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worden. Es bleibt nach dem Inhalt der letzteren nur noch die Einfuhr von gebrauchter Leib- und Bettwäsche, gebrauchten Kleidern, Hadern und Lumpen verboten. Die abgesehen hiervon für die Grenze gegen Ruß­land zur Verhütung von Einschleppungen der Rinderpest von den zu­ständigen Landesbehörden erlassenen Einfuhrverbote werden durch die gedachte Verordnung nicht betroffen und bleiben unabhängig von der­selben in Geltung.

— München, 8. April. Der hiesige Handelsappellhof verwarf die Berufung der österreichischen Elisabethbahn in der Frage, ob die Genehmigung des deutsch-österreichischen Handelsvertrags durch den Reichstag die Wirkung habe, daß die nach dem 1. Januar erfolgten Beschlagnahmen aufgehoben werden müssen. Der Appellhof ging hierbei von der Ansicht aus, daß die Genehmigung des Handelsvertrages durch den Reichstag nicht auf die bereits vollzogenen Beschlagnahmen zurück- wirke.

— Wien, 9. April, Vormittags. Die „Wiener Zeitung" publi- zirt einen Ministerialerlaß, durch welchen das Verbot der Einfuhr und Durchfuhr von Waaren aus Rußland auf einige Artikel beschränkt wird.

— Rom, 8 April. Der Papst hat mit Bezug auf sein bereits untgetheiltes Schreiben an den Kardinalvikar behufs Entwickelung der katholischen Schulen in Rom für das Jahr 1879 100,000 Lire aus seinem Privatemlommen gespendet.

— London, 7. April. Der in dem Kohlengrubevdistrikt Durham drohende allgemeine Strike ist durch die Nachgiebigkeit von 10,000 Ar­beitern, welche sich zur Annahme der angekündigten Lohnreduktion von 10—15 pCt. bequemten, vermieden worden. Nichtsdfftoweniger wird wohl in 90 Zechen die Arbeit eingestellt werden, da gegen 25,000 Koh- lengräber sich weigern, ihren Kameraden zu folgen.

— London, 9. April. (Köln. Ztg) Nach Berichten aus der Capstadt vom 25. v. M. wurde eine von 104 Mann des 88. Regi­ments escortirte, auf dem Marsche von Derby nach Lüneburg befindliche Proviantkolonne am 12. v. M. früh bei Tagesanbruch von 4000 Zulus unter Umbelini angegriffen. Die englische Truppenmannschaft befand sich in Folge vorheriger Alarmirung zwar unter den Waffen, wurde indeß bei der großen Ueberlegenheit des Feindes überwältigt. Von der gesammten englischen Mannschaft vermochten sich nur 40 nach Lüneburg durchzuschlagen. Ein Hauptmann und 40 Mann sind todt 20 Mann werden vermißt, 20 Wagen mit Proviant und Munition fielen in die Hände der Feinde; ein Raketenge chütz mit Munition, das ebenfalls verloren gegangen war, wurde später wiedererlangt. In der Capstadt waren bis zum 25. März fünf Transportdampfer mit Truppenverstär- kungen ange^angt.

— St. Petersburg, 9. April. (R. u. St.-A.) Die „Azence ruffe" erfährt, die Mächte seien augenblicklich damit beschäftigt, eine Kombination auszuarbeiten, welche an die Stelle der gemischten Ok n- pation Ostrumeliens treten könnte. Die internationale Kommission habe sich einstimmig gegen den Einmarsch türkischer Truppen in Ostrumelien ausgesprochen. „

Loks! e s»

Harr au, 10 April 1878.

— Wir machen die betreffenden Herren Gastwirthe in ihrem ei­gensten Interesse auch an dieser Stelle, auf die in unserem heutigen Blatte abgedruckte Verfügung Königl. Regierung, Abth. des Innern, vom 28. März d. I., aufmerksam.

— Seit einigen Tagen.ist am Mainkanal ein neuer, in der Ma­schinenfabrik des Herrn A. Pelissier dahier angefertigter Krahnen auf­gestellt, für welchen nach der darauf angebrachten Aufschrift eine Trag fähigkeit von 100 Ctr. garantirt ist. Wie wir hören hat der Krahnm die Probe, bei welcher er sogar mit 126 Centner belastet worden sein soll, sehr gut bestanden.

— Der Turn- und Fecht Club unternimmt morgen eine Turnfahrt nach Gelnhausen; Abmarsch präcis 7 Uhr vor dem Nürubergerthor.

— Morgen Nachmittag 3 Uhr findet in der wallonischen Kirche das Orgel-Concert zum Besten der nothleidenden Spessartbewohner Hess. Theils statt.

— Für heute. Homöopatischer Verein: Abends 7 Uhr in der großen Krone: Zu Hanemann's Geburtstagsfeier: Vortrag über dessen Leben und Wirken. — Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 2 im „König von Schweden"; Nr. 3 bei Beck.

— Der Amtsphysikus Dr. Hartwig ist von Windecken nach Fechenheim versetzt worden.

— Der bisherige Pfarrverweser Wilhelm Piderit zu Sterbfritz ist zum Pfarrer in Oberkalbach (Classe Schwarzenfels) bestellt worden.

— Wächtersbach. Der im Monat April dahier abzuhaltende Viehmarkt ist nach amtlicher Bekanntmachung vom 1. auf den 22. April verlegt worden.

— Cassel, 8. April. Der Bürgerausschuß hat der Proposition des Stadtrathes, betreffend die unentgeltliche Abtretung von zwei und einem halben Acker von dem früher Fürstlich Hanauischen Grundstücks an

den Staat zur Erbauung eines zweiten Gymnasiums zugestimmt. Es wird auf dem Terrain auch eine gemeinschaftliche Turnhalle für beide Gymnasien aufgeführt werden. Dasselbe schließt sich fast unmittelbar an die ehemalige Wache des Wilhelmshöher Thores mit der Front nach dem Weinbergsweg an und soll von allen städtischen Abgaben in Zu­kunft befreit bleiben. (H, W.)

— Fulda, 9. April. Von den Beschlüssen der gestrigen Kreis- tags-Sitzung berichtet das „Krsbl." zunächst, daß bezüglich der von der I königl. Regierung zu Cassel empfohlenen und vom landwirthschaitlichen Kreisvereine beantragten Errichtung einer Kreis-Spar- und Dahrlehns- kasse zunächst das Bedürfniß einer solchen seitens des Kreistages aner­kannt worden ist und daher eine Kommission gewählt wurde, welche die Angelegenh it vorzubereiten, Statuten zu entwerfen und dem Kreistag zur Genehmigung vorzulegen hat.

— Aus der Grasschaft Schaumburg. Ein Gegenstück zu der Zigeunergeschichte, welche wir vor einiger Zeit mittheilten, können wir heute aus Lüdersfeld berichten: Unser Bauer, welcher beim Aufladen von Dünger beschäftigt war, wurde von dem Zigeunerweibe in gewohnter Werfe angeredet und ihm mitgetheilt, daß ihm noch viel Unangenthmes bevorstehen werde. Er veranlaßte das Weib, in seinen Schweinestall zu gehen, um über das Geschick seiner Sau zu prophezeihen. Kaum war sie jedoch in den Stall gegangen, so war der Riegel der Stallthür zugeschoben und unsere Hellseherin mußte nolens volens über 4 Stunden im Schweinestalle aushalten. Dann wurde sie endlich mit den Worten entlassen: Du bist keme richtige Hellseherin, sonst hättest Du Dir selbst prophezeihen müssen, daß ich Mch einsperren würde. (Krbl.)

— Für das Schulgeld auf den preußischen Gymnasien soll dem­nächst ein einheitlicher Satz, nicht, wie anfänglich geplant wurde, von 100, sondern von 90 Mark eingeführt werden. Die Summe erscheint ziemlich beträchtlich, zumal wenn man bedenkt, daß schon in den Lor- schulklassen derselbe Satz erhoben werden soll. Die Zuschüsse, welche die höheren Schulen von dem Staate und von den Gemeinden verlangen, sind freilich in den letzten Jahren bedeutend gestiegen. (H. M')

Aus der UMgegeKd.

— Der Frankfurter „General-Anzeiger" schreibt unterm 9. April aus Frankfurt am Main: Auf dem am 20. April statisindenden Par­teitag der Fortschrittspartei im „Hotel Jacoby" wird E. Richter sprechen. — In'der Sandgasse wurde durch einen Spitzbuben, der mit Lebensgefahr über verschiedene Dächer hinwegkletterte, ein Einbruch in eine Mansarde verübt und daraus viele Kleidungsstücke rc. gestohlen. Der Dieb nahm den Rückweg auf derselben Weise wie er gekommen.

Frankfurt a. M., im April. Die von Seiten der Palmen- garten-Geseüschast in Frankfurt a. M. ins Leben gerufene große Silber­lotterie übertrifft Alles, was von ähnlichen Unternehmungen bis jetzt geboten wurde. Zu Tausenden sieht man täglich die Schaulustigen nach dem früheren Bundespalais, dem Orte der Ausstellung, wandern, um die reiche Auswahl der zur Berloosung kommenden Silbergegenstände zu bewundern. Ueberraschend schön und reich ist namentlich der erste Haupt­gewinn. Neben demselben zeichnen sich indeß auch die übrigen Gewinne durch Eleganz und Gediegenh it aus. In der That ist der Grundge­danke dieser Lotterie in der charakteristischsten und großa tigsten Weise bis zu den geringsten Gewinnen durchg-.führt. Letztere bestehen aus mehreren hundert Etuis, die ebensowohl die feinsten Damenschmucksachen als auch praktische Haushaltungsgegenstände enthalten, wie z. B. je 12 silberne Desiertmesser oder je 12 Thee- und Kaffeelöffel, die einen Werth von 30 Ma k mindestens repräsentiren. Nach dem Vorangegangenen ist es leicht erklärlich, daß die Loose einen raschen Absatz finden.

— Wiesbaden, 8. April. Am 3. Juni d. I. wird der Verein mittelrheinischer Aerzte hier in Wiesbaden seine diesjährige Versamm­lung abhalten. >

— Michelstadt. Am vorigen Freitag wurde dahier das 9jäh- rige Töchterchen des Steinbacher Steinhauers M. unter großer Theil­nahme der dortigen Gemeinde begraben — ein Opfer des Feuers. Das K?nd war mit einigen anderen in den nahen Wald gegangen, um etwas zu holen, war dort zum Feuer einiger Psählmacher gekommen. Bald klagte es auf dem Heimwege über Hitze, was kaum feine Kamerädin durchs schnelle Gehen zu erklären gesucht hatte, als die Flammen aus den Kleidern heroorschlugen, durch weiteres Laufen sich nur noch ver­größernd. Einer in der Nähe befindlichen Frau gelang es zwar, indem sie das Kind in den nassen Graben warf, die Flammen zu ersticken, doch waren die Brandwunden so bedeutend, daß nach ungefähr 20 qual­vollen Stunden die jammernden Eltern dankbar sein mußten, als Gott ihr Kind durch den Tod erlöste. Dieser traurige Fall muß Alle zur Vorsicht mahnen, auch alle Eltern veranlassen, ihren Kindern immer und immer wieder diese Vorsicht einzuschärfen. (E. K.)

Thermometer st and-

9. April. Höchster Staub + läW, Abends 7 Uhr 4- 12°; 10. April. Morgens 7 Uhr 4- 8°, Vormittags 10 Uhr -j- 10°.

fUr. Dechaneigasse 16 ein Laden nebst Woh-1 f^teinheimerstraße eine schöne Parterre-Woh-1 nung zu vermuthen. 27401 nung von 4—5 Zim. nebst Zubeh. 2648 [

in möLlirtes Zimmer in der Nähe der neuen ' Akademie. Näh. in der Exped. 2718