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erstere die Unterschrift: „der bisherige Vertreter des Kreises Reichen - bach-Reurode, August Kapell", der zweite die Unterschrift: „das Arbei- ter-Wahl-Comitö, August Kühn in Oberlangenbielau" trägt; sowie die Nummern 1—15 der periodischen Druckschrift: „Volksstaat-Erzähler", Beilage zum „Volksstaat", Erster Jahrgang, 1873, Druck und Verlag der Genossenschaltibuchdruckerei in Leipzig.

— Berlin, 22. Mai. (Köln. Ztg.) Ein kaiserlicher Erlaß vorn 10. d. M. genehmigt auf gehalten'» Vortrag, daß in diesem Jahre Generalstabs-Uemngsreisen bei dem 1. (preußischen), 4. (sächsischen), 5. (pssen- niederschlesjschen), 6. (schlesischen), 7, (westfälisch rheinischen), 8. (rheinischen), 9. (schleswig-holsteinschen), 11. (Heffen-nassauischen), 14. (badischen) und 15. (elsaß-lothringischen) Armeecorps Statt finden.

— Berlin, 23. Mai. (Reichstag.) In der heutigen (61.) Sitzung theilte der P äsident mit, daß ihm telegraphisch das erfolgte Hinscheiüen des Abg. Reinders (Breslau) angezeigt sei. Das Haus ehrte das An« denken des Verstorbenen durch Erhebe« von den Plätzm. Weiter theilte der Präsident ein Telegramm des Abg. Frhru. Schenk v. ©tauffenberg mit, nach welchem derselbe sein Amt als erster Vize-Präsident nieder- legt, weil er in Folge erneuter heftiger Erkrankung die Zeit seines Wiedererschsinens im Reichstage nicht bestimme könne. Am Schlüsse der Sitzung wird das Haus über die Neuwahl das Erforderliche be­schließen. Darauf setzte das Haus die zweite Berathung des Zolltarifs fort. (R. u. St.-A.)

— Der Kaiserliche Konsul in La Kuayra, H. John, ist am 11. v M. gestorben. Konsul des Reiches seit dem Jahre 1873, hat der­selbe sowohl dieses Amt als die ihm interimistisch übertragen gewesenen Geschäfte der deutschen Minister-Residentur in Caracas mit seltener Um­sicht und bewährtem Pflichteifer geführt. Das Ableben dieses Ehren­mannes, der zu den ersten Kaufleuten der dortigen deutschen Kolonie zählte, wird von letztster schmerzlich beklagt und ist ein Verlust für den Konsula dienst.

— Zum 1. Oktober d. Js. wird eine 6. Unteroffizierschule in Marienwerder eröffnet werden.

- Es möchte am Orte sein, darauf hinzuweisen, daß jetzt für den außerhalb des Reichspsstgebiets, einschließlich Bayerns und Wärt tembergs, Sta-'t findenden Postanweisungsverkehr eigene Postanweisungs Formulare zu 40 Pf. zu verwenden sind, da für jene Fälle die ge­wöhnlichen Formulare nicht abgesandt werden dürfen.

— In Marienberg, Provinz Sachsen, wurde ein Kind, wel­ches während der Abwesenheit der Eltern schmfend in der Stu>e laz, von einem heremgedrungenen Schwein am Kopfe derart angefressen, daß der Tod alsbald eintrat.

— Wien, 22. Mai. Der Prinz Alexander von Battenberz nahm gestern Abend nach seiner Unterredung mit dem Irafen Ändrassy an der Hoftafel in Schönbrunn Theil, zu der auch der Erbgwßhwzog von Weimar nebst Gemahlin, der deutsche Botschafter Prinz Reuß nebst Gemahlin, sowie die obersten Hofchargen geladen waren.

— Paris, 21. Mai. Die Tarifkommission hat die in dem von dem Deputirten Sieline erstatteten Berichte enthaltenen Anträge auf Er­höhung der Steuer auf Baumwollengarns angenommen.

— Paris, 22. Mai. Wie das Avenir Militaire meldet, wer­den dieser Tage zwei General' Armeeinspectoren ernannt werden. Man hat erkannt, daß zum wenigsten vier Generale mit diesem hohen Amte bekleidet werden müssen, da dann ihre Zahl den vier ersten Armeen entspricht, welche im Kriegsfalle mobil gemacht werden müssen. Die General Znspectoren sollen nämlich im Kriegsfalle den Befehl über diese Armeen übernehmen. Wahrscheinlich werden die Generäle Chanzy und Clinchant die neuen General Juspectorstellen ereilten. General Chanzy wird jedoch vor der Hand seinen Petersburger Botschafterposten behalten, dagegen General Clinchant in seinem Commando des 6. Armeecorps (Chalons) ersetzt werden. (Köln. Z g.)

— In Laroin bei Pau (Basses Pyrenäes) ist plötzlich ein Ge­höft mit Garten, im Flächeninhalt von fast 3 Hektaren, versunken; je­doch hatte die dasselbe bewohnende Familie noch Zeit, sich zu retten. Mächtige, aussprudelnde Wasserströme stiegen aus der Erde empor und verschlangen spurlos Alles, nun einen kleinen See bildend, wo früher Häuser und Gärten standen.

— London, 23. Mai. (Köln. Ztg) Zu Ehren der deutschen Kaiserin fand gestern beim Prinzen von Wales ein Diner Statt, wel­chem die Kronprinzen von Dänemark und Schweden, Graf und Gräfin von F andern, der deutsche Botschafter Graf Münster, Graf Schuwa- low, Graf Karolyi, Lord Beaconsfield, Marquis of Salisoury und der Schatzkanzler Northcote beiwohnten. Bei dem darauf folgenden Em­pfange waren die Mitglieder der königlichen Familie, der Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg-Streich so wie das diplomatische Corps anwesend. Die deutsche Kaiserin wird heute Abend abreisen.

— Von Konstantinopel aus wird jetzt mit größerer Bestimmtheit ein türkisches Rundschreiben angezeigt, das die russischen Ausstreuungen widerlegt, nach welchen die Türkei auf ihr Recht, den Balkan zu ve- setzen, verzichtet habe; tue Pforte behält sich vielmehr vor, nach den UmstänDu davon Gebrauch zu machen, für bestimmte Orte vielleicht

schon in nächster Zeit. Das Letztere bezieht sich ohne Zweifel zunächst aus Burgas. Die Besetzung der Balkanpässe könnte, wie oft bemerkt, nicht vollzogen werden, so lange die Grenze selbst nicht gezogen ist. Der Inhalt des Rundschreibens, wie er in dem Telegramm angegeben, stimmt übrigens mit den neulichen Erklärungen Salisbury's im Parla­ment überein und wird die russischen Blätter überzeugen, daß dieselben ganz correct waren. Die Lesarten dagegen, nach welchen General Obrutschew ein vertragswidriges Abkommen in Konstantinopel erzielt habe, erweisen sich als hinfällig, und den unausbleiblichen Commentaren, welche die angekündigte Reise eines türkischen Würdenträgers nach Zivadia hervorrufen wird, ist damit von vorn herein der Boden ent­zogen. (Köln. Ztg.)

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HüNSN- 24. Mai 1M 1

— (Impfung.) Den 28. Mai, Nachmittags 2Uhr: Revision in Langenselbvld. — Den 27. Mai, Nachm. 2 Uhr: Impfung in Hütteugesäß; Nachm. 4 Uhr: in NeuAiedermus.

— Gutem Vernehmen nach wurde Herr Kreisgerichts - Direktor Müller hier zum Landesgerichts-Direktor in Casfel bestellt.

— Am Himmelfahtttag Abend gegen 6 Uhr spielte ein Junge am Wehr bei der Papiermühle, fiel aber dabei in die Kinzig. Zwei d-S Weges daherkomm nde Männer wollten den Zangen retten, je-o h glei­tete bei diesem Werke der Eine aus und fiel ebenfalls in's Wasser. Glücklicherweise eilte noch ein Dritter herbei und gelang es den beide« beherzt;« Männern mit schwerer Mühe die in großer Gefahr Schwe­benden zu richtiger Zeit aus's Trockene zu schaffen.

— Metzgermeister M arx, am Ecke der Judengasse, verkauft von heute ab das Kalbfleisch zu 48 Pf.

+ Dem Vernehmen nah wird der landwirthschaftliche Kreis­verein seine Näch te Bersamm mag am 7. Juni in Bruchköbel abhalten, um die Resultate der im vorigen Jahre daselbst zur Ausführung ge­kommenen Verkuppelung an Ort un) Stelle kennen zu lernen Schrei'er dieses ist nicht Sachverständiger genug, um ein Urcheil über die Zweckmäßigkeit der Verkoppelung für unsere Gegend zu haben. Er be­grüßt deßhalb diese Gelegenheit sich zu belehren um so mehr mit Freuden, weil er weiß, daß über keine Frage der Landescultur die Ansichten weiter auseinandergehen. Während eine große Anzahl unserer Lmdwirth- — und man kann wohl sagen die intelligentesten — sich ««zweideutig für die Sache ausgesprochen huben, währen» selbst bekannte Gegner der Berkoppelung, nachdem fl?^MH^mMher^mou Nn Erfolges derselben überzeugten, gegenwärtig in unserem Kreise dafür Eintreten, steht auch eine große Majorität seitwärts und hält die Berkoppelung für ein Unglück. Damit w r nun nicht aus Mangel an Kenntniß und veranlaßt durch falsche Bedenken unserem Kreise eine Wohlthat der Ge- schgebung vorenthalten, wuchs wenigstens anderwärts überall vollste Anerkennung findet und überraschende Erfolge aufziweise» hat, ist es erwünscht, daß die vorliegende Gelegenheit genügend benutzt werde, um doch die Sache erst einmal genau kennen zu lernen, ehe wir dieselbe verdammn. Man hört von zuständiger Seite insbesondere darüber klagen, daß über die V rkoppttung von Leuten abspmch nd geurtheilt wird, welche gar nichts davon verstehen. »Es wird für Alle am lehr­reichsten sein, wenn recht viel Gegner der Sache in Bruchköbel erscheinen und mit ihren Bedenken offen heraasweten, dam t wir hören, was darauf gesagt werden kann. Wir werden hören, ob und welche Klagen die Betheiügtm in Bruchköbel etwa haben und aus dem Gehörten unsere Schlüsse für unsere eigenen Gemarkungen ziehen.

Selbst für diejenigen, welche unbedingte Feinde der Zasammen- legung sind, wird sich Gelegenheit bieten, verschiedene interessante An-^ lagen, Drainagen und offene Entwässerungen kennen zu fernen, welche in Bruch'öbel mit Erfolg ansgeführt sind. Da auch Nichtmitgliedern des Kreisvereins der Besuch von dessen Versammlungen gestattet ist, hoffen wir auf recht zahlreiches Erscheinen unserer, ser es als Feinde oder Freunde betyeiligten Landwirche. Man wird denselbm dann wenigst ms nicht den Borwarf machen können, daß sie sich aus Borur- the-l und ohne Sachkenniniß von einer ihre Interessen so wesentlich be­rührenden Frage abwenden.

— (Bitte an unsere Damen.) Endlich froh, daß die wärmere Jahreszeit ihren Anfang genommen, ei en wir hinaus in die schöne, freie Natur, um uns an der frischen Luft zu tobn und zu stärken. Wir begegnen Alten und Jungen, Gesunden und Kranken und haben besonders Letztere diese schöne Jahreszeit mit größter Sehnsucht herbei- gewünscht. Sie suchen nun ihr Heil in der freien und frischen Lust, aber oh weh, man geräth hinter einige Bamen, welche entweder gar nicht oder wenigstens nicht genügend ihre Schleppen tragen und dadurch einen Staub auswirbeln, der uns einen Erholungsgang ganz und gar verleidet. Unser BrgießangSverei« thut gewiß seine Schuldig­keit, allein er kann doch nur die Hauptwege begießen und für dir Ne­benwege muß unbedingt das Publikum sorgen, daß hier der Staub nie3 dergeh alten wird. Deshalb richten wir dir ergebenste Bitte an unsere