Einzelbild herunterladen
 
  

[643

^ Zwei Burschen waren gestern im Begriffe an der Hess. Lud« wigsbahn eine Schwelle zu stehlen, wurden aber dabei ertappt und in Haft gebracht.

— Unsere Badeanstaltsbesitzer sind wacker mit dem Aufschlagen beschäftigt; die Dechert'sche Anstalt ist nahezu vollendet, das Adam'« sche Damenbad ist bereits aufgestellt, das Herrenbad wird in den näch« sten Tagen fertig, ebenso haben die Gebrüder Kaiser, bei denen sich nebenbei bemerkt, seit einigen Tagen schon Erfrischungsbedürftige eingestellt haben, ihre Einrichtung fast fertig gestellt. Nur gutes Wetter, dann kann die Saison sehr bald beginnen.

— Eine geisteskranke sich in Pflege befindliche Frau zu Langen« diebsch entfernte sich gestern Morgen unter Mitnahme eines dreijährigen Kindes und ist bis jetztInoch nicht zurückgekehrt.

— Gestern Abend^gegen 8 Uhr brach in Bruchköbel wieder Feuer aus, welches aber durch schnelles Eingreifen bald gelöscht war.

Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Donnerstag den 15. Mai.

Zu Bahnbauzwecken sollen 120 cbm Basalt-Pflastersteine in Lie« ferung qeg'ben werden. Termin hierzu Vormittags %12 Uhr im Bu­reau Königl. Bauinspektion I, Mühlbruchstraße 18 zu Frankfurt a. M.

— Für heute. Homöopathischer Verein: Nachm. 4 Uhr Aus­flug nach dün Wilhelmsbader Hof. — Abends 9 Uhr: M.-R.: Tur­nen; Steiger Corps bei Beck; Spritze Nr. 1 in den „3 Gänsen".

— Cassel, 12. Mai. So viele Petitionen, wie in der der- maligen Session, sind wohl selten an den Reichstag gerichtet worden. Auch unsere Provinz ist ziemlich stark dabei betheiligt. Neuerdings bitten wieder die Faorikanten Chr. Heinemann Söhne zu Eschwege, die Gesetzvorlage, betreffend die Nachversteuerung des Tabaks, ^bzulehnen. Der Stadtrath zu Eschwege beantragt die Ablehnung des Gesetzent­wurfs, betreffend die Erhöhung der Tabaksteuer und die Nachsteuer re. Die Taüaksfabrikantcn Zwingl und Baumgärtner zu Hanau nnd Genossen erklären sich gegen die Einführung der vorgeschlagenen Nach- und ßiMbfteuer in der Tabakssteuerfrage. Die Versammlung deutscher Seifensabrikanten zu Cassel bitten um Zollfreiheit für Talg, Palmöl, Echmalzfett (ungenießbares), Kokosnußöl. Die Liqueurfabrikanten Ge­brüder Roh e und Genossen zu Cassel bitten, den Zoll auf Brannt­wein aller Art, auch Arrak, Rum und Franzbranntwein, auf der jetzigen Höhe von 36 Mk. zu belassen, dagegen für mit Zuckte ver­setzte Branntw ru: einen Zoll von 48 Mk. einzuführen oder dieselben unter Position 25 Nr. 1 anzuführen. C. T. Post.

— Cassel, 13 Mai. Obertribunalsrath Wangemann aus Ber­lin ist zum Vicepräsidkuten des hiesigen Oberlandesgerichts ernannt. Es sind werter zu Mitgliedern des hiesigen Oberlandesgerichts ernannt die bisherigen AppellationSmitglieder Ober. Appellationsrath Martin, Appella« tionsrath Klingender, Appellationsrath Schulze. Mit Pension tritt in Ruhestand: Ober-Appellationsrath Gleim und Ober-Appellationsrath Scheffer. Zur Disposition des Justizministers bleiben vom 1. Oktober d. I. ab: Ober-AppeLationsrath Kaup, Geh. Justizrath Mertz, Appella- tions-Gerichtsrath Ganslandt. Uiber die Geh. Justizräthe Grandidier und Jäger und über Appellationsrath Vogel stehen die Nachrichten noch aus, sind aber in aller Kürze zu erwarten. Es fehlen daher im Augen­blick noch vier Mitglieder. (H. M.)

— Herr Regierungs-Assessor Fliedner zu H ü n f e l dIerlegte, nach der „H. M.", am Freitag im Dammersbach-r Forst einen zweijährigen Auerhahn, ein wahres Prachtexemplar.

— Ful.da, 13 Mai. Die Nachrichten über den gestrigen großen Brand zu Tann sind zum Theil noch ungenau, zum Theil sich widersprechende. Mit Bestimmtheit Läßt sich nur angeben, daß Haupt- sächlich das sogenannte Pfarrviertel stark gelitten hat und daß etwa 80—100 Häuser dem entfesselten Elemente zum Opfer gefallen sind. Es wird allgemein Brandstiftung vermuthet. (Hess. Beob.)

— Als Beitrag zur Lösung der Frage, woher die kalte Witterung kommt, theilt die „Nat.-Ztg." nachstehende Notiz mit: Einem Privat - briefe eines vor circa drei Wochen aus Boston mit einem Dampfer nach Liverpool und von dort über Antwerpen nach Deutschland gereiften Herren entnehmen wir folgende interessant? Thatsache, die wohl geeignet sein dürfte, auf die Ursache der für die Saison ungewöhnlich und an­haltend kalten Witterung einiges Licht zu werfen. Der Steamer, mit welchem dieser Herr reiste, begegnete nämlich auf seiner Reise nach Eu­ropa (ungefähr unter dem 60. Grad nördlicher Breite) einer Menge schwimmender, von den Polarzonen losgelöster Eisberge, die stellenweise sich so dicht zusammenhäuften, daß das Schiff Mühe hatte, sich durch- zuarbeiten. Es ist daher nicht zu verwundern, wenn uns der fast be­ständig wehende Nordwind, nachdem er über große Massen Eises dahin- gesaust ist, statt lauer Mailüstchen eine recht empfindliche Kälte bringt und aus dem heurigen Frühlinge einen „stellenweise grün angestrichenen Winter" macht.

— Der Minister für öffentliche Arbeiten hat am 3. Mai verfügt daß Retourbillete auf Slaats-Eisenbahnen oder unter Staatsverwaltung

stehender Bahnen, welche am Tage vor einem Sonn- oder Festtage ge­kauft sind, bis zum dritten Tage Geltung haben sollen. Als Festtage gelten: der zweite Weihnachts-, der Neujahrstag, Ostersonntag, der zweite Öfter-, der Buß- und Bet-, der Himmelfahrts- und der zweite Pfingst« tag.

Muster-Register.

(Eintragungen bei Kgl. Kreisgericht, I. Abth., Hanau.)

Nr. 76. Firma: Gebr. Dingeldein in Hanau, 3 Muster für plastische Erzeugnisse, in einem versiegelten Convolut, Fabriknum­mern 4092, 4093 und 4094, Schutzfrist 1 Jahr, angemeldet am 9. April 1879, Morgens ll1 k Uhr.

Nr. 77. Firma: Lorsch und Ditzel in Großauheim, 1 Muster für plastische Erzeugnisse, in einem versiegelten Couvert, Fabrik- nummer 1351, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am11. April 1879, Morgens 9 Uhr.

Nr. 78. Firma: E. G. Zimmermann in Hanau, 3 Muster für plastische Erzeugnisse, in einem versiegelten Couvert, Fabriknummern 211, 212 und 213, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 16. April 1879, Nachmittags 4% Uhr.

Nr. 80. Firma: Conrad Deines jr. in Hanau, 4 Muster für Flächenerzeugnisse, in einem versiegelten Convolut, Fabriknummern 69 bis 72, Schutzsrist 3 Jahre, angemeldet am 19. April 1879, Nach­mittags 41 k Uhr.

Nr. 79. Firma: Max Bauscher u. Fischbach in Hanau, 1 Muster für plastische Erzeugnisse, in einem versiegelten Päckchen, Fabriknummer 1888, Schutzfrist 2 Jahre, angemeldet am 23. April 1879, Vormittags 10 Uhr.

* Aus der Umgegend.

— Der Frankfurter „General-Anzeiger" schreibt unterm 13. Mai aus Frankfurt am Main: Wie nothwendig es ist, die Verkäufe, welche auf dem Pferdemarkt zum Abschluß gelangen, protokolliren zu lassen, geht aus einer Anzahl bereits anhängiger Prozesse hervor. Gewöhnlich zeigen sich die Fehler erst dann, wenn man das Pferd einige Tage im Stall hat; sind nun im Protokolle keine Vorbehalte gemacht, oder ist gar kein Protokoll ausgenommen, so geht, sind nicht andere Beweis­momente vorhanden, der Käufer regelmäßig in Verlust. Bei den an­hängigen Prozessen, es sind deren sieben, sind nur zwei Pferde proto- kollirt. Käufer und Verkäufer sollten die kleine Mühe über ihren Han­del und was sie dabei wollten, ein Beweisinstrument anfertigen zu lassen, nicht scheuen, zumal dasselbe kostenfrei geschieht. — Wie wir vernehmen, hat Se. königl. Hoheit der Landgraf von Hessen für die Herbstrennen des Rheinischen Rennvereins einen silbernen Schild, ein wahres Kunstwerk, gestiftet. — Dem Vernehmen nach haben die Hessi­sche Ludwigsbahn und die Main-Neckar-Bahn die Gültigkeitsdauer ihrer Retourbillets wegen des Schützenfestes in Frankenthal vom 21. bis 30. Juni erstreckt. Die pfälzischen Bahnen haben für dieselbe Zeit eine Fahrpreisermäßigung von 50% gewährt.

— Offenbach, 13. Mai. In Dietesheim geriethen gestern zwei Männer mit einander in Streit, wobei der eine durch Messerstiche so erheblich verletzt wurde, daß man an seinem Aufkommen zweifelt. Die Sache wird vor dem Strafgericht ihren Abschluß finden.

— Der „G. Anz." schreivt: Bekanntlich ist die Heilanstalt für scrophulöse Kinder in Bad Nauheim vom 1. Mai an schon in Thätig­keit. Um allenfallsige Gesuche um Aufnahme zu erleichtern, theilen wir Interessenten mit, daß 1) Kinder von 3 bis 14 Jahren ausgenommen werden; 2) Anmeldungen an den Arzt der Anstalt, Herrn Dr. Aber in Nauheim zu richten sind. Bei der Aufnahme ist ein ärztliches Zeugniß darüber beizubringen, daß das Kind Soolbäder bedarf und daß es an keiner ansteckenden Krankheit leidet. Der Betrag der Pension für die volle Kur auf 4 Wochen ist für Unbemittelte auf 15 M., für Bemit­telte auf 30 M. pränumerando normirt worden.

Patent-Ertheilungen.

Nr. 6052. Electro-telephonischer Apparat zur Diagnose derHerz- und Pulsbewegung, Dr. S. Ty. Stein in Frankfurt a. M., vom 8. November 1878 ab. Kl. 30.

Nr. 6076. Neuerungen au Papier-Glättmaschinen (Zusatz zu P. R. 4656), W. F. Heim in Offenbach a. M., vom 21. Januar 1879 ab. Kl. 55.

Thermometer st and.

13. Mai. Höchster Stand + 12%°, Abends 7 Uhr 4- 10“;

14, Mai. Morgens 7 Uhr + 9%°, Vormittags 10 Uhr 4- 10%°.