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Nr. 122 e

Hanmier Ammer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis «nd Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstag» mit der Berliner Provinzial-Correspondenj.

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Dienstag den 27, Mai

1879

____, , ________T,p. der Stadt Bockenheim sinken auf dem Rathhsuse daselbst an den nachstehend Tagen unentgeld- lich statt:

Die diesjährigen öffentlichen Impfungen

1)

Die im Jahre 1878 geborenen und zugezogenen Kinder: am 4. Juni Nachm 2 Uhr Impfung,

2)

3)

4)

Zöglinge der höh. Töchterschule Die Mädchen der Volksschule ,',' Die Restanten der in den Jah­ren 1877, 1876, 1875 et retro geborenen Kinder

11.

4.

11.

4.

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Revision; Impfung, Revision; Impfung, Revision;

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Zöglinge der Realschule

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6)

7)

8)

Die Knaben der Volksschule Die dchcn der kath. Schule Die Knaben der kath. Schule

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H an au, den 21. Mai 1879.

11.

18.

11.

18.

11.

18.

18.

25.

18.

25.

2 2

3

4 4

5 2

3 3

4

Impfung, Revision; Impfung, Revision; Impfung, Revision; Impfung, Revision; Impfung, N Revision;

Der Landrath.

Rundschau.

R. F. Das Programm der goldenen HrchzeitLseier unseres Kai­serpaares dürfte in dieser Woche nach der Rückkehr der Kaiserin aus England definitiv festgestellt werden. Das kaiserliche Paar wird bis zum 11. Juni in Schloß Babelsberg bei Berlin residiren, am Abend dieses Tages aber nach dem Berliner Schlosse übersiedeln, in dessen Kapelle am 12. Juni auch die feierliche Einsegnung des kaiserlichen Paares durch den Hofprediger Dr. Kögel stattfinden wird. Wohl gegen sechzig fürstliche Gäste werden am genannten Tage in Berlin anwesend sein und zumeist im Berliner Schlosse gastliche Aufnahme finden, nur der bereits am 9. Juni in Begleitung von drei Großfürsten in Berlin eintreffende Kaiser von Rußland wird mit seinem Gefolge im russischen Botschaftshotel logiren. Der Kaiser Wilhelm befindet sich sehr wohl und wird am 29. Mai die große Frühjahrsparade über das Gardecorps auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin abnehmen.

Die letzten vier Tage der vergangenen Woche sind von einer außerordentlichen Bedeutung für unsere politischen Verhältnisse, denn sie haben einen vollständigen Umschwung in unserer inneren Lage konstatirt. Die Thatsache, daß die Liberalen wegen ihrer entgegenstehenden Meinung zu den Zoll- und Steuerplänen des Reichskanzlers ihre bisherige maß­gebende Stellung verloren haben, vollzog sich nun auch im Reichstage durch einen entsprechenden Wechsel der leitenden Persönlichkeiten. Der langjährige nationalliberale Präsident des Reichstages, der Abg. v. Forckenbeck, legte das Präsidium nieder und an seiner Stelle wurde der conservative Abg. v. Seydewitz, welchem die Konservativen und die Centrumspartei ihre Stimmen gaben, gewählt. Alsbald zeigte auch der nationalliberale erste Bicepräsident des Reichstags, Freiherr v. Stoufien- Lerg, dem Reichstage an, daß er sein Amt niederlege und dieselben Parteien, die vorher den Abg. v. Seydewitz auf den Präsidentenstuhl gehoben hatten, wählten nunmehr den der Centrumspartei ungehörigen Freiherrn v. Frankenstein zum ersten Vicepräsidenten des Reichstags, während der sreiconservative Abg. Dr. Lucius die zweite Vicepräsiden- tenstelle beibehielt.

Die letzten Reichstagsverhandlungen drehten sich in ihrer Haupt- sache um die zweite Lesung der Zollvorlage, bei welcher Fürst Bismarck in einer zweistündigen Rede zeigte, daß er sehr eingehende Studien über unsere wirtschaftliche Lage und zumal über diejenige der Landwirthschaft gemacht hat. Es ist unmöglich an dieser Stelle des Näheren auf die umfangreiche Rede des Reichskanzlers einzugehen und wir erwähnen nur, daß er die Landwirthschaft als stiesmütterlich behandelt ansieht und

ihre Entlastung mit Hülfe der Getreidezölle durchführen will. Die von der Regierung gewünschte Erhöhung der Kornzölle von 50 Ps. auf 1 Mk. pro Centner ging indessen nicht durch, sondern es wurden nur, wie auch im Uebrigen, die Vorschläge der Zolltarifcommission genehmigt. In der Frage der Getreidezölle verlangten die Abgg. Delbrück und Rickert auch eine Sicherung für die Aufrechthaltung des Durchfuhrhan­dels mit Getreide, da dieser Durchfuhrhandel fast der ausschließliche Nahrungszweig mehrerer deutschen Handelsplätze sei. Der Reichskanzler erklärte daraus, daß der Bundesrath in dieser Beziehung auf die Ost- seehäfenstädte alle möglichen Rücksichten nehmen treibe, doch werde er sich nicht durch einen gesetzlichen Zwang dazu binden lassen und wurden die Anträge der Abgg. Delbrück und Rickert als der Beherzigung werth an die Tarifcommission verwiesen. Außerdem erledigte der Reichstag eine Menge kleinerer Finanzvorlagen.

Der Bundesrath hielt letzten Freitag eine Plenarsitzung unter dem Vorsitz des Staatsministers Hofmann. Nach den einleitenden Geschäften und verschiedenen Mittheilungen gingen Vorlagen, betreffend den An­trag Preußens wegen Einsetzung einer Commission zur Ausarbeitung des Entwurfs eines Reichsgesetzes über das Eisenbahnwesen rc. und der Entwurf eines Gesetzes über die Schiffsmeldungen bei den Consulaten des deutschen Reiches an die Ausschüsse. Der Antrag des Ausschusses, betreffend den Entwurf eines Gesetzes über die Statistik des auswärti­gen Waarenverkehrs des deutschen Zollgebiets, sowie Antrag des Justiz- auSschusses, betreffend die Evidenthaltung der Personenstands-Register, wurden angenommen. Der Antrag des Rcchnungs- Ausschusses, betref­fend die Erwerbung des Graf Racynskischen Grundstücks zur Errich­tung eines Reichstagsgebäudes blieb noch unerledigt.

Der zum Fürsten von Bulgarien erwählte Prinz Alexander von Bettenberg ist der' Gegenstand großer Aufmerksamkeiten von Seiten der fürstlichen Höfe Europas und offenbar wurden dem jungen Fürsten an manchen Höfen auch schon recht bedeutsame Ausschlüsse über seine Mis­sion gegeben. So wurde der Fürst in Wien mehrfach vom Kaiser em­pfangen und hatte darauf eine zwei und eine halbe Stunde dauernde Unterredung mit dem österreichischen Kanzler Grafen Andraffy. Auf seiner Weiterreise nach Berlin machte der Fürst auch dem Dresdener Hofe einen Besuch und wurde dort von dem Königspaare zur Tafel gezogen.

Das Abgeordnetenhaus des österreichischen Reichsrathes ist durch eine kaiserliche Verordnung aufgelöst und die.Mnleitung zu alsbald zu erfolgenden Neuwahlen angeordnet worden.

Das Königreich Dänemark knüpft an die neue deutsche Zollpolitik große Hoffnungen. Im dänischen Nbgevrdnctenhause führte der Natio- nalökcri! M Gab aus, daß Deutschlands Zollpolitik einen Theil des rus­sischen Getreidehandels nach Kopenhagen verlegen werde und im däni­schen Herrenhause gab der Ministerpräsident Estrup die Erklärung ab, daß der neue deutsche Zolltarif auch Abänderungen des dänischen Zoll­tarifs nothwendig machen werde.

Die sonst sehr freisinnige englische Nation ist in Bezug auf tüch­tige Strafen außerordentlich konservativ. Bei der Berathung des Mi- litärstrafgesetzbuches im englischen Parlament wurde der Antrag auf Beseitigung der Prügelstrafe gestellt, dieselbe wurde jedoch mit großer Mehrheit beibehalten. Beim englischen Söldnerheere heißt es da offen­bar : probatum est. Im Kampfe gegen die Zulus in Südafrika sieht es für die Engländer noch sehr bedenklich aus, was auch bereits daraus erhellt, weil neue Truppenverstärkungen nach dort verlangt wer­den. Die Grundzüge des englisch-afghanischen Friedensvertrages sind: die Ausdehnung der britischen Grenze bis Ali-Khel lPewar-Paß), Luudi Kotal (Chaiberpaß) und den Pischinpaß jenseits Ouetta. Kandahar, DjeHLlalad und selbst Dhaka werden von den britischen Truppen auf- gegeben. In Kabul wird ein britischer Ministerresident eingesetzt und die auswärtigen Beziehungen Afghanistans stehen unter Controle des Vicekönigs von Indien.

In der ganz. Frankreich bewegenden Frage der Unterrichtsgesetze des Ministers Ferry hat zwischen den republikanischen Parteien eine Einigung stattgesunden und ist es gewiß, daß die Gesetze in den sran-