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Zugleich Amtliches Organ für Kreis ««d Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage/ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenj.

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Nr. 115

Samstag den 17. Mai

1879.

Amtliches.

Entflogen: Ein Papagei.

Gefunden: Ein weißes Taschentuch. Zwei Hundemaulkörke. Ein kleines Portemonnaie mit etwas Geld. Ein weißer Ring, von Draht geflochten.

Hanau am 17. Mai 1879

Aus Königlichem Landrathsamt

Tagesscha«.

Berlin, 16. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König in- spizirten gestern auf dem Tempelbofer Felde das 2. Garde- und das Garde-Füsilier-Regimeut und nahmen demnächst die Vorträge des Kriegs« Ministers und des Militär-Kadinets entgegen. Nachmittags gegen 3 Uhr fuhren Se. Majestät nach den: Vtehhofe, um die Mastviehaus­stellung in Augenschein zu nehmen, und gaben um 5 Uhr im Palais ein größeres militärisches Diner. Abcnds wohnten Allerhöchstdieselben der Vorstellung im Openhause bei. Heute früh begaben Sich St. Maje­stät nach Spandau zur Besichtigung des 4 Garde-RegimentS und des 3. Garde-Grcnadier-Regiments Königin Elisabeth.

Berannrwachmtg auf Grund des Rttchsgesetzer vom 21. Mbr. 1878. Nach demR. « St.-A." Nr. 114 wurden unterm 15 Mai verboten: die fernere Verbreitung der BlätterCalifornia-Arbeiter- Zeitung",Wocherblati der New-Aorker Volkszeitung" undChicagoer Arbeeter-Zetung".

Berlin, 15. Mai. (Köln. Ztg) Im Interesse ununter- brrchener Erledigung der Geschäfte wird der Bundesrath Pfingsten keine Ferien machen. Einem Gerüchte gegenüber, daß die internationale Ausstellung in Sydney erst am 1. Ottober d. J. beginnen werde, wird uns von unterrichteter Seite mitgetheilt, daß dies nicht der Fall sein, die Eröffnung vielmehr in der erftrn Woche des September Statt fin­den werde. Geh. Rath Wehrenpfennig hat am Sonntag eine Reise nach Schlesien angetreten, um mit den städtischen Behörden derjenigen Städte, welche Gewerbeschulen besitzen, persönlich wegen der Modalitäten der Umwandlung zu verhandeln.

Berlin, 16. Mar. (Reichstag.) In der Heuticen Sitzung theilte der Präsident msi, daß Angegangen seien der Gifttzentwurf, betr. die vorläufige Einführung von Bündelungen des Zolltarifs; ferner der Bericht der Reichefchulden-Kommission I, über die Verwaltung des Norddeutschen Bundes, bezw. des Deutschen Reichs; II. über ihre Thä­tigkeit in Ansehung der ihr übertragenen Aufsicht über die Verwaltung a. des Reichs Invalidenfonds, b. des Festungsbaufonds und c. des Fonds zur Errichtung des Reichsragsgebänd-s; III. über den Reichs- Kriegs^chatz; IV. über die An- und MtHrtiguno, Einziehung und Ver­nichtung der von der RÄchGauk auszugeberden Banknoten.

Darauf setzte das Haus die zweite Berathung des Zolltarifs mit der Position Eisen fort.

Beleidignne en gegen Bedienstete bei Privat-Eisenbahr en in ihrer Eigenschaft als Bahnpolizeibeamte können, nach einem Erkenntniß des Ober Tribunals, vom 3. April d. I., auf den Antrag der den Belei­digten im eigentlichen Bahndienst, nicht aber in ihren polizeilichen Funktionen Vor gesetzten nicht stlafgerichttich verfolgt werden.

Breslau, 15. Mai. Die Beich'ckung des Berliner Städte- tagg Seitens des Breslauer Magistrats wurde in der heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung Gegenstand einer Interpellation, welche Seitens des Oberbürgermeisters ^rudeusburg dahin beantwortet wurde, daß der Magistrat prinzipielle Bedenken gegen eine Theilnahme on dieser Berliner Versammlung habe. Er erachte es nicht für an- grzeigt, daß an demselben Ort und zur selben Zeit, wo die berufenen Volksvertreter die Gesetzesvorlagen im allgemeinen Interesse be­rathen, diese selben Vorlagen der Gegenstand der Besprechung einer Corporation, im Sonderintere sse der städtischen Gemeinden werde, um so weniger, als es sich bei dem Berliner Städtetag nicht um die Vertretung allgemeiner städtischer Interessen handele, sondern nur um die größerer städtischen Gemeinden, wie dies schon aus der

Thatsache hervorgebt, daß nur die Magistrate von Städten über 10,060 Einwohnern Einladung-n erhalten.

Stuttgart, 16. Mai. Der Gemeinderaih hat dieEinladung zum Berliner Städtetage abgelehnt.

Prag, 16. Mai. Die Rinderpest ist in Böhmen erloschen; die gegenteilige Meldung vom Wiederausbruch derselben im Deutsch- broder Bezirk ist unbegründet.

Paris, 15. Mai. (Fr. Korr.) Die Vertheilung der Fahnen und Standarten an die Armee, ursprünglich auf den Anfang Juni fest­gesetzt, ist bis zum September verschoben worden. Die Fahnen und Standarten (304 und 119 an der Zahl) werden erst um die Mitte Juli gtliefert werden. Die Vertheilung wird mit einer großen militä­rischen Festlichkeit verbunden sein.

Paris, 16. Mai. (Köln. Ztg.) Der Ctaatsrajh hat in seiner gestrigen Sitzung in Sachen des Erzbischofs von Aix bestätigt, daß sich derselbe eines Amtsmißbrauchs schuldig gemacht habe.

Große Erregung herrscht in Algerien unter den Zuaven und den Tirailleurs Algeriens, weil der Kriegsminister deren bisherige Uni­form umändern und ihren namentlich die gewöhnlichen Jufanteriehosen geben will.

Rom 15. Mai. In dem heutigen Konsistorium fand die feier­liche Ueberreichung des Hutes und des Ringis, sowie die Ceremonie der Mundschließung und Mundöffnung an den Kardinälen Pecci, Hergeu- roether, Newman und Zigliara statt. Der Papst ernannte sodann 19 neue Bischö e, darunter Pavel für Großwardrin, DunajewSki für Krakau, Feind für Leitmeritz und Szabo für Szamosujvar. Der Professor Her- genroether erhielt den Kardinälstitel von der Diakonie St. Nikolaus in carcere.

L on don, 16. Mai. (Köln. Ztg.) Es verlautet, die hie­sigen Inhaber türkischer Bonds hatten sich unter Zustimmung des Sul­tans mit dem Botschafter der Pforte über den UnMurf einer neuen Anleihe verständigt, welche vorläufig von Salisbury gutgeheißen worden sei. Demnach ft Den die in den Jahren 18£6 und 1862 verp ändeten Staatseinnahmen durch eine unabsetzbare englisch-französische Commission virwaltet werden. Die Inhaber der Bonds begnügen sich mit einer fünsprocentigen Verzinsung des Nusgabepreises, verzichten aber auf die ausgelaufenen Zinsen von 4 Jahren, indem die neugeschaffene erhöhte Sicherheit neben der voraussichtlichen pünktlichen Zinszahlung als Er­satz für die Einbuße eines Tritteis vom Nominalwerthe dienen soll. Hierdurch wird Geld für fünsprrcentige Verzin'ung einer neuen Anleihe von zehn Millionen flüssig, und sofern die Franzosen betreffs d r An­leihen von 1860 und 1863 ein gleiches Abkommen treffen, lassen sich weitere zehn Millionen erheben. Der Erfolg hängt also von der Zu­stimmung Frankreichs ab, welche noch aussteht.

New-Iork, 15, Mai. Der DampferDenmark" von der National Dampfschiff-Compagnie (C. Meffingsche Linie) ist hier einge­troffen.

Hananer Spaziergänge.

IV.

Kaubanfall durch du» schwache Geschlecht. Die Indianer in Frankfurt. Landwehr-Uebungen. Pflaster-Angelegenheiten. Unser tvochenmarflt. Girr- rinkauf. Milch- etc. Luren. Verschönrrungs-Vcrcin. Räthsel.

Der Spaziergänger ist bisher gewohnt gewesen, seine Ausflüge in und um Hanau ohne Besorgniß für seine persönliche Sicherheit zu machen. Fühlte er sich doch als Mann und glaubte, es mit dem einen oder an­deren Strolche schon ausnehmen zu können. Jetzt liegt freilich die Sache anders, denn, wie wir hören, ist vor Kurzem ein Mann in unserer nächsten Umgebung von 5 sage und schreibe Frauenzimmern Überfällen und seiner Eaarschaft beraubt, soll auch noch in einer gar nicht wiederzugebenden Weise mißhandelt worden sein.

Also dahin ist es gekommen, daß das s. g.schwache Geschlecht" sich an dem Herrn der Schöpfung vergreist!

Hatten wir bisher die Meinung, wir, die Männer, diente» bei