993.
hier Termin zum Güteversuche in der UeberschuldungSangelegenheit deS Uhrmachers Friedrich Gräber anberaumt (f. Nr. 157 „Han. Anz.").
— Für heute. Geibel'sche Bierhalle: Abends von 7 Uhr an Concert. „s ni »s khvüjmKM rD k
W oHziMMhM Mir morgen?
Vergnügungs-Anzeiger für Hanau und Umgegend.
Bezüglich des Vergnügungsanzeigers verweisen wir auf den Jn- seratentheil (Seite 995) unseres heutigen Blattes.
— (Sehenswürdigkeiten.) „Museum der Wetterauischen Gesellschaft" Altstädter Schloß, eine Stiege hoch: Geöffnet Sonntags von Vormittags 11 bis Nachm. 1 Uhr.
— Bocken heim, 25. Juli. Wegen Zechprellerei wurde ein Mann verkästet, dem dies nicht zum erstenmale possirte, der sich vielmehr darauf verlegt zu haben scheint, in allen Wirthschaften das Höchstmöglichste zu leisten in V>rzehrurg unentgeltlicher Speisen und Getränke, trotz schon so oft erhaltener Denkzettel. (B. A.)
— Noch einem Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten wird Lei Berichten und Eingaben vielfach unbeachtet gelassen, daß aus dem frühern Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten ein besonderer Ministerium für Handel und Gewerbe (jetzt unter dem Staats- mimster Hofmann stehend) und ein Ministerium der öffentlichen Arten ten (unter dem Staatsminister Naybach stehend), gebildet worden ist und die Gewerbeschulen auf das Ministerium der geifil. Angelegenheit übergegangen sind.
Zum Ressort des Ministeriums für Handel und Gewerbe gehören alle Sachen, welche mit Handel und Gewerbe in Verbindung stehen, namentlich auch diejenigen der Schiffahrt, der Rhederei und des Lootsen- wesens, der Navigationsschulen, der Privat-Baniinstitute, der Korpo, rationen und Sozietäten für Handel, Gewerbe und Industrie, des Maaß- und Gewichtswesens. — Zum Ressort des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten gehört 1. die Verwaltung für Berg-, Hütten- und Salinen- Wesen, mit der geologischen Landes anstatt und Bergakademie in Berlin, 2. die Verwaltung der Staats- Eisenbahnen, 3. die Verwaltung des Bauwesens und 4. die Staatsaufsicht über die Privat Eisenbahnen (H. W)
— Das „F. K." schreibt: Nach Mittheilungen von den meteorologischen Beodachtungsstationen darf man endlich auf bessere Witterung hoffen. Die über der Nordsee und Süd-Skandinavien bestandenen Sturm- gebtete haben sich entfernt, und nach der Vertheilung des Luftdruckes ist Drehung der Winde und vollständige Auiheiterung bei rascher Temperatur-Zunahme und damit wieder eine Reihe schöner Tage zu gewärtigen. (Möchte diese Freudenbotschaft sich verwirklichen. D. Red.)
— Au s dem Kreis Ro ten bürg. Die Ernteaussichten sind, wie dem „Hess Wchbl." witgeiheilt wird, im Ganzen bei uns sehr gute. Möge der Himmel nur endlich gutes Wetter gewähren, um die Ernte auch glücklich einzubringen. Bei der seitherigen Unbeständigkeit desselben dürfte es am Platze fein, an sollend,! bewährte Regeln zu erinnern. Beim Schneiden von Roggen und Weizen empfiehlt es sich, »eine Bunde in Stroh zu binden (ohne Bindestock) 9 Bunde zusonnunzustellen und ums Ganze ein StrohfG zu binden, wodurch der Haufen gegen Umfallen gesichert wird. — Bei der Fourage-Erndte lasse man nicht mehr mähen als die zu Gebote stehenden Arbeiter bearbeiten können. Wenn alles in kleine oder giößme Hanstn gebracht ist, lasse man es bei nicht sicherem Wetter ruhig stehen, wobei sich die Fourage am Besten hält (besonders Klee, welcher nicht auf Reiter gekracht ist), weil sich eine Kruste bildet, wovon der Regen abläuft.
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3415^ Aus der Umgegend.
— Fran kfurt a. M., LöäJülü Dem Freien Deutschen Hochstift wurde kürzlich von seinem Gtistsgenoffen Herrn Aug. von Löfeck in Hildburghausen eine Sandsteinplatte aus den Sandsteinbrüchen von Heßberg bei Hildburghaufen zum Geschenke gemacht, welche die sehr selten verkommenden Fußspuren des. vorweltlichen Chirotherium Barthii in ganz vorzüglicher Deutlichkeit darbietet Die auf der Platte in ungleicher Schärfe bemerkbaren Fußspuren rühren, abgesehen von der bezeichnenden Ungleichheit der Vorder- und Hinterfüße von Thieren sehr verschiedenen, zum Theil offenbar sehr jugendlichen Wuchses her. Das Geschenk bildet eine wmthvoüe Bereicherung der Sammlungen des Freien Deutschen Hochstiftes. (G.-A.)
— Das diesjährige Sommerfest des Kaufmännischen Vereins findet nunmehr Sonntag den 27. d. in Wilhelmsbad statt. Die umfassendsten Vorbereitungen sind getroffen, um das Fest zu einem recht glänzenden zu gestalten. Eine vollständige Militärkapelle, eine aus 60 Personen bestehende Künstlergesellschäst, diverse Festspiele, theatralische Aufführung, bengalische Beleuchtung des ganzen Parks rc. rc. werden sicher die Theilnehmer an der Parthie in die heiterste Stimmung versetzen. Wie man uns mittheilt, so schreibt die „F. Z.", wird das Fest auch bei ungünstiger Witterung und zwar in den großen Sälen des Kurhauses abgehalten.
— O f s enbach, 25. Juli. (Zur Landes-Gewerbe-Ausstellung in Offenbach.) Mittwoch Morgen passirte in der Ausstellung ein Unglück, das mir Anfangs nach uns gewordenen Mittheilungen nicht von
so>Okoßer Bedeutung hielten, wie es fich leider später herausstellte. ES sprang nämlich im Ausstellungsraum der Schmalz'schen Maschinenfabrik ein Schmiergelstein, der einen in der Nähe beschäftigten jungen Arbeiter am Kopfe verletzte. Die Wunde soll aber nach den uns von dem Chirurgen, der ihn verbunden hat, persönlich gemachten Mittheilungen durchaus nicht lebensgefährlich gewesen sein — leider wurde aber später eine Gehirnerschütterung konstatirt, die den Tod des armen jungen Mannes gestern zur Folge hatte. Es herrscht allgemeines Bedauern über den betrübenden Vorfall. dang ii: (O. Z.)
Marktbericht.
Hanau, den 26. Juli. Preise auf dem heutigen, ziemlich gut befahrenen Wochenmarkte: Butter 1 bis 1,05 M., Käse 4—5 Pf., Eier 5—6 Pf.; das Doppelliter Kartoffel 12—13 Pf.; dürre Zwetschen 18—20 Pf., Kirschen 8—10 Pf., Waizenmehl 1. Sorte 24 Pf., 2. Sorte 22 Pst, 3. Sorte 20 Pf. und 4. Sorte 17 Pf. = 0,50 kg; Brod 2 kg 42, 3 kg 56 Pst; grüne Erbsen und grüne Bohnen je 15-20 Pf. das Mähnchen; Gurken 10—15 Pst, Rettige 3-4 Pf, Kohlrabi 2—3 Pf. und Aprikosen 8 Pf. das Stück; die ®targe Merrettig 10-12 Pst; Kopfsalat 2-3 Pst, Weißkraut 25- 30 Pf., Rothkraut 25-30 Pf. und Blumenkohl 50-60 Pf. der Stiel; der Bund Gelberüben 6^-8 Pf.; Geflügel: junge Tauben das Pärchen 70-90 Pst, ein Hahn 80-90 Pf., ein Huhn 90 Pf. bis 1 M., eine Ente 1,50 bis 1,60 M. und eine Gans 2,60 bis 3 M.; Fische: gewöhnliche Sorte 25 Pf, bessere 30 Pf., Aal 1,25 M. und Hecht 1,40 M. — 0,50 kg; 25 Krebse 1 M.; Stroh 2 bis 2,10 M. und Heu 1,80 bis 2 M. -- 50 kg; Holz der Meter 8,40 bis
8,50 M.
■ Thermometer st and.
26. Juli. Morgens 7 Uhr 4- 12°, Vormittag« 10 Uhr 4- lßVi6.
. — Mkiv'wasserwärms: 151/» GrM
Börse nnachrichten.
N—r. Hanau, 25. Juli 1879.
Die Börse beharrt in günstiger Disposition, ohne daß die Course übrigens große Variationen erfuhren. Bezeichnend ist das angenehme Schaukelsystem in dem sich die Anschauungen bezüglich der Witterung bewegen. Gestaltet sich nämlich das Wetter gut, so dient dies als Begründung fester Haltung wegen der gebesserten Ernteaussichten in unse- ren Landen, gestaltet sich das Wetter schlecht, so erzeugt es gleichfalls Festigkeit! wegen erhöhter Exportaussichten für Oesterreich-Ungarn und Rußland. So ist die Stimmung fest auf alle Fälle.
Die anhaltende Flüssigkeit des Geldmarkts führt schon zur Conver- tirung ^/-prozentiger Papiere gegen solche ä 4 pCt. Das Königreich Bayern hat darin mit etwas überraschender Schnelligkeit den Anfang gemacht. Der Gesetzentwurf, nach welchem die 4^prozentige Eisenbahn- schuld in 4 pCt. umgewandelt werden soll, hat in kürzester Frist die Genehmigung der Abgeordnetenkammer erlangt und ist eine betreffende Publikation in aller Kürze zu erwarten. Aus dieser erst wird zu ersehen sein, welche Bonifikation den Umtaufchenden gewährt werden wird, ohne deren Kenntniß sich noch nicht wohl Beurteilen läßt ob Verkauf oder Conversion mehr im Interesse der Eigner liegt. Es ist ohne Verschlechterung der Qualität momentan ein Umtausch am offenen Markte nicht'wohl" möglich und dürfte daher das Abwarten der näheren Tausch- bestimmungen umsomehr geboten sein, als man eine gewisse Coulanz fei« tenS der bayerischen Regierung glaubt voraussetzen zu dürfen. Ein rigoroses Verfahren wäre um so schwerer zu rechtfertigen als die baye- ssche Regierung noch in jüngster Zeit 4si^pCtige Papiere zu hohem Course durch die königl. Bank in Nürnberg begeben ließ.
iah Auch die Stadt Wiesbaden wird ihre 5 pCt. Schuld kündigen, ebenso die hessische Ludwigsbahn ihre älteren 5 pCt. Obligationen.
Das Geschäft der Woche war ziemlich lebhaft für Ungarn, Russen und Deutsche Bahnen. 4^ pCt. Bayern auf Veranlassung der Conversion namhaft niedriger.
Frankfurter Course 4"/» Reichsanleche
til
4°/o Bayern
Oester. Creditactien Oesterr. Staatsbahnactien
Oesterr. Goldrente Oestrr. 60er Loose Ungar/ Goldrente Russen von 1877 Hess. LudwigSbahnaetien Reichsbankactien
am 24. Juli
99 ha 99^16
239*74 2467/s
691/»
1228/4
829/i6
SO1/»
751/s
155B/i6
am 18. Juli 993/i6 9815/i6
2381/» 246
69V8 123'/» 82-/s 90, 75-/« 155-/»
Auszöge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.
Marköbel. Wegen einer gegen Johann Friedrich Wennel