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MvnncmenjÄ- PreiS: .Jährlich, s Mari. Halbj. 4 M. 50 P.

Vierteljährlich L Mark 25 Pfz. Wr auswärtige

AboHeute' mit dem betreffen» den Poftaufjchlag. Die einzelne Rum» nier 10 Pfg.

Nr. 133.

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Mfcheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,- und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Dienstag den 10. Juni

Ansertions- Preis:

Die ifpaltige Garniondzeile ob. deren Raum

10 Psg.

Die LIpalt. Zeile 20 Psg.

DicSspaltigeZeile 30 Pfg.

1879.

RAtlicheS.

Bekanntmachung.

Bei der, dem Plane gemäß, heute vor Notar und Zeugen statt» gefundenen 68sten Serien-Ziehung des vormals kurhessischen, bei dem Bankhause M. A. von Rothschild & Söhne zu Frankfurt a. M. aufgenommenen Staats-Lotterie-Anlehns vom Jahre 1845 sind folgende 80 Serien-Nummern gezogen worden:

4 253 551 557 566 583 727 839 892 1071 1260 1328 1388 1528 1617 1626 1642 1998 2054 2152 2162 2208 2225 2231 2312 2446 2482 2492 2548 2627 2726 2835 2868 2890 2917

3009 3091 3240 3258 3259 3284 3337 3463 3537 3661 3688

3715 3764 3790 4009 4017 4399 4467 4529 4665 4725 4944 4973 5277 5280 5283 5365 553 3 5615 5823 5864 5924 5976 6139 6172 6218 6360 6376 6466 6473 6514 6584 6624 6690 6706.

Wir bringen solches hierdurch zur öffentlichen Kenntniß.

Cassel, den 4. Juni 1879.

Königliches Regierungs-Präsidium.

________________ von B rauchitsch.____________________

Die Herrn Bürgermeister und Ortspolizeiverwalter werden um Einsendung der Urlisten der zu dem Amt eines Schöffen oder Ge­schworenen geeigneten Personen ersucht.

Hanau am 10. Juni 1879.

Der Landrath

Rundschau.

R. F. Das Befinden des deutschen Kaisers ist ein derartig gün­stiges, daß die Gerüchte, welche schon in Betreff der goldenen Hochzeits­feier in Umlauf waren und die wegen des letzten den Kaiser betroffenen leichten Unfalls schon von einer Vertretung des Monarchen, wie Voll­ziehung der Trauung in Babelsberg sprachen, durchaus unbegründet sind. Die Feier der goldenen Hochzeit soll im königlichen Schlosse zu Berlin ganz in der programmmäßigen Weise stattfinden, nur insofern wird sie eine Aenderung erfahren, als der Kaiser die Deputationen und Corpo- rationen fitzend zu empfangen gedenkt; auch ist es zweiselhast, ob der Kaiser der Gala-Oper am Abend bei wohnen wird. Die Zahl der Cor- Porationen, welche dem erlarchten Jubelpaare ihre Glückwünsche darzu- bringen wünschen, mehrt sich immer noch. Außer dem Vaterländischen Frauen verein, welcher unter dem Protektorat der Kaiserin steht, haben sich noch verschiedene wohlthätige Stifungen angemeldet. Die Universi­täten werden durch eine Gesammtdeputation vertreten sein, und zwar werden von jeder preußischen Universität zwei Mitglieder bei der Feier zugegen sein, ein gleiches gilt von der Akademie der Wissenschaften und der Künste wie von den technischen Hochschulen. Interessant dürfte noch die Mittheilung sein, daß an der großen Cour im Thronsaale, welche unmittelbar nach der kirchlichen Einsegnung des hohen Paares stattfin- det, im Ganzen dreißig verschiedene Kategorien von Zugelassenen theil- nehmen werden. Am Abend des 11. Juni sollen dem Vernehmen nach sämmtliche Staatsgebäude ton Berlin illuminirt sein. Bei der über­wiegend patriotischen Gesinnung der Berliner Bevölkerung dürfte auch voraussichtlich eine allgemeine Illumination der Privatgebäude stattfinden.

Aus der letzten Sitzung des Kundesrathes ist noch nachträglich bekannt geworden, daß ein Antrag auf Zustimmung zu dem Vertrage mit der Schweiz, wegen Regulirung der Grenze bei Constanz, eine ziemlich lebhafte Debatte erregte, welche sich eingehend mit den Rechten der einzelnen Staaten zum Abschluß von Verträgen beschäftigte. Die Berathung über das Eisenbahn-Gütertarifwesen, welche aus Antrag Württembergs vertagt wurde, war, wie man hört, den einzelnen Re­gierungen auf amtlichem Wege noch nicht einmal in vollem Umfange bekannt geworden. Die Berathung dieser wichtigen Vorlage soll nun­mehr erfolgen, sobald die Commissare ihre Instruktionen vollständig in Händen haben.

Es ist vielfach das Gerücht von einer Vertagung der Reichstags­session bis zum September laut geworden; dagegen hört man nun aus Regierungskreisen mit größter Bestimmtheit, die Regierung würde darauf

dringen, daß die Geschäfte in gegenwärtiger Session und zwar ohne Unterbrechung erledigt würden, da eine Beschleunigung im Interesse der gewerblichen Kreise unbedingt nöthig sei.

Der Freundschaftsvertrag Deutschlands mit den Samoainseln ist jetzt dem Reichstage zur Vorlage eingereicht worden. Das umfangreiche Aktenstück zählt 216 Seiten, welchem sechs Karten beigefügt sind. Der Vertrag ist sowohl in deutscher als in der Sprache der Samoainseln verfaßt.

Auf dem kirchenpolitischen Gebiete erregt eine eben bekannt ge­wordene Nachricht viel Aussehen, nach welcher die abgebrochenen diplo­matischen Beziehungen zwischen dem deutschen Reiche und dem römischen S'.uhle wieder angeknüpft werden sollen, sobald der Papst den ersten Schritt zur Wiederherstellung des kirchenpolitischen Friedens durch Ab- fendung eines Nuntius an den Kaiser thun würde.

Das neue Kriegsgericht, welches in Sachen des „Großen Kurfürst" in Berlin längere Zeit getagt hat, schloß am 7. Juni seine Verhand­lungen und geht der von diesem Gerichte gefällte Urtheilsspruch zunächst an das Corpsgericht des Gardecorps, welches denselben dem Kaiser zur Bestätigung vorlegt.

In Bosnien und der Herzegowina, woselbst eine Volkszählung bevorsteht, suchen sich in einigen Bezirken jüngere, männliche Einwohner derselben dadurch zu entziehen, daß sie, unter dem Vorwande, Arbeit zu suchen, um Ausfertigung von Auslandspässen bei den Behörden einkom­men. Die Landes-Regierung in Bosnien und der Herzegowina hat sich deshalb, um die Volkszählung möglichst genau dmchzuführen, genöthigt gesehen, die Verordnung zu treffen, daß die Bezirksbehörden bei Aus­fertigung derartiger Pässe sehr genau vorgehen und dergleichen Doku­mente nur in solchen Fällen ausstellen sollen, in welchen die Nothwen­digkeit der Reise vollkommen erwiesen ist und kein Bedenken auftauchen kann, als ob der Betreffende sich der Volkszählung entziehen wolle.

Der Präsident der französischen Republik Jules Gr^vy hat unterm 5. d. M. das letzte Dekret unterzeichnet, durch welches 235 wegen Theil­nahme an dem Commune-Ausstand Berurtheilte begnadigt wurden; aber Blanqui, der Radikale, der Deputirte von Bordeaux, ist wieder nicht unter ihnen, so fest man auch in gewissen Kreisen davon überzeugt war, daß er begnadigt werden würde. Selbstverständlich ergehen sich nun die radikalen Blätter in den heftigsten Drohungen gegen das Cabinet; aber auch die „Republique frangaife", das Organ Gambetta's, greift das Ministerium dieserhalb an und führt aus, daß der Fall Blanqui's damit noch nicht abgethan sei. Bordeaux würde Blarqui wieder wählen und wenn es auch dann der Regierung sreistände die abgegebenen Stim­men für ungültig zu erklären, so sei dich damit die parlamentarische Debatte über den betreffenden Gegenstand lange noch nicht abgeschlossen und es könne sehr leicht der Fall eintreten, daß die Majorität die auf solche Weise zu Stande gekommene Wahl von Blanqui's Gegner für ungültig erklären würde. Wie dem nun auch immer sei, ob dieser Fall eintritt oder nicht, vorläufig steht so viel fest, daß das Verhalten des Ministeriums demselben im Bürger- und Bauernstande viele Sympathien erworben hat.

Am 16. April fand bekanntlich in St. Petersburg ein Attentat aus den Kaiser Altxander statt. Der Attentäter Namens Solowjeff ist nun von dem obersten Gerichtshöfe am 6. Juni zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Der Vertheidiger, welcher ausführte, daß Solowjeff die That nur aus Furcht vor der Rache der Nihilisten ver­übt habe, da im Weigerungsfälle sein eigenes Leben bedroht gewesen sei, konnte an dem Schicksale des Angeklagten nichts ändern, welchen nun wohl bald das Loos Hödel's und Moncasi's erreichen wird, da zu einer Begnadigung durch den Kaiser Alexander von Rußland kein besonderer Grund verließt. Nach ein gelaufenen Nachrichten aus St. Petersburg ist die nur aus 300 Millionen Rubel berechnete dritte russische Orient- Anleihe fast um das Doppelte überzeichnet worden; der Gesammtbetrag sämmtlicher Zeichnungen wird auf ca. 500 Millionen Rubel geschätzt.

Aus Ostrumelien wird gemeldet, daß das Direktorium beschlossen hat, sich bei seinen Berathungen der französischen Sprache zu bedienen. Was die übrigen Vorkommnisse der letzten Tage in Ostrumelien betrifft,