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Nr. 162
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Zugleich Amtliches Organ Kreis und Stadt Hanam ,
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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich^ mit Ausnahme der Könn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Dienstag den 15. Juli '
Amtliches.
Entflogen: Ein kleiner Papagei. .^-sEMssW
Entlaufen: Ein kleiner Spitz, w. Geschlechts, mit 4 weißen Pfoten.
Gefunden: Ein weißes Strickzeug, C. K. 13 gez. Ein schwarzer Regenschirm. Eine Schippe. Ein Rechen.
Zugelaufen: Ein kleiner schwarzer Hund mit braunen Pfoten. Hanau am 15. Juli 1879.
__________________Aus Königlichem Landrathsamt.__________________
Bekanntmachung.
Einführung besonderer Formulare zu Weltpostkarten mit Antwort.
Vom 15. Juli ab werden besondere, mit je 2 Frankostempeln von 10 Pfennig versehene Weltpostkarten mit Antwort eingeführt, welche bei sämmtlichen Reichs-Postanstalten für den Stempelwerth verkauft werden. Diese Karten sind verwendbar für Mittheilungen nach Belgien, Frankreich, Helgoland, Italien, Luxemburg, Niederland, Norwegen, Portugal,
Norwegen, Portugal, Rumänien, der nien und der Argentinischen Republik.
Berlin W., 5. Juli 1879.
Schweiz, Span
Kaiserliches General-Postamt. Wiebe.
Freite^g den 18. d. Mts«,
Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Fruchthause auf dem Frohnhofe hierselbst folgende Gegenstände gegen gleich baare Zahlung öffontlichIerstelgert^werden, als:
2 Fruchtreinigungsmühlen,
3 Rollwagen,
1 Decimalbrückenwaage,
1 Stehschreibpult von Tannenholz, sowie mehrere alte Fruchtgemäße, Schaufeln und Krücken. Hanau am 14. Juli 1879. 5351
Königliches Domainen-Rentamt.
In Bertr.: K ü l l m e r.
Rundschau.
R. F. Die entscheidenden Würfel in der Streitfrage, welche seit fünf Monaten im Reichstage verhandelt wurde, sind gefallen. Am Nachmittage des letzten.Sonnabend fand die große Schlußabstimmung im Reichstage statt und wurde mit 217 gegen 117 Stimmen den neuen Zoll- und Steuergesetzen die verfassungsmäßige Zustimmung des Reichstages ertheilt. Interessant ist das Stimmenverhaltniß bei dieser Schluß- abstimmung bei denjenigen beiden großen Parteien, die das Für und Wider in die entscheidenden Wagschalen warfen, wir meinen die Art
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stein'schen Antrages (§. 7 des Tarifgesetzes) und der Zustimmung des Bundesrathes, speziell des Reichskanzlers zu diesem § , die Annahme des ganzen Gesetzes entschieden war. Wir bemerken nur noch, daß es in den letzten Sitzungen zu verschiedenen Abrechnungen mit und zwischen den Parteien kam und besonders der Reichskanzler den Liberalen sehr bittere Worte gesagt hat, worauf der Abg. Dr. Bamberger bemerkte, daß die Liberalen so große Sünder wohl nicht seien, da sie doch 7 Jahre lang dieselbe Politik verfolgt hätten wie der Reichskanzler. Der Kornzoll wurde in dritter Lesung auf Antrag der landwirthschaftlichen Interessenten von 50 Pf. auf 1 Mark pro 100 Kilo erhöht, die gleichartigen Anträge auf Erhöhung der Viehzölle gingen jedoch nicht durch. Das Inkrafttreten des Getreidezolles ist in der letzten Sitzung des Reichstags vom 1. Oktober d. I. bis 1. Januar 1880 verschoben worden.
Am letzten Sonntag Nachmittag hielt der Bundesrath eine Sitzung ab, um sich über seine Stellung zu verschiedenen Beschlüssen des Reichs-
tags noch schlüssig zu machen.
Vom Kaiser, resp. König von Preußen erwartet man die unmittelbare Erlassung der Verordnungen über die Entlassung der Minister Falk und Friedenthal und die Ernennung des Oberpräsidenten von Putt- kammer zum Cultusminister und des ReichstagsvLepräsidenten Dr. Lucius zum landwirthschastlichen Minister. Der Minister Dr. Falk hat sich bereits letzten Freitag von seinem langjährigen Chef und Kampfgenossen, dem Reichskanzler Fürst Bismarck, verabschiedet. Nach der langen parlamentarischen Session treibt es auch den Fürsten Bismarck hinaus in die Sommerfrische und wird derselbe im Laufe dieser Woche in Bad Kissingen erwartet. Der Reichskanzler ist über die politische und Wirth - schaftliche Zukunft unseres Vaterlandes auch guten Muthes, denn nachdem er die kaiserliche Verordnung, betreffend den Schluß des Reichstags, am letzten Sonnabend im Reichstage verlesen hatte, knüpfte er daran die Hoffnung, daß die Meinungsverschiedenheiten, welche in dieser Diskussion zu Tage getreten sind, keine dauernden sein werden, daß die Arbeiten der Zukunft, die uns im Beginn des nächsten Jahres bevor- stehen, uns bereit finden werden, mit vereinten Kräften weiter zu arbeiten.
Zu der in München, der Hauptstadt des Königreichs Baye-n, stattfindenden internationalen Kunstausstellung hat Frankreich nachträglich seine Betheiligung zugesagt und werden verschiedene französische Kunstschätze sowohl aus dem Staatsbesitz und auch aus dem Privatbesitz in München ausgestellt werden.
Bezüglich Deutschlands und Rußlands hört man zur Zeit viel von einer Erkaltung der Beziehungen beider Staaten und einer beabsichtigten Annäherung Rußlands an Frankreich. Die betreffenden Nachrichten haben jedoch nur den Charakter von Vermuthungen, so daß man der Sache bis auf Weiteres noch keine Bedeutung beimessen kann.
In unserm Nachbarstaate Oesterreich steht man am Vorabend einer Ministerkrisis. Aus dem Ergebniß der »»n beendigten Wahlen ersieht man, daß die liberale Verfassungspartei eine vollständige Niederlage erlitten hat und selbst die Minister, welche unter diesen Äera seiner Zeit ihre Portefeuilles übernahmen und als Wahlcandidaten in einigen Bezirken aufgestellt waren, ihren clerical- conservativen Gegnern unterlegen sind. Unter diesen Umständen erwartet man, daß das Ministerium Stremayr in aller Kürze seine Entlassung einreichen wird, Graf Taase dürfte mit der Neubildung des Cabinets betraut werden.
Die republikanische Regierung in Frankreich befestigt sich imm# mehr, trotz ihrer Fremde, welche immer noch zahlreich genug sind, um der Republik Gefahr zu bereiten. Ein Beweis dnfür, wie die Franzosen auf die Sicherheit der Regierung und der Kammern Bedacht nehmen, sind die außerordentlichen Maßregeln, welche demnächst in Form eines Commissionsvorschlages seitens der Deputirtenkammer dem Senate vor-- gelegt werden. Nach diesen außerordentlichen Maßregeln haben die Präsidenten der Kammern das Recht, direkt ohne Bermittlung der obersten Militärbehörden aus den nächsten Garnisonen Truppe» zu ihrem Schutze zu requirnen. Die Spitze dieser Maßregel ist offenbar gegen die Eventualität eines Staatsstreiches oder eines Volksaufstandes in Paris gerichtet, und haben die davon betroffenen Mitglieder der bonapartistischen Partei sowie einige Radikale in den beiden Kammern dies wohl gefühlt, indem sie mit größter Heftigkeit sich gegen diesen Commissionsvorschlag
Ministerkrisis
eine vollständige Niederlage er-
der Abstimmung der nationalliberalen und klerikalen Partei. Die Mehr- zahl der Liberalen stimmten mit Bockäm-Dollfs, Delbrück und Beseler gegen die Vorlage, während die Nationalliberalen Bähr (Cassel), Bauer, Feustel, Gneist, Hölder, Klein, Kreutz, Müller (Sangerhausen), v. Ohlen, v. Puttkammer (Fraustadt), Rentzsch, Römer (Württemberg), Schauß, Servaes, v. Treitichke, Völk, Vogel, Wehrenpfennig dafür stimmten. Ferner stimmten für die Vorlage die Liberalen Berger, Löwe (Bochum), Mosle. Von den Centrumsmitgliedern stimmten in dritter Lesung gegen die Zolltarifvorlage Dr. Lieber, v. Bönninghausen, Stölzel, Ruppert, Westermayer, Freiherr v. Hafenbrädl, Dr. Bock, Menken und noch einige andere; ferner enthielt sich der Abgeordnete Ljeher vom Centrum der Abstimmung. Aus diesen Umständen erhellt wohl, welche Risse der Kampf um wirthschaftliche Reformen in das deutsche Partei- leben gebracht hat. Geschlossen für die Zoll- und Steuervorlage stimmten ferner die Conservativen und geschlossen dagegen die Fortschrittspartei, die Polen und Socialdemokraten. Der mächtige Wille des Reichskanzlers, die deutsche Wirthschäftepolitik zu Gunsten finanzieller Verbesserungen umzuändern, hat unbekümmert um der Parteien Liebe und Haß sich geltend gemacht und hegen wir die Hoffnung, daß mit den neuen Zoll- und Steuergesetzen nicht nur finanzielle Errungenschaften, sondern auch Vortheile auf andern Gebieten erzielt werden. i rnoem pe mit größter ^ejtigreu »cy gegen oiepn ^ommiiponsvorimrag
Die letzte» Verhandlungen des Reichstages boten in ihrer Haupt- ausgesprochen haben. Derselbe wird indessen doch angenommen werden, sache kein großes Interesse mehr dar, da seit der Annahme des Franken-1 und ist es gerade der Kriegsminister Gresley, welcher denselben besitz