für Sozialwissenschaft und Sozial- Politik, heraukgegeben von Dr. Ludwig Richter. Erster Jahrgang. Erste Halste. Zürich-Oberstraß. Verlag von Ferdinand Körber. Buchhand­lung für akademisch polytechnische Literatur. 1879*; sowie die Nummern 27, 30, 31 und 32 der bei E. Thiele in Leipzig erschienenen periodi­schen Zeitschrift: Der Wanderer, Organ zur Vertretung der ArbeitS- interessen, Belehrung und Unterhaltung. Redigirt von F. W. Fritzsche in Leipzig.

Berlin, 26. August. Der StaatSsecretär deS Auswärtigen Amts, StaatSminister v. Bülow, ist aus Gaftein, der Staatsminister und Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten, v. Puttkamer, aus der Schweiz hierher zurückgekehrt.

S. M. KanonenbootCyclop", 4 Geschütze, Kommandant Ka­pitän-Lieutenant von Schuckmann I, ist am 23. Juni er. von Amoy in See gegangen, ankerte am 25. im Hafen von Taüisui, setzte am 29. die Reise fort und lief am 30. Juni er. in den Hafen von Foochow ein. S. M. KanonenbootNautilus" 4 Geschütze, ist am 11. August von Aden nach Singapore in See gegangen.

Die Nordd. Allg. Ztg schreibt officiös:Kürzlich wurde be­reits eine ganze Serie von Gesetzentwürfen in den Blättern namhaft gemacht, welche dem Landtage zugehen sollte. Die ganze Mittheilung mußte in das Reich der Combinationen verwiesen werden, weil über diese Fragen auch noch nicht annähernd Angaben zu machen find. In ähnlicher Weise stellt man nun dem Bundesrathe die Tagesordnung seiner nächsten Sitzung auf. Auch hier muß bemerkt werden, daß auch noch nicht einmal über die Berufung des BundeSrathS Bestimmung ge­troffen ist, viel weniger über die Gegenstände, welche in der ersten Sitzung desselben berathen werden sollen. In verschiedenen Blättern wird daS Projekt einer Jnseratensteuer unter der Voraussetzung be­sprochen, daß ein solches von der Regierung erwogen werde. Gutem Vernehmen nach ist aber an maßgebenden Stellen über diesen Gegen­stand nicht das Geringste bekannt."

Im Dezember v. J. wurde bekanntlich nach längeren schwieri­gen Verhandlungen mit Oesterreich auf ein Jahr ein Meistbegünstigungs­vertrag abgeschlossen, der rit dem 31. Dezember d. J. erlischt. Wie dieBoss. Ztg." erfährt, ist von Wien auS bereits nach Berlin eine vertrauliche Anfrage wegen des Abschlusses eines neuen Vertrages er­folgt. Man will sich in Wien darüber Klarheit verschaffen, ob die Er­neuerung des Meistbegönstigungsvertrages oder der Abschluß eines Han­delsvertrages zwischen Deutschland und Oesterreich zu ermöglichen sei.

7~ Mit großem Interesse wendet man sich in den Kreisen, welche sich mit Förderung der Telegraphie beschäftigen, einer neuen Erfindung zu, welche fich der Ihren Lesern wohlbekannte Prof. KliukerfueS, Leiter der Göttinger Sternwarte, hat patentiren lassen. Es soll dadurch er­möglicht werden, auf einem Drahte gleichzeitig eine Anzahl (bis zu 8) Depesche» zu befördern. Auch befindet fich ein Apparat in der Arbeit, der die gleichzeitige Schreibung dieser Depeschen bewirkt. Bewährt sich die Erfindung, so wäre sie für die Telegraphie von größter Bedeutung.

~ flauen. Wie verlautet, beabsichtigen englische und hiesige Industrielle in unserer Stadt englische Gardinenstühle, die sehr kostspie­lig sind, aufzustellen, um diesen Zweig der Webekunst hier heimisch zu wachen. Die einleitenden Schritte zur Erwerbung eines für den Zweck passenden Grundstücks sind bereits gethan.

GeM, 25. August. (Leipz. Ztg.) Heute wurde durch den Minister von Beulwitz der Landtaz eröffnet.

Würzburg, 25, August. Der neuernannte Bischof von

Würzburg, Dr. Stein, hat kürzlich das Kloster der barmherzigen Schwestern, über deren Oberin bereits seit längerer Zeit Klagen laut wurden, daß fie den Klosterfrauen nur eine mangelhafte Kost gewahre, wodurch diese im beständigen Krankendienste schaffenden Frauen früh­zeitig dahinstechen müssen, gauz unerwartet um die Mittagszeit mit seinem Besuche beehrt und in der That die Klosterfrauen Bei einem höchst frugalen Mahle vereinigt gefunden. In großer Entrüstung soll der Bischof der Oberin bedeutet haben, er werde ihr seine weitere« Maßregeln zukommen lassen.

Paris, 26. August. Der Minister und eiue Anzahl höherer Beamten besitzen Post- und Telegraphenfreiheit, natürlich nur für den Dienst; aber diese Freiheit wird so maßlos ausgebeutet, daß der Mi­nister der Posten und Telegraphen mit dem BudgetauSschusse einver­standen ist, daß ein beschränkendes Gesetz durchaus nöthig geworden sei; dasselbe wird bald nach Eröffnung der Kammern vorgelegt werden. Wie die Sache jetzt steht, werden monatlich von den zehn Ministerien 33,000 Depeschen, also täglich mehr als 1000, aufgegeben und diese Depeschen sind durchweg länger als 20 Worte. Durchschnittlich sind über 20,000 Worte amtlicher Depeschen täglich zu befördern. (K. Z.)

Der Geldmangel in den türkischen Staatskassen bat eine selt­same Folge gehabt; das KriegSamt in Konstantinopel ist geschlossen worden, weil die Beamten sich weigerten, fernerhin ihre Funktionen auSzuüben, bevor ihnen ihre Gehalte gezahlt würden. Osman Pascha seiftet dagegen sehr gut, zu seinem Gelde zu kommen, während seine Beamten und die Armee hungern. Von dieser Seite ist wohl schließ­lich die Katastrophe zu erwarten. Inzwischen bereiten sich die Engländer vor, daS bankerotte Reich mit Beschlag zu belegen. Die britische Flotte liegt jetzt bei Witylene vor Anker und es fehlt, wie ein Londoner Blatt sagt, nicht an Anzeichen dafür, daß diese Insel über kurz oder lang das nächste Glied in derbritischen ProtektoratSkette" Kleinasiens bilden werde. Schon sei die Kunde in Konstantinopel eingetroffen, daß Geo« Meter der Flotte Plane für Wasserwerke für die Stadt Mitylene vor­bereiten. (Schw. Merk.)

New«Dork, 21. August. Der DampferErin" von der National - Dampfschiffs-Compagnie (C. Messing'sche Linie) ist hier ein­getroffen.

Lokales.

H and«, 27. August 1879.

+ Am 23. d. M. fand eine landw. Versammlung des Kreis- Vereins statt, welche in Folge der Erntearbeiten nur ziemlich besucht war. Es lag ein reiches Material zur Diskussion vor, weshalb die Tagesordnung nicht ganz ihre Erledigung fand.

1) Zur Hebung der Pferdezucht wurde der Verein veranlaßt zu versuchen, ob nicht besondere Zuchtvereine ins Leben zu rufen seien, die über passende Stuten verfügen, um so die wenig geeigneten Thiere aus­schließen zu können. Die Versammlung lehnte dieses Begehren ab, da wegen Mangels an Weiden der Pferdezucht in hiesiger Gegend keine größere Ausdehnung zu geben sei, und die Wahl aus den aufgestellten Hengsten den Besitzern von Stuten nicht wohl vorenthalten werden könne. Da vom Kreis-Verein nur solche Hengste gewünscht werden und bis dato auch bewilligt worden sind, welche dem durchschnittlichen Bau und Größe der Stuten entsprechen, so ist dadurch der Zweck der besag­ten Pferdezucht-Vereine theilweise schon gewahrt, wenn es auch immer­hin zu beklagen bleibt, wenn ungeeignetes Material zur Zucht gelangt.

2) Wie schon in früheren Versammlungen, wurde wiederum die Frage zur Beschaffung guter Hufschmiede, besonders auf dem Lande, angeregt. Der Verein beschloß, die Ausbildung junger Hufschmiede dadurch zu erreichen, daß er die Gründung einer eigenen Lehrschmiede ins Auge fasse, welche von einem wohlgeschulten Schmiedemeister geführt werden solle unter specieller Leitung des Herrn Kreis-Thierarztes. Um die Sache weiter zu betreiben, wurde eine Commission von 3 Mitglie­dern ernannt, unter Vorsitz des Herrn Dr. Collmann. Bon einem Besucher der Industrie-Ausstellung zu Offenbach wurde auf eine dortige Kollektion von Hufeisen in ihrer Anwendung aufmerksam gemacht und deren Ansicht sehr empfohlen.

3) Von Seiten des Vorsitzenden, Herrn Eg. Brenner, wurde