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10 Pfg.

Die sfpalt. Zeile 20 Pfg.

Die 3spaltigeZeile

30 Pfg

Nr. 175.

Mittwoch den 30. Juli

1879.

Amtliches.

Beigeordneter Peter Läpp IX. und Gemeinderathsglied Ludwig Grub er zu Dörnigheim sind als-Ortstaxatoren verpflichtet.

Hanau am 28. Juli 1879.

Unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 12. d. M. in Nr. 163 des Kreisblattes werden diejenigen Ortsvorstände, welche die Nach- Weisung der in den Schulen ihrer Gemeinden befindlichen gebrechlichen rc. Schüler noch - nicht eingesandt haben, zur alsbaldigen Einreichung veranlaßt.

Hanau am 28. Juli 1879.

__________________Der Landrath.___________________________ Bekanntmachung.

Am 1. August d. I. tritt in Philippsruhe-Kesselstadt eine Postagentur in Wirksamkeit, von welcher aus auch die Postsendun­gen und Zeitungen nach Wilhelmsbad, Wilhelmsbader Hof, Eisenbahn­station Wilhelmsbad, Fasanerie bei Wilhelmsbad, sowie nach den am Wilhelmsbader Weg und am Saliswege gelegenen Häusern bestellt werden.

Das Porto für die hier zur Aufgabe gelangenden gewöhnlichen Briefe nach den oben genannten Orten beträgt daher vom 1. August ab bis zum Gewicht von 15 Gramm einschl. franlirt 10 Pf., unfrankirt 20

bei größerem Gewicht......franlirt 20

unfrankirt 30

Wegen demnächstiger Eröffnung des Telegraphendienstes bei der Postagentur Pilippsruhe-Kes selstadt wird besondere Bekannt­machung erfolgen.

Hanau, 28. Juli 1879.

Kaiserliches Postamt. ________________________In Vertr.: Büß._______________________

Bekanntmachung.

Vom 1. August d. I. ab wird eine täglich dreimalige Botenpost zur unbeschränkten Beförderung der Postsendungen zwischen Hanau und Philippsruhe-Kesselstadt eingerichtet, welche nachstehenden Gang erhält:

A. vo» Hauau «ach Philippsruhe-Kesselstadt: aus Hanau 8 Uhr Vorm. in Philippsruhe-Kesselstadt 850 Uhr Vorm. 280 Nachm.,, 3 Nachm. 7 730 ff n 1 rr n w n « n n » vo« Philippsruhe-Keffelstadt «ach Hana«: aus Philippsruhe-Kesselstadt 7 Uhr Vorm. in Hanau 7b° Uhr Vorm. l45 Nachm. 215 Nachm. " o » 615 » 615 Hanau den 29. Juli 1879. Kaiserliches Postamt.

_____________________In Vertretung: Büß._____________________

Tagesschan.

Bennig sen's Mandätsniederlegung. tA. d. Echw. Merk.)

Von Berlin zurückgekehrt hatte Herr v. Gennigsen dem alsbald zu Hannover zur Vorbereitung der Landtagswahlen zusammengetretenen Provinzialwahlkomite kundgegeben, ein Mandat zum preußischen Ldnd- tag nicht wieder annehmen und überhaupt von der parlamentarischen Thätigkeit sich zurückziehen zu wollen. Vergebens suchten seine Freunde ihn umzustimmen; die Vorstellungen,die Flinte nicht ins Korn zu werfen" in einem so kritischen Wendepunkt der politischen Verhältnisse, blieben erfolglos; wie die heutige Notiz des Hann. Kurier beweist, steht der Entschluß des Hrn. von Bennigsen unerschütterlich fest. Der Ein­druck, daß dies ein schwerer Schlag und unersetzlicher Verlust für die liberale Partei ist, kann für uns nur durch das Bewußtsein gemindert werden, daß diejenige große Partei, an deren Spitze Herr v. Bennigsen bisher als Führer stand, eben aufgehört hat, zu existiren. Was stand Herrn v. Bennigsen bei seinem Erscheinen in der nächsten Landtagssession bevor? Auf die Präsidentschaft des Landtags zu verzichten, mochte

einem Manne wie Herrn v. Bennigsen, der ja auch einem Ministerposten zu entsagen vermochte, nicht so schwer fallen: aber was er noch viel mehr fürchten mußte und dem er aus dem Wege gehen wollte, das ist der als unvermeidlich vorauszusehende Konflikt mit dem linken Flügel der von Lasker und Forckenbeck beherrschten Partei. Selbst an die weitere Auflösung der liberalen Partei Hand anzulegen, mußte Herrn v. Bennigsen, zumal bei der Milde und Weisheit seiner Natur, inner­lich ebensosehr widerstreben, wie andererseits die Vorstellung für ihn sicher nichts Verlockendes haben konnte, wenn die weitere Trennung der Partei eintrat, als der Führer eines kleinen Häufleins Getreuer aus dem Zentrum der Partei dazustehen. Ein staatsmännischer Politiker legt einen Beweis seiner berechnenden Klugheit ab, wenn er es vermei­det, sich in kleinen Verhältnissen, in dem Auflösungsprozeß einer Partei, abzumühen. Herr v. Bennigsen mit den Führern des linken Flügels um die Herrschaft über den Rest der Partei ringen zu sehen, in dem­selben Hause, dessen langjähriger Präsident er gewesen, wäre ein Schau­spiel, d es wir ebensowenig im Interesse der Partei, wie im Interesse der Person des Herrn von Bennigsen und seiner späteren Zukunft, wün­schen konnten. Man würde den Schritt des Herrn v. Bennigsen, glau­ben wir, nicht verstehen, wollte man in demselben einen dauernden Ver­zicht aus eine größere politische Wirksamkeit erblicken; ganz im Gegen­theil scheint uns derselbe nur angethan, die politische Zukunft zu reser- viren. Herr v. Bennigsen ist im Reichstag in eine Sackgasse gerathn: besser, entschlossen heraus- und zurücktreten und für eine Weile frische Lust schöpfen, als sich in derselben aufreiben! Dasselbe, was man seiner Zeit dem Rücktritt des Herrn v. Forckenbeck vom Präsidium des Reichs­tags nachgerühmt hat, nämlich: die Lage zu klären, läßt sich auch von dem Verzicht v. Bennigsen's sagen. Für die liberale Partei ist dieses Zeichen untrüglich. Die Wahrheit ist, daß Bennigsen innerlich der ausgeschiedenen Gruppe Völk-Treitschke-Gneist trotz der Opposition gegen den Frankenstein'schen Antrag unendlich viel näher steht, als dem Las- ker-Forckenbeck'schen Flügel. Der Entschluß des Herrn v. Bennigsen wird das Gute haben, die Lage für die liberale Partei in dem Sinne zu klären, daß der Auflösungsprozeß innerhalb der Partei beschleunigt wird. Dadurch wird Lust, Raum und Freiheit für ein neues politisches Gebilde geschaffen. Für den Augenblick, zumal wenn man sich die noch vor Kurzem an den Namen Bennigsen's geknüpften Hoffnungen ver­gegenwärtigt, wird der Verzicht Bennigsen's schwer empfunden werden; wir zweifeln aber nicht, daß bei einiger Ueberlegung, gerade an diesen Verzicht sich die besten Hoffnungen für ein Wiedersehen v. Bennigsen's und Wiederauferstehen einer gesunden liberalen Zukunftspartei knüpfen müssen. Besonders in der Provinz Hannover, wo die Partei plötzlich des beliebten und langgewohnten Führers beraubt dasteht, wird das Ausscheiden v. Bennigsen's einen niederschlagenden Eindruck machen; hier heißt eS für die auf dem Kampfplatz zurückbleibenden Abgeordneten, besonders besonnen und klug zu sein. Ihre Pflicht wird es sein, dem Geiste Bennigsen's getreu und in Fühlung mit seinem Rathe, der ihnen sicher nicht fehlen wird, der Zukunft entgegen zu sehen. So pessimistisch man auf den ersten Eindruck hin den Rückzug Bennigsen's empfinden mag; man wird doch bei ernster Prüfung der erklärenden Verhältnisse nicht umhin können, den Schritt dieses allgemein beliebten Führers zu billigen und freudige Hoffnungen für eine spätere Zeit aus demselben zu schöpfen. ---------------------------

Berlin, 29. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König er­freuen Sich, wie derR. u. St.«B." aus Gastein erfährt, des besten Wohlseins und nehmen regelmäßig die Vorträge des Militär- und des Civil- Kabinets, sowie des Geheimen Legations-Raths von Bülow ent­gegen. Die Bäder, Promenaden und Ausfahrten setzen Se. Majestät ebenfalls regelmäßig fort. Wegen des Ablebens Sr. Hoheit des Herzogs Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin sind heute keine Einla­dungen zur Kaiserlichen Tafel ergangen.

Berlin, 29. Juli. Der Königliche Hof legt von heute ab für Se. Hoheit den Herzog Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin die Trauer auf zwölf Tage an. -----------

DerR. u. St.-A." veröffentlicht in seiner Nummer 171 die