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Erscheint täglich mit Ausnahme der G-snn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, nnd SamstagS mit der Berliner Prsvinzial- Correspsndenz.

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W 75.

Samstag den 29. März

1879.

Amtliches.

BekkU«1mach«Ngeu auf Grund des Meichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.

Das durch meine Bekanntmachung vom 17ten Januar d I. (Amtsblatt Nr. 6) erlassene Verbot der vom kommunistischen Arbeiter- Bildungsverein in L-ndon herausgegebenen peri-dischen Druckschrift ,Freiheit" ersreckt ich auch auf diejenigen Nummern dieses Blattes, welche unter dun Au schri tenBitter",Eulenburg jr. und Der 1 8. März" zur Ausgabe gelangen.

Berlin den 22. März 1879.

Der Reichskanzler. In Vertr.: Hofmann.

Aus Grund §. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefähr­lichen 9 estrebungen der Soziaidemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die unter der Anschrift ,Der 18. März" als Agitatiousvuwmer bezeichnete, vrm kimmunistischen Arbeiter Bildungsverein in London herausgegebene und bei ?>bn Ba'e et Sons in Marvlebone gedruckte periodische T ru ckschr if t nach Z. 11 des cit Gesetzes durch die unterzeichnete Landespnlizei^ehörde verboten worden ist.

.n den 20. Wär; 1879.

Königliche Regierung. Abtheilung^des Innern.

_________________von Guionneau._________________

Grundstücksverpachtung. '

Die nachher eichneten in der Gemarkung von Kilianstädten telegenen Dowanialgrundstücke als:

Wiese bei der Brücke, im katten Mühlstall, im Brühl,

Acker am neuen Weg,

aui'm Platz, an der Vegelstange,

an der zehntfreien Gewann,

im Holzgrund,

auf dem Stöckel, Wiese am Haideborn,

Acker über'm Waldweg,

in der zehntfreien Gewann,

B.

382

0,051

ha.

477

0,018

*

b.

457

0,099

0.

371

0,138)

372

0,134

P.

70

0,258

ff

W

K 8

0,881

ff

250

0,506

251

0,422

ff

Q.

30

0,041

35

( ,041

ff

T.

61

0,419

ff

U.

224

0,190

If

Ai

144

1,164

ff

145

0,088

180

0,523

ff

sollen wegen Entfernung des seitherigen Pächters nach Amerika vom laufenden Jahre ab bis Ende 1888 anderweitig öffentlich meistbietend verpachtet werden

Termin hierzu ist auf

Mittwoch, den 2. April ds. Jahres,

Nachmittags 4 Uhr, im Rathhause zu Kilianstädten anberaumt.

Bei angemessenen Pachtgebolen wird der Zuschlag ohne Abhaltung eines weitern Termins erteilt werden.

Hanau, am 28. März 1879.

Der Königliche Demainen-Rentmeister

2409 Bell.

Tagesschau.

Ein Trauerfall im Hause Hohenzollern.

(A. b. Schw. Merk.)

Ein schwerer Schlag hat die kaiserliche Familie betroffen. Ein Sohn des Kronprinzen, Enkel des Kaisers und der Königin von Eng­land, Piinz Waidemar, ein Knabe von 11 Jahren, ist plötzlich gestor­ben. Noch ist der herbe Schmerz über die Unglücksfälle im nahe ver­wandten grvßherzogl. hessischen Hause, insbesondere den Hingang der Schwester der Kronprinzessin, der Großherzogin Alice, nicht verwunden;

noch ist erst kurze Zeit vorüber, deß die neuvermählte Prinzessin Hein­rich der Niederlende, Großnichte deS Kaisers, Wittwe geworden; und schon wieder pocht der dunkle Bote on die Thore des koiserlio'en Haukes, bissen eh'würdige Häupter, der greise Kaiser und sein Bruder, Prinz Karl, von Unfall und Krankheit sich kaum zu erholen beginnen. Das Kaiserhaus der Hohrnzollern, durch glänzende Treffnisse der Neuzeit hoch erhoben, muß bim Geschicke der Menschlichkeit harten Zoll ent­richten. Zum Trost darf es sich sagen, daß die d u'scke Nat'on in trüben, wie m frohen Tagen zu Um steht. Sie hat sich am Glanz seiner Triumphe erfreut in großen geschichtlichen Tagen, sein Rubm und seine Gröle waren die ihrigen. Sie theilt nun auch in herzlichem Mitgefühl die bitteren Erfahrungen des täglichen, häuslichen Lebens. In deutschen Landen gilt des Familienleben noch etwas; und so hat das deutsche Volk von je mit Stolz auf das blühende häusliche Glück des Kronprinz-npaarrs mU d r siebenköpfigen Kinderschoar geblickt: 4 Töchter und 3 Söhne. Von diesen Söhnen ist der älteste, 20jährige, Prinz Wilhelm, Student in Born, der zweite, 16jährige, Prinz Hein­rich, arf einer Reise um die Welt mit dem deutschen Kriegsschiff Prinz Adalbert begriffen; der dritte, Piinz Waldemar, ist nun im blühenden Knabenalter »irr Beute derselben rück sch-n Krankheit geworden, die auch im Pa'ats zu Taiwstadt theure Opfer gelordert. Won w, wie in­nig im k-onprinzlichen Hause die Fomiliengl eder zusammentäng-n, man kennt die echt haus röterlick e Art des Kronprinzen, die zärtliche Liebe und Sorgfalt der Kr npirzessin, die aus dem elterlichen Hause zu Englcnd den en-wickelt n Familiensinn mitgebrocht, für ihre Kinder. So wird in jedem deurtchen Hauie innig nochgesuhlt werden, was die siamilie Friedrich Wtthelms in der Nacht auf den 27. März Schmerz­liches erfahren mußte.

DerR. u. St.-A." Nr. 75 enthält: 1) Gesetz, betr. Mär? dervnc en der gesetzlicken Bestimmungen über die Zuständigkeiten deS Fi- vanz-Miristers, des WirisbrS die laudwirtbschaftlichen AvgelegtN- h tt N und des N irrst rs für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. Vom 13. März 1879. 2) Ergänzungsg setz zu bim Gesetze vom 27. April 1872, tetr. die Ablösung der den geistlichen und Echulinbituten, sowie d'N srommen und m'lden Stiftungen zustehenden Realberechtuun- gen. Vem 15 D ärz 1879. 3) Allerhöchster Erlaß vom 19. März 1879, beir die Verlegung des Sitzes des Ober-Präsidiums und Pro- vinzrol-Schulkolleg ums der Provinz Schleswig-Holstein von Kiel nach Schleswig.

Bekanntmachung auf Grund des ReichSgesetzes vom 21. Oktbr. 1878. Nach demR u St.-N." Nr. 75 wurden unterm 24 März verboten: die nicht periodischen Druckschritten:Sechs Proletarier-Lie­der, gewidmet den Arbeite n Oesterreichs, von Joh. Most, Eh mnitz, Verlag des Verlasseis, D-rck der Genossenschafts-Buchdruckerer", und Elend und Erlösung. Ein sozia es Zeitgedicht von Siegfried".

Berlin, 28. Wär;. (Reichstag.) Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung fitzte btr Reichstag die Berathung des Antrages des Abg. Schneegans und Gen. aus Errichtung einer selbstständigen Regie­rung in Elsaß-Lochringen fort.

Nach Schluß der längeren Debatte nahm das Haus den Antrag Schneegans mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Majorität an, worauf sich dasselbe um 4^4 Uhr vertagte.

In der heutigen Sitzung erlangte die Adresse zur Verlesung, welche der Gesammtvorstand des Reichstages an Se. Majestät den Kaiser zu Allerlöchstdessin Geburtstagsfeste gerichtet hat.

Dieselbe lautet:

Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster Kaiser und König, Aller- gnädigster Kaiser, König und Herr! An dem heutigen Tage, weicher Glück- und Segenswünsche ohne Zahl aus allen deutschen Gauen zu dem Throne des Kaiseis bringt, erfreuen wir uns des hohrn Glückes, Ew. Majtstät den Ausdruck gleicher Empfindungen im Namen des Deutschen Reichstages in tiefster Ehrfurcht übermitteln zu wollen. Gottes allmächtige Hand möge auch ferner, wie sichtlich seither, in