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Nr. 172.

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;1 IM^M^U WMAes Organ für Kreis und Stadt Hanau. ^ ^ Erscheint täglich mit Äussighme der Sonn- und Feiertage, mich belletristischer B.ilage, und Samstags put der Berliner Provinzial- Correspondenz.

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Samstag den 26. Juli

JnseriionS- PreiS:

Die Ispaltige Darmondzeile ob. deren Raum

10 Pfg.

Die Uspalt. Zeile 20 Pfg.

DieSspaltigeZeile 30 Pfg.

1879.

Amtliches.

Zur Anlage der Friedberg-Hanauer-Bahn ist in Gemarkung Erbstadt der Gelände-Erwerb von nachstehenden zum Gräflich Alt- Leiningen-Westerburg'schkn Fideicommiß gehörenden Parzellen der Karte E. Nr. 60 und 62 ein Theil von 53 a 35 qm bezw. 30 a 95 qm im Seegrund (die 80 Morgen) erforderlich.

Nachdem die Königliche Direktion der Main-Weser-Bahn die Fest­stellung der für die vorbezeichneten Parzellen zu gewährenden Entschä­digung beantragt und die Königliche Regierung zu Kassel in Verhinde- rung des Königlichen Landrathes den Unterzeichneten zum Kommissar für die Führung der Verhandlungen behufs Feststellung der Entschädi­gungen nach Maßgabe der §§. 24 bis 28 des Enteignungs-Gesetzes yom 11 9um 1874 bestellt hat, ist Termin zu diesen commissarischen Ver­handlungen aitt Dienstag den 5. August d. I., Nachmittags 2^2 Uhr, in die Wohnung des Bürgermeisters Schäfer in Erbstadt anberaumt und werden etwa noch vorhandene, noch nicht angemeldete Betheiligte, welche bei dem Entschädigungsversahren ein Interesse zu haben vermeinen, hierdurch unter der Verwarnung vorgeladen^ daß im Fall ihres Ausbleibens die Entschädigung ohne rhr Zuthun festgestellt Ünb wegen Auszahlung oder Hinterlegung derselben verfügt werden wird.

Hanau am 22. Juli 1879.

Der Kreissekretair: Baabe.

Für die am 2. August c. zu Bergen und Niederdor- felden einzuquartierenden Abtheilungen des Hessischen Feld-Artillerie- Regiments Nr. 11 soll die Fourage, bestehend in 10 Erntn er 19 Klg. Hafer, 2 Centner44 Klg. Heu und 3 Eentner 24 Klg. Stroh, Dienstag den 29. d. M., Vormittags 9 Uhr, auf dem landräthlichen Bureau verdungen werden, wozu Unternehmer eingeladen werden. Die Beding­ungen liegen hier zur Einsicht offen.

Ration am 25. Juli 1879.

Gefunden: Eine weiße Schürze. Ein leeres Portemonnaie. Ein kleiner schwarzer Regenschirm. Eine Orleans Schürze.

Verloren: Eine Rechnung für Riegelmann & Co. nebst 30 Mark baar.

Hanau am 26. Juli 1879.

Aus Königlichem Landrathsamt.

TageS scha«.

Der gegenwärtige Bestand der deutschen Flotte.

tL, b. Schw. Merk)

Die Veränderungen, welche der im Jahre 1873 aufgestellte Flot- tengründungSplan in Bezug auf den Bau und die Herstellung der in demselben projektirten Schiffsatten bis jetzt erfahren, bezieht sich, wie bekannt auf 1) die Erbauung von 13 Panzerkanonenbooten an Stelle der 1873 in Aussicht genommenen 5 Monitors ; 2) den Fortfall von 2 schwimmenden gepanzerten Batterieen; 3) die Ersetzung von 20 Tor­pedofahrzeugen durch den Kriegsschiffen mitzugebende Torpedoboote. Begründet war die Erbauung von Panzerkanom «booten (an Stelle der Monitors) dadurch, daß das heutige Torpedowesen zur Küstenvertheidi- gung an Stelle der schweren Panzerfahrzeuge kleinere, mit einem Ge­schütz bewaffnete, stark g panzerte Fahrzeuge von großer Beweglichkeit erfordert, welche befähigt sind, im Verein mit Torpedos Küstenstrecken und Flußmündungen wirksam zu vertheidigen, kleine Expeditionen in der Nähe der heimathlichen Hafenplätze und Gewässer auSzuführen und bei überlegene« feindlichen Angriffen auf niedrige Wassertiefen zurückzugehen, wohin feindliche Schiffe mit größerem Tiefgang nicht mehr folgen kön­nen. Der Fortfall der schwimmenden Batterieen motivirte sich durch die über die Wirksamkeit der Argriffstorpedos gewonnenen neueren Er­fahrungen, und der Verzicht auf die Torpedofahrzeuge entsprang der Erwägung. daß es militärisch und ökonomisch richtiger sein wird, die Verwendung der Fischtorpedos direkt auf die vorhandenen Kriegsschiff- typen zu übertragen/ bezüglich eigene Torpedoboote für dieselben Herzu­

stellen. Im Hinblick auf diese Veränderungen wird das schwimmende Flottenmaterial demnach, nach Durchführung des FlottengründungsPlans, welche bis zum 31. März 1883 bewirkt sein soll, aus 8 Panzerfregat- ten, 6 Panzerkorvetten, 1 Monitor, 13 Panzerkanonenbooten, 20 Kor. Veiten, 6 Avisos, 9 großen Kanonenbooten, 9 kleinen Kanonenbooten, 2 Artillerieschiffkn, 3 Segelbriggs und einer noch näher zu bestimmen­den Zahl von Torpedobooten bestehen. Der augenblicklich im aktiven Dienst befindliche, bezw. für denselben verfügbare Theil der Flotte be­steht in 7 Ponzersregatten, 2 Panzerkorvetten, 1 Monitor, 5 Panzer- kanonenbooten, 18 Korvetten, 9 Kanonenbooten, 2 Torpedobooten, 5 Avisos, 1 Segelfregatte, 3 Segelbriggs, 2 Transportfahrzeugen. Diese Fahrzeuge sind theils auf die heimischen, theils auf die auswärtigen Marinestationen vertheilt. Von den heimischen Stationen umfaßt die­jenige der Ostsee das baltische Meeresbecken bis zum Parallelkreis von Kap Skagen. Zur Marinestation der Nordsee gehört die Nordsee inll. Skagertak mit dem Meridian Von Dover und dem Parallelkreis von Lindesnäs als maritimen Grenzen. Den an der Spitze der beiden hei­mathlichen Marinestationen sehenden Seeoffizier« n, welche die Befugnisse von Divisionskommandeuren in der Armee haben, fällt die Leitung aller, auf die Marine bezüglichen Kommando und Verwaltungsangelegenheiten, mit Ausschluß der rein technischen Dienstzweige, zu. Ihnen ist die Sicherheit der Kriegt Häfen und Wersten, sowie die Marine Polizei über die Rheden und Küsten und die maritime Küstenvertheidigung anver­traut. Der StatiopSchef führt ferner den Befehl über alle von der Station aus in Dienst gestellte Fahrzeuge, so lange sie in seinem Sta­tionsbereich sind, und überwacht die zweck- und vorschriftsmäßige Aus» unb Abrüstung und die Verprovigntirung der Schiffe. Zur Marine- station der Ostsee gehören außer den Matrosen- und Werftdivisionen und dem größeren Theil des Seebataillons die Schiffsjungen in Fried­richsort, die Werften zu Kiel und Danzig, das Torpedodepot zu Fried­richsort und einige Lokal» und Bauverwaltungen. In gleicher Weise wie die Ostsee, ist die Station der Nordsee organisirt; derselben tritt noch das ca. 35 Mann starke Lootseykorps, zum Einführen von Schiffen ist die Jahde, hinzu. Das wissenschaftliche Observatorium zu Wilhelms- Hafen stöht nicht unter dieser Station, sondern ist eine Dependenz des hydrographischen Bureaus der Admiralität, mit der Bestimmung, den wissenschaftlichen Forschungen der Navigation zu dienen. Um den Jn- teressen Deutschlands in fernen Ländern und fremden Meeren wirksamen Schutz zu leihen und die Würde und das Ansehen des Reiches entipre- chend zu vertreten, sind auf einigen Punkten, an denen der deutsche Handel und die deutsche Schifffahrt ganz besonders rege und einträgliche Beziehungen unterhält, dauernd ein oder mehrere Kriegsfahrzeuge statio- nirt. Die Kommandanten derselben sind mit besonveren Segelordres versehen, welche die politisch militärischen Aufträge und Instruktionen enthalten, die sich an den Aufenthalt auf diesen auswärtigen Stationen knüpfen. Es liegt in der Natur der Sache, daß eine lokale Abgrenzung des Gebiets der ausw. Stationen nicht stattfinden kann, und daß den Befehlshabern für ihre Schiffsbewegungen ein gewisser Spielraum, je nach den augenblicklichen politischen, militärischen, kommerziellen Ver­kehrs- und NatUrverhältnissen, gelassen werden muß. In dauernder Weise sind deutsche Flottenstreitkräste in den Gewässern Ostasiens, im südlichen Stillen Ozean, im westlichen Atlantischen Ozean und im Mit- telmeer stationirt. In den ostasiatischen Gewässern sind zum Schutz des deutschen Kauffahrteiverkehrs stets 2 größere Schiffe (Korvetten) und 2 bis 3 Kanonenboote, in der Südsee, angesichts des gedeihlichen Auf- schwunges, den die Interessen Deutschlands dort nehmen, und nachdem dort ein Berufskonsulat errichtet, 2, im Atlantischen Meer ebenfalls 2 und im Mittelmeer 2 bis 3 Kriegsfahrzeuge (Kanonenboote resp. Aviso) vertheilt. Alle auf den auswärtigen Stationen befindlichen oder nach denselben gehenden Kriegsschiffe stehen direkt unter der karserl. Admirali­tät zu Berlin, von welcher auch, im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt, die Segelordres erlassen werden. (Nordd. A. Z.)

Berlin, 25. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König ha­ben, wie derR. u. St.-A." aus Gastein meldet, gestern Nachmittag