Einzelbild herunterladen
 
  

1068

England und Frankreich entschlossen, einige Reformen im Inneren seine- Reiches vorzunehmen, ob diese Reformen wirklich durchgeführt werden, ist bei der Erbärmlichkeit der meisten türkischen Minister freilich eine andere Frage. Aus gleicher Ursache hat der Sultan auch einen Ferman unterzeichnet, wodurch dem Vicekönige von Aegypten die Privilegien seines Vorgängers bestätigt wurden.

TageSschan.

— Gast ein, 11. August. Kaiser Wilhelm's Abreise ist auf mor­gen Nachmittag festgesetzt. Die Reise geht zunächst bis Salzburg. Der Kaiser ist durch die Badecur und durch die reine Gebirgsluft außer­ordentlich gekräftigt. (K. Z.)

— Der „R. u. St.-A." Nr. 186 enthält: Allgemeine Verfügung der Minister der Justiz und für Handel und Gewerbe vom 26. Juli 1879, betreffend die gutachtlichen Vorschläge zur Ernennung der Han­delsrichter.

— Bekanntmachung auf Grund des ReichsgesetzeS vom 21. Oktbr. 1878. Nach dem „R. u St.-A." Nr. 186 wurde unterm 9. August verboten: das von I. H. W. Dietz in Hamburg gedruckte Flugblatt, auf der einen Seite unter der Ueberschrift „August Gelb" eine Lebens­beschreibung, auf der andern Seite einen Artikel mit der Aufschrift: „August Geib's LeichenbeLängniß" enthaltend.

Die Krank »-Unterstützung ökasse „Aohlthat" in Hausen (Kr. Offen- bach) ist unter staatliche Kontrole gestellt und Großherzoglicher Bürger­meister Komo daselbst mit der Führung dieser Kontrole beauftragt.

— Den großen Manövern, welche im September in Frankreich Statt finden, werden auch preußische Officiere beiwohnen, und zwar sind commandirt zu dem Corpsmanöver im Departement Dordogne und Snne-JnfSrieure: der Generalmajor Graf v. Walderses, Chef des Ge- neralstabes des 10. Armeecorps, Major Frhr. v. Schleinitz vom Gene- ralstade des 11. Armeecorps, Major Frhr. v. Neubronn vom 1. Garde- Feldartillerie.Regiment; zu den Uebungen der französischen Cavallerie- Division in dem Departement Seine-Marne: Oberst Graf v. Alten, Commandeur des Regiments der Garde du Corps, Major Schnacken- berg vom 2. hessischen Husaren Regiment Nr. 14 und Premier-Lieute­nant Graf V. Poucta'lös vom Garde-Cuirassier- Regiment. (K. Z)

— In den deutschen Münzstätt-n sind in der Woche vom 27. Juli bis 2. August 1879 an Goldmünzen geprägt worden: 1,629,070 Mark Kronen, uno zwar aus Privatrechnung. Vorher waren geprägt: 1,267,641,340 M. Doppelkronen, 410.424,110 Mk. Kronen, 27,969,925 Mark Halbe Kronen, hiervon aus Privatrechnung 336,289,970 Mark Summa 1,707,371,885 Mark (nach Abzug der wieder eingezogenen 165,680 Mark Doppelkronen, 129,100 Mark Kronen und 780 Mark Halbe Kronen-.

— Ein Hauswirth hat gesetzlich ein Pfandrecht an den von den Miethern in die Wohnungen seine- Hauses eingebrachten Sachen. Dieses Pfandrecht erstreckt sich nur auf die dem Mrether eigenthümlich oder seiner Verfügung vollständig unterliegenden Sachen, nicht aber auf die vom Miether geliehenen resp, unter suLpensiven Bedingungen gekauften Sachem In Bezug auf diese Bestimmungen hat das Ober-Tribunal durch Erkenntniß vom 24. Januar 1879 ausgesprochen, daß der Haus- wirth, selbst wenn der Miether ihn durch die falsche Erklärung hinter- gangen hatte, daß das von ihm eingebrachte Inventar ihm eigenthüm­lich gehöre, gar kein Recht gegenüber dem wirklichen Eigenthümer der Sachen, wenn dieser die Sachen wieder an sich nimmt, geltend machen kann; weder kann er die Sachen als Pfand für die Miethe zucückbe- halten, noch steht ihm dem wirklichen Eigenthümer der Pfandsache ge­genüber der sonstigen gutgläubigen Pfandgläubigern landesrechtlich zu­stehende Gegenanspruch zu auf das, was er dem Verpsänder auf das Pfand wirklich gewährt hat.

— Renchen. Das Denkmal, welches unseren frühen Schultheißen HanS Jakob Christof von Grimmelshausen hier errichtet wird, ist durch seinen Berfertiger, den Bildhauer Breunig von Rastatt, glücklich ausge­stellt worden; derselbe ist auS feinem blaurothem Sandstein und macht durch seine imposante Höhe und gediegene Ausführung einen äußerst günstigen Eindruck. Die Enthüllungsfeierlichkeit wird am Sonntag, den 17. August, Vormittags 11 Uhr beginnend, stattfinden und hoffen wir, daß auswärtige Gäste, namentlich aus den literarischen Kreisen, sich recht zahlreich an diesem Feste betheiligen mögen. Das Festlomit6, so­wie die hiesige Einwohnerschaft treffen bereits Vorbereitungen, um die werthen Besucher würdig empfangen zu können und werden Alles auf­bieten, was zur angenehmen Unterhaltung derselben beitragen kann.

— München, 9. August. Der Antrag der Gemeindebeooll- mächtigten auf Abschaffung des obligatorischen Besuchs der Simultan- schalen ist von dem Magistrat heute mit 13 gegen 8 Stimmen ab ge­lehnt worden.

— Pesth, 11. August. (K. Z.) Der Pesther Lloyd meldetaus angeblich bester Quelle: Ändraffy hat seine Entlassung einzereicht. Seine Urlauosreise sei die Einleitung zum Rücktritt; er werde sich den Winter über in Pesth aufhalten.

— Paris, 10. August. Das „Journal officiel" veröffentlichtes« Dekret, durch welches der General-Sekretär des Ardennen-Departements, Lambert, welcher in einer auf dem Schützenfeste in Charleville gehalte­nen Rede eine Anspielung auf die Möglichkeit eines Revanchekriegs ge- macht hatte, zur Disposition gestellt wird.

— Paris, 11. August. (K. Z.) Die „France" meldet, daß ein Abtheilungschef im Ministerium der öffentlichen Arbeiten wegen Schrift­fälschungen verhaftet wurde.

— Das Zuchtpolizeigericht von Nizza verurtheilte wegen Be­stechung von Wählern den Herzog von Rivoli zu 3000 Fr. Geldstrafe, und seine Agenten Auguier, Alziari und Dalmas, den ersteren zu 1 Monat, die beiden anderen zu 14 Tagen Gefängniß.

— Serajewo, 10. August. Schwere Unglücksfälle, die sich bei der großen Feuersbrunst zugetragen hätten, sind bis jetzt glücklicher Weise nicht gemeldet, 7 beim Löschen beschädigte Soldaten wurden inS Krankenhaus gebracht. Die Truppen sind, um die Bevölkerung unter- zubringm, größtentheils aus der Stadt entfernt worden, aus den Mili­tär- Verpflegungsvorräthen wurden sofort Naturalien unter die Bevölke­rung Der theilt, um einer Hungersnoth vorzubeugen, die Verpflegung der Truppen ist gleichwohl vollkommen gesichert. Der Herzog von Württem­berg hat eine Kommission zusammenberufen, welche wegen des Wieder­aufbaus der Stadt Verfügungen treffen soll.

— Trieft, 11. August. Der Lloyddampfer „Austria" ist heute Vormittag mit der ostindisch chinesischen Ueberlandpost aus Alexandrien hier eingetroffen.

— N^ew - Dork, 9. August. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Rhein" ist hier angekommen.

Lokales.

Hanau, 12. August 1879.

y. In gestriger Sitzung der Strafkammer Königl. Kreisgerichts wurden Johannes M. und Heinrich M. von Steinau, wegen Diebstahls Ersterer zu 6 und Letzterer zu 5 Monaten Gefängniß verurtheilt. — Weiter wurde vor vollem Zuschauerraum in einer Sache verhandelt, die seiner Zeit viel Staub aufwirbelte, es kam nämlich die schon seit Länge­rem wegen Golddiebstahls und Hehlerei anhängige Angelegenheit zum Austrage; die vom Gerichtshöfe ausgesprochenen schweren Strafe« mögen sich Andere zur Warnung dienen lassen: Goldarbeiterlehrling W. von hier erhielt wegen zugestandener mehr als 40 Veruntreuungen zum Nachtheile seines Prinzipals 8 Monate Gefängniß und Andreas B. wegen desselben Vergehens 8 Monate und 3 Tage Gefängniß, Gold­arbeiter M. wegen Veruntreuung 14 Tage Gefängniß zudiktirt. So­dann wurden Goldarbeiter F. von hier wegen gewerbs- und gewohnheits­mäßiger Hehlerei zu einer Zuchthausstrafe von l1/» Jahren, Verlust der Ehrenrechte auf drei Jahre und Stellung unter Polizeiaufsicht; Handelsmann P. und Frau wegen desselben Vergehens, weil der Werth ein viel größerer, zu 2 Jahren Zuchthaus, Verlust der Ehren­rechte auf drei Jahre und Stellung unter Polizeiaufsicht, sowie die Verurtheilten solidarisch in die Kosten verurtheilt.

— Major Wille, vom Kriegsministerium und commandirt zur Pulverfabrik in Hanau, wurde unter Stellung a la suite de- Magde­burgischen Fuß-Art.-Regts. Nr. 4, zum Director der Pulverfabrik in Hanau ernannt.

— Auf der Gelnhäuser Chaussee, unweit Königlicher Pulverfabrik, wurde gestern Nachmittag ein Kind überfahren und blieb auf der Stelle todt. Die Eltern des Kindes waren auf einem Acker in der Nähe mit Feldarbeiten beschäftigt. Ob den Fuhrmann hierbei eine Schuld trifft wird die bereits einzeleitete Untersuchung ergeben.

— Ein Bursche, welcher gestern ca. 30 Pfund Blei unter verdäch« tigen Umständen zu verkaufen suchte, wurde in Haft genommen; dar betreffende Blei ist auf dem Landrathsamte niedergelegt.

W. Am Schlüsse des Vortrags, welchen am Sonntag Abend Herr Prediger Hoffmann über die Berliner Stadtmission in hie­siger Johanniskirche gehalten hat, sind an Liebesgaben für das gedachte Werk von den Versammelten 67 Mark und — rührender Weise — auch eine silberne Uhrkette gespendet worden. Indem dies schöne Ergebniß pflichtschuldigst veröffentlicht wird, ergeht an alle freundlichen und fröh­lichen Geber — der Pfennige nicht minder wie der Goldstücke — der wärmste und innigste Dank.

Bersteigerungs- und Verpachtung-- rc. Kalender für Mittwoch den 13. August.

Vormittags 9 Uhr kommen im Langenselbolder Gemeindewald, Distrikt Zwischenwald, an Ort und Stelle: 10 Eichen-Stämme, 5—11 m l. und 50—75 cm mittl. Durchm., zur Versteigerung (s Nr. 179 8 „Han. An;."). — Nachmittags 2 Uhr versteigert Herr Taxator W. Seiffert aus dem Fest'schen Nachlaß im Hause Sterngasse Nr. 21 gegen Baarzahlung eine große Partie Herrenkleiderstoffe rc.

— Für heute. Hanauer Geflügelzucht-Verein: Abends 8 Uhr: Generalversammlung im Vereinsrokale. — Turngemeinbe: Abends 9 Uhr: Generalversammlung im Saale des „Nürnberger Hof".

— Bei dem stattgehabten Militärersatzgeschäft für 1879 hat sich