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PreiS:

Whrlich 9 Mark. ^l»j. 4 M. 50 P.

vierteljährlich

1 »ari 25 Pfg.

Kür auswärtig» Abonnenten »tt dem betreffen» tau Postausschlag. Wie einzelne Num­mer 10 Pfg.

Nr. 192.

hnnaucr Anscujct.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Lrscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage/ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Dienstag den 19. August

gxfersten«- Pre!»: Sie ispaMge Garmondzeile ob. bereu Raum 10 Pfg.

Sie rspalt. ßeile 20 Psg.

GteSspaltigeZeile SO Psg.

1879.

Amtliches.

Die diesjährigen öffentlichen Impfungen im Jmpfbezirk VIII. und IX., welche durch Versetzung des Dr. Nicolai von Bockenheim nach Casiel dem Kreisphysikus Dr. v. Möller dahier übertragen worden sind, finden in nachstehenden Terminen unentgeldlich statt:

1) Eschersheim

Uhr, Impfung,

2) Prau n heim

U 3) E ck enheim

4) Preungesheim

5) Berkersheim

W ff n

28. August,

Morgens 10

3. Septbr.,

io

28. August,

Mittags 12

3. Septbr.,

12

29. August,

Morgens 10

4. Septbr.,

io

29. August,

Mittags 1

4. Septbr.,

1

29. August,

3

4. Septbr.,

3

am

n

Die Herrn Ortsvorstände und Schulvorsteher verweise

Revision. Impfung, Revision. Impfung, Revision. Impfung, Revision. Impfung, Revision, ich bezüg-

lich des weiteren Verfahrens auf meine Bekanntmachung in Nr. 97 des

Han. Anz. von diesem Jahre.

Hanau am 18. August 1879.

Der Landwegebau- Etat für das Jahr 1880 liegt bis zum 27. d. M. für die Herrn Bürgermeister zur Einsicht hier offen.

Hanau am 18. August 1879.

Son nabend den 2 3. d. M., Mittags 2 Uhr, soll der Flur­schaden, welcher durch die Schießübung des hier garnisonirenden Batail­lons auf der Wiese nördlich und westlich des Puppenwäldchens gegen den Bruchlöbeler Wald entstanden ist, an Ort und Stelle abgeschätzt werden.

Die Interessenten werden hierdurch aufgefordert sich hierzu einzu- finden.

Die betr. Herrn Bürgermeister wollen dies den betheiligten Wie- senbesitzern alsbald bekannt geben.

Hanau am 18. August 1879.

Der Landrath.

Rundschau.

B. F. Unser Kaiser weilt nun wieder in seiner Sommerresidenz Babelsberg unweit der Hauptstadt Berlin. Der Kaiser traf daselbst bereits am 14. August gegen Abend ein. Zur Begrüßung desselben waren die kronprinzliche Familie, sowie einige Vertreter des königlichen Hofes und des StaatSministeriumS anwesend. Der Kaiser nimmt auch bereits tagtäglich wieder die regelmäßigen Vorträge des Militär« und Civilkabinets entgegen und erfreut sich einer guten Gesundheit und Rüstigkeit. Am Tage nach der Ankunft des Kaisers traf auch die Kai­serin aus Süd deutschland kommend in Schloß Babelsberg ein. Der an einem Fußübel leidende Kronprinz des deutschen Reiches ist soweit wie­der hergestellt, daß seine Theilnahme an den Truppeninspektionen als sicher gilt und wird derselbe sich in dieser Woche zu den in Stuttgart stattfindenden Manövern des 14. Armeecorps begeben.

Am Sonnabend hatte der Vicepräsident des preußischen Staats­ministeriums und erste Vertreter des Reichskanzlers, Graf Otto zu Stollberg Wernigerode, eine längere Audienz beim Kaiser und beurlaubte sich dann auf längere Zeit von demselben, wahrscheinlich um eine Reise nach der Schweiz anzutreten. Das dritte Kriegsgericht über den Befehls­haber des ehemaligen PanzerschiffesGroßer Kurfürst", Capitän zur See Grasen MontS, tritt am 20. August im Berliner Ädmiralitätsge- bäude zusammen.

Nicht nur Preußen, nein ganz Deutschland, ist seit dem Rücktritte des Cultur Ministers Dr. Falk in große Erregung über die künftige Po­litik des neuen preußischen Cultusministers v. Puttkammer gesetzt worden und wir begrüßen daher einige diesbezügliche Aufklärungen, wie sie sich imReichsonzeiger" finden, mit Freuden. DerReichsanzeiger" führt nämlich von der Rede, welche der CultuSminister v. Puttkammer bei der Einweihung des Gymnasiums in Cöslin. hielt, folgendes wörtlich an: Mit besonderer Freude und Genugthuung habe ich die von dem Herrn Vorredner den Verdiensten meines Herrn Amisvorgängers gezollte Anerkennung vernommen; ich freue mich dieser Anerkennung um so mehr, «IS ich mich ihr nur durchaus anschließen kann, wenngleich ich, wie ich

offen bekenne, nicht in allen wesentlichen Beziehungen den kirchlichen und politischen Standpunkt meines Herrn Amtsvorgängers theile. Ich kann aus eigener Erfahrung bekunden, mit welcher bewunderungswürdigen Energie und Thätigkeit der Herr Minister Falk während seiner 7jährigen Amtsführung sich die Pflege und Förderung des gesammten Schulwe­sens, des höheren sowohl wie des niedrigen, hat angelegen sein lassen. Dafür gebührt ihm der Dank des Landes, auch aller Derer, welche ihm auf seinem Wege nicht immer mit völligem Einverständniß haben folgen können." @35

Der deutschen Regierung ist in letzter Zeit die unangenehme Auf­gabe zugefallen, gegen Verdächtigungen der russischen Presse einzuschrei- ten, denn in Rußland hört man nicht auf, Deutschland oder vielmehr dem Fürsten Bismarck das Fiasko vorzuwerfen, welches die russische Politik im Orient erlitten hatte, denn Deutschland hätte in allen ent­scheidenden Momenten, selbst auf dem Berliner Congreffe, Rußland im Stiche gelassen. Darauf hat die deutsche Regierung in einigen Zeitungen mit einer Sprache geantwortet, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt.Lügen, nichts als Lügen sind derartige Auslassungen, schrieb dieNordd. Allg. Zeitg.", denn einzig und allein durch Deutsch­lands Unterstützung und nur durch diese Unterstützung hat Rußland im Orient das erreicht, was es überhaupt erreicht hat, und die in Wien erscheinendePolitische Correspondenz" erklärt, daß während des letzten russisch-türkischen Krieges die Unterstützung Rußlands durch Deutschland nicht nur eine diplomatische, sondern nahezu eine militärische gewesen sei. Was soll man nun dieser Sachlage gegenüber zu den Verdächti­gungen Deutschlands durch die russische Presse sagen? Treibt hier der Wahnwitz sein Spiel oder liebt es die russische Diplomatie ihre Miß­stimmung über ihr eigenes Ungeschick Anderen in die Schuhe zu schieben.

Herr v. Bennigsen, einer der hervorragendsten Parteiführer der Nationalliberalen, wird nur sein Mandat für das preußische Abgeord­netenhaus, aber nicht dasjenige für den Reichstag niederlegen. Nach Gründen für dieses Verhalten des Herrn v. Bennigsen, der bekanntlich seither auch Präsident des preußischen Abgeordnetenhauses war, forscht man vergeblich.

In einer Zeit, die sich sonst durch ihre außerordentliche politische Ruhe auszeichnet, finden in Oesterreich-Ungarn die bedeutsamsten poli­tischen Umwandlungen statt, die sich nicht nur in der in letzter Woche vollzogenen Auflösung und Neubildung des österreichischen Ministeriums, sondern auch in dem als sicher geltenden Rücktritte des Kanzlers Grafen Andraffy bekunden. Von den bisherigen österreichischen Ministern sind nach beendigter Krisis vier im Amte geblieben, von denen hat Baron v. Stremayr das Präsidium an den Grafen Taafe abgetreten und neu ein getreten sind die drei Minister Baron Korb-Weidenheim, Graf Fal- kenhayn und Prazack, der letztere ein mährischer Czeche, der erste seines Stammes, welcher überhaupt Minister in Oesterreich wurde. Die Be­deutung und der Werth dieses auf Grund des CoalitionSPrinzips, wo­nach alle großen Parteien Minister haben sollen, rekonstruirten Mini­steriums läßt sich zur Zeit nicht absehen, da es einestheils in einigen Ressorts nur provisorisch gebildet ist und anderentheils abgewartet wer­den muß, was der österreichische Reichsrath zu dem neuen Ministerium, was doch vor allen Dingen ein parlamentarisches sein soll, sagen wird. Der Rücktritt des Grafen Andraffy hat in seiner Eigenschaft als Kanz­ler der Doppel-Monarchie Oesterreich-Ungarn scheinbar nichts mit der österreichischen MimfierLrisis zu thun und wird als Hauptgrund des Rücktrittes des Grafen Andraffy dessen Kräfteerschöpfung angegeben, die umgewondelte Lage in Oesterreich und die vielen Anfeindungen der un­garischen Opposition werden aber wohl in nicht geringem Maße den Rücktritt des Grafen Andraffy beschleunigt haben.

Das englische Parlament ist am 15. August vertagt worden. Ueber den Verlauf der letzten Unterhaussitzung wird gemeldet: Auf eine Anfrage Lefafre's antwortete der Schatzkanzler Northcote, bei der in Thessalien und Epirus auf beiden Smen herrschenden Aufregung hätten die Türkei und Griechenland es für nothwendig erachtet, ihre Streit­kräfte zu verstärken, die englische Regierung aber habe für unnöthig gehalten, Vorstellungen dagegen zu machen. Die bei der Vertagung verlesene Botschaft der Königin erwähnt die herzlichen Beziehungen, in welchen England zu den fremden 'Mächten stehe und betont den Einfluß, den die Königin angewendet habe, um den allgemeinen Frieden aufrecht