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Kommene Demonstration gegen die Zolltarifvorlage nicht als motivirt erachten können. Wir sind zwar nicht weniger als andere Stadtbehör­den der Pflicht, die Bevölkerung vor drohender Gefahr zu schützen, ein­gedenk, aber nach unserer Ueberzeugung sind die in der Tarifvorlage proponirten Viehzölle und der Zoll von 50 Pf. auf den Centner Ge­treide nicht gefährlich, es verdient vielmehr die Tarifvorlage weit eher eine beifällige, als eine abfällige Kritik.

— Wien, 13. Mai. Der „Polit. Korresp." wird aus St. Pe­tersburg gemeldet: Der Kriegsdampfer „Konstantin" holt die bulgarische Deputation zur Begrüßung des Prinzen von Battenberg von Varna ab und dürste dieselbe am 15. d. in Livadia eintreffen. Der neue Fürst reist am 18. Mai nach Wien und tritt von dort aus seine Rundreise nach Berlin, Paris, London und Rom an. Von Rom begiebt sich der Fürst nach Konstantinopel zur Investitur, betritt in Varna den Boden Bulgariens, leistet in Tünowa den Eid und nimmt in Sofia seine bleibende Residenz.

— Paris, 13. Mai. Der Cassationshof sprach gestern sein Urtheil gegen den Präsidenten des Civiltribunals von Bayonne, de Larraldo Diustogny, welcher sich am 15. August 1878 in Biarritz an einer Kundgebung zu Gunsten des exkaiserlichen Prinzen betheiligt, dort einer Messe angewohnt und dann eine Adresse an den Sohn Napoleon's III unterzeichnet hatte. Der Cassationshof sprach nur die Censure simple aus, welche keine weitere Disciplinarstrafe nach sich zieht. — Unter den in der letzten Zeit begnadigten Mai-Insurgenten befinden sich Alvhons Humvert, einer der Redacteure des Pore Duchosne; Ferrat, Schriftsteller, Ex> Mitglied des Comitö Central; Roques, Ex-Maire von Puteaux; Director Dupas; Paul Pia, Ex-Director der Eisenbahnen während der Commune; Moreau, früher Rotar; Demenge, Ingenieur; Deneuvillers, Bureauchef der Seine-Präfectur unter der Commune. — Die bonapartistischen Blätter bringen folgende Depesche: „Chiselhurst, 13. Mai. Ein Telegramm vom Cap vom 28. April kündigt an, daß Lord Chelmsford und der kaiserliche Prinz nach Kambulca abgereist sind. Franceschini Pietri." (Köln. Ztg )

— In Stratfort (Provinz Toronto in Canada) hat eine furchtbare Dynamitexplosion stattgefunden. Eine beträchtliche Quantität Dynamit wurde behufs Weiterbeförderung in einen Eisenbahnwaggon gelegt, als es aus einer noch nicht aufgeklärten Ursache explodirte, wo­durch zwei Personen gelobtet und mehrere andere verwundet wurden. Das Güterdepot und die umliegenden Gebäude, sowie eine große An­zahl Waggons wurden durch die Explosion zerstört.

— Madrid, 12. Mai. (Ag. Hav.) Die Munizipalwahlen ha- ben eine große Majorität für die Regierung ergeben. Gewisse Viertel von Madrid, in denen sonst immer die Opposition siegte, haben diesmal konservative Kandidaten gewählt. Der Kampf war sehr lebhaft und die Betheiligung eine allgemeine. — 13. Mai. Das Kabinet berieth gestern über die von einigen nordeuropäischen Mächten eingegangenen Schreiben bezüglich der Maßregeln zur Unterdrückung der sozialistischen Bewegung. Es wurde indessen noch keine Entscheidung getroffen.

— General Türr hat auf seine an Garibaldi gerichtete Mahnung, dem Nachfolger Victor Emanuel's keine Schwierigkeiten zu bereiten, eine wunderliche Antwort erhalten. „Wir italienischen Republikaner", tele- graphirte Garibaldi, „sind die besten Freunde des Königs Humbert." Gariba di soll sehr krank sein, er leidet an der Magengicht. (Trib.)

— Nach der „Kr. Ztg." hat der Kaiser von Rußland den Fürsten von Bulgarien unter Beförderung zum General-Major und unter Be- lassung a la suite des Wosenszenkschen Ulanen-Regiments Nr. 8 zum Chef des 13. Jäger-Bataillons ernannt, welchem seinerzeit Prinz Alexander von Battenberg bei dem Uebergange der russischen Truppen über die Donau attachirt war.

— New-Uork, 13. Mai. Der Hamburger Postdampfer „Wie- land" ist heute Nacht hier eingetroffen.

Lokales.

4- E v ' tzäMM ®M 4- ÄlstTDDNM 15- Mai 1879.

— Win» neue Eisenbahnverbindung zwischen Ber­lin uud Frankfurt a. M) Mit dem heutigen Tage tritt durch Eröffnung der zur Berlin-Metzer Bahn gehörigen Theilstrecke Berlin- Glankenheim eine neue 91 inte von Berlin nach dem Südwesten ins Le­ben, welche ausschließlich durch preußische Staats mhnen vermittelt wird. Zwischen den Städten Berlin und Frankfurt a. M., sowie Cassel und zwischen Halle und Frankfurt a. M. wird eine ganz neue und bequeme Courierzugsverbindüng geschaffen. Die Entfernung Berlin-Cassel wird um 13 Äilom. abgekürzt. — Während die bisherigen Linien von Ber­lin nach Frankfurt a. M. Schnellzüge nur Morgens und Abends ab- ließen, wird der neue alle 3 Klassen führende Courierzug Berlin um 11 Uhr 20 Min. Borm verlassen, so daß den Reisenden die Möglich­keit gewählt ist, noch die Vormittagsstunden in Berlin zu verbringen, er wird in Nordhausen gegen 4 Uhr, in Cassll um ßVa Uhr, in Hanau um 4 Uhr 10 Min., in Frankfurt um 10 Uhr 40 Min. Aiends eintreffen. In Frankfurt schließen sich Züge nach Mainz, nach Heidel­berg, Mannheim, Karlsruhe, Straßburg und Basel an. Letzterer Ort

wird Vormittags um 9 Uhr erreicht und kann man von dort aus in Zürich um 12*4 Uhr, in Luzern und in Bern um l’/i, in Lausanne um 7 Uhr und in Genf um 9 Uhr Abends eintreffen. Der an diesen Schnellzug anschließende Zug verläßt Halle um 1 Uhr 34 Min Nachm. — Der Zug wird von Berlin nach Frankfurt durchgehende Wagen mit 1., 2. und 3. Klasse nebst durchgehendem Personal führen. Die Wagen 1. u. 2. Klasse sind nach dem neuesten System mit Seitengang gebaut, welcher ein fortwährend freies Cirkuliren gestattet. Jeder dieser Wagen ist mit Gasbeleuchtung und Toilette versehen und bei großer Solidität mit Eleganz ausgestattet. Zur Vermeidung des lästigen Geräusches sind die Wände auch der Seitengänge durchweg gepolstert. Die Ventilation erfolgt durch besondere in der Mitte angebrachte Apparate. Die Wagen sind erheblich breiter als die gewöhnlichen Coup^e-Wagen. Die ganzen Züge werden mit der schnell und sicher wirkenden Westinghouser-Bremse versehen, welche es ermöglicht, auch bei schnellster Fahrt den Zug bin­nen 20 Sekunden zum Stehen zu bringen. — In umgekehrter Richtung verläßt der Courierzug Frankfurt a. M. um 12 Uhr 15 Min. Mittags, Hanau um 12 Uhr 52 Min. und der Anschlußzug Cassel um 4 Uhr 18 Min. und gelangt nach Berlin um 11 Uhr 34 Min. Abends, also fast sk Stunde früher als der über ^Thüringen führende Zug, nach Halle um 8 Uhr 48 Min. Abends, so daß hier der Anschluß an den Courierzug nach Leipzig und Dresden erreicht und für die über Leipzig hinaus Reisenden der lästige BahnhofLwechsel in Leipzig vermieden wird. — Außerdem kursirt auf der neuen Route je ein durchgehender Perso« nenzug zwischen Berlin und Frankfurt a M. — In die bestehenden Rundreise-Verkehre nach dem Rhein ist die neue Route bereits ausge­nommen. Auch schweben Verhandlungen, zur Erleichterung des Reise­verkehrs nach der Schweiz auf dem Dresdener Bahnhof die beliebtesten Rundreisebillets von Frankfurt a M. nach der Schweiz in Verbindung mit ermäßigten Retourbillets für die neue Linie Berlin-Frankfurt a. M. aufzulegen. — Die Billetpreise zwischen Frankfurt und Berlin sind auf der neuen Route noch um ein Geringes billiger als die der Kreienser und Thüringer Route. (Franks. Ztg.)

— (Impfung.) Samstag den 17. Mai, auf dem Rathhause, Nachmittags von 3—4 Uhr: Revision der Zöglinge des hiesigen Gymnasiums; von Nachm. 4—5 Uhr: Impfung der Zöglinge der Knabenbürgerschule I. — Morgens 10 Uhr: Impfung zu Großauheim und Mittags IMs Uhr: zu Großkrotzenburg.

— Zu dem übermorgen in Berlin stattfindenden Städtetag wurde Seitens der hiesigen städtischen Behörden Herr Vicebürgermeister Nickel delegirt.

— Gestern Abend stürzte ein etwa 10jähriger Junge aus dem dritten Stockwercke eines Hauses der Sterngasse auf die Straße, ohne bedeutende äußerliche Verletzungen davon getragen zu haben. Der Junge befindet sich den Verhältnissen nach ziemlich wohl.

Begießungs-Angelegenheit.

Wir glauben gut zu thun, sämmtliche Straßen und Anlagen nam­haft zu machen, welche nach dem diesjährigen Plane besprengt werden sollen:

Mainkanal, Philippsruher Allee bis zum Wagner'schen Haus ein­schließlich, vom Zollamtsgebäude bis zum Krahnen der Hess. Ludwigs- bahn, von da alter Badeweg bis an das Ende der Bissinger'schen Villa, dann Steinheimerweg bis zur Starkenburg und bis zum Ende der Jung- schen Villa's; — Neue Anlage, Bebraer Bahnhofstraße an der Wiener Spitze vorbei bis zur Behausung des Herrn Kalb einschl.; — Groß« auheimerweg bis zum Hause des Herrn Jörg einschl.; — ferner Kanal­thor, Nußallee, Vorstadt, Kinzigbrücke, bis zur Houy'sch-n Diamanten­schleiferei, Haingasse; — Kanalplatz; — vom Kanalplatz durch die Rö­merstraße, Nürnbergerstraße bis zur Besitzung der Herren Heintz u. Kreiß einschl. ; — Krämerstraße bis in die Salzgasse; — Langstraße; — Steinheimerstraße, Glockengüsse, Fischergasse, Lothringergassr, Neustädter Heumarkt; — Frankfmterstraße bis zur Nußallee; — Hospitalstraße (Altstadt) vom goldnen Löwen, durch die Bangertsgasse bis zum Thea­ter; — Altstädter Marktstraße, Schloßgasse, Metzgergasse, Schirngasse vom Hause des Herrn Frieds durch die Rosengasse, Schuurgasse; fer­ner Hirschgasse und große Sandgasse; — Kircbgasse, Schützengasse, Alt- gasse und Hahnengasse; — Hammergasse, Fahrgaffe, Kölnischegasse und MebW8sseb.'nu rs«f«v nkfrtzMtDmMS' MÜmöuPtM -M s 4

— In den letzten Jahren wurde vielfach die Idee zur Gründung eines Berschönerungsvereins, wie ihn andere und dabei kleinere Städte als Hanau schon lange bissen, rege, dessen Aufgabe hauptsäch­lich darin bestehen müßte, in nächster Umgebung der Stadt für schattige Spaziergänge, angenehme Ruhe- und schöne Aussichtspunkte Sorge zu tragen, und überhaupt überall auf die Stellen ein Hauptaugenmerk zu richten, auf welche staatliche und kommunale Körperschaften Nicht Be­dacht nehmen können. — Ein Berschönerungsoerein fände in der Um­gebung Hanau's, obgleich von den einschägigen Behörden in dieser Richtung alles Mögliche gethan wird, immerhin noch ein recht reiches Arbeitsfeld, «uz ic bind xuztfstz : MlimryL lanlik .

Wissen wir auch, daß so Manche mit Vergnügen bereit sind, einen