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Bersteigerungs- und VerpachtungS- rc. Kalender für Montag den 19. Mai.
Vormittags 9 Uhr werden die fiskalischen Weideureviere sowie die Grasnutzungen am Main, für die Strecke vom Mainkanal hier bei Ha« nau aufwärts bis an die Kahl, auf drei Jahre verpachtet; Termin bei trockener Witterung an Ort und Stelle, bei Regenwetter im Gasthaus „zur Krone" inGroßauheim (s. Nr. 112 „Han. Anz"). — Vormittags 11 Uhr soll im Bureau des Königl. Eisenbahn-Baumeisters Francke zu Friedberg die Anlieferung von 1850 m Sandbruchsteinen auf die Lagerplätze der Bahnbauwerke (Gemarkungen Bruchenbrücken und Asienheim) vergeben werden. — Nechm. 2 Uhr versteigert Herr Taxator W. Se ffert im Easthaufe „zum Elephanten" gegen Baarzahlung: Sekretäre, Kommode, Schränke, 1 Brandkiste, sonstige Möbel, Bettwerk, neue Herrenröcke re.
— Für heute. Philharmonischer Verein: Abends 9 Uhr erste außerordentliche Generalversammlung.
Wohin gehen wir morgen?
Vergnügungs-Anzeiger für Hanau und Umgegend.
Bezüglich des Vergnügungsanzeigers verweisen wir auf den Jn- seratentheil (Seite 664) unseres heutigen Blattes.
— (Sehenswürdigkeiten.) „Museum der Wetteramschen Gesellschaft" Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet Sonntags von Vormittags 11 bis Nachm. 1 Uhr.
— Dem Verein für Handel und Industrie in Bockenheim ist die Einladung zu der in Tüff ldorf im kommenden Jahre statifindenden Gewerbe-Ausstellung für die Rheinlande, Westfalen und benachbarte Bezirke, in Verbindung mit einer Allgemeinen Teutschen Kunstausstellung, zugegangen, und dürften die Industriellen von Hier und Umgegend besonders darauf aufmerksam gemacht werden. Die Präsidenten der verschiedenen Handelskammern sind von dem sich gebildet habenden Comitä wegen Kooptation geeigneter Mitglieder aus den bedeutenderen Plätzen angeregt wo: den, "denselben Vorschläge zu machen; auch ist dem Comito anheimgegeben, benachbarte Jndustriebezirke, welche in Beziehung zu der rheinisch-westfälischen Industrie stehen, in die Aufstellung mit aufzunehmen. Obgleich in Bezug auf die weitere Ausdehnung noch kein definitiver Beschluß gefaßt worden ist, so steht doch schon fest, daß auch die Provinz Hessen Nassau, mindestens derjenige Theil derselben, welcher mit der rheinisch-westsälischen Moutan-Jndustrie in so innigen Zusammenhänge steht, in das AusstellungSgebiet hineingezogen werden wird. Man glaubt überzeugt sein zu dürfen, daß das Ausland der geplanten Ausstellung volle Beachtung zuwenden wird und es wird Sache der Ge- werbtreibenden sein, dem S utland zu zeigen, daß nicht die Furcht vor einer Niederlage sie von d-r Umstellung in Paris zurückgehalten hat, daß Deutschland, wie es in Machtfülle und Kraft sich im blutigen Ringen an die Spitzen der Nationen gestellt hat, nicht gewillt ist, in dem friedlichen Wettstreite der Künste und der Gewerbe hinter seinen Nebenbuhlern und Konkurrenten zurückzustehen. Düsseldorf hat sich als Sitz der schönen Künste, namentlich der Malerei, einen Weltiuf erworben und diesem Umstände, sowie der krästigen Unterstützung der dortigen Künstler ist es wohl zu r erbauten, daß die deutsche Kunst- Genossenschaft in einer zu Berlin abgehaltenen Sitzung einstimmig beschlossen hat, im Jahre 1880 in Düsseldorf, zwar in einem gesondert herzustellenden Raume, jedoch in Verbindung mit der allgemeinen Gewerbe-Ausstellung, eine Kunst-Ausstellung für ganz Deutschland zu ver- anstalten. Auch eine Ausstellung kunstgewerblicher Alterthümer soll mit verbunden werden, da ja die auf unsere Zeit übergekommenen Musterwerke des alten deutschen Kunstgewerbes die besten Vorbilder für das Kleingewerbe bieten, welches in dem Uebergange zum Kunstgewerbe die sicherste Grundlage für seine Zukunft zu erblicken hat und nur eine Ausstellung Gelegenheit gibt, jene Werke, die sonst nicht immer leicht zugänglich sind, zu studiren. Bockenh. Anz.
— Für das Jahr 1879/80 sind dem landw. Centralverein für den Reg-Bezirk Cassel als Staatsbeihülfen bewilligt:
1) zur Prämiirung von Pferden 2700 Mk.; 2) zur Prämiirung von Rindern 5100 Mk.; 3) zur Errichtung von Bullenstationen und Stierhaltungsgenossenschaften 2000 Mk.; 4) zur Vertheilung von Prämien bei dem Schasmarkt in Fulda 900 Mk.; 5) zur Unterhaltung der agricultul' chemischen Versuchsstation 3900 Mk.; 6) zur Besoldung eines landwirthschaftlichen JnstructorS, welcher den kleineren Besitzern bei der Uebersührung ihrer Wirthschaften zu bessern Betriebsweisen behülf- lich ist, 2100 Mk.; 7) zur Förderung der Vereinszwecke im Allgemeinen 7000 Mk., dem Verein Nassauischer Land- und Forstwirthe a) zur Prä- miirung von Rindern 4050 Mk., b) zur Errichtung von Bullenstatio- nen rc. 2000 Mk., c) zur Förderung der Viehzucht, namentlich zur Ver- theilung von Prämien für Kleinvieh, 700 Mk., d) zur Förderung der Pferdezucht 300 Mk., e) zur Förderung der Vereinszwecke im Allgemeinen 7300 Mk.
— Fulda, 16. Mai. Am 14. d. M. nahm der Herr Bisthums- verweser Hahne die feierliche Grundsteinlegung zu einer neuen katholischen Ku che zu Züntersbach vor. ZünterSbach besitzt bis jetzt nur
eine Simultankirche, in welcher der katholische und protestantische Gottesdienst abgehalten wird.
— Das „Fuld. K-sbl." schreibt: Unserem Berichte über das namenlose Unglück, das die Stadt Tann a. d. Rhön betroffen, haben wir nicht viel Neues hinzuzufügen. Das Elend und die Verwirrung sind zu groß, um auf Einzelheiten eingehen zu können. Die ansehnlichsten Geschäftshäuser und eine große Zahl Unbemittelter sind hart getroffen, da bei der rapiden Verbreitung des Feuers und der bedeutenden Gluth nur Weniges gerettet werden konnte. Viele besitzen nur noch die wenigen Kleider, die sie am Leibe tragen. Werkthätige Hilfe ist hier am Platze. — (Die Red. des „Hanauer Anzeiger" ist auch in diesem Falle bereit, milde Gaben für die Abgebrannten in Empfang zu nehmen und weiter zu befördern).
— E l g e r § h a u s e n, 15. Mai. Der Pfarrer Adam erhängte sich heute Morgen in seiner Schlaikammer. Ueber die Motive zu dieser That ist bis jetzt noch nichts bekannt geworden. (Hess. Wochbl.)
— (Spessart und Rhön.) Am 8. d. Mts. Mittags 11 Uhr wurde im Repräsentationssaale des neuen Rathhauses zu München eine Sitzung des Comitäs für Unterstützung der Nothleidenden im Spessart und an der Rhön (sowie der Verunglückten in Szegedin) unter dem Vorsitze des 1. Bürgermeisters Herrn Dr. Erhardt abgehalten. Zunächst erstattete Herr Banquier Weidert einen summarischen Bericht über die eingegangenen Sammelbeiträge. Nachdem von einzelnen Gemeinden, welche sich an der Sammlung für die Speffarter betheiligten, der Wunsch geäußert worden war, ihre Beiträge ausschließlich den Rhönbewohnern zu widmen, wurde hierüber eine Debatte eröffnet. Se. Exc. Herr General von der Tann erklärte als gebürtiger Rhöner, daß er wünsche einen Theil der Sammelgelder auch den Nothleidenden jenes Bezirkes der Rhön zugewendet zu sehen, welcher früher bayerisch, seit dem Jahre 1866 aber preußisch sei. Nach bin Intentionen des Herrn Generals wird auch beschlossen, einen Theil des Sommelbetrages (etwa 7000 M.) den Rhönern ohne Unterschied der Landesgrenze zu gute kommen und dem Frauenverein in Würzburg übersenden zu lassen.
Arrs der RmgegeKd.
— Der Frankfurter „General-Anzeiger" schreibt unterm 16. Mai aus Frankfurt am Main: Frankfurt's Bürger und Einwohner werden im Geben nicht müde. Nachdem erst hunderttausend Mark für Szegedin und die Nothleidenden im Spessart gesammelt und abgesandt worden sind, ncchdem einige Tausend Mark für arme gedrückte Familien aufgebracht wurden, haben die Sammlungen anläßlich des bevorstehenden goldenen Hochreitsfestes des Kaiserpaares begonnen und zwei Vereine „Kaiser Wichelm- Stiftung" und „Vaterländischer Frauenverein" ca. 15,000 M. aufgebracht. — Heute Vormittag ging das Kind des Maurermeisters N mit seiner Mutter an einem Weißbindergerüst auf der Zeit vorbei, als Plötzlich ein Knüppel von demselben herabfiel und die Kleine nicht unerheblich am Kopse verletzte.
— Bei Vergebung einer Bauarbeit in Frankfurt hatten auch Mainzer Geschäftsleute Gebote eingelegt. Dieselben wurden nun dieser Tage von der betr. Frankfurter Behörde benachrichtigt, daß ihre Gebote zwar niedriger seien als diejenigen der Frankfurter Geschäftsleute, daß man aber trotzdem die Arbeit an Letztere, als Einheimische, übertragen wolle. Ein solches Verfahren dürfte sich allenthalben zur Nachahmung empfehlen. (Hess. Landesztg.)
Thermometer st and.
16. Mai. Höchster Stand + 13°, Abends 7 Uhr + 10«; 17. Mai. Morgens 7 Uhr + 71 /< Vormittags 10 Uhr + 11
Marktbericht.
Hanau, den 17. Mai. Der heutige, ziemlich gut befahrene Wochenmarkt brächte folgende Preise: Butter 1,30 bis 1,40 M., Eier und Käse je 4—5 Pf. das Stück; Kartoffel 15—16 Pf., Zwiebel 30 Pf., Bohnen 30-35 Pf. und Erbfen 35—38 Pf. das Doppelliter; grüne Erbsen 60 Pf , grüne Bohnen 1,40 M. und dürre Zwetschen 18—20 Pf. = 0,50 kg; Salat 8-10 Pf. und Blumenkohl 1,20 bis 1,40 M. das Haupt; das Mähnchen Lattig 8—10 Pf., die Stange Merrettig 9—12 Pf , 25 Spargeln 70—75 Pf., eine Gurke 75—80 Ps, eine Apfelsine 10-15 Pf., Häringe 8-9 Pf. und Bratbückinge 9-10 Pf. das Stück; Maikraut 2-3 Pf. und Radieschen 3—4 Pf. der Bund; 2 kg Brod 42, 3 kg 56 Pf.; junge Tauben das Pärchen 75-80 Ps, ein Hahn 1,20 bis 1,30 M., ein Huhn ebenso; Fische: gewöhnliche Sorte 20 Pf, bessere 30 Pf., Aal und Hecht 1,30 M. — 0,50 kg; Stroh 1,60 bis 1,70 M. und Heu 2,10 bis 2,30 M. = 50 kg; Holz der Meter 8 bis 8,50 M.
Börfennachrichten.
N—r. Hanau, 16. Mai 1879.
Die Börse leidet unter einem gewissen Gesühle der Unsicherheit, das jedoch weniger durch äußere Umstände als durch die innere Lage