ES
1879
Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau
Mittwoch, den 11. Juni
Zur goldenen Kochzeitsfeier unseres Kaiserpaares
Mll die Kränze, die die Ehre, Die der Fürstenruhm verleiht, Schmücken längst erhabner Kaiser, Dich, den Größten dieser Zeit. Ueppig um die weißen Schläfen Schlingt sich längst des Lorbeers Zier, Den im Kampf um Deutschlands Einheit Glorreich Du erstritten Dir.
Und dazwischen Blüth' um Blüthe Prangen Rosen, roth und weiß
Und Und All' Die Die Um
die liebliche Cyane
der Palme schlankes Reis, —
die ein die die
Zeichen treuer Liebe, Volk dem Fürsten bringt, Kunst und das Gewerbe Stirn des Schützers schlingt.
Reich an Siegen, reich an Ehren, Ein vollendet Königsbild
Und der edle Mensch vor Allem Jst's, den es zu feiern gilt. Ja, ein Herrscher ohne Gleichen Wirst Du leuchten für und für, — Der Geschichte vollste Blätter Und die reinsten sind von Dir!
Doch der schönste aller Kränze, Der das Menschendasein schmückt, Jener goldne Kranz der Liebe Wird Dir heut auf's Haupt gedrückt, Jenes Glückes, das den Aermsten, Reich wie einen König macht, Doch so selten auf den Thronen Dieser Erde Mächt'gen lacht.
Fünfzig Jahr als treuer Gatte Gingst Du an Augusta's Hand! Wie sich anet) die Zeiten wandten, Euer Sinn blieb unverwandt! Und in Königlichem Wollen, Stets in gleicher Majestät Stand er über Eurem Volke, Es beschirmend früh und spät.
Wenn des Krieges Donner rollten Blutend Deutschlands Jugend fiel Für des Reiches heil'ge Güter, Für des Volkes höchstes Ziel, War's Augusta, die im Kriege Schritt als Friedensengel hin, Wunden heilend, Schwache stärkend, Deutschlands Samariterin.
Und wenn längst die Waffen ruhten, Ihre Hilfe ruhte nicht, Denn sie trocknete die Thränen Manchem bleichen Angesicht.
Jedes Werk der Nächstenliebe Ward durch Ihren Schutz geweiht, An des Kaiserhauses Pforten Stets Erhörung fand das Leid.
Eins in diesem frommen Walten
Mit des Kaisers hohem Sinn, Auch der Feier dieses Tages Ward ein ew'ges Heil verliehn! Nicht in glanzvoll lauten Festen Wollt Ihr, daß man heut Euch ehrt, — „Denkt der sArmen" — dies das Höchste Was Ihr Euch zum Glück begehrt.
Eine Leuchte Eurem Volke So in hehrem Menschenthum Preisen Millionen Lippen Heute Eures Namens Ruhm.
Und Millionen Lippen flehen, Daß in diamantnem Glanz Euer Haupt dereinst noch schmücke Eures Glückes dritter Kranz.
Hartwig Köhler.