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Ijanniicr Anstilser.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,' und Samstags mit der Berliner Provinzial-Torrespondenz.

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Nr. 126

Samstag den 31. Mai

1879.

Amtliches.

Gefunden: Zwei Rollen Bindfaden.

Zugelaufen: Ein junger schwarz und gelb gefleckter Doggen- Hund. Ein schwarzer Hund.

Hanau am 31. Mai 1879.

_________________Aus Königlichem Landrathsamt__________________

Bekanntmachung.

Zur Beförderung und Bestellung der nach Berlin gerichteten Post­sendungen ist es von grrßem Vortheil, nenn neben der Wohnungsan­gabe noch die Angabe des Postbezirks angebracht ist.

Durch Vermittelung des Kaiserlichen Postamts ist ein in neuer Auflage erschienenesVerzeichniß der Straßen und Plätze Berlin's mit Angabe der Postbezirke" zu beziehen; das Exempiar desselben kostet 10 Pfennig

Bestellungen hierauf werden am hiesigen Postschalter und durch die Briefträger entgegengenommen.

Hanau, 30. Mai 1879.

________ Kaiserliches Postamt.

Tages schau.

Se. Majestät der König haben Alleranädigst geruht: aus Anlaß der Feier der Einweihung des neuen Universitätsgebäudes in Marburg dem ordentlichen Professor Dr. Karl Fuchs bei dieser Universität den Charakter als Geheime Justizrath, den ordentlichen Professoren Dr. Arnold, Dr. Lucae, Dr. Dohrn und Dr. Mannkopff den Rothen Adler- Orden vierter Klasse, sowie dem Karzerwärter derselben Anstalt, Krug, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen.

Officiös wird derKöln. Ztg" geschrieben:An den von dem Fürsten Bismarck erbetenen Urlaub werden Muthmaßungen ge­knüpft, welche in der Sachlage nicht im mindesten begründet sind. Von einer Verstimmung des Fürsten und einer Erkaltung für seine wirth- schaftlichen Reformpläne kann gar nicht die Rede sein. Er hat sich durch seine Beurlaubung lediglich die Freiheit sichern wollen nach seinem Belieben an den Reichstagsverhandlungen in den nächsten Wochen Theil nehmen zu können oder nicht; aber die Entschiedenheit und Hingebung, mit welcher er die Aufgabe der Finanzreform verfolgt hat, schließt die Annahme aus, daß er in allen entscheidenden Augenblicken das Gewicht seines persönlichen Einflussts nicht werde geltend machen. Ueberdies ist die i age nicht im mindesten dazu angethan, ihn zweifeln zu lassen, daß er sein Ziel ganz oder zum großen Theil erreichen werde, wenn er auch eine lebhaftere Unterstützung zur Erreichung noch größerer Erfolge er­wartet hat. So lebhaft aver sein eigenes Interesse für Durchführung der Sache auch noch ferner sein wird, so empfindet er doch schon jetzt das Bedürfniß der Erholung auf dem Lande und eines späteren Wech­sels des Aufenthalts zu Berlin und aus seinen Besitzungen, ohne daß er an der persönlichen Theilnahme in der Zeit der Entscheidung gehin- dert wird.

Posen, 30. Mai. DiePösener Zeitung" enthält Mitthei­lungen aus dem Schubiner Kreise, wonach sich zwischen Bartschin und Labischin Schwärme von Wander Heuschrecken gezeigt haben, betest Flug- richtung nach dem Kreise Wongrowitz ging.

Metz DerMetzer Ztg." zufolge hat sich dieser Tage in her hiesigen Kaiser Wilhelms Kaverne ein Unteroffizier des bayerischen Fußartillerie-Bataillons erschossen. Derselbe hat sich vor einiger Zeit beim Exerzieren hinreißen lassen, einem Soldaten seiner Compagnie eine Ohrferge zu geben, und war deshalb zu 7 Monaten Haft verurtheilt worden. Diese Verurtheilung scheint ihn zum Selostmord getrieben zu haben.

Aus Szered a. d. Waag wird demWestung. Grzb." fol­gender gräßliche Unglücksfall gemeldet: Alljährlich am 25. Mai gehen die Leute zu dem auf dem Weingebirge Schintaus stehenden heiligen Urbanek; um aber diesen Weg zu kürzen, fuhren einige 60 Personen mittelst Waidzillen über die Waag; da aber die Last zu groß war, tippte der Kahn um und wurden nur einigt dreißig Personen gerettet.

Paris, 29. Mai. Der zur Herstellung eines interozeanischen Kanals hier tagende Kongreß hat sich mit 74 gegen 8 Stimmen dafür ausgesprochen, daß der Isthmus von Panama in der Richtung: Bai von Limon Panama nach den von Wyse, Reclus und General Türr entworfenen Plänen durchstochen werden.

Lissabon, 29. Mai. Von Seiten der portugiesischen Regie­rung ist ein Vertrag mit einer englischen Gesellschaft unterzeichnet wor­den, behufs Legung eines Telegraphenkabels von Aden nach der Kap­stadt, welches Mozambique berühren soll.

Rom, 29. Mai. Einige Senatoren und Deputirte haben ein Comitö g-bildet, um die Ausführung der Bestimmungen des Berliner Vertrags zu Gunsten Griechenlands zu fördern.

Madrid, 30. Mai. (Köln. Z'g.) Der Kriegsminister kün­digte die demnächstige Verminderung des stehenden Heeres um 10,000 Mann, also von 100,000 auf 90,010, an, ungerechnet die Herabsetzung der Truppenzahl auf Cuba.

London, 30. Mai (Köln. Ztg.) Nach dem Daily Tele­graph hätte die französische Regierung dem diesseitigen Cabinet die ge­meinsame Ernennung von englischen und französischen Controleuren für die ägyptischen Finanzen vorgeschlagen; dieselben sollten mit unbe- sch:änlter Vollmacht versehen werden und seitens des Khedivs u?a setz- bar sein.

St. Petersburg, 30. Mai. (R. u. St.-A.) Die diesjäh­rigen Zolleinnahmen Rußlands betrugen laut Ausweis bis zum 29. d. M 22,35 l,800 Kreditrubel und ergaben mithin eine Mehreinnahme von 4,087,916 Rbl. gegen den entsprechenden Zeitraum des Jahres 1878 und eine Mehreinnahme von 16,505,628 Rbl. gegen den entsprechenden Zeitraum des Jahres 1877. Der diesjährige Import an Gold und Silber in Münzen und Barren betrug bis zu demselben Zeitpunkt 4,379,063 Rubel, mithin 3,322,693 Rbl. mehr als im entsprechenden Zeitraum 1878 und 3,410,453 Rbl. mehr als im entsprechenden Zeit­raum 1877. Der diesjährige Export bezifferte sich auf 2,621,817 Rbl., mithin 865,503 Rbl. mehr als in derselben Zeit des Jahres l 878 und 5,121,741 Rbl. weniger als in derselben Zeit des Jahres 1877.

Bukarest, 30, Mai. Der gestern unter dem Vorsitz des Fürsten abgehaltene Ministerrath hat den Zusammentritt der neuen Kam­mern auf den 3 Juni festgesetzt.

New- York, 28? Mai. Der DampferHolland" von der National-Dampfschiffs-Compagnie (C. Messingfiche Linie) und der Ham­burger PostdampferSuevia" sind gestern Abend 7 Uhr hier einge­troffen.

Hananer Spaziergänge.

v.

Endlich Sommer. Der Himmclfnhrlstag. Eiscnbahn-LalamiiSi. Der Ver- schöncrungs-Vertia und seine Ziele. Litfaß-Zäuicii und andere Desiderien. Schloßgarlen-Coiizcrte. Die Nellenbäder. Fröhliche Pfingsten.

Endlich, endlich ist es Sommer geworden!

Der wunderschöne Monat Mai scheint des ewigen Raisonirens auf ihn doch müde geworden zu sein und will die paar Tage, die ihm in diesem Jahr ncch zu leben vergönnt sind, dazu benutzen, uns mit seiner anfänglichen schlechten Laune zu versöhnen, damit er in Frieden seinen Abschied nehmen kann. Es geht eben mit dem Weiter, wie mit so vielen anderen Dingen auf der Welt, Zureden und Abwarten hilft und das Abwarten haben wir dieses Jahr gründlich lernen können.

Doch die bösen Tage sind nun vergessen und wir freuen uns der warmen, prächtigen Witterung.

Am dankbarsten haben wir und Alle die plötzliche Weiterwendung wohl am Himmelfahrtslage empfunden. Waren wir doch durch die Er­fahrungen der letzteren Jahre schon fast daran gewöhnt worden, uns gerade diesen schönen Festtag durch schlechtes Wetter verdorben zu sehen, aber diesmal konnten wir das Vergnügen des Tages, begünstigt von dem herrlichen Wetter, bis auf die Neige genießen.

Heiter fLttdte die Sonne ihre glänzenden Strahlen auf die Erde,