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denkt, beweist, daß vor einigen Monaten noch erst in Chatham der Koloffus, eines der gewaltigsten Schlachtschiffe, auf Stapel gelegt worden ist, während die französ Flotte auf Grund der dazu bereits bewilligten Mittel bis 1884 um 16 derartige Schiffe verstärkt werden soll. (Schw. M.)
— Die Kreuzztg widmet Andraffy einen Leitartikel. Es heißt darin: „Wenn gewisse englische Blätter recht hätten, welche den Rücktritt Andrassys aus der Unmöglichkeit erklären, in Verbindung mit dem neuen zikleithanischen Ministerium seine Politik fortzusetzen, so würde sein Rücktritt nicht bloß aufrichtigstes Bedauern, sie würde Besorgniß erwecken müssen. Glücklicherweise aber liegen die Dinge wohl nicht derart, um dem Pessimismus eine Rechtfertigung zu geben." Der Schluß lautet: „Wer erinnert sich nicht daran, daß während des russisch- türkischen Krieges bei dem Gedanken an aktive Betheiligung ganz Oesterreich in zwei feindliche Lager sich spaltete? Und wer wird sich bei dieser Erinnerung nicht sagen müssen: daß für einen solche« Staat die Erhaltung des Friedens eine Nothwendigkeit ist? Wo aber wäre eine Kombination zu finden, in welcher Oesterreich-Ungarn seiner inneren Entwicklung und Uebereinstimmung mit größerer Ruhe nachgehen, und den Gefahren internationaler Verwicklungen zuversichtlicher begegnen könnte, als in dem Freundschaftsverhältniß mit Deutschland, das nach einmal erfolgter Auseinandersetzung mit Oestreich in so vielen Lebensinteressen mit demselben verbunden ist? Und liegt es unter diesen Umständen nicht nahe, in d:r letzten Kaiserbegegnung in Gustein, die nach beschlossenem Rücktritt Andrassys stattfand, ein Zeichen dafür zu finden, daß auch nach erfvlgtem Rücktritt die Beziehungen Deutschlands und Oestreichs unverändert bleiben sollen?"
— Der „Hannoversche Courier", der sich wohl rühmen darf, dasjenige Organ zu sein, dessen sich Herr v. Bennigsen am häufigsten bedient, um zu der öffmtachen Meinung zu sprechen, tritt den Angaben der „Magd. Ztg." entgegen, daß für den zeitweiligen und theilweisen Rücktritt des Herrn ö. Bennigsen aus der parlamentarischen Sphäre das Verhalten des Fürsten Bismarck gegen ihn entscheidend geworden sei und daß Herr v. Bennigsen selbst in diesem Sinne seinen persön- lichm Freunden, insbesondere dem Landtags-Abgeordneten Oberhürger- meifier Dr. Miguel in Osnabrück und dem Reichstagsabgeordneten Senator Römer in Hildesheim, Eröffnungen gemacht habe. „Wir haben Grund zu glauben", erklärt der „Hannoversche Cour.", daß „derartige Aeußerungen von Herrn v. Bennigsen nicht gemacht und von den erwähnten Freunden nicht mitgetheilt sind, und halten es für müßig, den Beweggründen des Herrn v. Bennigsen durch allerlei Muthmaßungen weiter nachzuspüren, so lange er selbst darüber keine authentischen Erklärungen gibt." Genau das Nämliche, daß alle derartigen indirekten Mittheilungen ungenügend seien, daß vielmehr Herr v. Bennigsen selbst endlich sich bewogen finden möge, öffentlich das Wort zu ergreifen, hat das „Berl. Tageblatt" bereits unmittelbar nach den vermeintlichen Enthüllungen der „Magd. Ztg." erklärt und wir können nur wieoerholen, daß Herr v. Bennigsen ietn Schweigen lediglich zum größten Schaden der nationalliberalen Partei fortsetzt.
— Ueber die Ernte Aussichten des Jahres 1879 in Preußen entnehmen wir der „Stat. Korr." Folgendes: „Bon den Ergebnissen der Aufnahme sind die Ernte-Aussichten für die fünf wichtigsten Früchte mitgetheilt; die Zahl der Schätzungen, auf denen sie beruhen, beträgt bei Weizen 695, bei Roggen 753, bei Gerste 707, bei Hafer 750 und bei Kartoffeln 691. Stellt man die 1879 erwartete Erntemenge der 1878 nach den endgiltigen Ermittelungen gewonnenen gegenüber, ^o erhält man folgende Uebersicht.
an Körnern und Knollen bei Weizen Kg.
im Staat 1878 1 533 1879 1 527
Es beträgt auf einem Hektar der Ertrag
Roggen Gerste Hafer
Kg- 1 149 1 182
Kg. Kg.
1 523 1 377
1 425 1 404
Kartoffeln Kg- 9 124 8 626.
zu der vor
Darnach wird sich nun die Ernte des Jahres 1879 jährigen voraussichtlich folgendermaßen stellen; es wird, 'den Ertrag des Jahres 1878 = 100 angenommen, diesem gegenüber 1879 betragen der Ertrag an Körnern und Knollen bei
Weizen Roggen Gerste Hafer Kartoffeln im Staat ICO 103 94 102 95
Die diesjährige Weizenernte wird also der vorjährigen im preußischen Staate gleich geschätzt, von Roggen und Hafer wird dagegen ein höherer, von Gerste und Kartoffeln em geringerer Ertrag erwartet als 1878. Es ist hierbei aber noch zu berücksichtigen, daß die Ernte-Aus sichten im Juli ausgenommen wurden und seitdem durch den weiteren Gang der Witterung beeinflußt sind. (Berl. Tgbl)
— Blankenburg, 16. August. Ein schreckliches Unglück hat sich vorgestern hier im Hause des Färbermeisters Büchtling zugetragen. Dasselbe ist wahrscheinlich dadurch h-rbeigesührt, daß ein großer Ballon mit Benzin geöffnet und der Gehilfe von dem Dunste betäubt wurde. Aus die Hilferufe des Gehilfen eilten die B.'jchen Eheleute und die Drenftmagd mit einem Lichte herbei, welches die Dämpfe entzündete und die Explosion des Ballons herbeiführte. Alle vier Personen haben furchtbare Bran wunden erlitten.
— Renchen, 18. August. Gestern fand dahier die feierliche Einweihung des Grimmelshausen-DenkmalS statt.
— München, 19. August, Abends. (K. Z.) Der neu ernannte päpstliche Nuncius, Roncetti, ist heute Abend hier eingetroffen. Der bisherige Nuntius, Masella, war schon gestern abgereist. In Innsbruck hatten die Beiden eine Zusammenkunft. — 20. August. Fürst Bismarck, seine Gemahlin und sein Sohn Herbert kamen heute Morgen um 8 Uhr hier an und reisten um 9 Uhr 40 Minuten weiter nach Gastein. Am Bahnhöfe waren Regierungsrath Schuster (stellvertretender Polizeipräsident), später Minister Pfretzschner, Militärbevollmächtigter General Stülpnagel, Legationssecretär Hirschfeld.
- Pesth, 20. August. (K. Z.) Der Ellenör will wissen, daß der österreichisch-ungarische Botschafter in London, Graf Karolyi, voraussichtlich zum Amtsnachfolger des Grafen Andraffy ernannt werden und daß die Ernennung noch im Laufe dieser Woche erfolgen würde.
— Kopenhagen, 19. August. DieNationalbank setzt von mor- gn ab den Wechseldiskont auf 3 bis 37s pCt. herab. Der Lombardzinsfuß bleibt unverändert.
— Rom, 20. August. Der „Diritto" meldet, die gestern statt« gehabte Kardinalversammlung habe, auf mehrere päpstliche Bullen gestützt, beschlossen von der italienischen Regierung die Rückgabe des Pantheons zu verlangen, welches als katholisches Eigenthum zu betrachten sei.
— St. Petersburg, 20. August. Der „Regierungsbote" veröffentlicht Reskripte Sr. Majestät des Kaisers an den Fürsten Dondukoff- Korsakoff und den General-Lieutenant Stolypin, in welchen der Kaiser denselben seinen Dank und seine Anerkennung für ihre Thätigkeit in Bulgarien und Ostrumelien auSspricht.
— Konstantinopel, 20. August. (R u. St.-A.) Es wird mitgetheilt, daß die Pforte in Ausführung der Reorgänisation der inneren Verhältnisse beschlossen habe, zunächst in der Finanzverwaltung der Provinzen eine strenge und wirksame Kontrole einzusühren, durch welche die erforderlichen Garantien gegen Mißbräuche geboten würden. Zur thatsächlichen Erreichung dieses Zwecks werde für rathsam erachtet, aus den in der Türkei seßhaften fremden Staatsangehörigen, welche mit der Sprache und den Gebräuchen deS Landes vertraut sind, solche Personen zu wählen, welche zur Uebernahme der Finanzinspektion bei den Gene- raleinnehmerschaftm geergnet erscheinen und die Befähigung besitzen, in dem gegenwärtigen Rechnungswesen der Türkei die zu einer regelrechten Funktion der fiskalischen Finanzbehörden nothwendigen Reformen einzu- führen. Diese neuen Finanzinspektoren hätten speziell die Generalein- nehmet bei der Aufnehmung ihrer Rechnungen zu unterstützen und die ungeschmälerte Abführung der Steuereingänge zu überwachen. Zu bestimmten Terminen würde dann ein Zusammentritt derselben in Koa- stantinopel erfolgen, um daselbst einer ad hoc ernannten und im Finanz Ministerium tagenden Kommission von dem Ergebniß ihrer Mission Mittheilung zu machen. Selbstverständlich werde die Regierung zu den vorstehenden Funktionen nur solche Persönlichkeiten berufen, welche voller Vertrauen genießen und in jeder Beziehung die zur Erfüllung ihrer Aufgabe wünschenswerthen Eigenschaften besäßen.
— Nerv-Dock, 19. August. Die Küste des atlantischen OceanS wird schon seit drei Tagen von heftigen Stürmen heimgesucht, dre nach den eingegangenen Nachrichten großen Schaden angerichtet haben. — Aus Memphis wird gemeldet, daß das gelbe Fieber erheblich nachgelassen habe.
Lokaler.
Hanau, 21. August 1879. Zur Sedanfeier.
Der Sedantag naht heran und wie in früheren Jahren soll auch Heuer wieder dieser Nationalfesttag in unserer Stadt festlich begangen werden. — Wir haben die Verpflichtung, dem Lenker der Geschicke wenigstens einmal im Jahre dafür unseren tiefsten Dank auSzusprechen, daß er uns die schweren Kämpfen der Jahre 1870 und 1871 so siegreich bestehen ließ; — wir find eS aber auch dm Mahnen Derer/ die den Tod auf dem Felde der Ehre fanden; Derer, die mit GotteS Hülfe ihre volle Kraft einsetzten, die Feinde vom theuren Baterlandr ferne zu halten, schuldig, wenigstens einmal im Jahre ihrer in Liebe zu gedenken; — und da weitaus der größte Theil des Deutschen Volkes zu dieser Dank- und Gedächtnißfeier den 2. September erwählt, so wollen auch wir diesen Tagen für alle Zeiten festhalten. —
In seiner gestrigen sehr stark besuchten Sitzung berieth und stellte das Sedan-Comit6, unter dem Vorsitz der Herrn Oberbürgermeister Rauch, das Program zu obenerwähnter Nrtionalfeier fest. Zur Ausführung desselben, welches in seinen wesentlichsten Punkten dem der Vorjahre gleicht — nur soll die länger andauernde Dank- und Gedächtniß« rede aus wohlerwogenen Gründen nicht mehr an der Ehrensäule, vielmehr in der Kirche gehalten werden; dagegen hat sich Herr Oberbürgermeister Rauch in entgegenkommendster Weise erboten, an der Ehrensäule eine kurze patriotische Ansprache an die Versammelten zu halten — habm sich dir verschiedenen Spezrat - Comll^'s constituirt und werden,