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angefeindete Politik des Lord of Beaconsfield hat also doch einen Triumph davongetragen. — Auch im Zululande scheint England" glück­licher werden zu wollen. Nach aus Südafrika in London eingegangenen Nachrichten begibt sich General Chelmsford mit dem Generalstabe nach Utrecht. Der Bruder des Königs Cetewayo, Magneza, hat mit einigen Anhängern den Engländern seine Unterwerfung angezeigt.

Viele Nachrichten über ein in Rußland durch die Generalgouver- neure etablirtes Schreckensregiment stellen sich als übertrieben heraus, doch ist neuerdings auch in Moskau der Belagerungszustand wegen der Unterdrückung nihilistischer Umtriebe proklamirt worden.

Aus dem Orient liegen diesmal verschiedene politische Neuigkeiten vor. Der Fürst Dondukoff-Korsakoff, welcher von Livadia zurückgekehrt ist, wird sich am 13. d. nach Sofia begeben. — Der Prinz von Bat- tenberg traf in Livadia bei der russischen Kaiserfamilie am Anfang der Woche ein, woselbst derselbe auch die bulgarische Deputation empfangen wird, die zu diesem Zwecke am 13. d. dorthin reiste. Anfang Juni wird sich der Prinz dann nach Konstantinopel begeben und von dort nach Empfang des Jnvestiturberaths zur Eidesleistung nach Tirnowa kommen und die Regierung vom Fürsten Dondukoff, welcher nach Ruß­land zurückkehrt, übernehmen.

In Folge des Ersuchens der serbischen Regierung um Feststellung einer geeigneten Gebirgsgrenze behufs Verhind rung von Einfällen der Arnauten haben mehrere Großmächte ihre Delegirten dahin instruirt, der Bitte der serbischen Regierung zu willfahren. Hiernach würde Prepolac noch Serbien zufallen. Buch die Türkei sträubt sich nicht mehr gegen diese Grenzregulirung.

Tagesschau.

— Berlin, 15. Mai. (Reichstag.) Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung wurde die erste Berathung des Uebereinkommens zwischen dem Deutschen Reich? und Großbritannien, betr. das Eintreten des Deutschen Reichs an Stelle Preußens in den Vertrag vom 20. De­zember 184t wegen Unterdrückung des Handels mit afrikanischen Ne­gern, fortgesetzt und in erster und zweiter Lesung unverändert geneh­migt.

Es folgten Berichte der Wahlprüfungskommission und der Abthei­lungen über Wahlprüfungen, worauf eine Anzahl Petitionen erledigt wurden.

In der heutigen Sitzung theilte der Präsident mit, daß folgende Kommissionen gewählt seien und sich konstituirt haben: 1) zur Vorbe- rathung des Gesetzentwurfs, betr. den Zolltarif des deuffchrn Zollge. biets; 2) zur Borberathung der Gesetzentwürfe wegen Erhebung und Erhöhung der Bravsteuer; 3) zur Vorberathung der Gesetzentwürfe, be­treffend die Besteuerung resp. Nachversteuerung des Tabaks.

Darauf trat das Haus in die zweite Berathung des Zolltarifs.

— In die R-ichktagskommission für die Vorberathung des Zoll­tarifs sind gewählt die Abgeordneten:

Graf v. Ballestrem, Ruppert, Frhr. v. Aretin, Dr. Moufang, Windthorst, Frhr. zu Franckenstein, Frhr. v. Heeremann, Frhr. v. Hert- ling, Frhr. v. Varnbühler, v. Bötticher, Vowinckel, Graf v. Franken- berg, v. Kardorff, Dr. Karsten, Loews (Berlin), Richter (Hagen), von Seydewitz, Grützner, von Wedell - Malchow, Graf Udo zu Stolberg- Wernigerode, Dr. Hammacher, Dr. Delbrück, Dr. v. Schauß, Dr. Bam- berger, Rickert, v. Bennigsen, v. Benda, Oechlhäuser. — Vorsitzende und Schriftführer sind v. Seydewitz (conservatio), v. Franckenstein (Cen­trum), Löwe (Fortschritt), Grützner (Reichsp), Ruppert (Centrum).

In die Kommission zur Vorberathung der Tabaksteuer-Entwürfe sind gewählt worden:

Dieben, Graf von Galen, Dr. Majunke, Dr. Lingens, Graf von Fugger-Kirchberg, Frhr. v. Bodman, Sielen, Lender, v. Schmid (Würt­temberg), Findeisen, Süs, Frhr. Nordeck zur Rabenau, Richter (Hagen), Wöllmer, Hermes, Dr. Buhl, V. Putttamer (Löwenberg), Ackermann, Frhr. v. Marschall, Frhr. v. Tettau, Frhr. v. Manteuffel, Dr. Blum, Meier (Schaumburg-Lippe), Dr. Groß, Dr. Witte (Mecklenburg), Möh- ring, Dr. Böttcher <Waldeck), Dr. Stephani. — Vorsitzende Fugger (Centr), Schmidt-Württemberg (Reichsp.), Schriftführer v. Manteuffel (eons), Witte-Rostock (nat.-lib.), Möhring (nat.-lib.), Lender (Centr.).

In die Kommission für die Brausteuer sind gewählt:

Frhr. v. Soden, v. Kehler, Bernards, Stötzel, Richter (Meißen), Melbeck, Eysoldt, v. Puttkamer (Fraustadt), Uhdrn, Merz, Forckel, Feustel, Lüders, Dr. Zinn. — Vorsitzende sind Richter-Meißen (Reichsp.), v. Kehler (Centr.), Bernards (Centr.), Lüders (Nat.-Lib.).

— Der „R. u. St.-A." enthält in seiner Nr. 113: Gesetz, betr. die Abänderung von Bestimmungen der Disziplinargesetze. Vom 9. April 1879.

— Berlin, 15. Mai. (Köln. Ztg.) Der Arbeitsminister Maybach ist heute auf einen Tag nach Frankfurt a. M. gereist, um wie die Nordd. Allg Ztg meldet, mit den Ministern Badens und Hessens in Angelegenheit des Frankfurter Centralbahnhofes zu berathen.

— Der Abg. v. Wedell-Malchow (deutsch-conservativ) hat einen

Antrag zu dem Zolltarifgesetze gestellt, wonach in Nr. 6 des Tarifs die Zollsätze der Borlage erheblich ermäßigt werden sollen: a. Roh­eisen rc. von 1 auf 0,50 M., b. schmiedbares Eisen rc. von 2,50 auf 1,50, Luppeneisen rc. von 1,50 auf 1, c. Platten und Bleche aus schmiedbarem Eisen: 1) rohe von 3 auf 2, 2) polirte rc. von 5 auf 2, d. Draht rc. von 5 auf 3, e. Eisenwaaren: 1) ganz grobe aus Eisen­guß von 2,50 auf 1,50, Eisen, welches zu groben Bestandtheilen von Maschinen und Wagen roh vorgeschmiedet ist rc., von 3 auf 2, 2) gro e Eisenwaaren aller Art rc. von 6 auf 5 M. — Eine Anzahl Reichs­tags Abgeordneter agrarischer Richtung unter Führung der Abgg. v. Mirbach und Günther (Sachsen) hat den Beschluß gefaßt, beim Plenum die Erhöhung des im Tarifentwurf in Aussicht genommenen Roggen- zolles von 25 auf 50 Pf. pro Centner zu beantragen. (Köln. Ztg.)

— S. M. S. „Ariadne" war, den letzten Nachrichten zufolge, am 13. März in Nukualofa (Tonga Inseln). — S. M. GlattdeckL-Korvette „Nymphe", 9 Geschütze, Kommandant Korv.-Kapt. Sättig, ist am 25. v. Mts. von Havanna nach Norfolk in See gegangen. — Am 13. d. Mts. ist S. M. Aviso „Habicht" von der Werft des Kommerzienraths F. Schichau zu Elbing glücklich vom Stapel gelaufen.

— Die „Köln. Ztg" ist in der Lage, das Antwortschreiben des Prinzen Battenberg auf die bulgarische Huldigungsadresse veröffentlichen zu können. Dasselbe lautet: An Seine bischöfliche Gnaden Msgr. Änthimos, Bischof von Widdin, Präsidenten der Nationalversammlung, in Tirnowa Mit tiefer Bewegung empfange ich den Ausdruck der Gefühle, von denen beseelt die edle bulgarische Nation mir ihre Geschicke anvertraut. Indem ich mich dieser Aufgabe weihe, welche die Einstim­migkeit der Wahl mir doppelt heilig macht, habe ich kein anderes Ziel vor mir, als das Wohl der Nation und das Gedeihen des Landes, welches nunmehr mein Vaterland sein wird. Möge die göttliche Vor­sehung auf ihm ruhen und die Bande segnen, welche mein Leben mit seinem Geschick und seiner Zukunft vereinigen. Auf den Wunsch Sr. Majestät des Kaisers von Rußland begebe ich mich sofort nach Livadia und erst von dort aus werde ich in der Lage sein, den Zeitpunkt an- zugeben, an welchem ich die Ehre haben werde, die Deputation zu em­pfangen. Zudem ich Ew. bischöfliche Gnaden bitte, sich bei der Natio­nalversammlung und beim bulgarischen Volke zum Dolmetsch der Gefühle zu machen, welche mich in diesem Augenblicke beseelten, bitte ich Gott, daß er Sie, Monsignore, in seine heilige und würdige Obhut nehmen möge.

— Die Nordd. Allg. Ztg. sch eibt: Sicherem Vernehmen nach hat die Regierung der Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft gegenüber sich bereit erklärt, in Verhandlungen wegen Uebertragung der Verwal­tung und des Betriebs des ganzen Köln-Mindener Eisenbahn-Unter­nehmens auf den Staat auf der Grundlage einer in abzustempelnden Actien zu gewährenden festen Jahresrente von 6 pCt. einzutreten.

— Dresden, 14. Mai. In seiner gestrigen Sitzung hat der Rath der Stadt Dresden einstimmig beschlossen, von Betheiligung an dem Städtetag in Berlin abzusehen.

— Leipzig, 15. Mai. Der Stadtrath von Leipzig lehnt in Uebereinstimmung mit den Stadtverordneten die Betheiligung an dem Städtetag in Berlin ab, theils wegen der Kürze der Zeit zu ausreichen­der Vorbereitung, theils weil es nicht Sache der S t a b t ö e r tr e# tungen fei, auf den Reichstag in dieser Sache einzu- wirken.

— Karlsruhe, 15. Mai. Der hiesige Stadtrath hat die Ein­ladung zum Städtetag in Berlin abgelehnt, weil die Tarif-Frage in das Ressort der Handelskammer gehöre.

— Heilbronn, 15. Mai. Der hiesige Gemeinderath beschloß die Beschickung des Berliner Städtetags durch den Reichstags-Ab­geordneten für Heilbronn.—Heilbronn stimmt für Getreide­zölle.

— Paris, 14. Mai. Das Amtsblatt enthält ein Decret, das die Errichtung eines „Musee p6dagogiquea und einer „Bibliothequa centrale de l’enseignement primaire* im Unterrichtsministerium an- ordnet; diese werden verschiedene Sammlungen des Schulgeräths, histo­rische und statistische Documente und Clasfenbücher enthalten. In Amerika, England, Oesterreich, der Schweiz rc. bestehen ähnliche An­stalten.

— Bukarest, 15. Mai. Der „Monitorul" veröffentlicht ein Dekret, durch welches alle Präventiomaßregeln gegen die Pest von heute ab an allen Punkten aufgehoben werden. Der freie Verkehr mit Ruß­land und Bulgarien ist damit wieder hergestellt.

— Petersburg, 15. Mai. (Köln. Ztg.) Durch einen kai­serlichen Ukas aus Livadia vom 5. d. werden in Gemäßheit des bekann­ten Ukas vom 17. April die Generalgouverneure von Moskau, War­schau und Kiew so wie die provisorischen Generalgouverneure von Pe­tersburg, Charkow und Odessa ermächtigt, die Wirkung des genannten Ukas in nöthigen Fällen auch auf diejenigen Gouvernements zu erstrecken, welche den betreffenden Militärkreisen angehören.