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: ZLHrlich S Warl. H-wj. 4 M. 50 P. Vierteljährlich

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mit dein beirtnen- den PoMuMtäg. Die einzelne Num­mer 10 Pfg.

taillier Anreißer,

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Die Ispaltige Garmondzeile od. deren Siaum

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Freitag den 18. April

1879.

Amtlicher.

Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.

Auf Grund §. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hier­durch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die im Jahre 1870 im Selbstverläge des Herausgebers August Kühn hierselbst erschienene nicht periodische Druckschrift:

Offener Brief an die Deutschen Arbeiter. Die Ver­ewigung aller sozialdemokratischen Parteien zum Zweck der Wahl­agitation". (Druck von L. Mack.) nach § 11 des gedachten Gesetzes durch die unterzeichnete Landespoli­zeibehörde verboten ist.

Bremen den 7. April 1879.

Die Polizei-Kommission des Senats.

Tetens. Gröning.

In der Zeit vom 1. bis 28. September d. I. wird am Lehrer« seminar zn Usingen ein Turnkursus für im Amt stehende Volksschul« lehrer der Provinz Hessen-Nassau abgehalten werden. Zur Theilnahme an demselben werden diejenigen Lehrer einberufen werden, die keine oder nur eine unzureichende turnerische Ausbildung gehabt haben, also haupt­sächlich ältere, sowie nicht in Seminarien vorgebildete Lehrer und solche, die bisher keine Gelegenheit fanden, ihre früher erworbene turnerische Fertigkeit zu üben und weiter zu fördern.

Nur ausnahmsweise können auch jüngere in den letzten 8 bis 10 Jahren aus dem Seminar entlassene Lehrer als Cursisten zuge­lassen werden.

Anmeldungen von Lehrern des hiesigen Kreises sind bis zum 1. Mai d. J. bei den zuständigen Schulvorstünden und Schuldeputationen einzureichen.

Die Herrn Ortsvorstände werden ersucht, dies den Lehrern be­kannt zu machen.

Hanau am 9. April 1879.

Auf Veranlassung des Vorstandes der freiwilligen Feuerwehr dahier, ist wegen des im Juni d. J. zu Eschwege abzuhaltenden Feuerwehrtoges eine Versammlung sämmtlicher Brandmeister des Kreisesauf Sonntag den 20. April d. I., Nachmittags 2 Uhr, im Beck'schen Lokale" (Mühl- straße 19) anberaumt worden und spezielle Einladung an dieselben er­gangen.

Wegen allgemeinen Interesses dieser Versammlung, Besprechung von Feuerwehrangelegenheiten rc., wollen die Herrn Ortsvorstände den Be­such derselben möglichst zu fördern suchen.

Hanau, den 16. April 1879.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 1. April er. Nr. 80 des Hanauer Anzeigers ersuche ich die Herrn Ortsvorstände die zu erstattenden Anzeigen der im Kalenderjahr 1878 in anderen Orten geborenen und nach dort übergezogmen Kinder ungesäumt anher ein­zureichen.

Hanau, den 17. April 1879.

Der Herr Kreisthierarzt Collmann dahier hat die Verwaltung der Kreisthierarzt-Stille übernommen.

Hanau am 12. April 1879.

_________________________Der Landrath.__________________________ Landwirthschastlicher Lrris-Vereiu Hanau.

Nächste Versammlung Samstag den 3. Mai 1879, Nachmittags 21/» Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen zu Hanau.

Tagesordnung:

1) Abstimmung über die Frage, welcher Gemeinde der von dem Central-Verein bewilligte edle Zuchtbulle übergeben werden soll. L . 2) Fortsetzung des Vortrags des Herrn Regierungs-Feldmessers

Math es über die Entwässerung der Felder und Beantwortung der in der letzten Sitzung vorgelegten Fragen.

3) Versteigerung von Zuchtferkeln ächter Aorkshire und Westphäli- scher Race.

Diejenigen Gemeinden, welche sich um den bewilligten Zuchtbullen bewerben wollen, haben ihre Meldungen bis zum 25. April an den Vorstand einzureichen.

Die von Herrn Fr. Sauerwein aus Hanau eingesandten Pro­ben Kleefarnen sind laut Schreiben vom 10. März d. Jahres von der Samen-Prüfungsstation in Marburg für seidefrei erklärt und kann diese Bezugsquelle empfohlen werden.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung deS Vor­stehenden ersucht.

Hanau am 26. März 1879.

Der Landrath.

Rundschau.

R. F. Die Feier der goldenen Hochzeit unseres Kaiserpaares soll nunmehr auf Wunsch des Kaisers definitiv in Berlin stattfinden, bei welcher Gelegenheit viele gekrönte Häupter am kaiserlichen Hofe zur Gratulation eintreffen werden. Tief^ergresfen wurde unser greiser Kai­ser am zweiten Osterseiertage von der aus Petersburg eingetroffenen Schreckensnachricht von einem Attentate auf den Kaiser Alexander, der bekanntlich als Freund und Verwandter unserem Kaiser sehr nahe steht. Sofort ging anläßlich des vereitelten Mordplanes ein Glückwunschtele­gramm vom Kaiser Wilhelm an den Zaren nach Petersburg ab und auf der kaiserlich russischen Botschaft in Berlin erschien alsbald ein Flügeladjutant des Kaisers, um auch dort die Theilnahme desselben an der glücklichen Errettung des Zaren Allxander aus großer Lebensgefahr auszudrücken. Im russischen Botschaftshotel fand noch am selbigen Tage ein Dankgottesdienst statt, welchem die diplomatischen Vertrerer Rußlands und eine Menge in Berlin wohnender Russen beiwohnten.

Ueber das Attentat auf den Kaiser von Rußland, welches gegen­wärtig sich in den Vordergrund der öffentlichen Diskussion drängt, er­fährt man nachstehende Einzelheiten. Als der Kaiser Alexander am Morgen des 14. April seinen gewöhnlichen Morgenspaziergang vor dem Gemralstabsgebäude und dem WinterpalaiS machte, nahte sich dem Kai­ser ein anständig gekleideter Mann, der eine Uniformmutze mit Cocarde trug und schoß in ganz naher Entfernung 4- 5 Schüsse aus einem Revolver, den der Meuchelmörder rasch auS der Tasche gezogen hatte, auf den Kaiser, der glücklicherweise unverletzt blieb, ab. Ein gerade vorübergehender Einwohner Petersburgs war der erste, welcher den Meuchelmörder ergriff und mit Hülfe herbeieilender Polizisten wurde der Uebelthäter bald dingfest gemacht, wobei ein Polizist an der Wanze durch einen abermaligen Schuß des Mörders verwundet wurde. Wei­teres Zuverlässiges über die Ursachen des Attentats ist noch nicht be­kannt geworden, doch ist dasselbe fast ohne Zweifel eine That der Nihi­listischen Verschwörung. Die Einwohnerschaft von Petersburg nahm dir Nachricht von der glücklichen Errettung des Kaisers aus den Händen eines Meuchelmörders mit großer Begeisterung auf, es fanden große Ovationen der Bevölkerung vor dem kaiserlichen Winterpalais statt und aus allen Theilen Rußlands trafen Glückwunschtelegramme an den Kai­ser in Petersburg ein. Auch empfing der Kaiser eine Menge D?pma- tioncn aus allen Klassen der Bevölkerung, die ihre Glückwünsche dar- brachten. Ebenso waren vom Kaiser von Oesterreich, dem Sultan, der Königin von England, dem Präsidenten der französischen Republik rc., Glückwünsche beim Zaren eingegangen. DaS Attentat auf den Kaiser ist übrigens nicht bis einzige Unthat, welche der Nihilismus in den letzten Tagen hervorgebracht hat. In Küw wurde auch auf den dorti­gen Generalgouverneur Grafen Czartkow geschossen. Der Graf blieb unversehrt und der Thäter ist verhaftet.

Die Ausschüsse des Bundesrathes haben schon seit dem 15. April ihre Commissionsberathungen wieder ausgenommen, doch wird der Brn- desrath erst in nächster Woche zu den Plenarberathungen hinsichtlich