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Nr. 101
Donnerstag den 1. Mar
1879.
Amtliches.
Die diesjährigen öffentlichen Impfungen des Jmpsbezirks IV. finden an den nachstehend bezeichneten Tagen unentgeldlich statt:
1) Langenselbold den 19. Mai, 2 Uhr Nachmittags, Impfung, „ 26. „ 2 „ „ Revision.
2) Hüttengesäß , 27. , 2 , „ Impfung,
„ 3. Juni, 2 „ „ Revision.
3) Neuwiedermuß „ 27. Mai, 4 „ „ Impfung,
„ 3. Juni, 4 „ „ Revision.
Die Herrn Ortsvorstände und Schulvorsteher verweise ich bezüglich des weiteren VerfahrlNs auf meine Bekanntmachung in Nr. 97 des Han. Anz.
Hanau am 30. April 1879.
Der Landrath.
Die Ortsvorstände werden ersucht nach dem Aufenthaltsorte des Schreiners Friedrich Wilhelm Reußwig aus Neuenhaß'au, Kreis Gelnhausen, 40 Jahre alt, zu richerchiren und im Ermittelungsfalle hierher zu berichten.
Hanau am 28. April 1879.
Zugelaufen: Ein getiegerter Doggenhund, männl. Geschlechts.
Gefunden: Ein luther. Katechismus. Ein grauer Rock mit gelben Knöpfen, daraus die Buchstaben H. L. B. Ein schwarzer Regenschirm. Ein Portemonnaie mit einigen Pfennigen.
Verloren: Ein brauner Rock.
Hanau am 1. Mai 1879.
Aus Königlichem Landrathsamt_________________
Tagesschau.
— Berlin, 30. Aprit. (Reichstag.) In der heutigen Sitzung theilte der Pi äsident mit, daß die Kommission zur Vorberathung des Gesetzentwurfs über die Konsulürgerichtsbarkeit gewählt sei und sich, wie folgt, konstituirt habe: Abgg. von Schwendler (Vers.), Dr. Mcyer- Dorauwöiih ,Stellt,), Dr. GareiS, von Batocki (Schritts.). Ferner theilte der Präsident mit, daß an Vorlagen eingegangen seien: Zusammenstellung der von den betheiligten Regierungen und Verwaltungen fernerweit aufgestellten Liquidationen über die auf Grund des Art. V. Ziffer 1— 7 des Gesetzes vrm 8. Juli 1172 aus der sranzösilchen Kriegskosten entschädigung zu ersetzenden Beträge und ferner der Entwurf eines Gesetzes, betreffend den Nebergang von Geschäften auf das Reichsger cht. Der Abg. Frhr. von Minuigerode hat sein Amt als Schriftführer niedergelegt.
Nach Eintritt in die Tagesordnung rahm der Reichstag den Gesetzentwurf, betrlffknd den Veikihr mit Nahrungsmitteln, Eenr ßmitleln und Gebrauchsgegenständen, in der Scklußabstimmung definitiv an.
Es folgte die dritte Berathung des Grsetzentwmfs, betreffend die Weckstlstimpelsteuer und wurde derselle in der Fassung zweiter Lesung genehmigt.
Hierauf folgte die elfte Berathung des Gesetzentwurfs, betr. das Pfandrecht an Eisenbahnen und die Zwangsvollstreckung in dieselben. Der Präsident des Reichs-Justizamts, Staatssekretär Dr. Friedberg, wies in seiner EinleitungSrede denVoiwurf zurück, daß mit dieser Vorlage ein Stück des fünftem Reichs - Civilgesetzbuches anticipirt werde. Auf den Antrag des Abg. von Knapp wurde die Vorlage an die Kommission für die KonsulMgerichtsbarteit verwiesen. Sodann begann die zweite Berathung einer Gebührenordnung für Richtsanwalte.
— Berlin, 28. April Die „Köln. Ztg " schreibt: In einer Zeit, da alle Vorbereitungen zur Befchiöung der in Sydney Statt findenden internationalen Ausstellung getroffen werden, wird die Hervor- i Hebung eines eben veröffentlichten amtlichen Consular-erichts ürer die Verkehrs- und Produktionsverhältnisse ton Neusüdwales von doppeltem Interesse sein, zumal die Gründe erörtert werden, weshalb einige deut- i sche Fabrikate durch die anderer Länder verdrängt werden, und diese Fabrikate selbst zur Erörterung kommen. Da heißt es denn: „Man darf sich nicht dem Glauben Hingaben, daß alle Tuchstoffe, die hier unter dem Namen „deutsche Stoffe" verlaust werden, wirklich deutsche Er- I Zeugnisse sind. Wenn von dem Publikum auch noch immer der Name I
zur Bezeichnung gewisser Sachen angewandt wird, so haben die Importeure doch schon lange herausge^unden, daß sie bessere Waaren aus den niederländischen und belgischen Tuchfabriken als aus den deutschen beziehen. Die Benennung „deutsch" ist geblieben, die Waare aber eine andere geworden. Die Hauptmängel der deutschen Erzeugnisse in diesem Zweige sind leider so bedeutend, daß, um sie adzustellen, eine Aenderung in der Herffellungsweise und ein Sbgehen von dem erst seit wenigen Jahren angenommenen Princip durchaus nothwendig ist. Die deutschen Fabrikanten suchen ihre Waaren durch wohlfeiles Angebot an den Käufer zu bringen, ohne irgend welches Bestreben zu zeigen, zu gleicher Zeit in der Beschaffenheit der Waare mit der anderer Industrieländer zu wetteifern." Hierauf wird nun die deutsche Tuchfabrikation e nge- hend besprochen und den deutschen Fabrikanten „ernstlich gerathen, alle Anstrengungen zu machen und ihre besten Erzeugnisse (zur Ausstellung nach Sydney) zu senden, um nicht vielleicht für immer NeusüdwaleS und die Südsee'Inseln als Absatzgebiet ihrer Produ'te zu verlieren" Ein anderer Grund, warum es schwer hält, für Deutschlands Gewerbs- erzeugnisfe einen dauernden, festen Markt dort zu finden, ist die Art und Weise, wie der deutsche Fabrikant Handelsverbindungen anknüpft. „Um etwa anderthalb Procent Kommission zu ersparen, die er einem größeren Hause z. B. in Sydney zu bezahlen hätte, um für ihn die Beträge für gesandte Waaren einzukassiren, zieht er es vor, mit jeder kleinen Firma direkt in Verbindung zu treten, und verliert, indem er gänzlich unbekannt mit den Verhältnissen in Sydney ist, sehr häufig durch Zahlungseinstellungen oder Fallimente seiner Besteller den Betrag der ganzen Konsignation. Alsdann kommen Briefe über Briefe mit dem Ansuchen, die Waare außuhalten, aber wie läßt sich etwas in d r Sache thun, wenn der Betreffende . . . feine Berechftgung zum Empfang der Waare vollständig darthut. Diese Ausführungen betrafen den Han del mit den kleineren Frmen, wobei es sich ja schließlich immer nur um kleinere Beträge handelt. Im Verkehr mit größeren Häusern zeigen die deutschen Fabrikanten sich lange nicht coulant genug, und es scheint überhaupt den deutschen Industriellen sehr schwer zu werden, sich den Verhältnissen anderer Länder anzupassen, was nur zu ihrem eigenen Schaden führt. Vor Allem verlangen große Firmen Coulanz im gegenseitigen Verkehr, und es ist diese ein Hauptsactor des Umstandes, daß andere Länder Deutschland den Rang ablaufen. Der Grund dieser Eigenthümlichkeit liegt vielleicht nicht so sehr in dem Wollen der Betreffenden als in betn Können."
— Zu der bevorstehenden goldenen Hochzeit des Kaiserpaares wird, wie die Voss. Z. erfährt, auch eine großartige Huldigung beabsichtigt, die den Majestäten in der frühen Morgenstunde seitens mehrerer Berliner Gesangvereine, in Verbindung mit Deputationen von Gesangvereinen der gesammten Provinz Brandenburg dargebracht werden soll. Unter anderen Stücken ist auch eine neuere Komposition Wich. Pfeiffer's in Aussicht genommen und zwar „Ein Gebet für den Kaiser", für diesen Zweck eigens für Männerchor gesetzt, unter Begleitung großer Infanterie- und Kavalleriemusik, wodurch eine mächtige Wirkung erzielt werden wird.
— Berlin, 30. April. Herr Geh. Rath Reuleaux ist gestern Abend aus London sehr befriedigt zurückgekehrt. An der Spitze des englischen Comitss für die australische Weltausstellung steht Sir Daniel Corper, ein vortrefflicher Mann, der ganz für diese Aufgabe geschaffen ist. Das englische Comite hat in der freundlichsten Weise versprochen, den Deutschen jede Förderung zu Theil werden zu lassen. Der für die deutschen Aussteller bestimmte Raum betrögt nicht 41,000 Quadratfuß, wie die Blätter melbtten, sondern 45,000 Quadratfuß, und Reuleaux hofft, diesen Raum noch vergrößert zu sehen, vielleicht auf 55 000 Quadratfuß. — Der Kronprinz, begleitet von dem Obersten Mischte und dem Hauptmann v. Psuhifiein, wird morgen früh auf einige Wochen nach Kissingen reifen. Prinz Friedrich Karl ist heute Vormittag zur Jagd nach Ohlau gereift.
— Die Ernennung der Beamten des Reichsgerichts ist im „R. u. St.'A." Nr. 101 veröffentlicht. Zum Präsidenten des Reichsgericht ist der Königl. preuß. erste Präsident des AppellationSgerichtS zuFrank-
I furt a. d. O. Dr. Siml on aus erwählt, derselbe wurde zugleich zum I Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prädikat Excellenz ernannt; unter