89a
*«$8:
Myrlich 9 Mark, iaitj. 4 M. 50 P.
Vierteljährlich » War! 25 Pfg. lMr auswärtig«
Moimeuten Wit dem betreffenden Postaufschlag. Site einzelne Nunu- mer 10 Pfg.
Hnnaner Aiyeigcr.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage/ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
Anserti,««- Prei»!
Die lspaltige »armondreile od. deren Raum
10 Ps».
Die 2»alt Stile
20 SPffr
DieSIpaltiseArri«
80 P^-
M. 119,
Freitag den 23, Mai
1879.
A«MM
Die diesjährigkn öffentlichen Impfungen der Stadt Bockenheim finden auf dem Rathhause daselbst an den nachstehend Tagen unentgeld-
Itdj statt:
1)
Die im
Jahre 1878 gekorenen und zugezcgenen Kinder: am 4. Juni Nachm
2)
3)
Zöglinge der höh. Töchterschule Die Mädchen der Volksschule
4)
11.
4.
11.
4.
11.
ff
ff
2
2
4
5
5
5^2
Uhr Impfung,
Revision; Impfung, Revision; Impfung, Revision;
5)
Die Restanten der in den Jahren 1877, 1876, 1875 et retro geborenen Kinder „ 11. „
„ 18. „
6)
Zöglinge der Realschule
Die Knaben der Volksschule
„ 11.
„ 18.
7)
Die Mädchen der kath. Schule
8)
Die Knaben der kath. Schule „
H an au, den 21. Mai 1879.
11.
18.
18.
25.
18.
25.
n
ff
W
ff ff
ff
ff
2 2
3
4
4
5
2
3
3
4
ff
ff
ff
Impfung, Revision; Ju-psung, Revision; Impfung, Revision; Impfung, Revision; Impfung, Revision;
In neuester Zeit sind wiederholt größere oder kleinere Haufen Zigeuner erschienen, haben den Kreisbewohner durch ihr zudringliches Wesen belästigt und zum Theil auch die öffentliche Sicherheit gefährdet.
Die Ortsvorstände werden veranlaßt, diese Banden unter Anwendung aller gesetzlich zulässigen Zwangsmittel auf dem kürzesten Wege über die Landesgrenze zu weisen. Die Gendarmen sind angewiesen, Beistand zu leisten.
Hanau am 19. Mai 1879.
Gefunden: 1 dunkle Broche mit feiner Drahteinfassung. Ein Spazierstock. Eine biblische Geschichte.
Hanau am 23. Mai 1879.
Der Landrath.
Rundschau.
R. F. Da bis zur goldenen Hochzeitsfeier unseres Kaiserpaares nur noch ein Zwischenraum von etwas über zwei Wochen liegt, so beginnt man lebhafter als bisher in den Hofkreisen und den Kreisen der Hauptstadt Vorbereitungen für dieses Fest zu treffen. Daß die hervorragenden auswärtigen Fürstlichkeiten, deren Besuch in Berlin schon vor Wochen angesagt wurde, nach dort eintreffen werden, gilt als wahrscheinlich und jedenfalls ist sicher, daß der Kaiser von Rußland zur goldenen Hochzeit unseres Kaiserpaares in Berlin anwesend sein wird. Zu Ehren der fürstlichen Gäste wird auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin auch eine große Truppenparade der Garnisonen Berlin, Potsdam, Spandau und Charlottenburg stattfinden, wobei es sich der wieder jugendfrische Kaiser Wilhelm nicht nehmen lassen wird, seine Truppen selbst den höchsten Herrschaften vorzuführen. — Der Vertrag, den die deutsche Regierung mit der Regierung der Samoainseln abgeschlossen hat, macht noch immer viel von sich reden, da er der deutschen Flotte einen auswärtigen Hafen sichert und überhaupt dem deutschen Reiche ganz besondere Vortheile auf den Samoainseln gewährt. Von einem formellen Besitznehmen vom samoaischen Gebiet ist jedoch in dem Vertrage keine Rede und es bleibt daher auch die Frage noch offen, ob Deutschland auf den Samoainseln wirklich eine Colonie zu gründen gedenkt, der Umstand, daß Deutschland sich schickt, festen Fuß zu fassen, wird über kurz oder lang wohl aber doch zur Gründung einer deutschen Colonie auf jenen Inseln führen.
Der Reichstag entfaltet sowohl in seinen Plenar- als auch in feinen Commissionssitzungen eine rege Thätigkeit, nur ist zu bedauern,
daß in Folge der neuen Zoll- und Steuervorlagen manches unnütze Parteigezänt bei den sachlichen Diskussionen mit unterläuft und die Verhandlungen des Reichstages in Folge dessen oft recht hitzig geführt werden. Der wichtigste Berathungsgegenstand des Reichstages war in dieser Woche das sogenannte Sperrgesetz, wonach die Regierung befugt wird, sofort die Einfuhr auswärtiger Waaren zu entsprechenden Zöllen zu unterdrücken, damit die jetzt noch steuerfreie Zeit nicht zum Nachtheile der Zölle von den Händlern ausgebeutet wird. In der Form der Regierungsvorlage wird indessen das Sperrgesetz keine Annahme im Reichstage finden, da die Freihändler, die gemäßigten Schutzzöllner und auch die meisten Mitglieder des Centrums das Gesetz in dieser Form als zu tief einschneidend in unsere Verkehrsverhältnisse finden. Eine Commission von 28 Reichstagsmitgliedern ist daher damit beschäftigt, diesem Gesetze eine annehmbare Form zu geben. Außerdem erledigte der Reichstag Wahlprüfungen, Petitionen u. s. w. und gab seine Zustimmung zu der Abmachung Deutschlands und Englands, betreffend die Unterdrückung des Negersclavenhandels. Außerdem setzte der Reichstag in zweiter Lesung die Zolltarifdebatte fort. Als ein hochwichtiges parlamentarisches Ereigniß muß auch die Amtsniederlegung des ersten Präsidenten des Reichstages, Herr v Forckenbeck, bezeichnet werden. Herr v. Forckenbeck begründet dieselbe durch seine gegentheilige Ueberzeugung hinsichtlich der Wirthschastspolitik, welche die jetzige Mehrheit des Reichstags vertritt und durch seine erschütterte Gesundheit. Schon am Mittwoch schritt der Reichstag zur neuen Präsidentenwahl.
Der besondere Ausschuß des Bundesraths für das Eisenbahn- Gütertarifwesen hielt diese Woche eine Sitzung ab.
Die ezechische Bewegung in Böhmen scheint eine ausdauernde zu sein. Die Führer der Altczechen wünschen vor ihrem Eintritt in den Reichsrath eine Art Ausgleich vorausgehen zu sehen, welcher die berechtigten Wünsche der „böhmischen Nation" befriedige. Die Jungczechen wollen ebenfalls gewisse Zugeständnisse haben und machen ihren Eintritt in den Reichsrath von verschiedenen Bedingungen abhängig, zu denen die Errichtung einer neuen, oder volle Gleichberechtigung auf der bestehenden Universität und als Amtssprache der Behörden die Einführung der czechischen Sprache in den Bezirken der czechischen Nationalität gehört. Die Forderungen sehen allerdings unschuldig aus, ob sie aber keine Schwierigkeiten hervorrufen, dürfte abzuwarten sein. — In militärischen Kreisen wird der österreichisch-türkischen Convention der Vor- wurf gemacht, daß sie die militärischen Interessen der Monarchie nicht gewahrt habe. In Handelskreisen, wo mau einen großen Werth darauf legt, daß die Eisenbahnen zum Anschlüsse an die Linie Mitrovicza- Salonichi ausgebaut werden, entbehrt man in der Convention die Erwähnung der Eisenbahnanschlüsse.
In Frankreich ist nunmehr der unvermeidliche Culturkampf entbrannt, bevor die parlamentarischen Debatten über die Unterrichtsvorlagen des Unterrichtsministers Jules Ferry begonnen haben. Die Veranlassung dazu gab der Hirtenbrief des Erzbischofs von Aix, in welchem sich der Kirchenfürst eines Amtsmißbrauches schuldig gemacht haben soll, was der Staatsrath ausdrücklich konstatirt hat. Der in Rede stehende Hirtenbrief soll ganz und gar vernichtet werden. — Die republikanische Linke des Abgeordnetenhauses, also die stärkste Fraktion der Majorität, hat in der Sitzung am 16, Mai einstimmig beschlossen, die Wahl des Herrn Blau gut in Bordeaux als eine solche, die mit den gesetzlichen Vorschriften schlechterdings unvereinbar sei, sür ungültig zu erklären.
Die Brände in Rußland scheinen wirklich epidemisch zu sein. Kaum sind die Brände in Jrbit, Uralska und Orenburg gelöscht, so bricht ein anderer in Nischne-Uralsk aus, dem ein neuer abermals in Orenburg gefolgt ist. Der Schaden in den betreffenden Städten soll ein ganz ungeheuerer sein. Die häufige Wiederkehr dieser großen Brände läßt die Versicherungen russischer Blätter, daß politische Motive dabei außer Spiele seien, doch sehr fragwürdig erscheinen. Die russischen Blätter entwerfen ein entsetzliches Bild von dem Aussehen der von so schwerem Unglück betroffenen Städte. In Orenburg z. B. sind im Centrum und den Vorstädten 2370 Häuser zerstört.
In der ostrumelischen Frage ist eine neue Verzögerung eingetre-