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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

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M. 137. Montag den 16. Juni 1879.

Amtlicher.

Landwirthschastlicher irds-Derdn Hanau.

An die Mitglieder des landw. Kreis-Vereins können circa 6 bis 8 Wochen alte Zuchtschweine reine Jorkshire Ra^e (englische Kreuzung) abgegeben werden und beliebe man die Anmeldung der gewünschten Stückzahl an den Vorstand des hiesigen Kreis-Vereins spätestens bis zum 22. d. M. gelangen zu lassen.

■ ______________________Der Vorstand.______

I a e s i st- a u.

— Der „R. u. St.-A." Nr. 137 enthält folgende an den Reichs­kanzler gerichtete Allerhöchste Kundgebungen:

„Dank dem Walten der göttlichen Vorsehung ist eSUnS vergönnt gewesen, am 11. Juni das 50jährige Jubiläum Unsrer Vermählung zu begehen und dabei zu beobachten, wie dieser Tag Unsrer persönlichen Erinnerungen sich im ganzen Deutschen Voterlande und weit hinaus über dessen Grenzen, wo Deutsche beisammen weilen, zu einem Festtage von allgemeiner Bedeutung gestaltet hat. Mehr als je ist Uns kund geworden, von welcher Liebe und Anhänglichkeit das Deutsche Volk für s einen Kaiser und dessen Haus erfüllt ist. Die beglückwünschenden Hul­digungen in der Form von inhaltsreichen Zuschriften, telegraphischen Grüßen, freudigen Festspielen, Poetischen und künstlerischen Widmungen, duftigen Blumenspenden rc. wuchsen zu einer volksthümlichen Bewegung an, welche nicht ohne tiefen Eindruck auf Uns geblieben ist. Indeß Nicht hierauf allein hat sich die Befriedigung Unsres Gemüths beschrän­ken dürfen; es ist vielmehr auch in andern höchst würdigen Erscheinun­gen ein erfreuliches Verständniß für Unser innerstes Empfinden zu Tage getreten. Eingedenk des in bedrängten Zeiten mehr und mehr steigen­den Bedürfnisses noch energischem Hülfereichenden Wirken hat man dem Gedanken Raum gegeben, Unser Jubiläum zum Anlaß zu nehmen, um ein über das gesammte Reich sich erstreckendes Netz von Stiftungen zu mannigfaltigen, dauernden Zwecken der Humanität zu begründen. Wir fühlen Uns gedrungen, auch an dieser Stelle zu versichern, daß hier­durch mit besonderer Wärme von Uns gehegte Wünsche ihre Erfüllung erhalten haben. In welchem Maße und in welcher Weise sich aber auch die Theilnahme an Unserm Jubeltag geltend gemacht hat — Wir wollen Allen, den Nahen wie den Fernen, für ihre Aufmerksamkeiten danken, und beauftragen Sie daher, diesen Erlaß alsbald zur öffentlichen Kennt­niß zu bringen.

Berlin, den 13. Juni 1879.

Wilhelm. Augusta."

— Berlin, 14. Juni. (Reichstag.) Im Verlaufe der gestrigen Sitzung begann das Haus die erste Berathung des Gesetzentwurfs- be­treffend die Verfassung und Verwaltung von Elsaß-Lothrmgen.

In der heutigen (59.) Sitzung theilte der Präsident mit, daß die Kommission zur Vorberathung des Gesetzentwurfs, betr. einige Abände­rungen des Reichsbeamtengesetzes, gewählt sei und sich unter dem Vor­sitz des Abg. Dr. von Echwartze konstituirt habe. Ferner theilte der Präsident mit, daß die Gesetzentwürfe, betr. die Kontrole des ReichS- Haushalts-Etats pro 1878/79 und des LandeShaushalts-Etats für Elsaß- Lothringen vom 1. Januar 1878 bis 31. März 1879, eingegangen seien.

Darauf setzte das Haus die zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betr. die Verfasfung und Verwaltung Elsaß-Lothringens, fort.

— Berlin, 14. Juni. (Köln. Ztg.) Ueber die Schritte des Sultans bei dem Vicekönig von Aegypten hört man, daß die Pforte, nachdem sie Mittheilung von der deutschen Protestnote erhalten hatte, im Interesse der Rechte deutscher Landesangehörigen Aufklärungen von dem Khedw verlangt hat.

— Das „Deutsche Montags-Blatt" schreibt: Geheimer Rath Pro­fessor Dr. Reuleaux ersucht uns um die Mittheilung, daß während sei­ner Anwesenheit in Sidney und Melbourne der Herr Landrath v. Zed- litz hier mit seiner Vertretung betraut ist. Alle auf die Ausstellungen in Sidney und Melbourne bezüglichen Schriftstücke sind aber nach wie vor „an den Reichskommissar für die Australischen Ausstellungen, Ber- I lin, W., Wilhelmsstraße Nr. 75* zu richten. I

— Darmstadt, 14. Juni. S. H. der Fürst von Bulgarien und S. D. Prinz Ludwig von Battenberg trafen mit Gefolge heute Vormittag 11 Uhr 10 Min von Mamz hier ein und setzten um 11 Uhr 25 Min. die Fahrt nach Schloß Heiligenberg fort. (H Landesztg.)

— Paris, 13. Juni. Der Justizminister Leroyer stellte heute der Senatscommission den Garantie-Gesetzentwurf zu. Die Kommission beschloß noch mehrfachen Erwägungen mit 6 gegen 2 Stimmen, ihre sich gegen die Zurückverlegung der Kammern nach Paris aussprechen­den Beschlüsse aufrecht zu erhalten. — Der Conseils-Präsident Wad- dington und der Handelsminister Tirard richteten heute an die Tarif- commission das Ersuchen, die Vorlegung ihrer Berichte zu beschleunigen, damit die Berathung der Tarife in den Kammern noch im kommen­den Monat Juli stattfinden könne.

— Paris, 14. Juni. (Köln. Ztg.) Fürst Hohenlohe trifft morgen wieder in Paris ein. Gestern wurde allen Geistlichen von Marseille eine vom Präfecten gutgeheißene Verordnung des Maire zu« gestellt, welche die Prozessionen in dieser Stadt und ihrem Weichbilde verbietet. Der Cardinal-Erzbischof von Paris hat seiner Geistlichkeit befohlen, sich gegenwärtig einer jeden Kundgebung gegen die R-gierung zu enthalten. Die Revolution Fran^aise wurde heute mit Beschlag belegt. Der Kriegs« inister hat mehrere Maßregeln angeordnet, um die Bi-dung von Territorialarmee- Schützengesbüschasten zu erleichtern; die Mitglieder derselben, welche sich zu den Schießständen begeben, er­halten unter anderem die Fahrt auf den Eisenbahnen zu halben Preisen.

Spezialtelegramme des „Deutschen Montags-Blatt."

— Stettin, 15. Juni, 1 Uhr 40 Min. Ein schrecklicher Un­glücksfall hat sich in unserem Hafen heute früh zugetragen. Kurz vor der Abfahrt explodirte der Kessel deS Dampfers „Orpheus" der von hier noch Königsberg L Pr. bestimmt war. Infolge der Katastrophe ver­unglückten Frau Tanz aus Poelitz mit acht Kindern, die sich als Deck­passagiere eingeschifft hatten, ferner von der Schiffsmannschaft der zweite Maschinist und der Koch, beide todt; der Heizer wurde schwer verwun­det. Drei bis vier Personen werden noch vermißt.

— Wien, 15. Juni, 12 Uhr 50 Mittags. Der österreichische Botschafter, Graf Zichy, wurde letzthin vom Sultan in der Audienz sehr unfreundlich empfangen. Sein Begehren wegen einer Auszeichnung der österreichischen bei der Konvention mitwirkenden hohen Beamten blieb vom Sultan unbeantwortet; Graf Zichy dürfte bald abberufen und durch Baron Haymerle ersetzt werden.

— Petersburg, 15. Juli, Morgens. Der „Regierungsbote" meldet: Die Untersuchung gegen den Staatsverbrecher Solowjeff hat er­geben, daß derselbe im Verkehr mit einem Friedensrichter des Samara- schen GerichtSkreists gestanden hat; dies ist auch durch eine bei dem FriedeMriM Haussuchung bestätigt worden, bei welcher im Besitze desselben verbotene Bücher und kompromittirende Korrespon­denzen vorgesunden wurden.

— Paris, 15. Juni, 11 Uhr 26 Min. Das radikale Wahlko- mit6 wird in Bordeaux nochmals Blarqui' als Kandidaten aufstellen. Die spanische Deputirtenkammer votirte die Verlängerung der Handels­verträge mit Portugal und Frankreich bis Neujahr.

— Madrid, 14. Juni. In der heutigen Sitzung des Senates theilte der Ministerpräsident, Martine; Campos, mit, daß der Haupt- führer der Insurgenten von Korthagena begnadigt worden sei, weil er den Eid geleistet habe, während Ruiz Zorilla noch immer gegen die staatlichen Einrichtungen Spaniens konspirire. Der Minister fügte hin­zu, daß die Regierung eine Politik der Versöhnung verfolge und daß man das Geschehene vergessen müsse._________________________

Hananer Spaziergänge.

VI

pfingsst». /epfagt über /eßsage. Dir goldene Hochzeit des Kaisers.

Unsere Adresse. Die Messe. Uieseudame, Uirsenbart, Mordgeschichten u. s. n». Die Anlagen. Erinnnssraße. Lamboi-Fess. Räthsel.

Die Hoffnung; die wir am Schlüsse unseres letzten Spaziergangs