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Mittwoch den 2. Juli

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Zugleich Amtliches Organ für KreiS und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

1879.

Nr. 151.

TageSscha«. ^ w

Ems, 1. Juli. Der Kaiser unternahm gestern Nachmittag eine Spazierfahrt und wohnte am Abend der Vorstellung im Theater bei. Zum heutigen Diner bei Sr. Majestät haben Herzog Bernhard von Sachsen-Meiningen und Prinz von Reuß Einladungen erhalten.

Berlin, 30. Juni. (Reichstag.) Um 3^/, Uhr eröffnete der Präsident die Sitzung wiederum, indem er konstatirte, daß das Bureau von der Beschlußfähigkeit des Hauses überzeugt sei undffuhr daS.Haus mit der zweiten Berathung deS Zolltarifs fort.

1. Juli. In der heutigen (69.) Sitzung genehmigte daS HauS b^ne Debatte unverändert die Uebersichten der Ausgaben und Einnahmen des Deutschen Reichs für das Etatsjahr 1877/78 und trat dann in die dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betr. Abänderungen des Reichs- Haushalts Etats und des Landeshaushalts-Etats von Elsaß Lothringen für das Etatsjahr 1879/80. Die Abgg. Schwarz, Grad, Windthorst, Dr. Simonis und Dr. Reichensperger (Crefeld) erklärten sich sämmtlich gegen die Vorlage, weil sie unmrhältnißu-äßig hohe Beamtengehälter enthalte, wogegen der Abg. North hervorhob, daß die Gehälter den resp. Aemtern und der Finanzlage des Lendes «»sprechend seien.

Die Vorlage wurde jedoch unverändert nach den Beschlüssen zweiter Lesung angenommen.

- Darauf setzte das Haus die zweite Lesung des Zolltarifs fort

B erlin, 30. Juni. Der FinanzministerHobreöhj, der Kul­tusminister Falk und der Minister für Land wirthschaft, Friedenthal, haben offiziell ihre Entlassung eingeretcht.

Berlin, 1. Juli. (K. Z) Es ist Thatsache, daß vorgestern die Minister Vr, Falk und Dr. Friedenthal ihre Entlassung eingereicht haben. Der Rücktritt Folt's ist weder auf die schwebenden wirthschast- lichen Fi agen noch auf Differenzen mit dem Reichskanzler bezüglich des Cultusressorts zurückzuführen. Vor Schluß der ReichstagSsession werden Veränderungen im Ministerium nicht vollzogen werden.

Berlin, 1. Juli. Die wiederholte BeschlußUttfähigkeit des Reichstags in der gestrigen Sitzung machte allgemein einen äußerst un- erguicklichen Eindruck; sie wurde auf einen äußeren Grund zurückgeführt. Die beiden sitzungsfreien Tage vom Sonnabend und Sonntag hatten viele Mitglieder veranlaßt, in die Heimach zu reisen, und eine Anzahl derselben war gestern noch nicht zurückgekehrt. Nichts desto weniger hat man im Allgemeinen doch die Empfindung, daß die Spannkraft der Versammlung erschöpft ist und es nicht leicht ermöglicht werden möchte, dieselbe länger als bis zum 15. Juli in beschlußfähiger Anzahl zusam- menzuhalten. Dennoch wird nach Lage der Arbeiten es nur mit der äußersten Schwierigkeit gelingen, das Allernothwendigste bis dahin zu erledigen. Man erwartet schon am Ausgange diefer Woche den Beginn der Plenardebatten über. die Finanzzölle, und für Freitag oder Sonn­abend bie zweite Lesung des Tabaksteuer. Entwurfs. (Trib.)

Berlin, 30. Juni. Das Zentrum beschloß in der Frak­tionssitzung einstimmig, für die Tabakssteuer (85 M. Zoll auf ausländ. und 45 M auf inländ.) zu stimmen, dagegen unter Verwerfung des Antrages Buhl die 2jährige gänzliche Befreiung des inländischen Tabaks von der Steuer zu vrtiren, ferner den Petroleumzoll von 6 auf 4 Pf. herabzusetzen. Das Zentrum verhandelt über diese Beschlüsse mit den anderen Fraktionen der Mehrheit.

Oberbürgermeister v. Forckenbeck ist am Sonntag, 29. Juni, aus Elbing wieder in Berlin eingetroffen.

DerR. u. St.-A." Nr. 151 enthält: 1) Verordnung, betr. die Erhebung des Oktroi in der Stadtgemeinde Straßburg im Bezirk Anter-Elsaß. Vom 19. Juni 1879. 2) Verordnung wegen des Zinssatzes, welcher von den Hinterlegungsstellen sür hinterlegte Gelder zu gewähren ist. Vom 21. Mai 1879.

Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktbr. 1878. Nach demR. u. St.-A." Nr. 151 wurde unterm 27. Juni verboten: der GesangvereinFrohsinn" in Mundenheim.

Dresden, 1. Juli, Nachm. Dem Dresd. Journal wird aus Wien gemeldet, daß Graf Rudolf Khevenhüller, Secretär der öfter-

reichischen Botschaft in Petersburg, zum diplomatischen Agenten Oester­reichs für Bulgarien ausersehen sei.

Kiel, 28. Juni. Nach längerer Abwesenheit lief gestern Nachmittag die Tampfcorvette Medusa, den günstigen Wind ansnutzend, unter vollen Segeln in den hiesigen Hafen ein; dieselbe wird demnächst ihre auf etwa einjährige Dauer bemessene transatlantische Fahrt an­treten. Am heutigen Tage fanden im Beisein des Herrn v. Stosch die diesjährigen ersten größeren Schießübungen der Matrosen-Artillerie von Friedrichsort aus Statt, theils aus den in Batterie postirten schweren 21- und 28cm Positionsgeschützen gegen eine auf etwa 2500m Entfernung im Meere angebrachte feste Scheibe und in derselben Ent­fernung von einem Schleppdampfer vorübergezogene bewegliche Scheiben, theils aus am Strande unterhalb der Festung ausgestellten 9em- Ge­schützen gegen eine auf etwa 1200m aufgestellte feste Scheibe im Meere. D:cse Schießversuche, namentlich aus den schweren Positionsgeschützen mit ihren kolossalen Projectilen gegen die schwimmenden, feindliche Schiffe darstellenden Scheiben gewähren ein ungemein interessantes Schauspiel, das auch heute wieder bei ausgesucht schönem Wetter eine große Menge von Schaulustigen herangelockt hatte. Daß die Matrosen-Artillerie ihre Geschütze wohl zu handhaben weiß, dafür lieferte der heutige Tag wiederum einen Beweis; die Treffsicherheit ließ nichts zu wünschen übrig. (K. Z)

Wien, 1. Juli. (K. Z.) Obgleich Mahmud Red im bereits in Stambul eingetroffen, so ist sein sofortiger Eintritt in das Mini­sterium noch nicht wahrscheinlich. Dem Rücktritte Khereddin's wu de auch Karatheodory folgen und Said würde dann das Aeußere über­nehmen.

Wien, SO. Juni, Abends. Meldungen derPolit. Corr." aus Konstantinopel: Es heißt, der französische Botschafter hätte sich da­hin geäußert, Frankreich könne niemals die von der Pforte verfügte Aufhebung des Fermans vom Jahre 1873 zugeben, welche Aegypten in dasselbe Verhältniß zur Pforte zurückversetze, wie eS zur Zeit Mehemed sli's bestand. Frankreich und England verhandelten wegen eines ge­meinsamen Protestes gegen die Aufhebung des Fermans. Der Minister­rath berieth am Samstag darüber, ob dem ehemaligen Khediv die Er­laubniß ertheilt werden solle, nach Konstantinopel zu kommen. Ein Be­schluß wurde nicht gefaßt. Gestern beschäftigte sich der Ministerrath mit der griechischen Frage. Die Pforte soll heute den Mächten eine hierauf bezügliche Mittheilung machen wollen.

Paris, 30 Juni. Als Beleg, wie es in der Senatssitzung am Samstag herging, sei bemerkt, daß die Gazette de France auf Grund des stenographischen Berichtes des Journal Officiel 284 Unterbrechungen gezählt hat; darunter 61 anonyme Unterbrechungen, die im Protokoll alsStimme auf der Linken" angeführt werden; unter den namhaft aufgeführten Unterbrechern zeichnet sich Testelin durch 32, Tolain durch

17, Pelissier durch 21 Unterbrechungen aus; der Präsident mischte sich 36 Mal in die Verhandlungen ein.

Paris, 1. Juli. (K. Z.) Am verwichmen Dienstage wurde den Beamten der Polizeipräsectur Befehl gegeben, in den Räumen der Polizeipräfectur keine Zeitung zu lesen.

PariS, 1. Juli. Das JournalLe Gaulois" veröffentlicht das Testament des Prinzen Napoleon. Letzteres enthält ein Codicill, in welchem der älteste Sohn des Pripzen Jeröme Napoleon zur Fort­führung des Werkes Napoleons I. und Napoleons III. designirt wird.

London, 30. Juni. Der Premier, Earl BeaconLfield, erklärte auf eine Anfrage Lord Strathedens: er werde bei der Beisetzung der Leiche des Prinzen Napoleon keine öffentliche Feier stKttfinden. Die Leiche werde in Scheerneß landen und die Königliche-Artillerie sie nach Chislehurst begleiten. Die Artillerie werde auch der Beerdigung bei­wohnen.

St. Petersburg, 30. Juni. (R. u. St.»A.) Die Behaup­tung, welche auswärtige Blätter aufstellen, daß der russische Botschafter, Fürst Lobanoff, bei der Pforte gegen den Jrade des Sultans bezüglich der Ersetzung des Khedive durch seinen Sohn, Tewfik Pascha, Verwah­rung eingelegt habe, ist unrichtig. Rußland hat die Politik der andern