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Birrtsljährlich »Mark SS Pfz. Gür auswärtig«

Lirnneuten Mit dem Setreffen« beu Poftaufschlag, Meeinzelne Rum» »er 10 Pig.

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage/ und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.

S«f ersinnt- Prei»!

Die Ifptittde Larmondzeiie ob. beten Raum

10 Wg.

Die 2»alt. gelte

20 Psg.

LieLspaltigeZeile 80 Pfg

M 190.

Samstag den 16. August

1879.

Amtliches?

Bekanntmachung.

Bei der Postagentur in Philippsruhe-Kesselstadt ist am 13. d.

Mts. eine Telegraphen-Anstalt in Wirksamkeit getreten.

Cassel, den 13. August 1879.

Der Kaiserliche Ober-Postdirektor

gez.: Bahl.

Wird veröffentlicht.

Hanau am 15. August 1879.

Der Landrath.

________________________ Baabe, k. A.______________

Gefunden: Ein Manschettenknopf. Eine karrirte und eine ge- streifte Knabenhose. Eine gedruckte Schürze. Ein Spazierstock. Ein Paar schwarze Glacehandschuhe. Ein Kinderstrohhut.

Zugelaufen: Ein gelb-scheckiges Huhn.

Entlaufen: Ein Seidenpinscher.

Hanau am 16. August 1879.

_______ Mus Königlichem Landrathsamt.

TageSscha«.

Berlin, 15. August. (R. u. St.-A.) Se. Majestät der Kai­ser und König sind gestern Nachmittag 5 Uhr zu Wagen von Großbee- ren kommend, wohlbehalten auf Schloß Babelsberg eingetroffen. Se. Majestät wurden bei der Ankunft von Ihren Kaiserlichen und König­lichen Hoheiten den Kronprinzlichen Herrschaften und deren Kindern, von Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Carl und von dem Erbprinzen und der Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen begrüßt.

Berlin, 15. August. (K. Z.) Der Kronprinz wird in der nächsten Woche sich nach Stuttgart begeben, um daselbst als Chef der 4. Armee-Znipccürn den daselbst Statt findenden Truppenübungen bei- zuwohnen. Die Kaiserin ist heute früh von Frankfurt a. M. in Ba­belsberg ring-troffen und bei der Ankunft von dem Kronprinzen, der Kronprinzessin und dem Prinzen Wilhelm begrüßt worden.

DerR. u. St,.A." schreibt: Gegenüber den in der Tages- Presse gebrachten Versionen der von dem Herrn Kultus-Minister von Puttkamer bei dem Festmahle gelegentlich der Einweihung des neuen Gymnasialgebäu^es zu CöSlin gethauen Aeußerungen sind wir ermäch­tigt, nachstehend den getreuen Wortlaut derselben wiederzugeben, wobei wir vorausschicken, daß sich die besprochene Rede deS Herrn von Pütt- kamer an einen auf ihn ausgebrachten Toast anschloß, in welchem gleich­zeitig der Verdienste des Herrn Staats - Ministers Dr. Falk rühmend Erwähnung geschehen war.

Der Wortlaut der beiden Stellen, UM welche es sich handelt, war folgender:

Mit besonderer Freude und Genugthuung habe ich die von dem Herrn Vorredner den Verdiensten meines Herrn AwtsvorgängerS gezollte Anerkennung vernommen; ich freue mich dieser Anerkennung um so mehr, als ich mich ihr nur durchaus anschließen kann, wenngleich ich, wie ich offen bekenne, nicht in allen wesentlichen Beziehungen den kirchlichen und politischen Standpunkt meines Herrn AmtsvorgängerS theile. Ich kann aus eigener Erfahrung bekunden, mit welcher bewunderungswürdigen Energie und Thätigkeit der Herr Minister Falk während seiner 7jähri- gen Amtsführung sich die Pflege und Förderung des gesammten Schul­wesens, des höheren sowohl wie des niederen, hat angelegen fein lassen. Dafür gebührt ihm der Dank deS Landes, auch aller Derer, welche ihm auf seinem Wege Nicht immer mit völligem Einverständniß habe folgen können.

WaS meine eigene ministerielle Stellung betrifft, so bemerke ich, daß, wenn ich meiner persönlichen Neigung hätte folgen dürfen, ich eS entschieden vorgezogen haben würde, in meiner Stellung als Ober-Prä- sident an der Spitze der schönsten Provinz des Staates zu verbleiben, einer Stellung, welche mir volle Bef riedigung und fruchtbare, eine ganze Manneskraft ausfüllende Beschäftig ung gab. Ich habe aber nicht ge­

glaubt, das Recht zu haben, das von Sr. Majestät dem Kaiser im Ein­verständniß mit dem Fürsten Bismarck mir übertragene Vertrauens- mondat abzulehnen und werde mich bemühen, dies Vertrauen auch in meiner neuen Stellung zu rechtfertigen; sollte ich aber bei Führung mei­nes Amtes gemäß meinen Ueberzeugungen den in mich gesetzten Erwar­tungen der obersten Staatsleitung nicht entsprechen, so würde ich jeder­zeit bereit sein, von meinem Amte zmückzutreten.

Meppen, 9. August. Die am 5. d. begonnenen Schießver- suche auf dem Krupp'schen Schießplätze sind gestern beendigt worden; höchst befriedigt von dem Gesehenen sind die 105 Vertreter der ver­schiedenen Nationen von hier abgereist. Am 8. war die Beschießung einer schmiedeisernen Platte mit Blende und einer Hartgußthurmplatte (System Gruson) höchst interessant. Die Beschießung erfolgte aus der 15 5 Cm.-Panzer-Kanone. Das Panzerziel, bedeckt mit Eisenbahnschie­nen und starken Balken, war mit einem Erdwall umgeben. Zuerst wurden 3 Schuß mit Hartgußgranaten im Gewicht von 40.8 Klgr. und 6.5 Klgr. Ladung gegen das Pe nzerziel abgegeben. Die Schüsse trafen, hatten aber keine besondere Wirkung auf die Panzerp'atten. Hierauf wurde die Beschießung mit geschmiedeten und gehärteten Stahlgeschoffen im Gewicht von 40.7 Klgr. und 6.5 Klgr. Ladung fortgesetzt, auf jede Platte wurden 4 Schüsse abgegeben. Die schmiedeeiserne Platte blieb unversehrt, zwei Geschosse trafen auf denselben Punkt und drangen ca. 120 Millim. in die Platte. Auf die 15 Cm.< Hartguß Kuppelthmm- plalte war die Wirkung der Schüsse dagegen viel bedeutender. Die Platte wurde in zwei Theile gespalten und würde auseinandergefallen sein, wenn sie nicht durch die Erdhinterlage gehalten wäre. Den Schluß des Versuches bildete die Beschießung eines Panzerziels aus der 24* Cm.-Kanone. Zwei schmiedeeiserne Platten, die eine von 12, die andere von 8 Zoll Dicke, waren hintereinandergestellt und rückwärts durch eine starke Balkenlage gestützt. Das Panzerziel hatte somit eine Eisenstärke von 20 Zoll, und dennoch gingen die Geschosse nicht nur durch diese eisernen Platten und die Hintere Balkenlage, sondern flogen noch 3000 Meter weiter. (Wests. Blkbl.)

Wien, 14. August. (Köln. Z) Regierungsseitig wird über das Entlassungsgesuch Androffy's heute Folgendes bekannt gegeben: Andraffy beabsichtigte seine Entlassung zuerst in der Zeit des Berliner Congresses vnd theilte dies Tisza und Szell mit, welche ihm den Plan auszureden wußten. Nach dem Congreß wollte Andraffy abermals seine Entlassung einreichen, blieb dann aber wegen der mit unerwarteter Hef­tigkeit bei Beginn der Besetzung zu Tage getretenen Opposition der deutsch-liberalen Partei, wie er damals erklärte, bis zur Durchführung des Berliner Vertrages; später, nach dem Abzug der Russen, reichte er abermals dringlich seine Entlassung ein. In Sschl erhielt er vom Kai­ser die Antwort, daß sein Entiassungkgesuch angenommen werden würde, wenn der Monarch über seinen Nachfolger klar geworden wäre. Auch die damals angegebenen Beweggründe werden durch neuere Informatio­nen nur beglaubigt. Eine endgültige Lösung bis zum 20. b an wel­chem Tage Andraffy hieher zmückkehrt, ist annoch sehr zweifelhaft. Die heute erfolgte Veröffentlichung der neuen cisleithanffchen Mmisterliste hat vielfach überrascht, namentlich wegen der auffälligen Erle nach dem gestrige» Handschreiben an Taaffe. Im deutsch-liberalen Lager wird die Liste entweder sehr kühl oder feindselig ausgenommen, da sie allerdings stark conservativ gefärbt ist. Die sehr weit verbreitete Ansicht, das neue Cabinet sei nur ein vorläufiges und die jetzigen d-wisterwurdenbel Zusammentritt des Reichstages von Taaffe dwch anderrManner ersetzt werden, ist durchaus irrig. Graf Taaffe versicherte mir persönbch h c ue mit aller Bestimmtheit, daß die neuernannten Minister endgültige Mit­glieder des Cabinets seien und auch bei Beginn der ReichsralhSverhand- hingen im Amte bleiben würden. Die noch offen gehaltenen P feuilles dürsten besetzt werden, falls, wie zu erwarten, 'm Rerchsraths sich eine starke Mittelgruppe herausbilden sollte, welche Berücksichtigung finden müsse und solle. Taaffe wird das M,nisterurm des Znnern wahrscheinlich selbst behalten, obschon diksnicht ganz bchlnmt 'st. Die Ministerien des Cultus und des Unterrichts beabsichtigt Taaffenicht, wie vielfach angenommen, den Polen oder Czechen zu überlasten, sondern