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Prof. Gottschalt (Chemnitz) dem vom 20. bis 83. April d. I. in unse­rer Stadt tagenden Delegirtertag des Verbandes deutscher Baugewerks- Meister beiwohnen. — Der Düsseldorfer Maler Louis Kolitz ist dem Vernehmen nach zum Direktor der hiesigen Kunstakademie ernannt. (H.M.)

— Ki r ch Hain, 27. M ärz. Der Gestüte-Direktor Herr v. d. Marwitz bat die Kreislandräthe, Kreisthierärzte und landwirthschastlichen Vereine Oberhessens zu einer Besprechung über die Hebung der Pferde­zucht auf den 4. April d. J. nach Kirchhain eingeladen. Eine recht zahlreiche Theilnahme an dieser Besprechung, namentlich seitens der Pferdezüchter wäre sehr erwünscht. (H. W.)

— Frankenberg, 24 März. Gestern Abend ist der Hirte und Nachtwächter Karl Schulze, als er schon zur Wache war, verunglückt. Als er an dem in der Nähe des Rathhauses befindlichen Kunpse sich abwaschen wollte, ist er wahrscheinlich auf der glatten Treppe desselben ausgeglitten und hineingefallen. (K. T.)

— Witzenhausen, 26. März. Am heutigen Tage traf das von Ihrer Majestät der Kaiserin-Königin der Tienstmagd Anna Elisabeth Hohmann dahier, in Anerkennung ihrer 40jährigen ein und derselben Familie treu geleisteten Dienste, huldvollst verliehene goldene Kreuz, so­wie das die Verleihung bekundende, mit der allerhöchsten Unterschrift versehene Diplom hier ein und wurde der Empfängerin durch Herrn Bürgermeister v. Lorentz mit einigen passenden Worten ausg'hän- digt. (K. Tb!.)

AEM" Bis heute Vormittag 9 Uhr waren für die Hungernden im Spessmt 439 Mk. 02 Pf. eingegangem Von dieser Summe sind be­reits 200 Mk. dem Central-Comite zu Aschaffenburg zugegangen, weitere 37 Mk. 50 Pf, welche auf Wunsch der freund!. Geber für den bayer. Spessart bestimmt sind, gehen heute ab. Die übrigen 201 Mk 52 Pf. stellten wir geg-n Quittung der hiesigen Sammelstelle (Herrn Carl Backes) behufs Verwendung für die Nothleidenden im Hess. Spessart zu. Die R daktion des „Hanauer Anzeiger".

Aus der Umgegend.

— Der Frankfurter „General-Anzeiger" schreibt unterm 28. März aus Frankfurt am Main: Die Betheiligung der Architekten Fron furts und der Umgebung an der Concurrenz zu einem Echulhaus für die israelitische Gemernde ist eine höchst rege, indem 37 Prospekte mit zu­sammen 390 Blatt Zeichnungen eingereicht wurden. Die Jury ist heute zusammengetreten. — Vom 1. April ab, an welchem Tage die Markt Polizei in die Hände der Stadt übergeht, wird von jedem Heu und Strohwagen eine Platzgebühr von 40 Pf. erhoben. Wie wir vernehmen, soll an diesem Tage in der Markthalle ein zweites Nuclions-Bureau, bei welchem frisches Ochsenfleisch, Kalbfleisch 20. seiner Qualität nach zur Versteigerung gelangt, eröffnet werden.

— Wiesbaden, 28. M ärz. (K öln. Ztg) Der Communal- landtag besch oß, dem kronprinzlichen Paar seine Theilnahme an dem herben Verluste, den es durch den Tod des Prinzen Waldemar erlitten, auszudrücken und zur Feier der goldenen Hcchzeit des Kaiserpaars 50,000 Mark für die Wittwen- und Waisenstiftung der Beamten des Communa Verbandes zu bewilligen.

— Friedberg. 26. März. Am 30. April und 1. Mai findet dahier die Generalversammlung des Landeslehrervereins statt.

(Hess. Landesztg)

— Offenbach, 28. März. Testern Morgen wurde in der Nähe der Steinbrüche bei Dietesheim der Leichnam einer anscheinend in den mittleren Jahren sich befindenden Krau aufgesunden. Spuren eines ge­waltsamen Todes waren nicht zu finden.

— Mainz, 26. März. Wie vorsichtig man selbst mit Schreib­tinte umgehen muß, beweist nachstehender Fall. Bor einigen Tagen stach sich ein junger Mann mit der Schreibfeder in die Hand. Er fühlte sofort einen heftigen Schmerz in der Hand, doch wie er auch die kleine Wunde mit dem Munde aussog, die Hand fchwoll binnen einer Stunde zu einem unförmlichen Fleischllumpen an. Ein Arzt wurde alsbald zur Stelle gerufen und beiseite tonstatirte eine Vergiftung durch Alizarintinte. Die alsbald angewandten Gegenmittel waren glücklicher­weise wirksam, so daß die Vergiftung keine weiteren Folgen nach sich zog und die Hand binnen wenigen Tagen wieder hergestellt war.

— Der Kaufmann Albert Strauß zu Micheistadt im Großherzog- thum Hessen ist von dem Großherzoglichen Hofgericht der Provinz Starkenburg, weil er seine SicherheitsMdhölzer bezw. deren Verpackung mit dem gesetzlich geschützten Waarenzeichen der Joenkoepingschcn Gesell­schaft widerrechtlich bezeichnet und in den Verkehr gebracht hat, zu 300 Mark Strafe und 700 Mark Buße rechtskräftig verurtheilt worden.

— Aus Heubach wird folgende Wuchergeschichte gemeldet: Ein Arbeiter, welcher sich bei einem „Geldmann" 25 M. entlieh, muß dem­selben monatlich 6 M., also 540 Prvc. Zinsen bezahlen. Ein anderer Mann entlehnte bei dem Wucherer 150 M, wofür er einen auf 200 M. lautenden Schein ausstellen und sich verpflichten mußte, von letzt­genannter Summe monat.ich 5 pCt Zinsen zu bezahlen. Und solchen Wucherern gegenüber ist das Gesetz leider machtlos.

Marktbericht.

Hanau, den 29. März. Die Preise auf dem heutigen gut be­fahrenen Wrchermarkte stellten sich folgendermaßen: Butter Ibis 1,10 M, Käse 4— 5 Pst, Eier 5—6 Pf.; Hülsenfrüchte, das Doppelliter: Bohnen 30-34 Pf., Erbsen 36-40 Pf. und Zinsen 36-38 Pf.; Kartoffel 14—15 Pf., Zwiebel 20—22 Pf. sowie Wel chkorn 25—26 Pf. das Doppelliter; Kastanien 25 Pf. und dürre Zwetschen 20—24 Pf. = 0,50 kg; Brod 2 kg 42 Pf. und 3 kg 56 Pf.; Weißkraut 10—12 Pst, Rothkraut 15—20 Pf. und Blumenkohl 30—40 Pf. das Stück; Merrettig die Stange 9—10 Pf; ein Bund Radieschen 5—6 Pf.; Geflügel: junge Tauben das Pärchen 1 M., ein Hahn 1,80 bis 2 M, ein Huhn 1,50 bis 1,60 M., Welsche 5-6 M. das Stück; Fische: gewöhnliche Sorte 20 Pf, bessere 30—36 Pf., Barsch 40—50 Pf., Barben 50—60 Pf. und Hecht 1,10 bis 1,20 M. = 0,50 kg; Stroh 1,50 bis 1,60 M. und Heu 2 bis 2,30 M. = 50 kg; Holz der Meter 8 bis 8,50 M.

Thermometer st and.

28. März. Höchster Stand + 7°, Abends 7 Uhr 4- 5°;

29. März. Morgens 7 Uhr 4- 3», Vormittags 10 Uhr + 6*

BörsennachrichLen.

N—r. Hanau, 28. März 1879.

Wie schon mehrfach erwähnt bringt die fortschreitende Kündigung der emerikanischen 6 pCt. Bonds große Summen an die Börse, viele ungarische Schatzbons werden vor ihrem herannahenden Endtermine ver­tauscht, zu einem regen Geschäfte sind daher Anlässe genug vorhanden. Die allgemeine Geschäftsstille läßt ferner in den Händen der Banken große Mittel disponibel, so daß sich Ende voriger Woche die Reichs­bank veranlaßt gesthen hat ihren Discontsatz auf 3 pCt. herabzusetzen. Die preußische Bank ist bekanntlich nie unter 4 pCt. herabgegangen und wenn auch einzelne Plätze und bevorzugte Kreise sich früher auch zuweilen eines niedrigeren Zinsfußes erfreut haben, so ist doch seit lan­gen Zeiten nicht für weitere Kreise Geld so billig gewesen als jetzt.

Es ist daher leicht erklärlich, daß wir auch heute wieder die guten deutschen Werthe höher im Course finden als in der Vorwoche und ist der Schluß dieser Bewegung noch nicht abzusehen. Die Auswahl in Anlagen, die etwas bessere Verzinsung gewähren und womöglich noch Gewinnchance bieten, wird immer kleiner, so daß die Speculation, die in die'er Beziehung stets den Copitalistenkreisen voranzugehen pflegt, immer wnder andere Objekte aufsucht. Nachdem in voriger Woche namentlich Loose bevorzugt waren, sind in dieser Woche deutsche und österreichische Eisenbahn-Actien mehr berücksichtigt worden. Unsere Vergleichstabelle weist namentlich für Hessische Ludwigsbahnactien eine größere Steige­rung auf, deren ipeculotiver Charakter übrigens nicht zn verkennen ist.

Oesterreichisch-ungarische Staatspapiere mußten auch von dieser Gunst der Umstände profitiren. Während ungarische langsam und stetig an- ziehen, haben österreichische Goldrente durch die Ankündigung einer neuen Emission von 100 Millionen einen fast unmerklichen Druck erfahren, der bei weniger günstigen Verhältnissen wohl fühlbarer geworden wäre.

Russen sind wieder begünstigt wegen Pestnachrichten, während auch die zahlreichen Attentate einigen Eindruck machen.

Creditactien von Börse zu Börse um einige Gulden schwankend, schließen mit kleiner Abschwächung.

Auf die Conversion der 5 pCt. Badischen sei hier nochmals auf­merksam gemacht.

Frankfurter Course

am 20. März

am 27. M

4°/« Reichsanleihe

97’/i6

98

4°/, Bayern

965/s

97'/.

Oester. Creditactien

217’/4

216»/.

Oesterr. Staatsbahnactim

220'/,

' 222'/,

Oesterr. Goldrente

66'/,

66’716

Ungar. Schatzbons

103»/.

104’78

Ungar. Goldrente

74'/,

74n/i6

Russen von 1877

87’716

86'»/»

Hess. Ludwigsb ahnactien

66»/.

71’7.

Reichsbankactien

153»/.

152’7»

AuSzüge aus dem Amtsblatt der Königttchen Rrg. vung zu Cassel.

Gelnhausen. Auf Antrag eines Pfandgläubigers ist der Zwangsverkauf der auf den Namen des Steinhauers Jakob Zipf jun. (Jakobs Sohn) zu Gelnhausen und in dessen Gemarkung gelegenen Grund­stücke erkannt und erster Berkaufstermin auf den 28. April d. I., hülft- weise zweiter und dritter auf den 26. Mai d. I. und ben 23. Juni d. J., jedesmal des Vormittags 10 Uhr, an Königl. Amtsgericht Geln­hausen anberaumt.

S e ck b a ch. Auf Antrag 'eines Pfandgläubigers sollen die auf den Nomen des Friedrich Peter Birken stock (Peters 2r Sohn) zu Seckbach im Grundbuch von da eingetragenen und in dasiger Gemarkung belesenen Grundstücke öffentlich zwangsweise versteigert werden. Ver-