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im Main, im sogenannten Winterhafen, gefunden worden. — Bei der gelegentlich des Crsseler PferdsmarkteS stattgefundenen Prämienver- theilung erhielt Herr A. Ballenberg von hier zwei Preise und zwar: in der Abtheilung „Carofsiers" einen prachtvollen silbernen Tafelaufsatz und in Abtheilung „Reitpferde" ein silbernes Tintenfaß. B. Anz.

— Dienstag, den 3. k. Mts., tritt nach der „Hess. Mgztg." der ständische Berwaltungsausschuß zusammen.

— Eine günstige Gelegenheit zu einem Pfingstausflug bietet ein am 30. d. M. von der Königlichen Eisenbahn.Direktion zu Frankfurt a. M. veransiälteter Extrazug von Frankfurt a. M. zur Gewerbe-Aus­stellung nach Berlin. Zur größeren Annehmlichkeit der Reisenden und besseren Orientirung über die Raute wird mit jedem Billet ein Kärt- chen der zu durchfahrenden Linie unter Hervorhebung der sehenswerthe- sten Punkte ausgegeben werden.

— Das diesjährige Ober Ersatz-Geschäft für den Kreis Marburg findet am 14. und 15 Juli, von Morgens 8 Uhr ab, im Rathhaus­saale zu Marburg statt

— Fulda, 27. Mai. Postdirektor Koch in Hamburg ist vom 1. Juni c ab commissarisch an das hiesige Postamt versetzt.

— Schmalkalden, 25 Mai. Eine zum ersten Male im Vor­jahre im Schlosse Wilhelmsburg hierselbst abgehaltene Gewerbeausstel­lung industrieller Erzeugnisse unseres Kreises wurde heute wieder eröff­net Mit derselben ist zugleich eine Ausstellung und spätere Prämiirung von Lehrlingsarbeiten verbunden, von der man sich für die Hebung unseres Gewerbes allseitig den besten Erfolg verspricht. (Hess. Mgstg.)

— Falsifikate von goldenen Fünfmarkstück en mit der Jahresmhl 1878 und basischen Gepräges sind neuerdings aufgetaucht. Dieselben sind aus so weichem Metall hergestellt, daß bei einigermaßen starkem Druck das Einschneiden der Fingernägel zu sehen ist.

Arrs der UmgegeKö.

— Der Frankfurter „General-Anzeiger" schreibt unterm 27. Mai aus Frankfurt am Main: An Wohnungen — kleine und mittlere — ist dermalen in Frankfurt kein Mangel und sind die Preise derartig, daß man sich, da die Hauseigenthümer froh sein müssen, wenn sie an zahlende Miether abgeden, nicht beklagen kann. An einem einzigen Tag voriger Woche z. B.° waren 327 Wohnungen zum Vermiethen ausge­schrieben — (Frankfurter Augenheilanstalt) Nach dem 33. Jahres­bericht dieser Anstalt suchten daselbst im v. I. 2573 Augenkranke Hilfe (seit den 34 Jahren ihres Bestehens 31046), von denselben wurden 271 in die Anstalt selbst ausgenommen. Die Einnahmen incl. eines Bei­trags von 1030 W. durch den Kreistag und 7300 M. als die Hälfte des Ertrages einer theatralischen Vorstellung zu Gunsten der Anstalt, betrug 19020 M, die Ausgaben 17884 M. 16 Pf. — Zur Welt­ausstellung in Sidney sind von der CoPmissim, wie wir hören, nur folgende hiesige Firmen zugelaffm worden: Wilhelm Rieger, J. G. Wouson & Co., Ph. Mayarth & Co. und Julius Herz (Cigarren- fabriy. — Seine Hoheit Prinz Georg und Prinzeß Louise von Hessen haben gestern Morgen ihren Winter-Wohnsitz in Frankfurt a. M. ver­lassen und haben ihren Sommer-Wohnsitz auf ihrem Stammsitz Schloß Rumpenheim bezogen. ^Ti «Mist nnoc

— M a inz, 25. Mai. Die neuen noch ein ^führenden Zoll­gesetze üben gegenwärtig schon auf den Güterverkehr einen bedeutenden Einfluß, und zwar um deswillen, da die Großhändler aus den noch bestehenden Zollsätzen den größtmöglichsten Vortheil zu ziehen beabsich­tigen. Die Thätigkeit im Transportwesen ist ganz enorm, die Eisen­bahnen, Dampfboote, Remorqueure und Schleppkähne können den Trans­port kaum bewältigen. Die Waaren, besonders Eisen, französische Weine rc. verbleiben thuls hier, zum größeren Theil werden sie aber umge- laden, um mit den Bahnen weiter befördert zü werden. Hiesige Groß­händler und Spediteure haben sich sogar eigens nach Holland begeben zu dem Zweck, den Transport bereits aufgegebener Waaren zu beschleu­nigen. Auch in unserem Zollhafen herrscht große Thätigkeit, alle darin lagernden Waaren werden verzollt, um nicht dem neuen, einzuführenden Zolltarif unterworfen werden zu können. ' • (Hess. Landesztg)

— Groß - Umstadt, 26. Mai. Gestern wurde in Semd der Sohn des hiesigen Schloffermeisters B. erstochen. Der bereits in Hast befindliche Thäter ist 17, der Erstochene 23 Jahre alt. Die jungen Leute gerieten beim Kegelspiel in Streit.

Imoelier-GeMst ersten Rangs unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Vermögende solide Rest stauten be­lieben sich unter Chiffre 16. 803, Annoncen-Expedition von fiiiidolf Masse in Mannheim zu wenden. (22 ä/V) 3936 tMn gewandter Zapfjunge wird gesucht, d 4106 bei Ed. D örr?

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— Seit gestern erscheint die (seither im Verlag und unter der Re­daktion des Herrn W. A. Gärtner herausgegebene) „Hessische Landes« zeitung" zu Darmstadt' im Verlage und unter Redaktion des Buch- druckereibesitzers Georg Otto daselbst.

Thermometer st and.

27. Mai. Höchster Stand + 16°, Abends 7 Uhr ^ 13° 28. Mai. Morgens 7 Uhr -j- 12°, Vormittags 10 Uhr + 15°.

— Mainwasserwärms: 14 Grad.

Literarische s.

Die „Hess. Mgztg." schreibt: „Beiträpe zur Erforschung und Ge- schichte des Pfahlgrabens (Limes imperii Bomaui Transrhenanus) im unteren Maingebiet und der Wetterau. Mit einer Kartenskizze und zwei Kartons. Von Dr. Albert Duncker, Oberlehrer am Realgymnasium in Wiesbaden. So lautet der Titel einer in der Zeitschrift des Ver­eins für hessische Geschichte und Landeskunde VIII., 1 und 2, sowie als Separatabdruck bei August Freyschmidt in Gaffel erschienenen Abhand­lung des um den hessischen Geschichtsverein hochverdienten früheren Ha- nauer Gymnasiallehrers Dr. Duncker, von dem wir auch, wie wir soeben lesen, in den nächsten Tagen bei der Säkularfeier unseres Museums eine Festgabe zu erwarten haben. Die neuere Zeit hat für die Erweiterung und Sicherung unserer geschichtlichen Kenntnisse Bedeutendes geleistet durch Anwendung des auch sonst sein Recht geltend machenden Princips der Arbeitstheilung, durch eine Menge von Einzelforschungen, die theil- weise schon in das Gesammtbild eingefügt sind, theilweise noch der Ver­arbeitung harren. So unbedeutend solche Geschichtsbeiträge an sich be­trachtet erscheinen mögen, so wesentlich sind sie oft für die Ausfüllung einer Lücke in dem musivischen Ganzen, für die Beseitigung falscher Eintragungen und die Ersetzung derselben durch die ursprünglichen Stein» chen, die manchen Partieen des großen Bildes einen ganz anderen Cha­rakter zu verleihen im Stande sind und dem Sucher nach den nun noch fehlenden bunten Mosaikstückchen frische Anregung geben und neue Wege weisen. Einen solchen Zweck verfolgt auch das Duncker'sche Schrift- chen. Der Verfasser ist bemüht, unter sorgfältiger Benutzung der vor­handenen Quellen und Hülfsmitteln bestehende falsche Ansichten über den Pfahlgraben, namentlich über das zwischen Main und Nidder zu setzende Stück, und über den angeblichen „Probuswall" in Spessart und Vogelsberg zu beseitigen, richtigere, so weit möglich, an deren Stelle treten zu lassen und zugleich „die Lust an der Limesforschung neu zu beleben." Daß auch der letztere Zweck ein recht wichtiger genannt wer­den darf, ist wohl Jedem klar, welcher weiß, wie starke Veränderungen in dem Aussehen einer Gemarkung durch die jetzt überall zur Durchfüh­rung kommende Verkuppelung herbeigeführt werden können. In einer Reihe von Jahren werden eine Menge von noch erhaltenen schwachen Spuren der Römerbefestigungen beseitigt sein, deren gründliche Er­forschung jetzt vielleicht noch möglich und von Erfolg sein dürfte. Die Deutung per Orts- und Flurnamen, die Verwerthung mancher noch in den Archiven vergrabenen Urkunden wird vielfach eine leichtere sein, so lange noch die Autopsie sich an vorhandenen Erhöhungen mit Spuren römischen Mauerwerks halten kann. Die Art, wie Duncker das 6—7 Meilen lange Stück des Pfahlgrabens von Großkrotzenburg am Main über die Altenburg an der KiMig bei Rückingen, über Obelissigheim und Marköbel bis zur Nidder bei Aldmstadt verfolgt, zeigt uns, daß noch Resultate von ziemlicher Sicherheit und wie dieselben zu erreichen sind. Seine Untersuchung über den von Arnd angenommenen äußeren Limes, den angeblichen Probuswall, machen es mehr als wahrscheinlich, daß ein solcher nie existirt hat. Die besonnene Prüfung alles Dessen, was in den Systemen mancher Forscher des exakten Beweises entbehrt, und die sorgfältige Vermeidung der Gefahr in den gleichen Fehler des Hypothesenmachens zu verfallen, lassen uns wünschen, daß es dem Ver­fasser selbst vergönnt sein möchte, weitere Stücke des römischen Grenz- walls einer genauen und erfolgreichen Untersuchung zu unterziehen. Der Hanauer Bezirksoecein hat die Verdienste Duncker's um den hessischen Geschichtsverein dadurch anerkannt, daß er denselben bei seiner Ver­setzung nach Wiesbaden zum Eyrenmitgliede ernannte.

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