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Freitag den 21. März

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ZNZ!e!ch Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssnn« und Feiertage, mit belletristischer Beilagch W tfs und SaMstags mit der Berliner Provinzial-Correspondruz.

Gefunden: Ein ^(erster Rang'». Ein gelbes Taschentuch. Ein brauner gestrickter Stauchen. 40 Pfennig baar

Zugelaufen: Eine Ente; Empfanguahme bei Joseph Hester- HstMM7Kessetstadt. ^ ssiMWisss^ss

Berl oren: Eine weiße Manschette mit Knopf Entlaufen: Ein Schwein.

Hanau am 21. März 1879.

Aus König ichem Landrathsamt

Rundschau.

R. F. Die Hauptstadt des Reiches bis herab zum kleinen Dörf­lern, kurz alle Ortschaften des deutschen Vaterlandes feiern dies Mal des Kaisers Geburtstag in ganz ai ßergewölmlicher Weise, denn die Be­deutung des diesjährigen 22. März bat alle deutschen Herzen durch­drungen bei dem Gedanken, den gelieb'en Kmser nach so schreckliche» Heimsuchungen durch die Gnade deS Allmächtigen doch in Zufri-d ubett und Glück einen neuen Geburtstag feiern zu sehen. Der kleine Unfall, welcher den Kaiser vor vierzehn Tagen betroffen, hat leider für noth­wendig erscheinen lassen, aus Rücksicht aus die Gesundheit des Kaisers, die Geburtstagsfeier lichkeiten nur im engst n Familienkreise zu begehen, da jedoch das Befinden d-s Kaisers eine stetige Besserung zeigt, so wird man von dieser Besäränkung vulleicht doch noch Mstand rühmen.

Es bestätigt sich auch, daß zur Geburtstagsfeier des Kaisers eine außergewöbnl'che Anzahl deutscher Fürsten und Prinzen am Berliner Hofe zum Besuche eintreffen werden Wir nennen als solche Hauptjäch- lich neben dem Könige und der Königin von Sochstn, den Prirz und die Prinzessin Georg von Sächsin, die Eroßherzöge von Mecklen^urg-

Wir nennen als solche Hauptsäch- rigin von Sochstn, den Prirz und ■^.•whw »■«■» w,. bte Eroßherzöge von Mecklkn^mg«

Strelitz und Sachsen Weimar, die Herzöge von Meiningen, Altenburg und Andalt, den Erbprinzen von Hoh-nzollern. Außerdem sind schon zum Besuche om kaiserlichen Hofe in Berlin eingetroffen der Eckwieger- fohn des Kaiiers, Großberzog Friedrich von Baden und die Tochter des Kaisers, Großherzogin Louise von Baden nebst ihren beiden Kindern Prinzessin Victoria und Prinz Wilhelm, den Enkeln des Kaisers.

Der BundeSrath hielt om 18. März eine Plenorversammlung ab, in welcher die Vorlegung einer neuen TabakSbesteueruno, welche nach dem Gewichte erhoben werden soll, erfolgte. Die betreffende Vorlage

gelangte zum Zwecke einer Spezialberalhung zunächst in die betreffende Commission des Bundesrathes. Dem Bundesrathe ist wie dem Reichs­tage auch der Berliner Vertrag unterbreitet worden. Desgleichen ge­langte auch die Revision des Artikel V. des Präger Friedens an den BundeSrath wie an den Reickstag, doch glaubt man, daß sowohl der BundeSrath als auch der Reichstag diese Vorlagen nur zur Kenntniß nehmen und keine Diskussion daran knüpfen werden.

Die Verhandlungen im Reichstage waren in den letzten Sitzungen weit stürmischer als in den früheren, aber immerhin waren die Debatten nicht so erregt, als man bei der Berathung deS über Berlin verhängten kleinen Belagerungszustandes erwartete. Der socialdemokratische Abg. Liebknecht eröffnete die Debatte mit Klagen über das Socialistengesetz und Vorwürfin über die Handhabung desselben in Berlin, indem er Alles der Socialdemokratie zur Last Gelegte in Abrede stellte und schließlich in so erhitzte rednerische Abschweifungen gerietst, daß er förm­lich von der Rednerbühne herabgenöihigt wurde.- Darauf gab der Bundesbevollmächtigte Staats minister Graf Eulenburg bin Rechenschafts­bericht über den über Berlin vei hängten kle-nen Belagerungszustand und führte in sachlicher Weise zur allgemeinen Zufriedenheit des Reichstags aus, daß das Socialiftengese^ Nicht nur der Unterdrückung der bestehen­den Socialdemokratie, sondern ' mptsächlich der Verhinderung neuer socialistischer Auswüchse gW. je Diskussion über diesen Gegenstand

wurde hierauf

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1879.

Auf der letzten parlamentarischen Soiröe beim Reichskanzler ist über die näheren Wünsche der Regierung auch nichts Neues bekannt geworden, da diese Sriröe gar kein politisches Eepröae hatte. Der Reichskanzler bemerkte nur gelegentlich, daß er es sehr bedauern würde, wenn man im Reichstage die finanzielle und wirthschastliche Reform von einander trennen nürde, weil dadurch eine allgemeine Parteizersplitte- rung herbeige»ührt werden würde.

Hinsichtlich der Arbeiten der Tarifrevisionscomwisfion unterliegt es keiwm Zwei el mehr, daß die elbe noch im Laufe dieser Woche ihre Aufgabe ^u Ende führen wird Auf Grund besten nimmt man in zu­ständigen Kreisen an, daß die auf diesen Borsch ögen lasirenden Gesetz« entwürfe dem Reichstage hin nach Ostern zugehen werden. Einen gleichen Zeitraum dürfte auch das 3 a^wssteuergesetz beanspruchen.

Das beispiellose Ung'ück von Szegedin beschäftigt seit voriger Woche die Regierurgskrei e Oesterre ch-Ungarns und übt gleich eitig sehr drüaend auf die Einw Hnerschaft Ungarns. Die ungarische Regierung macht gewaltige Anstrengungen, um das Ueber'chwemmungsunglück Sze- gedin's hera»> umindern; der Kaiser Franz Josef ist seit st mit den höchsten ikeamten des Reiches an den Ort des Unglücks geeilt und überwacht persönlich die stettnngSarbeiten, aber das Dng ück der über­schwemmten Stadt Szegedin ist so groß, daß es der ausgedehntesten Mild-Hätigkeit des In- und Auslandes bedarf, um 70,0(0 Menschen vor dem Betteslabe zu bewahren, denn über 4000 Gebäude der Stadt sind zerstört, gegen 3000 Menschen in den Fluthen um gekommen, und große tpser wird es schon kosten nach Monaten wieder einigen Ver­kehr in Szegedin her-ustellen. Laß unter so chen Umständen fast sämmt­liche Einwohner Ezegedin's Hab und Gut verlieren müssen, bedarf kei­ner weiteren Erklärung.

Die Verneinung der von den radikalen Republikan-rn Frankreichs beantragten Bestrafung der Ministerien Broglie und R. chebouet hat nun ein eigenthüm icheZ Nachspiel wegen des Mißbilligungsv tums er­lebt, welches die sranzösische Leputirtenkammer hinsichtlich der Politik der vorerwähnten Ministerien angen mmen hat. Die Mitgtteder des ehemaligen Ministeriums Lroglie haben bei dem Präsidemen Grövy ein Schreiben eivgereicht, in wechem sie der Dezutirtenkammer das Recht bestreiten, über den Minister Gericht zu sitzen und hernorheben, daß auch das Ladelsvotum der Teputirten'ammer, ausgesprochen über die Politik des Mimsteriums Brog ie, die Competenz der Leputirtenkammer überschreite. Unterzeichnet ist dies Schreiben von den ehemaligen Mi­nistern Broglie, Decazes, Fourtcu, Caillaux, Brunet, Paris und Meaux. Die anderen Mitglieder dieses Ministeriums befinden sich zur Zeit der Ausfertigung des Protestschreibens noch im Staatsdienst, haben jedoch in Folge der in der Teputirten'ammer abgegebenen Erklärung ihren Dienst quittirt und werden wahrscheinlich dem Proteste beitreten. Da­mit wird hoffentlich die Affaire wegen der Kinisterversolgung in Frank­

reich ihren Alfch'utz erhalten. . rt-.»^ «,n5y zünui ’■ ,

Der russische Staat gestaltet sich immer mehr und mehr als ein von allen Seiten unlerminirter politischer Vulkan. In Petersburg wurde wieder eine nihilistische Verschwörung und zwar unter einer An­zahl Gardeoffizieren entdeckt und neun derselben in aller Stille festgr- nommen — In Sachen der Streitigkeiten Rußlands und Englands wegen Regulirung der rumelischen Grenze hüt her r in Petersburg an­wesende russische Hotichaster Graf Schuwalvff mehrere Audienzen bei dem Kaiser Alexander und dem Reichskanzler Gortschakoff gehabt. Möglicherwei'e gilt jedoch die plötzliche Re- Petersburg nscht ,nur der rumeuschen Frage, denn aus Tasch end kommt bi fische General Kaufmann wegen des _

in, s-udärn auch der afghanischen WSNKKvÄi

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