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derartigen Verein gründen und auf die Dauer unterstützen zu helfen, so liegt es klar, daß ein solcher nur dann prosperiren kann, wenn ihm die regste Betheiligung entgegengetragen wird, weil mit geringen Mitteln auf diesem Gebiete wenig oder gar nichts anzufangen ist. In Anbetracht der schon lange andauernden geschäftlichen Krisis ist vielleicht der gegenwärtige Zeitpunkt nicht der geeignete ein solches Unternehmen in's Leben zu rufen, doch dürfte die Gründung wesentlich erleichtert werden, wenn die Höhe des Beitrags Jedem überlassen, zur Erlangung der Mitgliedschaft aber nur ein sehr mäßiger Jahres-Beitrag festgestellt würde. — Wir geben hiermit der an uns gestellten Bitte Ausdruck, die Angelegenheit nochmals anzuregen und öffnen darauf bezüglichen Ansichten und Rathschlägen gerne die Spalten unseres Blattes.
(*) »Ueber den systematischen Schreib-Unterricht des z. Z. hier anwesenden Lehrers der Kalligraphie Hrn. Gand er aus Mainz.- Dem Guten darf man billigerweise die Anerkennung nicht vorenthalten. Es dünkt uns überflüssig, die Vorzüge der Gander'schen Handschrif- tenverbesserungs lehrmethode eingehend zu besprechen, wir verweisen vielmehr Diejenigen, welche sich dafür interessiren, auf die in der That überraschendste Erfolge hin, welche durch dieselbe bei Allen, bei jungen Leuten, wie bei Männern und selbst in bereits vorgerücktem Alter, erzielt wurden. Wir hatten neuerdings Gelegenheit, Sckriflpro- ben seiner hiesigen Schüler resp. Schülerinnen zu sehen, und nahmen mit nicht geringem Erstaunen die völlige Umwandlung der Schriften wahr. Diese äußerst vortheilhafte Verbesserung hatte der Genannte in einem Zeitraum (9 Stunden) bewerkstelligt, der durchaus in keinem Ver- Hältniß zu den Leistungen steht, und den besten Beweis für die Gründlichkeit und Aechtheit seiner Methode liefert. — Wie schwer es oft Manchem fällt, eine auch nur einigermaßen leserliche Schrift zu schrei- ben und wie viele Mühe er hierzu aufwenden muß, ist durch tagtäg- liche Erfahrungen hinreichend constatirt Wir glauben darum um so mehr die Aufmerksamkeit aller Derjenigen, die das Bedürfniß fühlen, eine sichere, kräftige und schöne Handschrift zu erlangen, auf die rationelle Schreibunterrichtsmethode des Hrn. Gander hinlenken zu sollen.
Bersteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Freitag den 16. Mai.
Holzversteigerung im Windecker Bürgerwald; Zusammenkunft Vormittags V« 10 Uhr an der Sicher Chaussee. Verkauft werden: 12260 Stück Birken-, Eichen-, Aspen- und Buchen-Wellen, sowie 21rmFich- ten-Erdstöcke (f. Nr. 112 „Han. Anz.-). — Vormittags 11 Uhr findet im Bureau des Königl. Eisenbahn-Baumeisters Fräncke zu Friedberg die Berdingung der Abfuhr von 500,000 Feldbrandsteinen von der bei Hel- denbergm belegenen Göbel'schen Ziegelei auf den Lagerplatz an der Nidderbrücke bei Heldenbergen, statt (s. Nr. 112 „Han. Anz.").
— Für heute. Hanauer Kriegerverein: Abends 9 Uhr Monatsversammlung.
— Der bisherige evangelische Pfarrer zu Wenings, im Großher- zogthum Hessen. Heinrich Brüning, ist auf erfolgte Präsentation zum Pfarrer in Hüttengesäß (Classe Bücherthal) bestellt worden.
— Cassel, 13. Mai. Der ständische Verwaltungsausschuß brächte in seiner 5. diesjährigen Session an den sechs Sitzungstagen vom 5. bis 10. d. Mts. nach der Hess. Mztg. u. a. folgende Gegenstände zur Erledigung:
Ein Einwohner von Hanau hat von der Landeskeeditkasse ein derselben zugefallenes Grundstück käuflich erworben und ist einen Theil des Kaufgeldes unter der Brdinzuug schuldig geblieben, diese Schuld mit 4 pCt. zu verzinsen und in derselben Art successiv zu amortisiren, wie dies hinsichtlich der Darlehnsforderungen der Landeskreditkasse gesetzlich vorgeschrieben ist. Die enstandene Frage, ob auf diese Kauf- geldschuld und deren Verzinsung die spätere Gesetzgebung, durch welche bekanntlich der Zinsfuß zu Gunsten der Kasse erhöht worden ist, Anwendung finde, ist von der Direktion der Kasse verneint worden und der ständische Verwaltungsausschuß, dem der Fall zur Entscheidung vorlag, hat sich nach sorgfälltiger Prüfung der einschlagenden Gesetze dieser Ansicht im Prinzip angeschlossen. — Die Wiederbesetzung der erledigten Stelle eines aus früherer Zeit übernommenen Mitgliedes der Direction der Leihbank in Hanau wurde als überflüssig und mit Rücksicht auf die Etatsbestimmungen abgelehnt.
— Marburg, 13. Mai. Die Vorbereitungen zu der vom28. bis 30. d. M. stattfindenden Einweihungsfeier unseres neuen Universi- tätsgebäudes nehmen jetzt rascheren Fortgang. Seit gestern ist man mit dem Aufbau der dem Saalbausaale anschließenden Festhalle beschäftigt, welche in derselben Weise, nur wie es uns scheint mit etwas größeren Dimensionen, hergestellt werden wird, wie bei dem jüngsten Universi- tätsjubiläum Von Seiten der städtischen Behörden wird die Errichtung einer in monumentalem Stile projektirten Ehrenpforte am Eingang der Elimhethstraße beabsichtigt. Das officielle Programm, insoweit solches bis jetzt festgestellt ist, lautet: Mittwoch, den 28. Mai. Vorfeier. Am Abend: Begrüßung der Ehrengäste und Festtheilnehmer auf dem Schlosse. Gesellige Vereinigung daselbst. Donnerstag, den 29. Mai. Hauptfeier. Am Vormittag: Festzug durch die Stadt zum neuen Universitätsgebäude. Uebergabe der Schlüssel und Eröffnung des Gebäudes.
Enthüllung des Bildes Sr. Majestät des Kaisers und Königs im Senatssaale. Festakt in der reformirten Kirche, bestehend aus einer got« tesdrenstllchen Einleitung und der Festrede des Rektors. Am Nachmittag: Festdmer im Rittersaale des Schlosses. Am Abend: Commerz im Saalbau. Freitag, den 30. Mai. Nachfeier. Am Vormittag: Besichtigung des neuen Universitätsgebäudes, der Universitätsinstitute und Sehenswürdigkeiten. Am Nachmittag: Waldfest auf dem Dam- Melsberg. — Speciellere Bestimmungen in dieser Beziehung werden noch erwartet. (Marb. Tgbl.)
Eingesand t.
ö Ist es nicht möglich, daß von Seiten der betreffenden Behörde für Vermehrung und Aufstellung von Bänken Sorge getragen wird und zwar in den Anlagen um die Stadt, an der s. g. Mainspitze und verschiedenen anderen Punkten, z. B. an dem neuaugelegten Baumrondell an dem Viadukt nächst der Jung'schen Villa? — Denn daß entschieden Mangel an Sitzplätzen vorhanden ist, davon kann Jeder sich überzeugen.
Aus der Umgegend.
— Der Frankfurter „General-Anzeiger- schreibt unterm 14. Mai aus Frankfurt am Main: Der in weiten Kreisen als Musiker und Dirigent bekannte und allgemein beliebte Capellmeister des hiesigen 81. Regiments, Carl Waßmann, wird im Laufe dieses Monats sein 25- jähriges Dienstjubiläum begehen. — Die Herren Staatsanwalt Kunitz und Appellationsgerichtsrath Kersting sind zu Oberamtsgerichtsräthen in Berlin ernannt worden. — Die Herren Appellationsgerichtsräthe Dr. Eckhard und Dr. Kugler werden in das hiesige Oberlandesgericht als Räthe eintreten. — Der Jsenburger Vierheller, welcher die verschiedenen Mordversuche am Montag Abend machte und schließlich sich selbst tödtete, hat acht Tage lang in einem hiesigen Hotel als Harrst knecht gestanden und ging am Montag fort. Im Laufe des gestrigen Tages traf ein Brief an feinen Prinzipal ein, in welchem er demselben mittheilt?, daß sich der Johann bei Empfang des Briefes nicht mehr unter den Lebenden befinden werde, weil seine Braut ihm den Ring zurückgeschickt. Hierauf trifft er genaue Bestimmungen über seinen Lohn und gibt Anweisung, wie aus demselben seine Glänbiger befriedigt werden sollen; den Rest mit M. 2.50 aber seiner Mutter einzuhändigen. Dieselbe war bereits da und erhob die Erbschaft; er schloß sein Schreiben mit den Worten: „In das Hödel werd ich nitt mehr komme, indem ich mich heut Abend erschies mit dem Revolfer, welches ich aus Berweiflung thu. Das ist mein letzter Wille eines Sterbenden.- — Der zweite deutsche Gabelsberger Stenographentag wird vom 15. bis 18. August in Frankfurt seine Zusammenkunft halten
— Darmstadt, 14. Mai. Ein altes Bäuerlein aus dem Odenwald stellte sich der Polizei gestern selbst als Dieb einer Uhr, die er versilbert, nun aber das Geld ausgegeben habe Er erklärte nicht in das Arbeitshaus, wo es ihm nicht gefalle, zu wollen, er sehne sich nach dem Zuchthaus, wo er sich heimisch fühle; er werde wohl ein „Jähr- chen" bekommen und innerhalb dieser Zeit hoffentlich sterben. (H Landesz.)
— Jsenburg, 14. Mai. Gestern Abend schoß ein Sohn auf seinen Vater, der ihm Vorhalt gemacht hatte, traf ihn jedoch nicht, lief sodann zu seiner Braut, die ihm den Trauring zurückgeschickt hatte, schoß auf sie, fehlte jedoch ebenfalls. Ein Gensdarm, der ihn festneh- men wollte, wurde ebenfalls zum Ziele einer Kugel gemacht, die glücklicherweise auch fehlging; ein junger Mensch, der den Wüthenden halten whllte, erhielt eine Kugel in den Oberschenkel. Unter fortwährendem Schießen auf seine Verfolger stürzte er fort und gab schließlich auf sich selbst drei Schüsse ab, die ihn todt hinstreckten. Vierheller heißt der junge Mann. (Hess. Landesztg.)
T h e r m o m e t e r st a n d.
14. Mai. Höchster Stand + 14°, Abends 7 Uhr 4- 13®:
15, Mai. Morgens 7 Uhr + 10°, Vormittags 10 Uhr 4- 12‘/s®.
AuSzüge au3 dem Amtsblatt der Königliches Regie» rung zu Cassel.
Bieber. In Erkennung des Verkaufs der dem Michael August Grob, Schmied in Sannerz, gehörigen, in der Gemarkung von Bieber belegenen Grundstücke wird erster Versteigerungstermin auf den 13. Juni d. I., event, zweiter auf den 11. Juli d. I., event, dritter auf den 15. August d. J„ jedesmal Vormittags 11 bis 12 Uhr, an Kgl. Amtsgericht Bieber anberaumt.
Bockenheim. Zum zwangsweisen Verkaufe der auf den Namen des Maurermeisters Nicolaus Fischer zu Frankfurt a. M. kaiastrirten, in hiesiger Gemarkung belegenen Immobilien ist erster Steigerungs- termin auf den 29. Mai d. I., event. zweiter und dritter auf den 26, Juni und 24. Juli d. I., jedesmal Vormittags 11 Uhr, an Königl. Amtsgericht Bockenheim anberaumt.