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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

3»ferti»n$» Stets:

Die 1 (sättige Garmondzeile »d. leren Raum 10 Psg.

Die Sjpalt Seite 30 Psg.

DieSspüliigeZeile 30 Psg

M. 87.

Dienstag den 15. April

1879.

WMiliches.

In Folge Erbauung einer neuen Brücke für die Durchführung des Wehrgrabens unter dem Wege von Bruchköbel nach Niederisfigheim wird der Verkehr auf diesem Wege vom 15. bis einschließlich 22, d. M. für schweres Fuhrwerk ganz gesperrt, während für leichtere Fuhr­werke und londwirthschaftliche Fuhren der Feldweg zwischen der Schling- loff'schen Besitzung und dem Niederisfigheimer Weg benutzt werden kann.

Unter Bezugnahme auf die Polizei-Verordnung vom 6. April 1877, Amtsblatt Seite 137, wird dieses hiermit veröffentlicht.

Hanau am 7. April 1879.

Den Herrn Ortsvo-standen theile ich hierdurch mit, daß auch für das Etatjahr 1879/80 eine Ermäßigung der Klassensteuer von je 3 Mark um 12 Pf. eingetreten ist. Die früher übersandten Tabellen zu Berechnung her Zu- und Abgänge können demzufolge weitere Verwen­dung finden.

Hanau am 5. April 1879.

Die mit einem jährlichen Einkommen von 810 Mark Gehalt und 90 Mark für Feuerung sowie freie Wohnung verbundene 4te Lehrer- stelle an der evangelischen Schule zu Seckbach soll neu besetzt werden. Hierauf Rcfl.kürende wollen ihre Bewerbunzsgesuche mit Zeugnissen versehen der unterzeichneten St lle alsbald einreichen.

Hanau am 5. April 1879.

Gefunden: Ein Schraubenschlüssel. Ein weißes Taschentuch. Ein Portemonnaie mit etwas Geld und Nähnadeln Eine drecherne Milchkanne.

Zugelaufen: Ein junger braun gefleckter Doggenhund.

Hanau am 15. April 1879,

Aus Königlichem Landrathsamt.

Tagesschau.

DerR. u. St.-A." Nr. 87 enthält: Gesetz, betr. die Män- derung der Wegegesetze im Regierungsbezirk Cassel.

Berlin, 13. April. Die ursprünglich für d.n künftigen Donnerstag festgesetzte Abreise des Kaisers nach Wiesbaden ist nach d r Köln. Zig." noch auf einige Tage verschoben, während der Kronprinz, der schon morgen hier eintreffen wollte, seinen Aufenthalt in Wiesbaden verlängert hat. 14 April. Die Besprechungen zwischen den Mäch­ten über die Mittel, die öffentliche Rrhe in Ostrumelien nach der Räumung durch die Russen aufrechtzuerhalten, w rden fortgesetzt; eine Entscheidung in dem einen oder andern Sinne steht noch immer aus.

Berlin, 12. April. Der Bundesrath hielt vorgestern eine Plenarsitzung. Den Vorsitz führte der Präsident des Reichskanzler-Amts, Staats-Minister Hosmann. Eine Vorlage, betreffend die weitere Aus­prägung von Goldmünzen, wurde den bezüglichen Ausschüssen überwie- sen. Ausschußberichte wurden erstattet über die Gesetzentwürfe wegen Erhöhung bezw. Erhebung der Brausteuer und über den Entwurf einer Verordnung, betreffend die Tagegelder, Fuhrkosten rc. der gesandischast- lichen und Konsularbeamten. Die Gesetzentwürfe, sowie der Verord- nuugsentwurf wurden mit einigen Aenderungen genehmigt. Hierauf wurden Kommissarien zur Berathung von Vorlagen im Reichstage er­nannt. Endlich wurden einige Eingaben vorgelegt und den bezüglichen Ausschüssen überwiesen.

Berlin, 12. April. Die Motive zum Zolltarif sind im Druck und ungemein umfangreich. Sie geben unter Anderem auch die Vergleiche mit anderen europäischen Staaten und Amerika. Laut Obertridunals-ErkenntnissiS ist für die Berechnung der vierzehntägigen Frist zur Nachbringung des Stempels zu einer Privat-Urkünde nicht deren Datum entscheidend, wenn dargethan wird, daß die Urkunde an einem anderen Tage vollzogen ist.

Nach einer von dem Finanz-Minister nach vorheriger Verstän- gung mit der Ober-RechnungSkammer erlassenen Cirkularverfügung, vom 51. v. M, kann es auch nach Einführung von Posteinlieserungsbüchern für alle Geld- und Werthsendungen von mehr als 3C0 Mk. nicht für

entbehrlich erachtet werden, in allen Fällen, in denen bei Revision einer Spezialkasse Ablieferungen der letzteren an die betreffende Bezirkshaupt- kasse von Seiten des Rendanten vorläufig nur mit Postscheinen resp, dem Posteinlieferungsbuche belegt werden konnten, den wirklichen Ein­gang der AblieferungSsummen bei d r Hauptkasse zu kontroliren. Die Behörden sind angewiesen worden, künftig demgemäß zu verfahren und bei Prüfung der über b:e Revision von Spezialkaffen aufgenommenen Protokolle jedesmal über den erfolgten Eingang der nach den letzteren nur in der vorher angegebenen Weise belegten Ablieferungssummen von den betreffenden Bezirkshauptkassen Auskunft zu erfordern. (R. u. St.-A.)

Die lebhafte Theilnahme, welche sich in allen Theilen Deutsch­lands für die Ausstellungen in Australien: Sidney und Melbourne kund gibt, hat die Frage in den Vordergrund gedrängt, in wie weit die Be­theiligung des Deutschen Reichs an diesen Ausstellungen stattzufinden habe. Wie wir Hörer, wird dem Bundesrathe eine darauf bezügliche Vorlage zur Beschlußfassung zugehen. (Post.)

S. M. GlattdeckskorvetteLouise", 8 Geschütze, Kommandant Korvetten-Kapitän Schering, ist am 11. April er. in Singapore einge- trvffen.

S chweinfurt. Die Bahnstrecke Schweinfmi-Gemünden wird am 15. Mai eröffnet.

Pest, 12. April. (Köln Ztg) Der amtliche Bericht über die Beleidigung des österreichischen Consuls in Widdin traf am 9. April in Wien ein. Am 10. wurde eine Note nach Petersburg abgesandt, welche die Forderung auf Genugthuung stellte. Die russische Botschaft erklärte, ohne amtliche Kenntniß des Vorfalles zu sein.

Paris, 11. April. Ein neues Amnestiedekret, welches sich auf ungefähr 300 Kommune Verurtheilte bezieht, wird im Justiz-Ministe­rium vorbereitet und wird am Sonnabend im Ministerrathe unterzeich­net werden. Die Revision der Akten ist heute beinahe vollständig be­endet, und wahrscheinlich werden von der nächsten Woche an die Dekrete sich regelmäßig folgen und jedes Mal eine größere Anzahl von Perso­nen umfassen. Man darf die Zahl der Berurtheilten, die in jeder Woche amnestirt werden sollen, auf 4 500 schätzen.

Rom, 12. April. DerPopolo Remano" erklärt die Nach­richt für unbegründet, daß die Weigerung Italiens die Veranlassung zur Aufgabe des Projekts einer gemischten Okkupation Ostrumeliens gerne» s>n sei; das Blatt stellt ferner in Abrede, daß die Regierung die E-,t- sendang eines politisch.n Agenten in zeitweiliger Mission nach Egypten beabsichtige.

London, 10. April. Ueber die Niederlage am Jntombisiusst liegt jetzt ein amtliches Telegramm Lord Chelmsfords vor, welches durch Vermittelung des Gouverneurs der Kapkolonie der Regierung in Lon­don übermittelt wurde.

Petersburg, 14. April. (Köin. Ztg.) Heute früh 9 Uhr sind auf den Kaiser Alexander während deffu Frühprom.nade in dir Nähe des Winterpalais vier Schüssr ab^efeuert worden. Der Kaiser blieb unverletzt. Zwei der Thäter wurden ergriffen, zwei entkamen. Ein Polizist wurde bei Festnahme eines Thäters durch die Backe ge- schossm. In der Stadt herrscht große Aufregung und freudiger Jubel über die Rettung des Kaisers. (Amtlichen Meldungen zufolge sind bis Schüsse nur von einer Person abgefeueit worden, deren Verhaftung ge­lungen ist)

Spezialtelegr amme desDeuts chen Montags-Blatt."

Wien, 13. April, 10 Uhr Vorm. Offiziell ist das Projekt betreffs der gemischten Okkupation bisher noch nirgends von der Tages­ordnung abgesetzt, aber es scheint zweifellos, daß dasselbe, mindestens in seiner bisher geplanten Form, nicht zur Ausführung gelangen werde. Der Ernennung Aleko Paschas (Fürst Vogorides) zum Gouverneur von Ostrumelien stimmt man in Wien gern zu, nur hegt man die Besorg- niß, daß Aleko von der Nationalversammlung zu Tirnowa auch zum Fürsten von Bulgarien gewählt werden wird, wodurch die Personalunion zwischen Bulgarien und Ostrumelien faktisch hergestellt wäre.

^ Wien, 13. April, 12 Uhr Mittags. Auf die Reklamation des