557
«eben für die Universitäten von Wien und Pest, fünf für die Universi- lät von Prag und je drei für jene von Graz, Innsbruck, Krakan, Lem« ; berg, Czernowitz, KlauseNburg und Agram bestimmt. — Weiter hat der Kaiser anläßlich der Feier der silbernen Hochzeit- zugleich im Namen der Kaiserin, zehntausend Gulden zur Vertheiluna an die Armen Wiens gespendet und diesen Betrag dem Bürgermeister Dr. Ritter von Newald übergeben lassen.
— Das Orgättisatronskomite des eidgeröff. Schützenfestes von 1879 richtet folgenden Ausruf an hie deutschen Schützenvereine: „Schützenbrüder! Das nächste eidg. Schützenfest wird vom 6.—14. Juli in Basel avgehalten werden. Unsere Stellung als Grenzposten gegen das deutsche Nachbarreich bringt es schon mit sich- daß wir dem alten löblichen Brauch gerne Folge leisten, wonach unsere deutschen Schützen- brüder jeweilen als liebwerthe Gäste zu unsern eidg. Schützenfesten geladen werden. Wir geben also dem so theuer erkauften und so muchig vertheidigten Rheinstrom, ehe er unsere Stadt verläßt und Euer herrliches Land durchzieht die von Herzen kommende Mission mit, überall an seinen Ufern und durch alle Gauen den deutschen Schützen ein lautes Willkommen zurmuftn und sie auszulordern, in Hellen Schaaren an unserem Feste sich einzustellen In den Tagen, wie wir sie jetzt erleben, wo so Manches darnieder liegt und uns und Euch das Herz schwer macht, wollen wir miteinander ein ächtes Fest der Verbrüderung begehen, an welchem der rechte Mannessinn neu gestählt, die Macht des Herzens neu erprobt und der Sieg des Idealen über die Welt und die Alltagss rgen wieder neu davon getragen wird. Auf ein fröhliches zahlreiches Wiedersehen also in der Feststadt Basel!"
— In italienischen Regierungskreisen scheint man wirklich besorgt zu sein, Garibaldi könne einen Streifzng nach Oberitalien provociren, um den Versuch zu machen, den Oesterreichern die von der Jtalia irre- denta verlangten Länderstriche zu entreißen. Der Minister des Innern hat an die Präfecten der Provinzen Venedig, Ravenna, Ancona, Ban und Lecce ein reservirtes Rundschreiben erlassen, welches die Weisungen wegen der schärfsten Wachsamkeit längs der Küsten des Adriatischen Meeres anempfiehlt. Diese Behörden sollen von jeder verdächtigen Schiffsbewegung oder Einschiffung allsogleich den Minister des Innern und den Flotten-Obercommandanten telegraphisch in Kenntniß setzen. Die Ueber- wachung längs der gedachten Küsten wurden noch insbesondere vom Marineminister den Hafen-Capitanaten und Aemtern und vom Finanzminister den Zollämtern zur Pflicht gemacht, so daß keine Bewegung stattfinden ka nn, ohne daß die Oberbehörden sogleich Kenntniß davon erlangen. (Trb.)
— Das neue französische Ministerium für Post und Telegraphie hat mit Zustimmung des Generalpostmeisters Stephan zwei höhere Beamte nach Köln gesandt, um sich unter Leitung der Oberpostdirektion mit dem deutschen Post- und Telegraphendienste eingehend bekannt zu machen.
— P a rZs, 23. April. Elysäe Reclus, der eben erst als Com- munard begnadigte Gelehrte, ist bereits im Viertel des Santö Hospitals als Kandidat für den Pariser Gemeinderath in einer dort am 4. Mai anstehenden Wahl arfgistellt worden; seine Ernennung kann kaum einem Zwesiel unterliegen.
— Paris, 25. April. (K öln Ztg.) Officiös wird mitgetheilt: Der Minister des Innern und des Cultus hat den Hirtenbrief des ErzbiHoks von Aix über die Unterrichtssrage vor den Staatsrath gebracht. Die Regierung hat den Beschwerden, welche die Vi chöfe unter Berufung auf die Freiheit und das gemeine Recht in Gestalt von Petitionen oder Schriften veröffentlicht haben, kein Hinderniß in den Weg gelegt, ist aoer durchaus entschlossen, zu verhindern, daß diese Befeh düngen sich in der Form von Hirtenbriefe wiederhole, die bestimmt sind, von der Kanzel herab verlesen zu werden, und so die Politik in den Gottesdienst hineinmengen würden.
— Die Gemralröthe der Departements des Allier, der Bogesin und des Eher haben Wünsche für die rasche Annahme der Ferry'schen Gesitze beschlossen, die der Dtpartements Cotes du Nord, untere Lo-re, Waine und Loire und Orne beschlossen Proteste gegen die Ferry'schen Gesetze. — Der Generalrath der Seine beschloß den Wunsch, daß die Elementarschulen im Geiste der jetzigen Staatseinrichtung rcvidirt werden möchten und ber. Gewissensfreiheit vollständig Achtung verschafft werde. — Die Königin von England ist heute von Paris abgereist.
— London, 25. April. Den „Daily News" wird aus Gunla muck vom 24. d. M. gemeldet: Jakub Kahn habe sich bereit erklärt, die englischen Abgesandten zu empfangen; Major Cavagnari we-de sich demgemäß mit einer hinreichenden Eskorte nach Kabul begeben, sobald die erforderlichen Details geordnet fwb.ipwd tk^chvH mmZW Dö d
Die letzte aus Südafrika angenommene Nachricht von der Entsetzung Ekowe's hat, wie die Trb. schreibt, dem englischen Publikum einen schweren Stein vom Herzen genommen. Die Meldung wurde in London mit großer Begeisterung ausgenommen, wer sie noch zeitig genug zu hören bekam, um sie während der Geschäftsflunden wieder an den Mann bringen zu können, der rief sie schon aus der Ferne dem Freunde oder Bekannten zu. Die Zeitungen brachten begeisterte Leitartikel über das Ereigniß. Die „Times" meint, daß ein solch baldige Auswetzung
der Scharte von Jsandula kaum zu erwarten gewesen sei. Die Expedi tion Lord Chelmsford's sei gut angelegt und trefflich ausgeführt, worden. Allgemeine Befriedigung werde es erregen, daß es Lord Chelmsford ge- lungen, seinen nnlitärisÄM Husi-^ herzustellen. Es stehe zuversichtlich zu hoffen, daß die englischen Truppen im Zululande auch für die Zukunft und ohne Hülfe der Eingeborenen die Schlachten der europäischen Eivili'atwn zu schlagen im Stande sein würden, wie sie dies in dem ruhmreichen Gefechte bei Ginglelova gethan hätten.
— Petersburg, 25. April (Köln. Ztg.) Wie die „Neue Zeit" meldet, findet heute vor dem hiesigen Militär-Kreisgericht unter Anwendung der Bestimmungen des abgekürzten Gerichtsverfahrens die Aburtheilung des Olficiers Dubrownin Statt, welcher während einer bei ihm vorgenommenen Haussuchung auf einen Gendarmen geschossen hatte. ^ Am 26. d. beginnt der Proceß gegen die drei in Königsberg verhafteten, des Hochverraths gegen Rußland angeklagten russischen Studenten Furelitz, Ahronsvhn und Liebermann.
— Belgrad, 25. April. Das serbische Gebiet ist von der Ar- nauten wieder gänzlich gesäubert; die Arnauten haben über 260 Leichen zurückgelassen. Bei einer Pulver-Explosion, welche die Serben vorsätzlich in Kurschumlia verursachten, sind 30 Arnauten in die Luft ge- stoÄiwrt6uofrpms uonüL &yo nist«rann® mwL nou »iL
— Konstantinopel, 24. April. (R. u. St.-A.) Die europäische Kommission für Ostrumelien hat die Schlußrevision des organischen Statuts in Angriff genommen und zu diesem Zweck eine Subkommission niedergesetzt„ welche aus dem ersten französischen, dem zweiten russischen Delegirten und einem von der Pforte ernannten französischen Juristen bästehk?" KlluchMMsfär-W AM /
. Lo k «W WM .88 um uonoH
"g Hanau, 26. April 187?
— (Musterung.) Dienstag den 29. April: Musterung der Militairpflichtigen aus den Gemeinden Mittelbuchen, Neuwiedermus, Niederdorfelden, Niederissigheim, Niederrodenbach, Oberdorfelden, Ober- issigheim, Oberrodenbach, Ostheim, Philippsruhe-Fasanerie, Praunheim, Preungesheim, Ravolzhausen und Roßdorf.
— Nächsten Montag, den 28., beginnt das Sommersemester in der Privat-Töchterschule von Frl. Marie Neumann.
Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Montag den 28. April.
Morgens 9 Uhr kommt an hiesiger Gerichtsstelle ein Wagen gegen Baarzahlung zum Verkauf. — VormütagS 10 Uhr wird bei Königl. Amtsgericht I dahier Termin zur Anmeldung der Forderungen in der Concurssache des Feist Steigerwald zu Kesselstadt, abgehalten (s. Nr. 68 „Han. Anz."). — Nachm. 2 Uhr werden im „goldnen Faß" dahier: eine Partie Pferdegeschirre, zwei Vorspannwagen, Brecheisen, altes Eisell und Ketten gegen Barzahlung verkauft.
— Für heute. Abends 8 Uhr im „Riesensaale": Dr. Hotopf's Faust-Recttation (Dr. Hotopf ist von seinen früher hier gehaltenen Vorlesungen aus's Vor theil halteste bekannt). — Philharmonischer Verein: Abends 9 Uhr Generalversammlung.
Wohin gehen wir morgen?
Vergnügungs-Anzeiger für Hanau und Umgegend.
Bezüglich des Vergnügungsanzeigers verweisen wir auf den In- eratentheil (Seite 562) unseres heutigen Blattes.
— (Sehenswürdigkeiten.) „Museum der Wetterauischen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet Sonntags von Vormittags 11 bis Nachm. 1 Uhr.
—. Bockenheim, 25. April. Ein werthvoller Brillantrixg ist, nach dem „B. Anz.", in einem Hause der Ginnheiwkrstraße gestohlen worden.
— C a s s e l, 24. April Das 7 Jahre alte Kind (Knabe) des Hand. schuhmachers H. verunglückte, nach der „H. M ", heute Nachmittag in der KönigSstraße dadurch, daß es sich heimlich in das unter einem Möbelwagen "befindliche s, g. Schiff geschlichen und beim Heraussteigen während der Fahrt vom Rade gefaßt wurde; der Tod trat auf der Stelle ein.
— Cassel, 25. April. Bekanntlich ist im Reichstage die Verwendung von amerikanischen und böhmischen Hölzern bei öffentlichen Bauten zur Sprache geformten. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat, nach dem „H. W.", in Folge dessen Vorkehrung getroffen, daß bei den Staatsbauten eine Verwendung ausländischer Hölzer in Zukunft nicht stattfindet.
— Melsungen, 23. April. Soeben erfahre ich, daß ein Hülfswörter beim Landesgestüt in Melsungen gestern von einem der Hengste so unglücklich auf das Rückgrat geschlagen wurde, daß der Tvd sofort eintrat. - Der betreffende Knecht im Marstall zu Melsungen war ein sehr ordentlicher Mensch aus Elsershausen und hinterläßt eine Frau mit 3 Kindern. (C. Tpst.l
— Homberg, 23. April. Heute feierte der Inspektor der hrest- gen ständischen Taubstummenanstalt, Herr Schafft, sein 50jähriges Dienstjubiläum.