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Nr. 138. M^ 7 Dienstag den 17. Juni 1879.
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Wir werden auch in diesem Quartal unser Haupt-Augenmerk daraus richten, unsere Leser mit den neuesten und wichtigsten politischen und provinziellen Tages - Ereignissen in kürzester Zeit bekannt zu machen, auch den lokalen Vorkommnissen stets unsere Aufmerksamkeit schenken und ebenso amtliche und kirchliche Nachrichten und sonstiges Wisienswerthe auf dem Gebiete des Handels und der Industrie bringen. Für das „Unterhaltungsblatt" erwerben wir stets interessante und fesselnde Romane rc.
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, ÄEtchkÄk
BeZKKKMachmtge« auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.
Nachdem durch die rechtskräftigen Urtheile des Königlich preußischen Kreisgerichts au Zagen vom 15. und 21. März 1879 gegen die Nummern 18 und 20 des Jahrgangs 1879 der in St. Louis erscheinenden periodischen Druckschrift „Amerika" Berurthellungen auf Grund der §§. 41 und 42 des Stra'gcsitzluchs erfolgt sind, wird auf Grund des §. 14 des Gesetzes über die: Presse vom 7. Mai 1874 <ReW-GkseM. S. 65) die fernere Verbreitung dieser Druckschrift im Reichsgebiet auf die Dauer von zwei Jahren hierdurch verboten.
Berlin den 11. Juni 1879.
Der Reichskanzler. In Vertr.: Hofmann.
Verloren: Ein silberner Zwicker. »rn seidener Regenschirm. Ein Portemonnaie mit ca. 28 M.
Entflogen: Gin Kanarienvogel.
Gefunden: Ein schwarzer Regenschirm. Ein Köcher. Ein Gesinde-Dienstbuch, auf den Namen Magdalena Hartwig aus Breitenborn lautend. Ein Cigarrenetui mit einigen Cigarren.
Hanau am 17. Juni 1879.
-__________ Aus Königlichem Landrathsamt.__________________ Bekanntmachung.
Postverkehr mit Peru.
Nachdem die Schwierigkeiten, welche sich dem Eintritt Peru's
in den Weltpostverein entgegenstellten, inzwischen beseitigt sind, ist der Anschluß dieses Landes an den Verein nunmehr erfolgt. Es kommen mithin für die Briefsendungen nach und von Peru von jetzt ab die Bereinsportosätze in Anwendung, nämlich 20 Pf. für frankirte Briefe, 40 Pf. für unfrankirte Briefe; 10 Pf. für Postkarten; 5 Pf. für je 50 Gramm Drucksachen, Geschäftspapiere und Waarenproben, mindestens jedoch 20 Pf. für Geschäftspapiere und 10 Pf. für Waarenproben.
Berlin W., 14. Juni 1879.
Der General-Postmeister.
Stephan.
Rundschau.
R. F. Auf die unzähligen Beweise der Liebe und Anhänglichkeit, welche dem deutschen Kaiserpaar zur Feier seiner goldenen Hochzeit von nah und fern in beglückwünschenden Huldigungen, in der Form von inhaltsreichen Zuschriften, telegraphischen Grüßen und Blumenspenden zugegangm sind, hat ds erlauchte Jubelpaar unterm 13. Juni im Reichsanzeiger einen Dank Erlaß veröffentlicht, in welchem Allen, die des Kaiserpaares am Jubeltage gedacht, der allerhöchste Dank ausgesprochen wird. Besonders wird in dem Erlasse der Befriedigung darüber Ausdruck verliehen, daß man diesen Tag gerade zum Jnslebenrusen mildthätiger Stiftungen ausersehen hat. — Das Reiseprogramm des Kaisers für den Sommer ist durch den unglücklichen Fall und die langsame Heilung der Kniewunde natürlich etwas verschoben worden, denn die Aerzte dringen darauf, daß die Abreise des Monarchen nach einem Badeorte, welche für Mitte Juni in Aussicht genommen war, erst nach vollständiger Schließung der Kniewunde angetreten werden könnte. Auch über den Badeort selbst ist man noch nicht im Klaren. Während früher Ems gewühlt werden sollte, ist jetzt der Besuch der Teplitzer Quellen in l usficht genommen. Eine definitive Entscheidung dürfte aber jedenfalls vor Ende des Monats nicht getroffen werden.
Das preußische Swatsministerium hat am 14. d. M. eine mehrstündige Sitzung abgehalten, in welcher die Angelegenheit der Grund- stückserwerbung vrm preußischen Fiskus behufs Erbauung des Reichs- tagsgebäudes verhandelt und laufende Geschäfte aus dem Gebiete der Eisenbahn- und Justizverwaltung erledigt wurden.
Der Reichstag empfing in seiner Freitagssitzung die Mittheilung des kaiserlichen Dankes für die dem Kaiserpaare durch den Präsidenten von Seydewitz ülerbrachten Glückwünsche. In erster und zweiter Berathung wurde hierauf der Vertrag Deutschlands mit den Samoainseln erledigt und in Berathung über das elsaß-lothringische Organisation^ gesetz eingetreten, welche in der Sormabeudssitzung fortgesetzt wurde. Darüber war man im großen Ganzen einig, daß der Gesetzentwurf als ein bedeutender Fortschritt in der Entwickelung der Reichslande zu bezeichnen sei. Der betreffende Entwurf ist zur sofortigen Spezialbe- rathung im Plenum gestellt. Der hierauf zur Verhandlung gelangte Gesetzentwurf, die Statistik des auswärtigen Warenverkehrs betreffend, wurde an eine besondere Commission von 14 Mitgliedern verwiesen.
W W keineswegs leichten Arbeiten mit Energie weiter fort. Während in der letzten Sitzung über die Position 10: Glas und Glakwaaren, sich eine lebhafte Debatte entspann, wurde die Positivst 18: Kleider, Leibwäsche und Putzwaaren, durchweg nach der Regierungsvorlage angenommen. Eine ganze Reihe von Anträgen auf Ermäßigung der Sätze der Vorlage, grünes, naturfarbiges gemeines Hohlglas, Glas und Geschirre betreffend, wurden abgelehnt, dagegen zu den Positionen: Ermäßigungen im Interesse der Passemeüterie-Industrie und Lampen-Jndustrle angenommen.
Aus der TabalSsteuer- Commission wurde dem Resultat der Be- rathurg über die Lieenzgivühr mit größtem Interesse allseitig entgegengesehen. Dasselbe dürste den Erwaitungen der Regierung keineswegs entsprechen, denn der Azitrag, die §§. 49—56: der Vorlage abMiehne», ist insofern dmchgegaugen, daß der §. 49 einstimmig abgelehnt wurde und dadurch die übrigen Paragraphen über die Licenzgevühr gefallen sind. Aus den Arbeiten der anderen Commissionen ist zu erwähnen,