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Hanmer Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Ar. 160.
Samstag den 12. Juli
1879.
Amtliches
Dekanntmachnngen auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.
Das durch meine Bekanntmachung vom 17ten Januar d. I. (Amtsblatt Nr. 6) erlassene Verbot der vom kommunistischen Arbeiter- bildungs-Verein in London herausgegebenen periodischen Druckschrift „Freiheit" erstreckt sich auch auf diejenigen Nummern dieses Blattes, welche unter der Aufschrift „Der Volksstaat" zur Ausgabe gelangen.
Berlin den 3. .^uli 1879.
Der Reichskanzler. In Vertr.: Hofmann.
Das von der unterzeichneten Behörde, als Landespolizeibehörde, unterm 28. November v. I. auf Grund des §. 11 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober v. I. verfügte Verbot der im Verlage von W. Bracke hierselbst erschienenen Druckschrift:
„Am Webestuhl der Zeit." Sozialpolitischer Roman in drei Bänden von A. Otto Walster. 1873.
wird hiermit auf die im Jahre 1877 in demselben Verlage erschienene Auflage jener Druckschrift ausgedehnt.
Braunschweig den 30. Juni 1879.
Herzogliche Poli-ei-Direktion. Orth.___________
^tachstehenoe Besttmmungen, betreffenö öie Nachsuchung zum ein» jährig freiwilligen Dienste, werden hierdurch wiederholt bekannt gemacht:
„Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen iW darf nicht vor voll ndetem 17. Lebensjahre nachgesucht werden. Der Nachweis derselben ist bei Verlust des Anrechtes spätestens bis zum 1. April des ersten Militairpflichtjahres zu erbringen. Wer die Berechtigung nachsuchen will, hat sich bei der Prüfungs-Commission, in deren Bezirk der Wehrpflichtige gestellungspflichtig ist, spätestens bis zum 1. Februar des ersten Militairpflichtjahres schriftlich zu melden.
Alljährlich finden zwei Prüfungen statt, die eine im Frühjahr, die andere im Herbst.
Das Gesuch um Zulassung zur Prüfung muß für die Frühjahrs- ung spätestens bis zum 1. Februar, für die Herbstprüfung spätestens zum 1. August angebracht werden.
Hanau am 9. Juli 1879.
Für Georg Sohl aus Bockenheim ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen-Verbände behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
Hanau am 30. Juni 1879.
Der Bäcker Georg Bering er aus Neuengronau, hier wohnhaft, hat um Paß nach Amerika gebeten.
Hanau am 3. Juli 1879.
Verloren: Von Hanau bis Windecken ein goldener Uhrschlüssel nebst drei goldenen Medaillons, auf welchen auf der einen Seite das Bernburger Wappen sich befindet.
Gefunden: Zwei weiße Taschentücher. Ein schwarzer Regenschirm.
Zugeflogen: Ein Kanarienvogel.
Zugelaufen: Ein kleiner gelber Hund. Ein junger grauer Hund.
Hanau am 12. Juli 1879.
__________________Aus Königlichem Landrathsamt.__________________
Der ledige Johann Henning von Groß - Dimina in Ungarn, früher in Bürzel, Kreis Offenbach, Großherzogthum Hessen, wohnhaft, dessen Aufenthaltsort jetzt unbekannt ist, wird auf die Anklage:
am 21. April d. J. in Kilianstädten den Handel mit Blechwaa- ren im Umherziehen, ohne im Besitze eines Gewerbescheins zu sein, auSgeübt zu haben, — strafbar nach §. 18 des Gesetzes vom 3 Juli 1876 —
zur Hauptverhandlung auf den
8. September 1879, Vormittags 9 Uhr, in das Sitzungszimmer des Köniflicken Amtsgerichts, Abtheilung IV in Hanau unter der Androhung voroeladen, daß avch im Falle seines Ausbleibens nach Maßgabe der §§. 350 und 454 St.>P. O. zur Urtheilsfällung geschritten werden nird, sowie, daß das Urtheil und weitere Verfügungen nur durch Anschlag am Gerichtsbrette werden bekannt gemacht werden.
Hanau, den 24. Juni 1879.
Der Polirei-Anwalt.
__________________________Sch olling._________________________
T a g e s s ch a u.
— Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den Geheimen Ober-Regierungs- und Vortragenden Rath im Reichskanzleramte Kurt Starke in Berlin zum Unter-Staatssekretär im Ministerium deS Innern unter Verleihung des Charakters als Wirklicher Geheimer Ober- Regierungs-Rath mit dem Range eines Rathes erster Klasse zu ernennen.
— Der „R. u. St.-A." Nr. 160 enthält: 1) Gesetz, betr. die Verfassung und die Verwaltung Elsaß Lothringens. Vom 4. Juli 1879. 2) Gesetz, betr. Abänderungen des Reichshaushalts-EtatS und des Lan- deshaushalts-Etats von Elsaß-Lothringen für das Etatsjahr 1879/80. Vom 5. Juli 1879.
— Bekanntmachung auf Grund des ReichsgesetzrS vom 21. Lktbr. 1878. Nach dem „N. u. Gt.-A." Nr. 159 wurde unterm 7. Juli verboten: die vom Samstag den 21. Juni, und Mittwoch den 25. Juni d. Js. datirten Nummern 49 und 50 der in der schweizerische« Ber- einSbuchdruckerei in Hottingen > Zürich erscheinenden Zeitung: „Kleine vereinigte Staaten von Europa".
Das durch I ekanutmachung um 17. Januar d. I. (Reichs-An- zeiger Nr. 15) erlassene Verbot der vom kommunistischen Arbeiterbil- dungSverein in London herausgegebenen periodischen Druckschrift: „Frei, heit" erstreckt sich auch auf diejenigen Nummern dieses BlatteS, welche unter der Aufschrift „Freie Presse" zur Ausgabe gelangen.
— Berlin, 11. Juli. (Reichstag, 79. Sitzung.) In dritter Berathung werden debattelos genehmigt der Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung, und der Gesetzentwurf, betreff-nd die Steuerfreiheit des Branntweins zu gewerblichen Zwecken. Der Gesetzentwurf, betreffend die Anfechtung von Rechtshandlungen eines Schuldners außerhalb des ConcurSverfahrens, wird in zweiter Lesung nach den Commissionsanträgen genehmigt. Es folgt die Spccialdebatte des Zolltarifs in dritter Lesung ReichenSperger (Crefeld) befürwortet bei Nr. 2 (Baumwolle) seinen früheren Antrag auf Ermäßigung der bez. Zölle. Präsident Hosmann erklärt: Der BundeSrath hat die Beschlüsse zweiter Lesung geprüft und sich mit denselben in allen wesentlichen Punkten mit wenigen Ausnahmen einverstanden erklärt; den Antrag ReichenSperger könne die Regierung nicht acceptiren. In Betreff der übrigen Amende- ments werden die Regierungsvertreter sich im Laufe der Debatte erklären. Der Antrag R-ichensperger wird abgelehnt. Nr. 2 wird mit einem unwesentlichen Amendement nach zweiter Lesung angenommen. Nr. 3, 4 und 5 werden unter unerheblicher Debatte nach den Beschlüssen zweiter Lesung genehmigt. Zu Nr. 6 (Eisen) beantragte Delbrück verschiedene Herabsetzungen. Bundescommissar Geheimrath Burchardt bezeichnet den Antrag als unannehmbar. Der Antrag wird abgelehnt. Stumm u. Gen. beantragten verschiedene Erhöhungen Bundescommissar Burchardt erklärt sich mit dem Anträge Stumm einverstanden. Richter (Hagen) bekämpft den Antrag. Stumm dafür, erilärt, er und seine Freunde würden nur im Falle der Annahme seines Amendements für die Erhöhung der Kornzölle stimmen. Es findet namentliche Abstimmung Statt. Hierbei wud der Antrag Stumm mit 178 gegen 160 Stimmen angenommen. (K. Z.)
— (Prinz Heinrich in Japan.) Der in Iokohama it» scheinende Japan Herald bringt in feiner Nummer vom 30. Mai nähere Nachrichten über den dortigen Aufenthalt des Prinzen Heinrich. Wir entnehmen denselben Folgendes: Die deutsche Fregatte Prinz Adalbert,