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im Süden gegen Kandahar bis zu dem GebirgSzug Khwadja-AmraS vorgeschoben, so daß der Khodjakpaß und das Pischinthal noch britische« Territorium würden. Ferner tritt Afghanistan das Kuramthal bis zum Schuturgardan und den Khaiberpaß bis Luargi ab. Der Major Ca- vagnari wird als britischer Gesandter den Emir bei seiner Rückkehr nach Kabul begleiten; außerdem ist die britische Regierung berechtigt, noch einen Agenten in Kandahar anzustellen. — Die R gierungen von England und der Republik Nicaragua haben sich, wie die „Wiener Presse" meldet, in einem zwischen ihnen schwebenden Streitfälle, betreffend die Zahlung eines jährlichen Betrages von 5000 Dollars an die Mosquitos, dahin geeinigt, in dieser Angelegenheit an einen Schiedsrichter zu appel- liren. Gleichzeitig ersuchten die beiden gedachten Regierungen den Kai­ser von Oesterreich, das Schiedsrichteramt zu übernehmen. Der Kaiser hat sich zur Annahme bereit erklärt.

Wie aus Kairo mitgetheilt wird, soll der Vicekönig von Aegypten die an ihn von den Generalc^usuln Englands und Frankreichs namens ihrer Regierungen gerichteten Vorstellungen bezüglich der Vorgänge des 7. April bis jetzt noch nicht beantwortet haben. Daraus könnte man mit ziemlicher Bestimmtheit schließen, daß der Khedive seinen in der ägyptischen Frage eingeschlagenen Weg weiter v rfolgen will.

Tagesschau.

— Berlin, 12. Mai Se. Majestät der Kaiser und König wohn­ten am gestrigen Sonntage dem Gottesdienst im Dome bei und empfin­gen später den Präsidenten des Reichsgerichts, Wirklichen Geheimen Rath Simson, den Oberstkämmerer Grafen Redern und Allerhöchstihren aus Athen hier eingetroffenen Gesandten von Radowitz. — Heute Vor­mittag um 10 Uhr begaben Se. Majestät Sich zur Besichtigung des 1. Garde-Regiments zu Fuß nach Potsdam. — Se. Kaiserliche und Kö­nigliche Hoheit der Kronprinz erfreut Sich in Kiffingen unausgesetzt des erwünschten Wohlbefindens. Die Höchstdemselben mehr als eine allge­meine Vorsichtsmaßregel wie auf Grund etwa hervorgetretener bestimm­ter Krankheitserscheinungen angerathene leichte Brunnenkur ist vom günstigsten Erfolge begleitet, so daß mit Zuversicht die Rückkehr Sr. Kaiserlichen Hoheit in bekannter Krast und Gesundheit gegen Ende die­ses Monats zu erwarten steht. (R. u. St.-A.)

— Der „R. u. St.-A." Nr. 110 enthält: Gesetz, betreffend die Schiedsmannsordnung. Vom 29. März 1879.

— Berlin, 12. Mai. (Reichstag.) Die in der letzen Samstags­sitzung vorgenommene erste Berathung wegen Erhebung resp. Erhöhung der Brausteuer endigte mit der Ueberweisung der Vorlage an eine Kom­mission von 14 Mitgliedern. Hierauf folgte die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betr. die Besteuerung des Tabaks und die Erhebung ei­ner Nachsteuer von Tabak und Tabakfabrikaten. Nach längerer Debatte wurde ein Vertagungsantrag angenommen, nach welchem der Präsident mittheilte, daß gegenwärtig elf bereits bestehende Kommissionen noch mit Arbeiten beschäftigt seien; dazu kämen noch zwei neue, nämlich die Zoll­tarif- und die Brausteuergesetz-Kommission, und eine 14. (für das Tabak­steuergesetz) stehe noch in Aussicht; er beabsichtige deshalb vorläufig nur drei Sitzungen in der Woche anzuberaumen und die übrigen Tage für die Kommissionsarbeiten freizulassen. Gegen den Vorschlag des Präsi­denten, am Montag nach dem Plenum schon die Kommissionen für den Zolltarif und die Brausteuer zu wählen, wurde Widerspruch erhoben; die Wahl wurde deshalb verschoben. Hierauf vertagte sich das Haus um 4^4 Uhr.

In der heutigen Sitzung theilte der Präsident mit, daß der Abg. Baer (Offenburg) seine Ernennung zum Landgerichts - Rath angezeigt habe. Das betreffende Schreiben wurde der Geschäftsordnungskommission überwiesen. Darauf setzte das Haus die erste Berathung der Gesetzent­würfe, betr. die Besteuerung resp. Nachversteuerung des Tabaks, fort.

Nachdem verschiedene Redner sich für und andere gegen die Vor­lage ausgesprochen, wurde beschlossen, dieselbe einer Kommission von 28 Mitgliedern zu überweisen; die Wahl dieser Kommission soll nächsten Donnerstag stattfinden.

— Berlin, 11. Mai. (Köln. Ztg.) Der Präsident des Reichs­gerichts Dr. Simson war heute hier anwesend, um sich dem Kaiser in seinem neuen Amte vorzustellen. — Die Geschäsisordnungs-Commission hat beschlossen, daß die Mandate derjenigen Mitglieder, welche durch die Justizgesetze eine (erst später eintretende) Rangerhöhung erfahren haben, vorläufig nicht erlöschen sollen. — Prinz Karl von Preußen ist heute zu mehrtägigem Aufenthalt in Genua eingetroffen und im Hotel de la Ville abgestiegen.

— Berlin, 12. Mai. (Köln. Ztg) Der englische Botschafter m Petersburg, Lord Dufferin, der sich mit Urlaub nach London begibt, ist hier heute auf der Durchreise eingetroffen. Seine Urlaubsreise wird als ein weiterer Beweis angesehen, daß eine Störung der ruhigen Aus­führung des Berliner Friedens für die nächste Zeit von keiner Seite befürchtet wird.

— Paris, 12. Mai. (Köln. Ztg.) Die Morgenblätter sind im Allgemeinen der Ansicht, daß keine Ministerkrisis eintreten werde, bevor die Frage wegen Zurückverlegung der Kammern nach Paris vor die Kammern käme. Die Röpublique Fran^aise meint, daß man einen Sturz des Ministeriums vermeiden sollte, wenn man nicht sicher sei,

daß durch ein anderes Ministerium die Sache besser erledigt würde; das gegenwärtige Cabinet stelle die Durchschnittsansicht der Mehrheit der beiden Kammern dar, und mit diesen Mehrheiten müsse man rechnen.

— Marseille, 12. Mai. Der HandelS-Minister Tirard erklärte in Erwiderung auf die Rede des Präsidenten der Handelskammer, daß die Prinzipien des internationalen Handelsverkehrs sich nur auf der Grundlage der Reziprozität verwirklichen ließen.

— London, 12. Mai. (Köln. Ztg.) Der Times wird aus Gundamuk von gestern telegraphirt, Major Cavagnari habe Jakub Khan ein an den Emir von Kabul adressirtes Schreiben des Bicekönigs über­reicht, durch welches Jakub Khan als factischer Herrscher von Afghanistan anerkannt wird.

— Der Gouverneur von Astrachan meldet dem Minister des Innern unterm 26 April: Von den acht Personen, die in der Stadt Astrachan am Flecktyphus erkrankt sind, ist eine gestorben, die übrigen sind entweder genesen oder gehen der Genesung entgegen. Im Uebrigen ist der Gesundheitszustand im Gebiet vollkommen befriedigend. Wärme 25 Grad.

Lokale».

Hans«, 13. Mai 1878.

— (Impfung.) Donnerstag den 15. Mai, Vormittags 10V» Uhr: Revision in Niederissigheim und Vorm. II1/» Uhr in Ober- issigheim; Nachm. 4 Uhr Impfung zu Roßdorf und Nachm. 5 Uhr zu Butterstädter Höfe; — Morgens 8'/, Uhr Revision zuWindecken, Vorm. lODz Uhr zu Eichen und Mittags 121/» Uhr zu Erbstadt.

— PankratiuS, der gestrenge Heilige, machte gestern sein volles Recht geltend, indem er uns mit starkem Reif bedachte; Servatius zeigte heute ein viel milderes Gesicht. Wir hoffen, da die strengen Herren das Land verlassen, nunmehr auf — wärmere Witterung, damit endlich der Ofen auf eine Zeitlang in den wohlverdienten Ruhestand treten kann.

W. Es ist heute die zweite Quittung über die für die unglück­lichen Ueberschvemmten in Szegedin hier gesammelten Gelder folgender­maßen lautend eingetroffen: Ich beehre mich hiermit Sie unter erneuer­tem Ausdruck meines innigsten Dankes zu benachrichtigen, daß der als ferneres Ergebniß der zu Gunsten der Ueberschwemmten Szegedin's dortig eingeleiteten Sammlung anher übermittelte weitere Betrag von 300 Mark hierher richtig eingelangt ist, im Amtsblatte zur allgemeinen Kenntniß gebracht und dadurch öffentlich quittirt worden ist.

Buda-Pest, am 8. Mai 1879. Tisza Kulmar^, Versteigerungs- und Verpachtung«- rc. Kalender für Mittwoch den 14 Mai.

Vormittags 11 Uhr wird durch Herrn Kirchenverwalter Pfeiffer die Althanauer Hospitalscheuer auf 3 Jahre verpachtet. — Nachmittags 2 Uhr kommen im Landkrankenhause dahier: 1) die diesjährige Gras­nutzung zur Verpachtung; 2) Stämme und Reisholz von 4 Obftbäumsn zum Verkauf gegen Baarzahlung.

— Für heute. Hanauer Geschichtsverein: Abends 7 Uhr Mo­natsversammlung im Gasthofe „zum Riesen"; Tagesordnung: Vortrag des Herrn Pfr. Rullmann (Geschichte der Stadt Schlüchtern vom Jahre 1500 an).

— Aus dem uns vorliegenden zweiten Rechenschaftsbericht des Aschaffenb arger Central -HülfS- Comit^ für die Spessartnothleidenden, welcher nebenbei bemerkt von Interessenten bei uns eingesehen werden kann, finden wir 4000 Mk. verzeichnet, welche an das Lokal-Hülfs- Comitö Hanau zur Unterstützung des Hess. Spessarts abgegeben wurden. Die Gesammt-Einnahme betrug bis zum 30. April cc. 171,492 Mk. 40 Pf. Davon sind (einschließlich der vorerwähnten 4000 Mk.) für Nahrungsmittel, Saatfrüchte (an 75 bayerische Ortschaften), Baaraus- lagen rc. verausgabt 74,533 Mk. 30 Pf. Der Bericht sagt u. a.: „Dem oben veröffentlichten CassenauSweis ist zu entnehmen, daß am 30. April ein Baarvorrath (incl. deS Guthabens an die hiesige Bolksbank) von 96,939 Mk. 10 Pf. vorhanden war. Wenn auch hievon noch bedeu­tende Beträge zur Zahlung der angekauften Saatfrüchte verwendet wer­den müssen, so steht doch zu erwarten, daß nach definitivem Rechnungs­abschluß ein auf ca. 80,000 Mk. sich belaufender Baarvorrath vorhan­den sein wird." Mit der zweckmäßigen Verwendung dieses Einnahme« Ueberschusies beschäftigt sich zur Zeit das Central - HülfS - Comitä zu Aschaffenburg.

— Gestern Abend gegen ^9 Uhr brach in Bruchköbel Feuer aus, welches eine große Scheune und einen Stall (Besitzthum der Orts­bürger Karl Baumann und Fritz Schäfer) einäscherte.

Auszug aus dem Central-Handelsregister.

(Eintragungen bei Kgl. Kreisgericht, I. Abth., Hanau.)

Im Handelsregister ist am 6. Mai eingetragen die Firma „Wilh. Ludewig" hier, Inhaber Kaufmann Wilhelm Ludewig hier, welcher eilt Farbwaarengeschäft betreibt.

ygt* Unserer heutigen Nummer liegt der Sommer-Fahrplan der Hess. Luowigs-Eismbahn-Gesellschaft bei.

— Bocken heim, 12. Mai. Die am Samstag Mittag von ei­ner Lokomotive überfahrenen Kinder starben beide am Abend desselben Tages und findet morgen früh um 8 Uhr die Beerdigung statt. — Der